Waaben und Datenspeicher

  • Hallo,
     
    Hat einer von euch schonmal davon gehört, das Bienen für sie wichtige Informationen im Wachs "einbauen" und Generationenübergreifend speicher? Und damit auch an die Bienen vom nächsten Jahr weitergeben?
     
    was passiert wenn man dieses Gefüge durcheinanderbringt? z.B. durch entfernen oder umstapeln einzelner Waaben oder durch zuhängen von Mittelwänden. Oder beim schneiden vom Drohnenwaaben.
     
    Wie sind dort die Unterschiede zwischen Naturbau und Mittelwände?
     
    gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Toddy,,
    das ist doch ganz logisch, dass das so ist!
    Überleg mal wie gut ein Bien schmeckriechen tut!
    Selbst im Honig erkennt der Bien das Jahr!
     
     
    Nur ist es die letzten 100 Jahre nicht ins Gewicht gefallen.
    Da waren die Bienen noch stark und nicht durch "Königinzucht" degeneriert.
     
    Der
    Drohn

  • Die Informationen werden nicht in den Waben gespeichert, das kann nur uns einfallen, die wir so gerne Speichermedien verwenden, wie Bücher Schallplatten ROMs, Rams, Disks, Magnetaufnahmen...
    Die Bienenvölker machen das ähnlich wie Menschengruppen, die ihre Information duchs Sagen, Legenden, Gesängen oder Märchen mündlich auf die Generationen weitervermitteln.


    Denn "Namen sind langlebiger als Steine" oder modern ausgedrückt: Software ist beständiger als Hardware.


    Die Bienenvölker vermitteln einzelne Informationseinheiten an Bienen, die sich im Stock verhalten. Das heißt die Biene übt Bewegungen (Tanzen Laufformation, Fühlergeklappere ...) aus, welche sie von Vorgängerinnen und Vorgängern gelernt hat. (Ähnlich wie im Buch "Fahrenheit 451", wo alle Bücher vernichtet wurden, aber die Menschen je eins auswendig lernten und an ihe Nachfahren weitergaben.) Die einzelnen Verhalten der Bienen erfolgt immer dann, sobald Schlüsselreize sie dazu auffordern.
    Erst der ganze Komplex der einzelnen Bienenverhalten entspricht der eigentlichen Informationen, die in Regelkreisen abgerufen werden.


    Die Drohnen spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Sie nehmen auch die Informationen auf und tragen sie zu Sammelplätzen und anderen Völkern, wo sich dann die Bienenvölker quasi miteinander verständigen. (alte Legenden auflebenlassen, Neuigkeiten austauschen)
    So gelangen Informationen auch von Volk zu Volk.
    Das ist auch wichtig, damit bekommt auch ein klitzekleines neues Jungvolk die Möglichkeit zur "Geistigen Bildung".
    Wenn man das weiterspekuliert, ist einem Bien sogar Selbstbwußtsein zuzumuten. Man darf natürlich nicht den Fehler machen wie unsere Wissenschaft (, die das Bewusstsein in einzelnen Hirnregionen suchen) und die einzelne Biene oder einzelne Zeitabschnitte aus dem Bienenvolk betrachten. Das hätte wenig Sinn. (Oder in Neusprech: das tut keinen Sinn)
    Sondern den gesamten Komplex in seinem Umfeld und seiner Einheit läßt erst erkennen welche Informationen in welcher Form und zu welcher Zeit benötigt werden.


    Anmerkung:
    Dies Ganze ist natürlich Spekulation, nicht daß noch jemand auf die Idee kommt dies als Weisheit und einzige Wahrheit versteht und mich zum Guru macht wie Rulf Steiner.:wink:

  • Hallo, Thorsten,
    ich sag doch, daß sich die Brutnester mit MWs und reinem Naturbau unterscheiden.
    Und Ableger, die alte Waben mitbekommen, sind verwirrt, weil die externen und internen Informationen nicht zusammenpassen.
    Und Ableger machen aus Naturbau gibt noch eine Chaosstufe mehr, ich hab es ja auch nicht wirklich geglaubt, aber das muß so sein, als wenn ein halbes eingerichtetes Zimmer deiner Wohnung auf einmal in einem leeren Rohbau steht.
    KS machen ist nicht grad meine Lieblingsbeschäftigung, aber einen besseren Start kann man den Bienen nicht ermöglichen....


