Weiden jetzt vermehren!

  • Ich bring es auch nicht übers Herz, Weiden im Spätwinter zu schneiden, und warte auch immer, bis die Kätzchen abgefallen sind.
    In Wasser wurzeln sie blitzschnell und wachsen auch gut an.
    Und ich ärgere mich jedes Frühjahr über Spaziergänger, die einfach trotz des Verbots in freier Wildbahn welche schneiden, die wissen gar nicht, was sie da tun....:roll::evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zu meinen Favoriten unter den Weiden zählt die männl. Salweide, Küblerweide und die Frühblühende Reifweide. Habe dieses Frühjahr auch eine größere Menge Stecklinge in die Erde gebracht und ins Wasser gestellt. Die besseren Ergebnisse brachten bei mir die Stecklinge, welche gleich in die Erde gesteckt wurden. Spitzenreiter war die Frühblühende Reifweide. Sie wuchs in einem Sommer von 20 auf ca.300cm
    Eine Ausnahme bildet die männl. Salweide, diese wurzelt schlecht. Habe mir einige männl. veredelte Pflanzen in der Baumschule gekauft.
    Hilfreich ist es auch die Gartennachbarn aufzuklären. Viele besitzen solche hängenden Salweiden (Hängekätzchenweide auf Stämmchen) und schneiden im Herbst die überlangen Triebe radikal zurück. Wird dieses 3 oder 4 mal so durchgeführt, fallen diese Bäumchen meist dem Unmut der Besitzer wegen "Blühfaulheit" zum Opfer. Also, schneiden nach der Blüte fördert die Bildung neuer Kätzchen.
    Ein weiterer Vorteil der Salweide, sie kommt auch auf trockneren Böden gut zurecht.
    Gruß Peter

  • Hallo Josef und Rest,


    Ja, genau so funktioniert es.
    Hatte vor 3 Jahren ca 20 Stück um die Bienenhütte gepflanzt, und herrlich, sie waren alle ca 4 Meter hoch ...


    ... bis meines Vater seine Schafe mal an sie kamen, und sie "geschält" haben ...


    jetzt gabe ich nur noch 4, und im Frühjahr hoffentlich wieder mehr


    mfg Bienenhansi

  • :eek: hab schon etliche blühende, katzelnde Weiden gesehen die letzten Tage... blühen die dann nochmal oder müssen die Bienen jetzt schon die erste Nahrung im Jahr sammeln...???


    Ratlose Grüße von Lisa, die sowas frühestens Mitte Januar gesehen hat

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Hallo Lisa,
    um welche Weide handelt es sich denn? Sieht man wirklich schon den gelben Pollenstaub oder nur die weißen "Puschelchen"?
    Es gibt Weiden die unter Umständen schon im Dezember die ersten Blüten zum blühen bringen. Die Hauptblüte sollte dann aber trotzdem erst im zeitigen Frühjahr erfolgen.
    Die Salix caprea Silberglanz (Adventsweide) gehört dazu.
    Einen schönen 2. Advent
    Peter
    der sich an den langen Abenden die Zeit mit Kerzen gießen vertreibt

  • Hallo Peter,


    bisher nur die Puschelchen und in Bezug auf Weiden kenn ich mich überhaupt nicht aus (aus irgendeinem Grund sind sie mir, abgesehen von ihrem Wert für Bienen und für Flechtprodukte leider noch nicht so sympathisch geworden, dass ich mich mit all den Unterarten befasst hab :oops:) Wenn das Wetter am Dienstag hoppelfreundlich ist, werd ich nochmal am Bach und am Waldrand entlanggehen und versuchen, die Weiden zu identifizieren. Ich weiß nur, dass die am Bach normalerweise immer erst Ende Januar puscheln, so früh hab ich sie noch nie gesehen am Bach, unabhängig von der Art, die sich ja nicht geändert hat. Aber manche Pflanzen blühen ja beharrlich... mal im Dezember, und wenns danach kalt ist, blühen sie einfach im Frühjahr noch mal. Kann das bei Weiden auch so sein?


