Mein Nachbar, der Blattlausbekämpfer

  • Guten Tag, liebe Waldhonigfreunde,
    mein Nachbar hat eine Konifere reklamiert. Sie war nicht angewachsen.
    Der Gärtner stellte als Ursache Lausbefall fest. Und die Läuse kommen von einer Kiefer in seinem Garten an der Terrasse, die auffällig von Wespen beflogen wird. Der Rat des Gartenfachmanns: Sprühe am Abend Paral.
    Nun habe ich 2 Bienenvölker in meinem Garten (20 m Abstand) stehen, die sicher auch gern Honigtau eintragen.
    Wie kann ich meine Mädels retten?
    Gibt es was, das nur die Läuse in der Kiefer "beseitigt"?
    Das Nachbarschaftsverhältnis ist mir wichtiger, als Bienen-gucken im Garten.
    Zur Not müsste ich die Kisten wo anders abstellen.
    Sicher habt Ihr die Lösung meines Problems!
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo Peter,


    ich sehe kein Problem.
    Wenn dein Nachbar-vielleicht mit Dir zusammen- abends sprüht, dann passiert den Mädels nix.
    Jetzt um diese Zeit ist Bienenflug, wenn überhaupt, nur ab Mittag.
    Ob sie dann noch auf Honigtau aus sind, glaube ich nicht.
    Außerdem hat das Gift im Baum bis dahin seine Wirkung getan und sollte bienenungiftig sein.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Warum muß man denn jetzt noch spühen?
    Der erste Frost kommt doch bald, und dann ist es eh vorbei, oder?
    (und meine Bienis waren heute morgen ab Sonnenaufgang bei 8° unterwegs, etwa alle 2-3 s ein Start...)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  •  
    '' ... die auffällig von Wespen beflogen wird...''
     
    Die Wespen essen die Läuse in der Kiefer. Es findet also eine Biologsche Bekämpfung statt. Der Nachbar braucht die Insektizide nicht zu spritzen!
     
    MfG.

  • Moin Sabine,


    "warum" oder "nicht warum", diese Frage steht natürlich im Raum.
    Aber ich gehe davon aus, dass der Nachbar sprüht, und dann besser mit als ohne Peters Einwilligung. Die Sinnhaftigkeit des Tuns bleibt meist außen vor, zumal ein "Fachmann" (der Typ in der Baumschule) zum Bekämpfen geraten hat.




    Zitat

    und meine Bienis waren heute morgen ab Sonnenaufgang bei 8° unterwegs, etwa alle 2-3 s ein Start...


    Meine haben bei Bodennebel und kaltem Ostwind bis 11.00 Uhr gepennt. (Ist ja auch Samstag heute:daumen:)

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,
    Bitte den Nachbarn es bleiben zu lassen.
    Wie groß ist denn die Kiefer und wieviel Liter Gift will der denn einsetzen. Er soll sein Geld sparen, da die biologische Bekämpfung - kostenfrei - bereit läuft.
    Im Übrigen halte ich diese Aussage des Baumschulmenschen schlicht weg für eine faule Ausrede damit er die Konifere nicht ersetzten muss, da sie nicht angewachsen ist und er eine Anwachsgarantie gegeben hat.
    Gruß und schönen Sonntag
    Norbert "Eisvogel"

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Vielen Dank für Eure Antworten!
    Mit Euren Argumenten werde ich die Blattlausbehandlung noch die eine oder andere Woche und auf schlechtes Wetter hinausschieben können. Vermeiden will ich sie nicht, damit im nächsten Jahr das gleiche Problem nicht auftreten muss.
    Der Nachbar hat ein Pyrethrum-Mittel im Anschlag. Auf der Packung steht "nicht bienengefährlich". Ich zweifele, ob das Stand der Wissenschaft ist.
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo Peter,
    Pyrethrum ist (korrekt angewendet) in der Tat B4, also bienenungefährlich eingestuft http://www.griegel-verlag.de/Gv_Head/Gv_Frames.lasso (oben "Mittel" anklicken) . Ich glaube allerdings auch, dass die Diagnose des Gärtnerkollegen Unsinn ist, das eine dürfte mit dem anderen kaum etwas zu tun haben. Und jetzt im Oktober dürfte die Spritzung ziemlich überflüssig sein.
    @ Michael: Unterscheide immer B1, B2, B3 und B4.

  • Hallo Borago,


    Zitat

    @ Michael: Unterscheide immer B1, B2, B3 und B4.
    __________________


    Danke für den Tipp.
    Manchmal fallen einem die einfachsten Dinge nicht mehr ein.
    Weißt Du übrigens, dass lange Jahre mit einem pyrethrum-haltigen Medikament (teils verbotenerweise) gegen die Varroose behandelt wurde?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Nein Michael, das wusste ich nicht, aber ich kann es mir gut vorstellen bei dem Einfallsreichtum mancher Imker. Pyrethrum ist wegen der fehlenden Warmblütertoxizität ja in sehr vielen Tierarzneimitteln und Pflanzenschutzmitteln enthalten, aber die Bienenungefährlichkeit ist ja auch eine Frage der Dosis, die adulten Bienen halten halt 'ne Menge aus.

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :)


    Ich habe noch nie gehört, das wegen Läuse ein Baum nicht anwächst ;(
    Wieviel Läuse müssten den auf diesen Baum sein, ich glaube wenn es wirklich der Fall gewesen währe, hätte dein Nachbar die Tiere selbst entdeckt und gehandelt.
    Wer glaubt das Paral nicht bienengefährlich ist, hat woll noch nie ein Wespennest damit vernichtet.


    Wespen fressen nicht die Läuse, sondern melken Sie.


    Das Wespen und Hornissen Läuse fressen stimmt nicht, sonst hätten wir nie Waldhonig :)
    Diese Tiere sind auf den Nektar angewiesen und nehmen diesen Honigtau als Nahrung auf.
    Jetzt sagt einer Hundertprozentig: Sie füttern Ihren Nachwuchs damit!
    Nein, tun Sie nicht, Sie sind Ihnen zu klein, Bienen sind größer und schmecken besser ;)
    Sie fressen sehr viele Fliegen und Raupen, nur im aller höchsten Notfall vergreifen Sie sich an Ihren Nahrungslieferant, den Läusen.


    Mein Sohn ist Baumschuler und ich habe Ihn gefragt ob dies mit dem Nichtanwachsen wegen der Läuse stimmen kann, er hat mich nur groß angeschaut und gelacht.
    Er meinte auch das sich der Gärtner nur vor der Anwachsgarantie drückt.
    Sag deinen Nachbarn er solle die Baumschule wechsel, den das ist einer der nicht kompetent ist.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike