Belegstelle von 0 auf 100 in X Jahren

  • Moin Imkers,


    im Landesverband Sächsischer Imker sterben die Belegstellen weg. In Westsachsen gibt es meines Wissens keine mehr. Hubertus ist zu und Nossen auch. Delitzsch wär wohl meine nächste. Ich habe daher angeregt eine neue Belegstelle auf einem meiner Grundstücke einzurichten. Das und das Haus darauf könnte ich dem Landesverband zur Verfügung stellen. Derzeit ist es mein Begattungsplatz, aber gern könnten dort auch andere begatten. :wink: Der Erfolg ist sehr gut und es gab bislang keine Königinnen-Verluste, weil Streuobstwiesen eben ideale Begattungs- und Kistchen-im-Halbschatten-wiederfindeplätze sind.


    Sollte der Landesverband meine Idee unterstützen, was passiert dann als nächstes (oder sollte passieren)? Die Imker des hiesiegen Vereines stehen der Idee positiv bis neutral gegenüber erhoffen sich aber eine Verbesserung des eigenen Materials. Mir schwebt neben der klassischen EWK-Rotation eine Belegstelle vor, auf die auch nur Königinnen kommen können, die dann in Mini-Pluse eingeweiselt und auch nur als Königin wieder zurückgeschickt werden.



    Drei Beiträge später:
    Nachtrag für die bereits gegebenen Antworten: (ich baue an einem Thread in dem vorrangig die Fragen des Fragers beantwortet werden und in den die Administration nicht wegen Abschweifungen eingreifen muß.)
    Kai-Michael, was denkst Du so über Landbelegstellen?
    Remstalimker, wie ist da eigentlich Deine Meinung?
    Mannfred, was sind eigentlich EWK?


    Wie also baut man sich eine Belegstelle, wenn nur das Grundstück und die Nachbarimker gegeben sind? Wer von Euch ist Wart und läßt sich von mir mal löchern? Wer hat schon mal eine neue Belegstelle aufgebaut oder eine alte wiedererweckt? Wie?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich denke, es ist gar nicht verwunderlich, dass Landbelegstellen schließen. Zum einen sinkt Bundesweit das Interesse an einer wie auch immer gearteten Carnica-Zucht. Zum anderen sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, Landbelegstellen seien auch nur einigermaßen sicher.


    Mehrjährige Untersuchungen haben gezeigt, dass Landbelegstellen keinerlei Sicherheit vor Drohnenzuflug geben.
    LG
    Kai

  • Hallo Kai-Michael,
    ich war auch mal deiner Meinung, als ich eine Belegstelle besucht hatte. Die Drohnenvölker wurden in Hinterladern gehalten. Doch heute bin ich anderer Meinung. 50% "Edeldrohnen" sind besser als 100% Landrasse. Dieser Meinung ist wohl nicht jeder hier. Ich besitze im Moment allerdings nur zwei Bucki Belegis doch erscheinen sie gleichmäßiger, ob sie besser sind?
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • . Ich habe daher angeregt eine neue Belegstelle auf einem meiner Grundstücke einzurichten.


     
     
    Wie groß ist der bienenstandfreie Radius um die potentielle Belegstelle?
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Moin,


    nächster Bienenstand in 1,3km mit wenigen Völkern, dann 2,5km mit derzeit einem Volk und dann bei 4 km der Vereinsvorsitzende. Weitere Völker innerhalb eines 10km Kreise sind nicht bzw. noch nicht bekannt. Ob von da Widerstand käme kann ich nicht sagen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin,
     
    nächster Bienenstand in 1,3km mit wenigen Völkern, dann 2,5km mit derzeit einem Volk und dann bei 4 km der Vereinsvorsitzende. Weitere Völker innerhalb eines 10km Kreise sind nicht bzw. noch nicht bekannt. Ob von da Widerstand käme kann ich nicht sagen.


     
    ...denen kann eine Belegstelle egal sein (bzw. sie sogar freuen).
    Aber für die Begattungssicherheit ist das nicht besonders gut. Natürlich könnte man deren Bienen umweiseln auf die Linie/Rasse/Züchtung, die auf der Belegstelle zum Einsatz kommen soll.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Moin,

    Natürlich könnte man deren Bienen umweiseln auf die Linie/Rasse/Züchtung, die auf der Belegstelle zum Einsatz kommen soll.

