Holzbeuten der Berufsimker

  • Hallo liebe ImkerInnen,


    ich interessiere mich dafür, welche Beuten Berufsimker in D einsetzen. Mir geht es hier nur um Holzebeuten, weil ich überlege, auf Bioland-Imkerei umzustellen. Wer hat Erfahrungen mit Händlern solcher Holzbeuten? Wer hat Erfahrung beim Selbstbau von Holzbauten? Wo kann man die Selbstbau der Holzbauten lernen? Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten!!
    Wer hat Erfahrungen mit dem Umsetzen von Segeberger auf das neue Maß?


    Matthias aus Holstein

  • Hallo Matthias,


    ich habe mir zum Anfang 4 Holzbeuten (Dadant) von 2 verschiedenen Lieferanten aus D gekauft.
    Da wir ja jetzt im Winter viel Zeit haben, habe ich angefangen, selbst Beuten zu bauen. Dabei habe ich natürlich einiges von den gekauften übernommen, aber auch eigenen Ideen eingearbeitet (besser angepasst auf da mir zur Verfügung stehende Werkzeug).
    Baupläne kanst Du im Netz finden, aber ich kann nach soetwas nicht besonders gut arbeiten. Mir geht es leichter von der Hand, wenn ich ein reales Beispiel vor Augen habe.


    Gruss Michael

  • Hallo


    Umsetzen würde ich persönlich nur mit totaler Bauerneuerung gleich nach dem Abschleudern.
    Geht super, man erspart sich das ganze Umschneiden und sonstiges Rumgebastel, muss lediglich ein bisschen mehr füttern.
    Dafür hat man aber auch eine super Gelegenheit zur Varoa Bekämpfung.


    Gruß Uwe

  • Hallo Mathias,


    ich würde zu Dadant raten. Entweder nach http://www.magazinimker.de:daumen:, wenn du weiter mit Absperrgitter und MW`s arbeiten willst. Solltest du auch mit Naturwabenbau liebäugeln, dann nimm lieber Dadant nach Ries mit 12 Waben. Da braucht man mehr Platz wegen des Drohnenbaus und hat auch noch den Vorteil, das man auch im Warmbau arbeiten kann, wenn man mehr als 2 Beuten nebeneinander stehen hat. (Rücken!) Die 10er Dadant sind dafür etwas leichter und besser zu transportieren. (Rücken).
    Ich arbeite mit dem 10er System und stelle gerade auf Naturwabenbau um. Mal sehen ob der Platz reicht. Man hat mir Prophezeit das 10 Waben nicht reichen. Nächstes Jahr werde ich mehr wissen.


    Zitat

    Umsetzen würde ich persönlich nur mit totaler Bauerneuerung gleich nach dem Abschleudern.
    Geht super, man erspart sich das ganze Umschneiden und sonstiges Rumgebastel, muss lediglich ein bisschen mehr füttern.

    Dem kann ich nur beipflichten. Noch besser geht es mit einem Vorweggenommenen Vor- bzw. Nachschwarm. Zumindest wenn man auf Naturwabenbau umstellen will! Das Umschneiden ist eine Heidenarbeit und du hast nachher noch immer das alte Wachs im Stock. Für die Umstellung auf Bioland brauchst du aber 100% Bauerneuerung.
    Liebe Grüße!


    Nikolaus


    Bioimker seit Juni

  • Moin,

    ich interessiere mich dafür, welche Beuten Berufsimker in D einsetzen.

    Hinterbahndler Beute 52, das Standardmodell auf dem Ostdeutschen Bienenwagen.

    Zitat

    Mir geht es hier nur um Holzebeuten,

    Aus Holz sind die B52.

    Zitat

    Wer hat Erfahrung beim Selbstbau von Holzbauten?

    Ich kann über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahem der Stadt Leipzig berichten. Dort hat man versucht eine Imkerei komplett aus dem Nichts selber aufzubauen. Es gab eine riesige Schreinerei und massenhaft Leute. natürlich auch viel Holz und Maschinen. Die Beuten und EWK's wurden nach Bauplan hergestellt und werden inzwischen verfeuert. Die Imkerei gibt es nicht mehr, es war alles Steuergeld. Zum Beutenbau gehört nicht nur gutes Material - es gehört vor allem Erfahrung dazu. Es ist im Moment eine Qual mit den Selbstbausachen arbeiten zu müssen. Die EWK's klemmen in den Schutzhäusern, die Scheiben in den EWK's sind scharfkantig und klemmen in den EWK. Die Kästchen sind undicht, die Selbstbaulochscheibe sperrt und die Glasklemme ist zu weit unten angenagelt, so daß manche Seite garnicht aufgeht. Die Beuten wachsen regeltrecht zusammen. Erst kriegt man sie nicht auseinander ohne eine Meißel mit dem Hammer einzutreiben, dann kriegt man sie nicht wieder zusammen. Falz ist hier das Zauberwort. Das Gitter der Böden ist nicht Säurefest, aber billig und nach dreimaliger AS-Anwendung durchgerostet und was ein rechter Winkel bei der Produktion war ist nach dem ersten Winter keiner mehr ...

    Zitat

    Wo kann man die Selbstbau der Holzbauten lernen?

    keine Ahnung

    Zitat

    Wer hat Erfahrungen mit dem Umsetzen von Segeberger auf das neue Maß?

