Warré Arbeitskreis?

  • Hallo Freunde der Bienen und der Idee von Warré!
    vor allem erst mal Hallo Bernhard, Hallo Martin,
    ich habe nach Euren Plänen jetzt so eine Beute gebaut und bin angenehm überrascht von der Einfachheit der Konstruktion; den Maschinenübersetzten Warré kaue ich gerade noch durch :confused:, brauch öfter mal eine Pause und werd schon noch dahinter kommen, was er mir hier und da nun eigentlich sagen will, denn mein Französisch genügt eben mal um ein Baguette zu kaufen.


    Jetzt aber zu meiner Überschrift:


    Die Idee, die mir im Kopf herum spukt und mich seit Tagen nicht mehr los lässt ist folgende:


    "Was würdet Ihr davon halten, einen Warré Arbeitskreis zu gründen?" Ich habe wirklich noch keine Ahnung, wie genau wir das gestalten könnten (Ideen hab ich schon, doch die können warten), ich wollte jetzt erst mal vorfühlen, ob prinzipiell ein Interesse besteht.


    So eine Anregung wirft natürlich viele Fragen auf, zum Beispiel zu allererst mal die, ob es so was wie einen Arbeitskreis "Warré" überhaupt braucht, im Imkerforum sind wir doch schon in einem Arbeitskreis und einen Threat kann nun wirklich jeder erstellen, oder ob "Warré" nicht zu eng gefasst ist, denn ab einem bestimmten Punkt ist es nicht mehr "Warré" sondern was neues usw. usf. ...


    Mein Grundbild wäre eine Art lose organisiertes Netzwerk von Imkern, die voneinander bezüglich des Projektes wissen und die sich auf einige maßgebliche Fragen einigen, die sie versuchen im Laufe des kommenden Jahres zu beantworten, damit weitere folgen können. Alleine die Fragen zu formulieren und Lösungsstrategien zu suchen könnte uns manchen langen Winterabend erwärmen :daumen::daumen: und vielleicht, so es uns gegeben wird, uns und unseren Bienen helfen.
    Ihr wisst alle zu gut, was wir den Bienen verdanken!!! Es ist enorm!!! Ist es nicht langsam an der Zeit, dass die Bienen jetzt mal wirklich was von uns bekommen? So viel zu meiner Position. Ich finde so ein Arbeitskreis könnte diesem Bestreben förderlich sein. Uns selbst schadet´s bestimmt auch nicht :wink:.Nur um dieses Missverständnis zu vermeiden: Es ist mir nicht darum zu tun über irgend jemanden und seine Beriebsweise zu urteilen. Lediglich ich selbst suche nach einem Weg mit den Bienen der sich für mich stimmig anfühlt und den ich nach außen und vor mir selbst vertreten kann. Und ich hätte total Bock mit einigen von Euch die Grundidee von Warré mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zwar ganz praktisch.


    Na, wie wär´s?


    Jetzt bin ich aber mal gespannt!!!


    beseelt vom Geist der Anstiftung und bange mir ein Ei zu legen
    grüße aus Walzbachtal
    Euer Christoph

  • Guten Abend Christoph,


    ich finde die Idee eines Arbeitskreises Warré wirklich klasse :daumen: - vor allem mit den von Dir genannten Grundgedanken!


    Ich darf mit mehr oder weniger eigenen Worten wiederholen:


    - nicht um andere Betriebsweisen zu beurteilen
    - praktisch und empirisch
    - zur Weiterentwicklung von Fragen
    - Antworten für Nachfolgende
    - Suche nach einem individuellen Weg mit den Bienen


    Meine Unterstützung ist Dir sicher. Die Kooperation aller Meinungen und Kräfte zur Betriebsweise Warré werden sicher sehr fruchtbar sein.


    Ich wäre froh, wenn Hartmut uns erlaubt, unsere Erfahrungen und Gedanken hier auszutauschen. Denn eine Abschottung aus der Öffentlichkeit würde Impulse von außen und somit eine ganzheitliche Symbiose verhindern.


    So eine Anregung wirft natürlich viele Fragen auf, zum Beispiel zu allererst mal die, ob es so was wie einen Arbeitskreis "Warré" überhaupt braucht,


    Erfahrungen und Gedanken in der Gemeinschaft auszutauschen ist meines Erachtens ratsam, denn viele Augen sehen mehr als nur ein Augenpaar.


    Danke für diese gute Idee.


    Viele Grüße,


    Bernhard


    PS:


    ...den Maschinenübersetzten Warré kaue ich gerade noch durch :confused:,


    :lol: Es gibt eine englische Übersetzung, die sehr akurat durchgeführt wurde. Eventuell hilft Dir diese Übersetzung zum Verständnis einiger Passagen.