    Fragt mit liebem Gruß
    Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Hallo, Lisa,
    die weißen Puschel alleine sind noch nicht wild, die hatte ich letztes Jahr schon Mitte - Ende November.
    Und nein, wenn sie wirklich blühen würden, dann war es das für das Jahr.
    Wie Obstbäume, zu früh geblüht und abgefroren - Pech gehabt.
    Die Magnolien waren hier letzten Winter auch sehr dicht vorm Öffnen, haben aber dann doch bis März gewartet...:wink:


    edit: wirklich identifizieren kannst sie leider erst anhand der Blätter UND der Blüten und der exakten Blühzeit.

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    nachdem es jetzt wohl kälter wird, werden die hoffentlich einfach ihre Puschelpelze anbehalten und warten...


    Vielen Dank für die Antwort und Grüße von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Salweiden!


    Mich würde interessieren, ob und wie jemand DIESE vermehrt. Habe damit noch keine Erfahrungen gemacht. Sie sollen ja aus Steckholz nicht vermehrbar sein. Habe eine "wilde" männliche Salweide im Gareten, und will nächstes Frühjahr versuchen, sie mit geschnittenen Jungtrieben unter Glas zu vermehren, also mit "weichen" Stecklingen.


    Geht das?


    LG
    Kai

  • Hallo,
    nicht wirklich gut.
    Such dir eine wilde weibliche Salweide und nimm Samen, resp. schleich um sie herum und nimm Sämlinge mit, das geht besser. Hier bei mir wachsen anscheinend alle Weidenarten wie Unkraut, nur vergesse ich immer zu markieren, was Männlein oder Weiblein ist...:roll:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    hier noch ein paar Infos zur Salweide.
    Die Infos stammen aus dem Buch das ich hier schon an anderer Stelle empfohlen habe.




    Salweide - Salix caprea


    Kennzeichen: Dichter Strauch 1-3 m.


    Blüte: März-April, vor dem Laubaustrieb. ♂ Kätzchen bis 5 cm, eiförmig-walzig, mit leuchtendgelbem Staubbeuteln.
    ♀Kätzchen bis 7 cm, eher zylindrisch, grün. Feiner Honigduft.


    Frucht: Juni-Juli. Weiße, seidige Kapseln mit braunen Flugsamen.


    Blatt: Wechselständig, glattrandig oder leicht gesägt. Einfach, bis 10 cm lang und 6 cm breit, kurze, zurückgebogene Spitze.


    Zweige: Unbewehrt, dick und kräftig, oft rutenförmig, an der Sonnenseite angerötet.


    Holz: Mit weißgelbem Splint und rötlich hellgelbem Kern, weich, leicht.


    Lebensraum: Europa. Häufig, vom Tal bis 2100 m. Lichte Mischwälder, Auen, Uferbewuchs, Waldrand, Hecken, Gebüsche, Wegraine, Brachflächen. Anspruchslos.


    Anderer Name: Palmweide.


    Wert für Tiere: Nahrung für 213 Insekten-, Säugetierarten. An der Blüte 34 Sand-, Seiden-, Furchen- und Mauerbienenarten, :Biene:Honigbiene, Hummeln, Käfern, Fliegen, Nacht- und Tagfalter; an den Trieben Rehe, Feldhase; an der Rinde Erd- und Feldmaus; an den Samen Gimpel, Seidenschwanz, Stockente.


    Ähnliche frühblühende Arten: .....steht im Buch
    Ähnliche spätblühende Arten: .....dito


    Pflege: Verträgt Rückschnitt einzelner Äste und radikale Kürzung 20 bis 50 cm über Boden (auf den Stock setzen).


    Vermehrung: Wurzelschnittlinge Mai-Juni, Stecklinge Juni-August.


    Ähnliche Arten sowie genaue Anleitung für Wurzelschnittlinge oder Stecklinge auch Steckhölzer für andere Arten siehe:


    Wildsträucher und Wildrosen bestimmen und anpflanzen von Reinhard Witt - klasse Buch ....nein bin nicht verwandt oder verschwägert oder..wasweißich :wink:


    Gruß Ralf