    DNM wird von Berufsimkern weltweit in Ostdeutschland eingesetzt. Da wird nix umgewohnt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Matthias,


    da Bioland keine Vorschrift zum Beutentyp nur zum Material macht und Du von mit Segebergern DN betreibst, wäre es doch geschickt, DN-Holzbeuten anzuschaffen (zumal ja hierzulande in S-H leider alle DN betreiben). Händler gibt es im Netz reichlich, wenn Du aber selbst bauen möchtest und das handwerkliche Geschick und Knowhow hast, bau doch falzlose Holzbeuten a la Liebig in DN. Das macht die Sache bedeutend einfacher und verringert die Maschinenarbeit um ein Vielfaches. Solltest Du keinerlei Ahnung von Holzbearbeitung haben, ist Selbstbau vielleicht der teuerste Weg zum Ziel. Von versauten Wochenenden ganz zu schweigen.
    Denn man tau!

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • Hallo Mathias
    Selbstbau lohnt sich nur, wenn die notwendige Infrastruktur, die leider nicht billig ist, vorhanden ist, und Du über gute handwerkliche Fähigkeiten verfügst.


    Gruss


    Jon

  • Moin Jon,


    um es mal mit Milva zu sagen: "und doch, das ist es nicht allein" Ein guter Tischler hier oder Schreiner woanders kriegt noch lange keine gute Beute gebaut, weil der normalerweise für bewitterungsfreie Wohn- und Arbeitsräume wirkt.


    Eine Gute Holzbeute zu bauen, ist nicht einfach. Eine Beute die unbenutzt gut aussieht taugt manchmal garnix. Eine Beute muß nach 3 Jahren in freier Wildbahn gut aussehen. Dann taugt sie was. Wie aber will einer, der heute eine Tischlerein (Schreinerei für die der hier üblichen Bezeichnung, nicht mächtigen) mietet, wissen was an seiner schön ausgedachten Kiste, sich in 3 Jahren verzieht, rausfällt, klappert, klemmt, qillt, sich abnutzt oder wegfault? Dieses Wissen hat weder der Tischler noch der Schreiner geschweige denn der Selbstbauer. Das haben nur Betrieb, die bereits aus dem einen oder anderen Gewährleistungsfall lernen konnten und inzwischen eben wissen, daß Leimholz nicht gleich Leimholz ist und Beutenmaße in echt eben andere sein können und dürfen als auf'm Plan. Das sind dann Erfahrene, die wissen, was Passung als techn. Begriff eigentlich meint. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • :lol: jaja, macht nur weiter Werbung für die Beutenbauer und ~verkäufer.....
    Ich sag euch, es ist NICHT schwer, wenn man sich auf das Einfache beschränkt und keinen Klimbim dran haben will.
    Meine stehen jetzt das 4.Jahr draußen, nix verzogen, nix vergammelt, ich & Bienis happy.
    Was brauch ich mehr?
    Ich kann nur jedem raten, es einfach zu versuchen.
    Aber lieber einmal öfter messen vorm Absägen, und vorher genau rechnen, und dran denken, daß nagelneue Rähmchen gern aufquellen und breiter werden...:wink:
    Es ist keine schwarze Kunst, selber Beuten zu bauen, nur muß man wissen, was man will.
    Die Kollegen beeindrucken, oder eine zweckmäßige schlichte Beute, die an die eigenen Bedürfnisse (Griffklötze) angepaßt ist?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo liebe ImkerInnen,


    ich interessiere mich dafür, welche Beuten Berufsimker in D einsetzen. Mir geht es hier nur um Holzebeuten, weil ich überlege, auf Bioland-Imkerei umzustellen. Wer hat Erfahrungen mit Händlern solcher Holzbeuten? Wer hat Erfahrung beim Selbstbau von Holzbauten? Wo kann man die Selbstbau der Holzbauten lernen? Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten!!
    Wer hat Erfahrungen mit dem Umsetzen von Segeberger auf das neue Maß?


    Matthias aus Holstein


    Hallo Matthias,


    mal kurz weg von der Selbstbau-Philosophie, von den sechs Imker im Forum die mir spontan einfallen und gleich oder mehr als 50 Völker bewirtschaften haben fünf Dadant! Vielleicht verdränge ich die anderen aus Freud'schem Grunde ....

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Matthias,


    mal kurz weg von der Selbstbau-Philosophie, von den sechs Imker im Forum die mir spontan einfallen und gleich oder mehr als 50 Völker bewirtschaften haben fünf Dadant! Vielleicht verdränge ich die anderen aus Freud'schem Grunde ....


    Guten Morgen an allle!


    Ich habe auch über 50 Völker und auch Dadant!


    Die ersten 17 Dadant-Beuten habe ich selbst gebaut und sie sind nach 3 Jahren noch kein Stück verzogen oder sonst irgendwie ramponiert. Ich hatte allerdings auch Glück mit dem Holz: 6 Jahre, in einer luftigen Bretterscheune, abgelagerte Weymouthskiefer. Das kann sich, glaube ich kein Hersteller leisten. Gekaufte Beuten sind oft aus Kammergetrocknetem Holzes und können sich deshalb dann doch mal ein bischen verziehen. Wirklich unbrauchbar ist aber auch von den gekauften noch keine geworden.
    Liebe Grüße!
    Nikolaus

  • Jepp!
    Morgen zusammen,
     
    das kann ich nur bestätigen. Weymouthkiefer is the best.
     
    Hab mir meine Kisten aus diesem Holz vor 15 Jahren gebaut.
    Habe nur Freiaufstellung!
    Bis dato noch keine Kiste ersetzt. Die halten nochmals 15 Jahre.
    Verziehen kenn ich nicht bei diesem Holz.
    Bei sachgerechter Lagerung, genügt 1 Jahr.
     
    Und irgendwann landet jeder bei Dadant!
     
    Gruß Simmerl