Warum neigen die Imker zum Experimentieren

  • In der letzten Zeit bin ich öfter mal überrascht wie die Imker gerne experimentieren und ihre Bienenvölker aufs Spiel setzen anstatt auf Nr.Sicher zu gehen.
    Da wird Oxalsäure während der Brutperiode gegeben, wird nach Milbenresistenten Völkern gesucht, kleine Zellen werden bevorzugt obwohl Bienen diese von sich aus nie bauen würden,Futter wird knapp und mann muß im Oktober nachfüttern da wird nach Bienenfreundlichen Methoden gesucht dabei gehen ettliche Völker zugrunde.


    Für mich lasse ich die Institute forschen und versuch den geraden Weg (Liebig Methode) zu gehen.
    Gruß Uwe

  • In der letzten Zeit bin ich öfter mal überrascht wie die Imker gerne experimentieren und ihre Bienenvölker aufs Spiel setzen anstatt auf Nr.Sicher zu gehen.
    Da wird Oxalsäure während der Brutperiode gegeben, wird nach Milbenresistenten Völkern gesucht, kleine Zellen werden bevorzugt obwohl Bienen diese von sich aus nie bauen würden,Futter wird knapp und mann muß im Oktober nachfüttern da wird nach Bienenfreundlichen Methoden gesucht dabei gehen ettliche Völker zugrunde.


    Für mich lasse ich die Institute forschen und versuch den geraden Weg (Liebig Methode) zu gehen.
    Gruß Uwe


    Auch wenn man diese Frage wahrscheinlich genauso wenig pauschal beantworten wie stellen kann, denke ich mal:


    Weil die Welt halt keine Scheibe ist und Fortschritte immer in den Schnittstellen zwischen bisherigen Annahmen entstehen. Schwarz-Weiss-Denken hilft selten weiter. Ich freue mich darüber, dass es Leute gibt, die ein wenig über den alteingesessenen Tellerrand schauen, auch wenn man dabei manchmal drei Schritte vor und zwei zurück gehen muss.


    So mag es durchaus Leute geben, die in Frage stellen, dass die in der Vergangenheit erfolgte künstliche Vergrößerung ursprünglich kleiner Bienen die Imker auf Dauer glücklich machen muss. Oder die sich nicht vom Verdampfen von OS in ihren brutfreien Völkern abhalten lassen, nur weil vielleicht in anderen Regionen noch viele Völker in Brut sind.


    Und wo genau soll man denn die Schnittstelle ziehen zwischen einem Imker und einem Wissenschaftler? Zumindest institutionelle Wissenschaft wird gerne mal überschätzt, ganz gleich, welche Disziplin man sich da anschaut. Da wird manch ein Imker einen weit besseren Zugang zur Erkenntnis haben als ein Wissenschaftler, der vor lauter Gremienarbeit kaum noch zum Thema kommt.


    Und wo bitte ist der Zusammenhang zwischen dem von Dir kritisierten Experimentieren und der Tatsache, dass bei dem einen oder anderen Imker in diesem alles andere als gewöhnlichen Bienenjahr mal das Futter knapp wird?


    Rätselnde Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • @ Uwe:

    Zitat

    kleine Zellen werden bevorzugt obwohl Bienen diese von sich aus nie bauen würden


    Sorry, das ist schlicht falsch.
    Gönn dir einen Vorschwarm auf Naturbau, fütter ihn gut, und miß nach...:cool:
    Das Brutnest ist jahreszeitlich orientiert, Dennis M. hat absolut recht.
    Und bitte bedenke, daß etliche der großen *alten* Bienenbuchautoren im Hauptberuf Pfarrer oder Lehrer waren, und keineswegs Bienen-Wissenschaftler.


    Wenn wir immer nur tun würden, was amtlich abgesegnet ist, säßen wir heute noch in den Bäumen, weil sich das *Komitee zur Menschwerdung* nicht hätte einigen können, ob man auf dem Boden auf 2 oder 4 Gliedmaßen zu laufen hätte....:lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Uwe,


    Experimentieren hin oder her - kann auch zum von dir beschriebenen Tierversuch werden.


    Aber was machen Leute in Ländern in denen es keine Institute gibt (die Ihnen das Denken abnehmen)? Oder was, wenn die Methode eines Institutes sich als kurvenreiche Passstraße herausstellt und nicht als Highway? Ich meine jetzt ausdrücklich Vorschläge zur Betriebsweise!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • In der letzten Zeit bin ich öfter mal überrascht wie die Imker gerne experimentieren und ihre Bienenvölker aufs Spiel setzen anstatt auf Nr.Sicher zu gehen.
    Da wird Oxalsäure während der Brutperiode gegeben, wird nach Milbenresistenten Völkern gesucht, kleine Zellen werden bevorzugt obwohl Bienen diese von sich aus nie bauen würden,Futter wird knapp und mann muß im Oktober nachfüttern da wird nach Bienenfreundlichen Methoden gesucht dabei gehen ettliche Völker zugrunde.
     
    Für mich lasse ich die Institute forschen und versuch den geraden Weg (Liebig Methode) zu gehen.
    Gruß Uwe


     
    Was ist Nr. Sicher in der Imkerei? Ich würde behaupten, dass es die beim Umgang mit Organismen mit direkter Abhängigkeit von Witterung, Klima und einer vielzahl sonstiger nicht beeinflussbarer Einflüsse nicht gibt.
     
    Auch Liebig hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und schon so manches von Hobbyimkern abgeschaut und den einen oder anderen Irrtum korrigieren müssen. Ob sein Weg wirklich so gerade und "einfach" ist, darüber lässt sich wie immer trefflich streiten. Viele Fragen lässt er auch einfach unbeantwortet.
     
    Ohne den Forscherdrang einzelner Hobbytreibender gäbe es so manches, was uns schon lange selbstverständlich erscheint nie ge- oder erfunden worden.
     
    Imkerei ohne "Experimente" und das Sammeln eigener Erfahrungen wäre für mich stinklangweilig und nur noch Bienenhaltung aber keine Imkerei. Wer den Bien etwas verstehen will, wird das nicht ohne einen gewissen Forscherdrang erreichen.

  • Uwe,
    du sprichst von experimentieren an Bienenvölkern, ich würde einige "Aktivitäten" als planlosen Aktivismus bezeichnen. Wie soll denn ein Experiment zustandekommen, wenn schon die Wahrnehmung bei einer einfachen Beobachtung/Betrachtung durch eine übermächtige Ideologie verarmt wird, daraus aber trotzdem mit aller Anstrengung und Überzeugung Erkenntnisse und Kausalzusammenhänge geknüpft/gestrickt werden?


    Gruß
    Simon

  • Moin Wulle,

    Imkerei ohne "Experimente" und das Sammeln eigener Erfahrungen wäre für mich stinklangweilig und nur noch Bienenhaltung aber keine Imkerei. Wer den Bien etwas verstehen will, wird das nicht ohne einen gewissen Forscherdrang erreichen.

    laut Deinem Profil hast Du jetzt bereits 7 Monate lang Bienen und zwar 3 Völker. Du hast keinen Winter hinter Dir also auch keinen langen, kurzen, kalten ect. Du hast kein Frühjahr erlebt mit Futtermangel, Wetterrückschlägen, keine Blütenerfrierung und auch keine Varroaauswirkungen. Du hast nicht ein komplettes Bienenjahr hinter Dir, geschweige denn zehn unterschiedliche. Alles was Du im Moment auf Nr. Sicher tust ist Experiment und das sammeln eigener Erfahrung. Glaubst Du das hört irgendwann auf? Denkst Du, Du kämest irgendwann an den Punkt, an dem Du mit ausreichender Sicherheit weißt was der Bien machen wird, wann und wie?


    Imkerei ist wie eine Schwangere zum Krankenhaus zu fahren. Da steht Dir plötzlich ein LKW im Weg, es ereignet sich ein Hagelschlag und der Sprit wird knapp, 'ne unerwartete Baustelle taucht auf (und map-share ist nicht online usw.) Wenn Du dann bei aller Sorge um die Hübsche mit der Bauchkuller noch Kapazitäten hast, neue Wege auszuprobieren oder auf der Tour Fahrwerk und Reifen zu wechseln, dann könnte es sein, daß Du Fahrzeug, Wetter, Verkehr und Frau perfekt beherrschst. Ich verspreche Dir, immer wenn Du Dich so fühlst, sowohl im Leben als auch in der Imkerei liegt es an Drogenkonsum oder ist es ein Irrtum. Oft einer für den andere Imker und schwangere Frauen wenig Verständnis aufbringen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • @ Uwe Wüst


    Ob der "gerade Weg" - obendrein noch der von Liebig ;-) - das non plus ultra ist, mehr junge Menschen für die Imkerei zu gewinnen?


    Muß immer daran denken, wenn einige Imker sagen:" Das musst Du so machen" - "Das ist so richtig"
    In den seltensten Fällen hört man doch: " Das kannst Du so machen" - "Ich mache das so, weil ich es für richtig halte...aber Du kannst das ja mal so versuchen"

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Grüß Euch,

    ..... Immer aus Mangel an Kenntnis. Ungenügend informiert zu sein, fehlende Praxis mündet in Versuche die verzichtbar sind.

    Fragen, die sich aus dem aktuellen Wissen und der Praxis ergeben, führen zu Experimenten die der Klärung dienlich sind.

    Kommunikation und Vertrauen mindern den Aufwand.

    Letztendlich bin ich Gott, wie ich ihn verstehe, mir selbst und meinen Kunden verantwortlich, in dem was ich tue.

    Mit freundlichen Grüßen Mannfred

  • Moin Wulle,laut Deinem Profil hast Du jetzt bereits 7 Monate lang Bienen und zwar 3 Völker. Du hast keinen Winter hinter Dir also auch keinen langen, kurzen, kalten ect. Du hast kein Frühjahr erlebt mit Futtermangel, Wetterrückschlägen, keine Blütenerfrierung und auch keine Varroaauswirkungen. Du hast nicht ein komplettes Bienenjahr hinter Dir, geschweige denn zehn unterschiedliche. Alles was Du im Moment auf Nr. Sicher tust ist Experiment und das sammeln eigener Erfahrung. Glaubst Du das hört irgendwann auf? Denkst Du, Du kämest irgendwann an den Punkt, an dem Du mit ausreichender Sicherheit weißt was der Bien machen wird, wann und wie?


     
    Aus den 3 Völkern sind mittlerweile durch Ablegerbildung, Zukauf und großzügige überlassung 8 geworden. Wie viele meinen Anfängerfehlern:oops: der Verwüstung des Standes durch hirnlose Jugendliche:-( etc. zum Opfer gefallen sind, wird sich im Frühjahr zeigen.
    Wenn ich glaube, alles über den Bien zu wissen, werde ich vermutlich mit der Imkerei aufhören, weil sie dann beginnt langweilig zu werden. Glücklicherweise wird das wohl nie passieren. :) Vermutlich habe ich noch viele Jahre des Experimentierens und des Dazulernens vor mir.
     


    Imkerei ist wie eine Schwangere zum Krankenhaus zu fahren. Da steht Dir plötzlich ein LKW im Weg, es ereignet sich ein Hagelschlag und der Sprit wird knapp, 'ne unerwartete Baustelle taucht auf (und map-share ist nicht online usw.) Wenn Du dann bei aller Sorge um die Hübsche mit der Bauchkuller noch Kapazitäten hast, neue Wege auszuprobieren oder auf der Tour Fahrwerk und Reifen zu wechseln, dann könnte es sein, daß Du Fahrzeug, Wetter, Verkehr und Frau perfekt beherrschst. Ich verspreche Dir, immer wenn Du Dich so fühlst, sowohl im Leben als auch in der Imkerei liegt es an Drogenkonsum oder ist es ein Irrtum. Oft einer für den andere Imker und schwangere Frauen wenig Verständnis aufbringen. :wink:


     
    :daumen::p_flower01:Schöner Vergleich!

  • Hallo!
    "Aber die Möglichkeit einer Hausgeburt nicht in Betracht gezogen?!"


    Mit Grüssen aus Österreich
    Sabine

    z. Zt. 2 Völker im Zadant, Naturbau

  • Hallo!
    "Aber die Möglichkeit einer Hausgeburt nicht in Betracht gezogen?!"
     
    Mit Grüssen aus Österreich
    Sabine


     
    :lol:Doch, auch da war mir die vermeintliche Nr. Sicher nicht so sympatisch, meine 4 haben alle zu Hause das Licht der Welt erblickt :-D

  • Moin Bienenhalter
    Auf jeden Fall ist für jeden Anfänger das Buch "Einfach imkern" ein sehr guter Einstieg.
    Nur dabei bleiben wird sicherlich keiner,auch ich nicht als Liebiggernemöger,jeder wird sich weiterentwickeln nach seinen Bedingungen und seiner Umgebung,und da gehört es einfach dazu einiges auszuprobieren.
    Auch Liebig entwickelt sich ständig weiter,nur zum Unterschied zu anderen Wissenschaftlern,hört auf kleine Hobbyimker und gibt Fehler zu.
    Im Frühjahr habe ich gesehen,das er sich für den Versuch des bayrischen Imkers Biermeier interessierte und Fotos machte in die Beuten hinein.
    Es geht da um einen Vergleich im Winter die Bienen oben mit mit einem leeren Magazin zu bestücken(Kaltkopfüberwinterung)und Warmer Isolierung oben.
    Wenn das besser oder gleich gut ist,brauchen wir ,nach der Fütterung,das leere Magazin nicht mehr wegzuräumen.
    Das ist Arbeitsersparnis,und dafür probiert man auch mal was aus
    Gruß
    Helmut

  • Ich verspreche Dir, immer wenn Du Dich so fühlst, sowohl im Leben als auch in der Imkerei liegt es an Drogenkonsum oder ist es ein Irrtum.


    )))))))))

    Das Wort "Sibir" setzt sich zusammen aus den tatarischen Worten "sib" (schlafen) und "ir" (Erde). Sibirien ist also das "Schlafende Land".