    Wobei ich im Lauf der Jahre eine Blickänderung erfahren habe; "Das Volk in der Kiste" gibt es ja so gar nicht. Die Kontinuität liegt im Schwarm mit der alten Königin, nicht in der Kiste mit dem Rest.
    Der abgehende Schwarm beweist, daß die Gegend gut genug zum Überwintern ist, nun ist die neue Königin gefordert.
    Und ich werde langsam sicherer, daß die alte Königin durchaus öfter als einmal auf die Reise geht.
    Inwieweit die evt. vorhandenen Infos aus dem Vorjahr da wichtig sind, weiß ich nicht, kann ich mir aber gut vorstellen, daß das ein Punkt wäre, der das Überleben des Restvolks fördert.
    Und nachdem ich diese Saison wieder spazierengehende Königinnen in völlig leeren HR gesehen habe, frage ich mich wieder, welche Infos sie aufnimmt und verteilt, auch langfristig, also generationsübergreifend....
    Sie ist weder Eierlegemaschine noch Regentin im Sinne, daß sie irgendetwas zu bestimmen hätte, aber sie ist auch nicht so beliebig austauschbar, wie Imker das gern hätten.
    Und Naturbau stellt sich bei mir immer mehr als das bienentechnische Optimum heraus, wenn man denn von der ersten Minute an auf Endgröße geht.
    Als Schwam erfassen sie den zur Verfügung stehenden Raum blitzschnell und richten sich komplett darauf ein, deswegen ist nachträglich erweitern nicht so toll.
    Bienen, Königin, Beute, und Wabenwerk bilden auf diese Weise eine Einheit, die mit Ablegern oder MWs so nicht erreicht wird, das steht schon mal fest.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die Bienen Bauen ihr Waabenwerk unter anderem nach den jeweiligen Trachtbedingungen. Und somit könen doch die Bienen im nächsten Jahr auf Grund der Wabengröß und der Zusammensetzung des Wachses Rückschlüsse auf die vorhandenen Trachtpflanzen ziehen und danach ihre rut ausrichten.
     
    Wenn dem so ist, müsste ein Volk von 2004, das im Frühjahr starke Tracht hatte sein Brutgeschäft noch VOR der Rapstracht 2005 ankurbeln, damit zur Blüte noch mehr Bienen zur verfügung stehen. Vorrausgesetzt, das man an den Waaben nichts verändert hat und das volk im Naturbau bauen konnte.
     
    Ausserdem müsste das Volk vor Beginn einer Trachtlücke diese dann ja auch vorrausahnen und die Brut einschränken...
     
    Seh ich das so richtig :u_idea_bulb02:und hat das mal einer beobachtet?
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,
    also ich halte das mit dem Wachsspeicher wenn überhaupt, dann für eine sehr ineffektive Methode.


    Bienenvölker vermehren sich natürlicherweise über Schwärme und nachdem diese bekannterweise ihre Waben nicht mitnehmen, wäre bei jeder Volksvermehrung bzw. Volksverjüngung das gesamte Volkswissen verloren.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Evolution so funktioniert.
    Gruß
    Günter

  • Schwärme haben auch Bienen und Drohnen!!
    Die wissen auch noch was!:cool:
    Aber sonst würde der Drohn sich Günther anschließen und auch von einer Neugeburt (und teilweise Orienierungsverlust:cool:) eines Biens ausgehen!
     
    Info bleibt für die, die sich nicht trennen können auf der Festplatte:lol:
     
    Der
    Drohn

  • :-D Yepp, ich glaube, die Drohnen sind die am meisten unterschätzten Lebewesen im Volk.
    Seit ich vor vier Jahren die Völker gesehen habe, die Anfang Mai morgens um 8 bei 7°C und schönem Wetter fast komplett draußen waren, und zuhause fast nur noch die Drohnen auf der Brut saßen, war das für mich eine echte Offenbarung.
    Dasselbe mit dem Honigtrocknen.
    Drohnen im HR sind WICHTIG, sie brauchen das wohl zur völligen Spermareifung, und der Honig braucht sie.
    Wobei sich noch immer die Frage stellt: es gibt zig Symbionten im Stock, die ohne Varroabehandlung da rumkrabbeln, wie Bienenskorpione und Bienenläuse, nimmt ein Schwarm die mit?
    Und was passiert, wenn Imkers die mit den Varroamitteln alle killen?
    Wer kann deren Bedeutung für die Bienen schlüssig erklären?
    Wir Menschen haben zig Milliarden Verdauungsbakterien an Bord, und uns geht es schlecht bis zum Exitus, wenn die abgemurkst werden: was ist mit denen der Bienen?


    Erlaubt vielleicht die vom Imker so ungeliebte Schwärmerei eine "Impfung" des Schwarmes mit den notwendigen Symbionten?
    Gehen die deshalb so ab, weil sie alles haben, was sie brauchen?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Was soll das neue Volk auch über die Trachtverhältnisse am alten Standort an Wissen brauchen ?
     
    gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Naja, es gibt ja bestimmt außer den Trachverhältnissen noch mehr Volkswissen zu speichern - und außerdem fliegt ein Vorschwarm mit der 'Alten' i.d.R. nicht weit.
    Gruß
    Günter