  • Hallo Bernhard,
    zuerst muss ich mal meine Erleichterng los werden, ich hatte schon befürchtet, das war´s dann mit Resonanz. :oops: Na, dann sind wir ja schon zu zweit! Freu!
    Ich kann Dir ja mal kurz meine Ausgangsposition und eine grobe Idee von dem Geben, was mir auf der Praktischen Seite so vorschwebt:
    Also ich habe vier Völker auf Zander, damit kann man ja erst mal noch keinen Staat machen (kleines Wortspiel gefällig?), aber dabei soll es ja nicht bleiben. Das bedeutet, ich will mal sehen wieviele Schwärme, Kunstschwärme etc. ich bekommen (mir leisten :roll: kann). Hierzu werde ich (auch dies nach Geldbeutel) erst mal eine Reihe Beuten nach Euren Bauplänen produzieren, wobei mir bezüglich der Böden bereits eine alternative Lösung vorschwebt, damit eine einfache und möglichst störungsfreie (erschüterungsarme etc.) Varroakontrolle möglich ist. Aber auch den INnenraum betreffend will ich noch einen kleinen Änderungsvorschlag wagen. Kannst schon mal gespannt sein ;-).
    Was die Aufstellung angeht habe ich folgenden Plan:
    Ein guter Bekannter von mir ist Jäger und sein Revier ist ca. 1000ha groß, darin soll ein Naturschutzgebiet ausgewiesen werden und rundherum ist viel weiterer Wald. Der gut durchmischte Laubwald ist voller Lichtungen und in verschiedenen Entfernungen gibt es auch Wiesen etc. Eine genaue Standortanalyse steht noch aus. In seinem Revier kann ich auf jeden Fall mal Beuten aufstellen.
    Doch mein Plan reicht weiter. Wenn sich die angrenzenden Reviere als geeignet erweisen und es gibt bereits so etwas wie einen grob angelegten Fahrplan, würde ich das Projekt gerne dem zuständigen Förster vorstellen, um wirklich eine möglichst große Fläche nutzen zu können.
    Die Idee mit dem Wald kam mir als ich in dem Threat über Varroafreiheit in 3 Jahren gelesen habe, die Honigbiene komme "ursprünglich" aus einem solchen Umfeld (kannst du das bestätigen?, ich schau auch nochmal nach).
    Soviel Theorie zur parktischen Seite in goben Zügen.
    Was das Theoretische angeht müssen Ideen und Beiträge von mir noch ein bisschen warten. Vielleicht kann ich mir am kommenden Wochenende etwas Zeit nehmen. Vielleicht ach schon mit einer Skizze zum Boden oder so. Doch ich will mich mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.


    Tja, so weit so gut. Es gibt noch viel zu tun und viel zu überlegen.
    Der nächste konkrete Schritt ist eine Revierbegehung mit den Jäger kommende Woche. Vielleicht bekomme ich vom Förster auch so etwas wie einen Überblick über den Pflanzenbestand im Wald (Bäume, Sträucher etc.). Wer weiß, vielleicht hat der so was ja in der Schublade. Mal schaun.


    Wieviele andere Imker in der Umgebung Bienen haben spielt natürlich auch noch eine Rolle. Aber STOP!, das reicht erst mal für kommende Woche.


    Also nochmal: Schön, dass wir schon zu zweit sind und danke für den Tip mit der englischen Übersetzung, werd sie gleich runter laden. Ist vermutlich in deinem Bereich bei den Selbsversorgern zu finden, oder?


    So, jetzt aber schluss für heute.


    Bis bald
    Christoph

  • Hallo Christoph,
    auch ich werde die Ergebnisse meiner Warre`-Imkerei mitteilen.
    Z.Zt. habe ich eine Warre`in betrieb, 2008 sollen es dann 6-7 sein.
    Viele Grüße,
    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • :-D Ich will auch, aber mit zwei Varianten: einmal Flugloch oben und einmal unten.
    In Baumhöhlen ist das Flugloch immer im oberen Bereich, das wird Auswirkungen haben, vermute ich stark...:wink:


    Bah, Eric, du bist kein Spinner, das weißt du! Nur kommst du manchmal sehr mißverständlich und rigide rüber...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :-D Ich will auch, aber mit zwei Varianten: einmal Flugloch oben und einmal unten.
    In Baumhöhlen ist das Flugloch immer im oberen Bereich, das wird Auswirkungen haben, vermute ich stark...:wink:
     
    Bah, Eric, du bist kein Spinner, das weißt du! Nur kommst du manchmal sehr mißverständlich und rigide rüber...:wink:


     
    Die Variante mit dem Flugloch oben ist sicher einen Versuch wert. Bienen sollen ja ihre Honigvorräte immer möglichst Fluglochfern einlagern. :confused::daumen:Dann müsste da ja eigentlich auch bei Warré eine Honigernte aus weitgehend unbebrüteten Waben möglich sein :confused::daumen:oder?
     
    Ich glaube zwar nicht, dass die Warré-Beute auf Dauer meine Betriebsweise bestimmen wird, aber ich werde mir im Winter ein oder zwei solche Kästen bauen und diese im nächsten Jahr besiedeln. Die Honiggewinnung tritt dabei etwas in den Hintergrund. Es lässt sich aber sicher einiges über die Bienen dazulernen, was ja bekanntlich nie schaden kann.
     
    @ Bernhard
    An dieser Stelle vielen Dank für Deine Bemühungen, die Warré-Betriebsweise allen zugänglich zu machen.
     
    @ Eric
    Wenn ich meine www-Funde richtig interpretiere imkerst Du schon länger mit diesem Beutentyp, es wäre nett, wenn Du hier etwas über Deine Erfahrungen berichten könntest. Mit Spinnerei hat das Bemühen um eine artgerechte Bienenhaltung in meinen Augen nichts zu tun.
     
    Gruß
    Wulle

  • Wulle ,


    Lieber nicht!
    Es würde dann zu Streit mit einigen Schreiber kommen, was die Konsequenz hätte wieder gesperrt zu werden.
    Ich lese lieber still mit!


    Eric


    P.s.: Ich hätte dir es privar geschrieben, geht aber leider nicht.

  • Guten Morgen zusammen,



    @ Sabi(e)ne :p_flower01:,
    ja gell? denn in den meisten Fällen läuft Wasser nach unten und damit wird von einem Lock aus die Baumhohle nach unten verrotten. Wenn´s nach oben geht, ist meistens oben auch ein Lock und da regnet`s dann rein. Überleg ich mir auch schon länger und auf jedem Spaziergang in der Gegend finde ich nur Hohlen, die nach unten gehen! :confused: Aber welche Konsequenzen für die Betriebsweise hätte das dann? Sind wir dann noch bei Warré?
    Wulle ,
    denn ich glaube Zitat: "Dann müsste da ja eigentlich auch bei Warré eine Honigernte aus weitgehend unbebrüteten Waben möglich sein oder?" ist nicht der Fall, wenn die Wabenzirkulation, bei der das Wachs zargenweise erneuert wird, weitergehen soll, was für diese Betriebsweise essentiell zu sein scheint.
    Die Abfolge sieht doch jetzt so aus:
    1. Schwarm rein!
    2. Das Volk dehnt sich nach unten aus und lagert Vorräte unten/hinten ein. Das Brutnest bleibt oben. Irgendwie kommt mir das umständlicher vor als von oben nach unten die vom Baubetrieb am weitesten entfernten Zellen mit Honig aufzufüllen, während das Brutgeschäft in den neuen Zellen von statten geht. Wir haben es ja in der Originalversion mit einem nach unten sinkenden Brutnest zu tun in dessen "Kielwasser" der Honig verbleibt. Aber bitte, ich bin ja keine Biene! :wink:
    3. Gesetzt den Fall, das Volk besetzt im Herbst alle 4 Zargen voll, werden jetzt die unteren beiden Zargen raus genommen, die oberen beiden auf den Boden gesetzt.
    4. "Fressen" sich die Bienen im Winter jetzt nach unten durch das Futter?
    5. Wenn das so ist, im Frühjar Zargen drauf und weiter geht´s.
    6. Das Volk wandert nach oben und füllt die Lücke (gestörte Nestduftwärmebindung ist zwar nur eine Theorie aber immerhin), brütet hier und lagert den Honig in die Brutwaben des Vorjahres. etc.


    Wulle ,
    sieht also so aus, als ob Honig in unbebrüteten Zellen hier nicht drin ist.
    sabi(e)ne ,
    ich werde kommendes Jahr keinen solchen "Flugloch oben" Versuch machen, denn ich will mich nicht zu sehr verzetteln und das bescheidene Maß an Erfahrung, das ich bislang habe auch nicht überstrapazieren. Doch sag, hast Du vor Deinem Hintergrund eine Vermutung? Hast Du mit Flugloch oben schon geimkert? Glaubst Du, es wird so laufen, wie ich es oben anreiße? Oder bist Du einfach nur gespannt, was passiert, den das kann man ja wirklich sein!?!


    Eric ,
    nur soviel Eric, in diesem Thread hast Du was mich betrifft Rückendeckung!!! ) Vorausgesetzt der Ton bleibt sozial verträglich, das ist MEIN ganz persönlicher roter Knopf:evil:, kann ich nur sagen: Raus mit der Sprache :p_flower01::p


    also Leute:
    Einen schonen sonnigen Tag Euch allen
    herbstlich frische Grüße as dem wilden Süden
    Christoph

  • Morgen Warreaner,
     
    Honigernte in unbebrüteten Waben geht einher mit einem Zargenwechsel im Frühjahr schreibt der Oberguro.
    Dazu gibt es Scheibenhonig in Aufsätzen mit 11 bis 12 CM ähnlich der Christbeute.
     
    Müßt Ihr probieren!
     
    Flugloch oben, mittig ist ja ganz einfach zu etablieren, 2 cm Bohrloch in Kasten! Bei Nichtgefallen, Korken rein und gut ist.
     
    Okidoki?
     
    Gruß Simon