    Das ist der Gedanke und innerhalb der bekannten Imkerschaft läßt sich das gut umsetzen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    warum nicht?
    Die größten Hürden sind schon genommen:Du hast das Gelände
    Du hast Mitstreiter, die Dir helfen
    du hast Bock drauf
    (Was evtl. noch andenkenswert wäre, wären Kontakte zu eurem Landeszuchtboss)


    Dann solltet ihr euch (super Winterarbeit) mal eine gute Karte (Messtischblatt) der Umgebung besorgen und Radien abstecken:
    5 Km, 10Km,
    Dann gehts los:
    Welche Völker stehen wo?
    Besitzer?
    Wie viele? Soll man evtl. mit denen reden, zwecks Umweiseln?
    Bienenfreier Radius wäre schön, ist aber illusorisch und auch nicht notwendig.
    Vielleicht kann man die Umgebungsimker ja auf eure Sorte mit einschwören?
    Du weißt ja, eine schlecht geführte Belegstelle wird nie gutes Material hervorbringen, eine
    gute aber immer besseres als der Durchschnitt.
    Gibt es Anwanderplätze im 5er, 10er, 15er- Radius ? Es ist schon ein bissel blöd, wenn plötzlich vor eurer Tür im Juni Tausende Völker in die Akazientracht anwandern. So geschehen, bei einer (geplanten) Belegstelle hier im Saarland.
    Tja, und dann würde ich es anlaufen lassen.
    Vatervölker, meines Erachtens nach kann man nie zu viele haben, besorgen, aufstellen. Ich habe heuer 12 Gattenvölker gestellt, für 700 zu begattende Königinnen.
    Regeln aufstellen, wer was wie anliefern darf. !!!!
    Merkblatt für alle Beschicker ? Öffnungszeiten?
    EWK alleine muss nicht sein, bei uns sinds meist MWK oder Miniplusse.
    Kö schicken lassen und einweiseln würde ich nicht machen, ist nur viel Arbeit, und wenn die Alte zu Schaden kommt, ist der Belegstellenwart immer schuld. Jeder ist für seine Kästchen selbst verantwortlich.
    Logistik sicherstellen, evtl. Zaun? Uns sind schon Kö geklaut worden.
    Aufstellmöglichkeiten? Bierkisten genügen schon, sehen allerdings prollmässig aus.


    Dann, wenns mal „läuft“:
    Rückmeldung der Züchter? Zufriedenheit?
    Wenn es euch wichtig ist, von 20-30 nachgezogenen Königinnen die Brut kontrolliert schlüpfen lassen, Merkmalsproben ziehen
    Gattenvölkerwechsel alle 2 Jahre sollte schon sein
    Eine Belegstelle ist eine Belegstelle, keine Umlarvstation! Also nicht Montags umlarven und 2 Wochen später von den eigenen Halbbrüdern begatten lassen. (Lach nicht, alles selbst schon erlebt!)


    Soweit ein kleines Brainstorming, ohne Garantie auf Vollkommenheit, aber so sollte es doch was werden.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,
    Belegstelle mit einer Mutterstation zu kombinieren funktioniert ganz gut. Evtl. sollte man die Herkunft der Vatervölker regelmäßig rotieren; erhält man jährlich neue Königinnen aus einem Züchterring/Tauschring, könnte man die Vatervölker vorgeprüft aus vorjähriger Aufzucht aufstellen.
    Ob sich der Aufwand lohnt?


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    es lohnt sich m.E. schon.
    Wir arbeiten hier mit einem Arbeitskreis/Züchterring. Jedes Jahr werden die Vatervölker von einer anderen Abstammung aufgestellt.
    Vorgeprüft daher, daß man die mütterlich/großmütterliche Leistung kennt. Von wegen der alte Spruch: "Drohnen sind das fliegende Sperma der Großmutter"
    Subjektiv betrachtet sind die Nachzuchten deutlich besser als umgebende Standbegattungen.
    Bezüglich "Mutterstation" habe ich so meine Probleme:
    Die meisten begatteten Königinnen bleiben ja in der Umgebung/Nachbarschaft der Belegstelle. Landbelegstellen sind zum größten Teil Umkreisbelegstellen. Bei weiteren Standbegattungen kommen irgendwann unweigerlich umhervagabundierende Drohnen zum Zug und die genetische Bandbreite kann drastisch sinken, wenn alle irgendwie miteinander verwandt sind.
    Daher ist ja auch eine Rotation bei den Gattenvölkern wichtig.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-