Völkerverluste bis jetzt ??!

  • Ich hatte am Wochenende unter die Deckel meiner Völker geschaut und 80% strahlten noch Wärme in der Mitte der Zarge ab. Ich gehe davon aus, dass diese noch brüten, zwar wenig, aber sie brüten noch ein wenig.
    Die restlichen Völker, die nicht mehr gebrütet hatten, waren schon in der Wintertraube.
    Ich werde wieder um heilig Abend behandeln. Damit bin ich immer gut gefahren und ich muss sagen, was Henry sagt, klingt logisch.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Morgen zusammen,

    da im April der Sommer da war, jedenfalls bei uns, wärs nur logisch, auch die Winterbehandlung vorzuziehen. Es verschiebt sich alles etwas, das sollte nicht unberücksichtigt bleiben.

    Zudem ist immer wieder festzustellen, daß, wie von Simon bumblebee aufgezeigt, ca. 80 % Ende Sept. Anfang Okt. aus der Brut sind, egal ob Jung oder Altvölker. Das wird von Gegend zu Gegend auch unterschiedlich sein.

    Außerdem weiß ich, da ich die Winterbehandl. meist mit MS mache,
    daß immer wieder einige druchbrüten, egal, ob es Mitte Nov. oder Anfang Dez. ist.

    Nach Weihnachten wird m. M. nach schon wieder begonnen das Brutnest aufzubauen.

    Geh ich mit dem Bien und vermehre, wenn er es will, dann dürften die Restmilben auch nicht das Problem sein.

    Gruß Simmerl

  • Moin,


    wer auch im nächsten Jahr der Milbe wieder hinterherlaufen will, behandelt jetzt.


    Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, daß Milben auf erwachsenen Bienen nahezu keinen Schaden anrichten, jetzt also durchaus geduldet werden können? Bei Brutfreiheit doch sowieso.


    Warum bei Brutfreiheit jetzt die Völker wirksam entmilben, wenn mit Sicherheit noch Zuflug zu erwarten ist? Auf der einen Seite wirkt zwar das Behandlungsmittel optimal, auf der andern duldet Ihr aber die Reinvasion, die diesen Erfolg komplett zunichte macht. Ich riskiere lieber weniger Wirksamkeit, weil womöglich bereits kleine gedeckelte Brutflächen vorhanden sind und kontrolliere die Behandlung im Januar, als daß ich jetzt sicher und wirksam behandle und dann abwarte, was man mir an Milben danach noch in die Völker spült.


    Geht es Euch um besinnliche Weihnachtstage? Verbringt Ihr Silvester nicht gerne an den Bienen? Haltet 5 Monate (Nov. Dez. Jan. Feb. März.) ohne Bienenkontakt aus?


    Winterbehandlung miuß sein und zwar im Winter!


    PS: Wer mit MS sprüht und ohnehin jede Wabe ziehen muß, kann Brut entdeckeln oder entnehmen. Das ist auch nicht brutaler als Drohnenbrutschneiden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Beim letzten Kontakt mit der Uni Hohenheim erzählte man mir, dass Milben schon erwachsene Bienen anstechen können und das Milben ohne Nahrung nach ca. 24h sterben.
    Wenn wir also annehmen, dass ein Volk zum jetzigen Zeitpunkt eine sehr hohe Milbenbelastung hat und dazu vielleicht noch kein Flugwetter herrscht. Das könnte doch bedeuten, Biene mit Milbe stirbt, fällt aufs Bodenbrett. Die Milbe dagegen krabbelt wieder hoch und sucht sich das nächste Opfer.
    Wäre das, unter Beachtung der im 1. Absatz genannten Infos, vorstellbar und wenn ja, welche Schlussfolgerungen müssten wir ziehen?
    Gruß Peter

  • Henry,
    dass Milben nahezu keinen Schaden an den Winterbienen anrichten ist eine gewagte Annahme bzw. Wunschdenken. Es gibt genügend Erfahrungen und Messungen an brutfreien Völkern, dabei wurde eine Schadensschwelle bei einem Befall von 10% der Winterbienen ermittelt. Können die betroffenen Völker witterungsbedingt schlecht abfliegen, führt dies zum typischen Schadbild: Wenn nicht das ganze Volk auf dem Gitterboden liegt, dann gibt es doch einen erheblichen Totenfall auf dem (Gitter)Boden, wäre besonders gut nachzuvollziehen...
    Würde man die Duldung eines starken Befalles in Kauf nehmen um mit einer spätmöglichsten Behandlung eine Reinvasion mitzubehandeln, riskiert man die Gesundheit der Winterbienen und kämpft mit falschen Mitteln gegen die dummerweise eingeschlossenen Viecher.
    Es ist also sinnvoll den nat. Milbenfall jetzt sauber zu ermitteln um nicht auf der Nase zu landen. Momentan liegt sehr wenig Totenfall auf dem Gitter, die Erfassung über 1-2 Tage dadurch recht zuverlässig.


