Naturgemäße Bienenzucht

  • Grüß Euch,

    Zitat, Josef Bretschko, naturgemäße Bienenzucht:

    „Alber nannte in einem seiner provozierenden Aufsätze unsere bislang praktizierte Reinzucht einen Erbraub, und er hatte recht! Wir müssen mit viel mehr unverwandten Zuchtmüttern arbeiten, die lediglich nach einem einheitlichen Zuchtziel ausgelesen wurden. Die Leistungssteigerung können wir nur durch Verminderung der Leistungsstreuung erreichen. Die Voraussetzung dazu bildet die Minimierung ungeeigneter Erbkombinationen und nicht die Genverarmung durch Inzucht.“

    Ich vermehre, was sich bewährt.
    Im Einklang mit dem natürlichen Entwicklungsverlauf bilde ich 3-4 Tochterkolonien.
    Vermehrungszeit ist in unseren Breiten Mai. Das ist der Rhythmus, wo ich mit muss.
    Unter Einbeziehung künstlicher Vermehrung später im Jahr aufgebaute Völker laufen ihrer eigenen Entwicklung hinterher.
    Massenhafte Vermehrung, wie sie die künstliche Vermehrung ermöglicht, schmälert letztendlich nur die Basis.
    Vermehrung ohne konsequente Auslese vermehrt die Minusvarianten.
    Jeder Imker kann sich seine beste Biene gestalten.

    Mit freundlichen Grüßen Mannfred

  • Schönen Nachmittag,
     
    na @Mannfred, unser Josef B. war schon ein kleiner Revolutzer, deshalb les ich ihn auch immer wieder gerne.
     
    Besonders jener Part, indem er die Möglichkeiten und Wege aufzeigte, die beschritten werden sollten, um der Varroaproblematik zu entfliehen.
     
    Schön langsam nähern wir uns step for step, was der Mann schon vor 15 Jahren prognostizierte.
     
    Eine ebenso interessante Untersuchung, die er anstellte, sind die Entwicklung von Schwarm und verbleibendem Volk. Da staunt man immer wieder!
     
    Wir sind viel in die Irre gelaufen und wenn man den Josef gelesen hat und man sollte ihn nicht nur einmal lesen, dann wird vieles einfacher, verständlicher und natürlich .... naturgemäßer.
     
    In diesem Sinne....
     
    Gruß Simmerl

  • Ach nee!
    Trotzdem vielen Dank. Werd gleich mal bei Amazon nachschauen, was es da gibt. (Hätte nie gedacht, dass man durch reines Nachdenken auf den Namen Josef Bretschko kommen kann. Muss ne Art Bienengott sein.)


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Hanjoheyer
    Hab das nicht besserwisserisch gemeint entschuld. hab nur gedacht wenn man oben den ersten Beitrag liest ist die Frage beantwortet,deshalb ....Rein logisch betrachtet..... eventuell noch mal nach oben srollen.ausserdem bin ich kein Schreiberling und möchte sagen das ich mich öfters nicht gut verständlich äussern tut ,ist unvermögen manche sagen bin zu dumm las ich auch gelten.wollte eigentlich nur hilfreich sein
    imkerliche Grüße

  • mein Schrieb war auch nur als Spaß gemeint;-)


    Ergänzung: Ach sooooo - jetzt sehh ich es erst! - Hatte im 1. Beitrag nicht richtig hingeschaut!


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo, Mannfred und Simon,
    das Problem ist, daß man sehr viel lesen muß und manchmal ein paar Jahre braucht, um das Geschriebene wirklich nachvollziehen zu können; gerade wenn es in Richtung *naturgemäß* geht.
    Ich war vor 6 Jahren auch noch glühender Segeberger-Benutzer, über Internet & Bücher bin ich da vom Saulus zum Paulus geworden, und für mich war es eine völlig logische und folgerichtige Entwicklung, hat nur verdammt lange gedauert.:wink:
    Als ich das erste Mal vor 9 Jahren Bretschko gelesen habe, war das meiste für mich iehbäh, weil ich ja noch voll in *traditioneller Lehre* unterrichtet worden war.
    Sich davon freizumachen, und selber zu denken, ist für Imker ein ganz schwerer Schritt, weil man damit meist völlig gegen den Strom schwimmt.
    Wer will schon gern der Vereins-Verrückte sein....:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • SaBiene
     
    nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
     
    Wo wir gerade bei naturbemäß sind, bibs baumhölen mit Gitterboden?
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Zitat

    ....... Die Leistungssteigerung können wir nur durch Verminderung der Leistungsstreuung erreichen. Die Voraussetzung dazu bildet die Minimierung ungeeigneter Erbkombinationen und nicht die Genverarmung durch Inzucht.“


    ..... die Worte lese ich wohl, blos wie soll das funktionieren?
    Erbkombinationen werden in jeder Generation neu kombiniert und wie will ich ungeeignete Erbkombinationen ausschließen, wenn nicht durch Inzucht? Gute Erkombinationen kann man "halten" (für Buckfast "erbfest" machen), wenn man die Tiere mit ihren Eltern rückkreuzt bzw. Geschwister untereinander kreuzt: Und das ist Inzucht.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Zusammen,
    das lese ich aber ganz anders.
    Sicherlich steht es Alber, als Mitentdecker der Mehrfachbegattung, an, sich ein solches Urteil über die bis dahin praktizierte Reinzucht zu bilden.
    Vor diesem Hintergrund hat dieser Satz volle Berechtigung.
    Seit dem hat sich ja auch einiges in der Belegstellenarbeit geändert.
     
    Wenn man "den Bretschko" gelesen hat, weiß man, das er an anderer Stelle empfiehlt, mehrere Linien an einem Stand zu haben.
    Sowohl eine Linie für die Frühtracht (Sklenar) als auch eine für Sommertracht (Troiseck).
    "nach einem einheitlichen Zuchtziel" kann nur heißen, ein wirtschaftliches Zuchtziel, also hohe Leistung bei wenig Arbeit (des Imkers).
    "Verminderung der Leistungsstreuung" heißt Neudeutsch die Minusfaktoren auschalten.
    Von leistungsschwachen Völkern nicht nachziehen.
    Das schließt auch die Angst aus, von "Blendern" nachzuziehen.
    Auch eine breitere Streuung der Zuchtmütter schließt das mit ein.
    Wer erfolgreich ist, hat das Recht sich zu vermehren.
    Zuchtziele, wie sie bei der Basiszucht gefordert werden.
    Und, lese ich zwischen den Zeilen da nicht auch Armbruster heraus?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Grüß Euch,

    Das schöpferische Talent Bretschkos bestand, wie ich es sehe, darin das Wissen seiner Zeit zu einer Beziehungswahrheit zu formen und durch eigene Beobachtungen zu ergänzen.
    Meine Sicht des Bienenwesens hat er entscheidend geprägt.

    Das von ihm vorangestellte Zitat im Vorwort zur 6. Auflage zu wiederholen, wird uns auch nicht schaden.

    „Die Wahrheit, die Weisheit ist ein Weg. Sie kann nicht festgehalten werden, sie kann nicht in Büchern aufgeschrieben werden, sie kann nicht abgebildet, in Bildern oder Modellen gefasst werden. Nur als Weg, als Handlung, kann sie gelebt werden, gewissermaßen immer nur als Ziel, nie erreichbar. Und darum ist auch Leben, stetige Veränderung“. (H. Pietschmann)

    Mit freundlichen Grüßen Mannfred