• Die Bayvarrolstreifen habe ich vorletzte Woche aus den Völkern entnommen. Nun habe ich gehört, man könnte die Streifen mehrmals benutzen. Hat jemand Erfahrung damit? ( Also, meine Frage lautet: wegwerfen oder aufbewahren?)
    Grüße aus der goldenen Pfalz
    Margarete

  • Die Bayvarrolstreifen habe ich vorletzte Woche aus den Völkern entnommen. Nun habe ich gehört, man könnte die Streifen mehrmals benutzen. Hat jemand Erfahrung damit? ( Also, meine Frage lautet: wegwerfen oder aufbewahren?)
    Grüße aus der goldenen Pfalz
    Margarete


    Sorry, auch wenn Dich das nicht weiter bringt: ich hätte sie weggeworfen, bevor ich sie in die Völker gehängt hätte..


    Auch wenn ich mich mit den systemischen Mitteln nicht auskenne und auch nicht ausgekennen möchte, würde ich vermuten, dass Du bei mehrmaliger Verwendung die Wirkungssicherheit weiter minimierst und noch schlechter kalkulieren kannst.


    Und falls Du Dich fürs Wegwerfen entscheidest: bitte in der Apotheke abgeben oder auf einen Termin Eures Sondermüll-Mobils im Ort warten. Die Dinger dürfen nicht in den Hausmüll!


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Nachdem nun alle Vorschreiber ihrem Unmut Ausdruck verliehen haben und in ihren Beiträgen veröffentlichten, daß sie zur eigentlichen Frage nichts beitragen können, hier der meine:


    Moin Margarete,


    Bayer wünscht sich, daß die Streifen nur einmal genutzt werden. Deshalb schreibt das Bayer auch drauf und ist damit aus dem Schneider. :wink:


    Vorrausgesetzt, es gibt keine erwiesene Resistenz der Milben, kann man die Streifen jedoch mehrfach einsetzen. Das geht mit einem Trick: Die Streifenoberfläche muß mit einer Ziehklinge abgeschabt werden, bis die Streifen wieder sauber und wie neu aussehen. Das geschieht sinnvollerweise nach luftdichter Lagerung erst direkt vorm neuerlichen Einsatz.


    Bei aller Bayvarolerei wirst Du allerding das Problem haben, daß Du nicht erkennen kannst, ob die Strips noch Wirkstoff abgeben oder ob der abgegebene Wirkstoff womöglich nicht mehr wirkt. Der Test mit den abgesammelten Milben bei direktem Streifenkontakt, wie ihn Bayer empfiehlt, sagt darüber leider auch nichts aus. Kontrolle des Milbenfalls ist also unbedingt und sehr sorgfälltig nötig, wenn Du die Chance mit einem andern Mittel zu reagieren nicht verpassen willst. Dabei ist es egal, ob Deine neuen Streifen nicht wirken, weil Deine Milben resistent sind oder ob Deine alten Streifen nicht wirken, weil da nix mehr drin ist, was wirken könnte.


    Ich setzte Bayvarolstrips sehr gern während der Einfütterung in den Aufstiegen der Futterzargen ein, weil sie da von allen Bienen belaufen werden. Andere Imker tackern die Strips in die Fluglöcher bzw. -nischen der Hinterbehandler, was super gegen Reinvasion half. Wieder andere setzen sie gleich bei der Ablegerbildung in den Sammelbrutablegern ein, sogar während der Zellenpflege.


    Wichtig ist auf alle Fälle, das Bayvarolverfahren immer im Wechsel mit wenigstens einem andern einzusetzen. Bayvarol alleine ist also keine Lösung gegen die Milbe. Wenn man aber ohnehin z.B. ein AS-Verfahren beherrschen und das Zeug dafür vorhalten muß, wird einem (also mir jedenfalls:wink:) das ansonsten sehr praktische Bayvarol schnell zu teuer. Selbst dann, wenn man die Streifen schabt und mehrfach nutzt.


    Über die Rückstandsproblematik werden Dich sicher andere wissenschaftlich fundiert, sachlich und emotionslos informieren. :wink: weshalb ich mir das hier mal spare. :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Bin jetzt etwas überrascht. Über die Rückstandsproblematik habe ich noch nie nachgedacht, denn in einem offiziellen Seminar des Fachzentrums für Bienen und Imkerei in Mayen hieß es, Bayvarrol sei völlig unbedenklich. Vielleicht hat sich die Erkenntnis diesbezüglich in den letzten 2 Jahren geändert.
    Ja, wir arbeiten auch mit AS, und wir schneiden auch Drohnenwaben aus. Außerdem lassen wir die Bienen schwärmen sooft sie wollen (schmunzel, ja ich weiß, das ist verrückt). Wir sind mit dieser Methode mehr als zufrieden und haben Jungvölker, die zunächst ohne Milben sind. Völkerverluste sind eine Seltenheit.
    Also Bayvarrol war nur als zusätzlicher Sicherheitsfaktor für den langen warmen Herbst eingebaut.
    Bin gespannt auf weitere Beiträge.
    Margarete

  • Hallo


    nur so nebenbei
    es sollen schon Resistenzen bestehen
    und ich kenne einen erfahrenen Imker
    der sie schon Ende Juli verwendete und jetzt
    95% weniger Bienen hat.


    Das bedenke bei Mehrfachnutzung der Streifen, wie Henry
    schon schrieb, weiß man nicht wie viel Wirkstoff dann noch drin ist.


    Unterdosierungen bergen die Gefahr von Resistenzen.


    Gruß Uwe

  • Wie weit ist denn in Deutschland die Bayvarol-Resistenz der Milben schon fortgeschritten? Die Streifen sind hervorragend (wenn denn die Milben noch nicht resistent dagegen sind). Die Anwendung ist kinderleicht und nicht so viele Fehlerquellen ,wie bei den organischen Säuren, lauern. Und ob den Bienen die Metaboliten des Wirkstoffes von Bayvarol oder die Säureduschen von Ameisen- Oxal- und Milchsäure besser gefallen und wohler tun, ist m.E. eine noch sehr offene Frage! (bzw. eine ideologische Imkerfrage....)


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Wie weit ist denn in Deutschland die Bayvarol-Resistenz der Milben schon fortgeschritten? Die Streifen sind hervorragend (wenn denn die Milben noch nicht resistent dagegen sind). Die Anwendung ist kinderleicht und nicht so viele Fehlerquellen ,wie bei den organischen Säuren, lauern. Und ob den Bienen die Metaboliten des Wirkstoffes von Bayvarol oder die Säureduschen von Ameisen- Oxal- und Milchsäure besser gefallen und wohler tun, ist m.E. eine noch sehr offene Frage! (bzw. eine ideologische Imkerfrage....)


    Alfred


    Zumindest gefallen meinen Honigkunden ihre Frühstücksbrötchen ohne deutlich besser. Und mir auch. Dann darf die Anwendung ruhig auch ein paar Handgriffe mehr erfordern. Und zum Glück muss man die Bienen ja mit OS nicht unbedingt duschen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo,
    ich kann nur sagen, es ist besser die Finger von Bayvarol (B.) zu lassen.
    Hohenheim hat vor Jahren von der Anwendung mit B. wegen Resistenzen dringend abgeraten.
    Im Jahresbericht der LA Hohenheim von 2005 wird von Tests im Institut mit B. berichtet und davon abgeraten B. zu benützen (Zitat: .. dass die Resistenzsituation für B. nach wie vor problematisch ist...).
    Im Jahresbericht 2006 gibt es hierzu keine weiteren Aussagen.
    Gruß Norbert "Eisvogel"

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Margarete,



    Als ausgebildet Varroaexperte kenne ich diese Empfehlungen vom Institut Mayen.
    Ich halte persönlich nichts von dieser Empfehlung.


    Jeder sollte selbst für sich entscheiden mit was er behandelt.
    Nur diese Art von Empfehlung kann ich für mich persönlich nicht gut heißen.


    Anfang Juni war ich in Mayen um Honig für die Prämierung ab zu geben, ich konnte mit Dr. Otten persönlich sprechen wegen einer Probepackung Bayvarol, die jeder Varroaexperte testen konnte.


    Um das Behandlungsmittel zu testen war nur eine Einverständniserklärung nötig.
    Ich habe damals Dr. Otten gesagt das ich es persönlich nicht geschenkt haben will und diese Behandlungsmittel nicht empfehlen werde.


    Darauf sagte er das es einfach in der Anwendung ist und bis jetzt keine Probleme damit aufgetreten sind.
    Ich sagte das ich solche Behandlungsmittel nicht in meiner Imkerei einsetzte und nichts davon halte, das Thema war für mich zu Ende.


    Um es auf dem Punkt zu bringen, warum soll ich als Imker meine Bienen, Beute, Wachs und Honig mit Nervengifte voll pumpen?


    Es ist wohl keinen klar war er da in seine Völker kippt, man darf nicht vergessen, das nach dem entfernen der Streifen, der Wirkstoff auf lange Zeit an der Beute, Waben, Rähmchen anhaftet, schlicht und einfach gesagt, alles ist Sondermüll und mit dem Wirkstoff Flumethrin kontaminiert!!!



    Bei so was hört bei mir der Spaß auf.
    Als Imker ist man naturverbunden und möchte ein Naturprodukt herstellen, die ohne Nervengifte und anderen Mist belastet sind.


    Wer in der heutigen Zeit solche Mittel anwendet, der soll mal darüber nachdenken was er da eigentlich macht!