    Gruß
    Simon

  • Habe letzten Sonntag alle Völker aufgehabt um den Zehrweg zu kontrollieren.
    Alle Völker hatten nur noch auslaufende Brut.
    Zwei Völkern von fünfzig mussten Brutwaben mit einer handfläche auslaufender Brut entnommen werden.
    Keine Varroa war in der Brut!

    Gruß
    Markus

  • Am letzten 20°C Tag im Oktober habe ich an einem Stand aufgrund von Reinvasion nochmals das Schwammtuch aufgelegt - Völker leben normal.
    Am anderen Stand ging das aufgrund schattigen Waldes nicht mehr und dem Nachbarn (Perizinimker mit später Behandlung) sind zig Völker abgeflogen. 3 Wochen nach seinen Völkern herrscht nun auch in meinen gesamten Völkern dieses Standes trotz erstklassiger und früher Ameisensäurebehandlung Grabesruhe (alle Tot/weggeflogen).
    Der natürliche Fall schnellte innerhalb dreier Wochen von 2 auf über 100 Milben pro Tag.
    Reinvasion ist das Megaproblem dieses Herbstes !!!


    Siggi (trauernd um meine Bienen)

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Moin Siggi,


    mein Beileid. Doch bitte schiebe nun nicht alles auf (D-)einen Nachbarn. Reinvasion ist sicher der einzige Weg, wie Milben in die Völker kommen und abfliegende Stände sind dafür der Ausgangspunkt. Eine wichtige Regel aber sagt, daß immer alle Völker eines Standes zur selben Zeit behandelt werden müssen. Wenn Du so dicht auf Deinem Nachbarn hockst oder der auf Dir, dann mußt Du auch gleichzeitig behandeln. Und daß Ihr Euch so nahe seid, das weißt Du ja. Die Regel kennst Du auch ...


    Die späte winterliche Perizinanwendung hat (wenn sie konsequent bis nahe 0 betrieben wird) wenig oder nichts mit der Milbenlast jetzt zu tun. Da liegt ein ganzes Bienenjahr dazwischen. Eher denke ich, daß hier zwei Behandlungskonzepte an quasi einem Stand ablaufen. Vielleicht behandelst Du im Winter mit einem Mittel, das weniger konsequent die Milbenlast reduziert und Deine Völker starten dann mit einer höheren Belastung, die Du mit Drohnenschnitt und früher AS-Behandlung abfangen willst. Dabei und davor geht der Milbendruck von Deinen Völkern auf die Deines Nachbarn aus, der vielleicht auf die Wirksamkeit seines Mittel vertraut, nicht kontrolliert und nicht oder spät behandelt. Womöglich vermehren sich also Deine Milben im Spätsommer bei ihm. Nach Deiner frühen Behandlung, die innerhalb Deines Konzeptes vielleicht funktionieren würde (viele hier machen das ja so) brechen seine Völker ein und das Ergebnis hast Du jetzt vor Dir. Er aber auch.


    Beim Aufkommen der Milbe gab es nach der Möglichkeit einer Sommerbehandlung mit AS irgendwann die Winterbehandlung mit Bayvarol, Perizin oder giftigerem. Damals gab es zwei Lager der Imker: Winterbehandler und Sommerbehandler. (man sagte daß die Bienen keine zwei Behandlungen durchalten würden, oder wollte die denen nicht zumuten) Alleine kamen beide Imker gut zurecht. Nebeneinander gab's die Katastrophe. Aber wer war Schuld? Der Winterbehandler schimpfte, daß er ja seine Milben im Winter alle raus hatte und die nur vom Sommerbehandler überwintert und im Sommer dann auf seine Völker gehetzt wurden: Würden alle (und auch mein starrsinniger Nachbar) im Winter behandeln wär die Milbe längst ausgerottet. Der Sommerbehandler warf ein sehr ähnliches Argument zurück übern Gartenzaun: Du läßt im Sommer die Milben sich in Deinen Völkern unkontrolliert vermehren und Deine Bienen bieten denen Zuflucht während ich hier was dagegen tue: Würden alle Imker im Sommer behandeln hätten die Milben keine Zuflucht woanders und wären längst ausgerottet, wenn nur Dein Starrsinn nicht wär.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin,


    die Institute machen einfach eine Restentmilbung nach der Restentmilbung und die Milben die dabei fallen, sind der 8% oder 10% Rest den die Restentmilbung vor der Restentmilbung übrig ließ. :wink:


    Die Perizinwirkung der Restentmilbung nach der Restentmilbung wird einfach mit 100% bzw. 99,9% angenommen. Zum Vergleich von Entmilbungsverfahren reicht die somit angenommene Genauigkeit völlig aus. Wenn also bei einen einem Testverfahren 90 Milben rausfallen und beim anschließenden Perizin nochmal 10, dann geht man von 90% Wirksamkeit aus. Ob dann tatsächlich noch zwei Milben irgendwo überleben wird genauso als Meßfehler verbucht, wie die auch nicht 100%ige Perizinwirkung. Zum sehr genauen Vergleich unterschiedlicher Testverfahren reicht es aber allemal aus.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • erstmal vielen Dank an Henry für seine logisch sehr eingängige Betrachtung zu den Behandlungskonzepten bei direkten Bienennachbarn.


    In der Tat habe(hatte) ich einen gemeinsamen Stand mit meinem Imkerpaten der Anfangszeit und unsere Völker trennten nur 10 Meter. Diese anfänglich feine Partnerschaft rächte sich nun aufgrund komplett anderer Varoakonzepte mit Schaden für beide Seiten.


    In meinem (intakten) zweiten Stand gibt es keine direkten Nachbarn mit anderem Varoakonzept und die Sache funzt bestens.


    Aus Schaden wird man klug - neuer Rapsstand wir gesucht.


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Hallo,


    am 1. Nov. habe ich die Windeln eingelegt und beobachte nun fast täglich den natürl. Milbenfall. Nach 14 Tagen sind bereits die Wabengassen zu erkennen, in denen die Bienen durch entdeckeln der Wabenzellen Futter aufnehmen. In diesem Gemüll befinden sich auch einige Milben.
    Normalerweise sollen nach der Winterbehandlung im Dezember max.
    1 Milbe/Tag fallen.
    Mich würde nun interessieren, ab wieviel Milben/Tag heute am 15.11. die Alarmglocken läuten müssen. Welche Erfahrungen gibt es jetzt um diese
    Jahreszeit Mitte November ?

  • Moin Drohne,

    Mich würde nun interessieren, ab wieviel Milben/Tag heute am 15.11. die Alarmglocken leuten müssen.

    Was tutst Du, wenn irgendwelche Alarmglocken läuten? Wirst Du dann histerisch und schüttest gleich mal irgendwas in die Völker oder wirst Du nur histerisch und fragst Dich in schlaflosen Nächten, ob es nicht doch besser wäre, jetzt was in die Völker zu kippen? :wink: Wenn Dein Konzept eine späte Winterbehandlung und eine späte AS-Behandlung vorsieht, dann ist es recht egal, wieviel Milben jetzt aus den Völkern fallen. (es sei denn Du willst die ernten) Wenn jetzt 10 Milben pro Tag auf eine Windel fielen, ich würde nichts tun. Wären es 20 dann auch nicht. Sollten es jedoch 50 sein, dann würde ich staunen und zögern. Ab 100 wär ich beeindruckt und machte nichts und ab 150 entsetzt und würde abwarten. Ab 200 Milben ließe ich mir bis zum Jahreswechsel Zeit. Bei 300 und mehr allerdings würde ich handeln und zwar sofort die Windel rausnehmen, damit das Bodengitter nicht verstopft.


    Du verstehst was ich meine. Windel raus, die Bienen sollen frieren und die abfallenden Milben sollen unter den Kisten erfrieren. Das Behandlungskonzept sollte starr und unflexibel sein, weil sonst vor lauter Flexibelität kein Behandlungskonzept mehr übrig bleibt. Starr und unfexibel heißt nicht auf's Datum bezogen, aber zum Beispiel auf die ersten warmen Tage nach Weihnachten oder auf Sonnenstandstermine.


    Nerven behalten! Cool bleiben! Leben retten!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder