Bienengiftallergie?

  • Hallo Zusammen,
    ich schreibe um diese Uhrzeit, da mich ein Problem nicht in Ruhe schlafen läßt.
     
    Vorgestern wollte ich meine Stöcke endgültig winterfest machen. Und wie es nunmal so ist, wurde ich beim Einlegen des letzten Mäusegitters ins Ohrläppchen gestochen.
    Da ich das Hobby schon seit 7 bis 8 Jahren ausübe und eigentlich kaum mehr Reaktionen auf das Gift zeige, nahm ich mir eine halbe Zwiebel und dachte an nichts Schlimmes. Lediglich die erhöhte Schmerzintensität fiel mir auf.
    Also ging ich wieder nach etwa 3 bis 5 Minuten in den Garten, um das Flugloch des schnell verlassenen Stocks zu schließen.
    Da bekam ich auf einmal Atemnot und dachte prompt an eine allergische Reaktion. Hieraufhin alarmierte ich eine Verwandte, die mich sofort ins nächste Krankenhaus fuhr. Während der Fahrt rötete sich mein Kopf, meine Augen sowie meine Beine. Leichter Juckreiz stellte ich an den Extremitäten ein, während die Atemnot wieder verschwand. Typische Symptome, wie Schwellungen, Quaddeln, Schwindel, Nesselsucht, Benommenheit u.s.w. schienen nicht vorhanden.
    Im Krankenhaus angekommen wurde ich sofort mit Fenistil i.v. bekandelt und bekam noch eine Ampulle Kochsalzlösung hinterher.
    Hiernach verschwanden sämtliche Anzeichen. Jedoch saß der Schreck ganz schön tief. Leider konnte/wollte der behandelnde Arzt keine Aussage zu einer eventuellen Allergie treffen.
    Ich frage mich nun, ob es u.U. auch einfach an der Einstichstelle, dem oberern Ohrläppchen, gelegen haben könnte, da man Kopfstiche im Allgemeinen nicht unterschätzen sollte.
     
    Ich habe mich schon mit einem Allergologen in Verbindung gesetzt und werde in den nächsten Tagen ein Notfallset erhalten sowie in etwa 3 bis 4 Wochen einen aussagekäftigen Test absolvieren.
    Bin gespannt, wie er ausfällt, denn ich fände es wirklich schade, wenn ich das Hobby in der kommenden Zeit einschränken müßte.
     
    Danke und beste Grüße,
     
    Ralf

  • Hallo,
     
    könnte das ev. eine Wespe gewesen sein? Die kreisen da ja um diese Zeit auch rum, haben aber anderes Gift.
     
    Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Moin, Ralf,
    wenn du den Test schn in 3-4 Wochen machen läßt, wird das Ergebnis zwingend eine Allergie anzeigen, weil die Antikörper von diesem Stich dann noch in deinem Blut kreisen.
    Ein sicheres Ergebnis bekommst du frühestens in 3 Monaten, wenn du dich in der Zeit nicht noch mal stechen läßt.:wink:
    Es gibt durch diese lange Verweildauer der Antikörper häufig falsch-positive Aussagen, jedenfalls öfter als falsch-negative.
    Und wenn du allergisch sein solltest, hilft der Vollschutz. Ist zwar ziemlich warm im Sommer, aber aufgeben brauchst du die Bienen nicht.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    danke für den Tipp. Ich werde meinen Arzt zu gegebener Zeit darauf ansprechen.
    Meiner Hausärztin schien es eben relativ egal zu sein, ob falsch-positive Ergebnisse auftreten können. Deshalb hat sie mir auch sofort eine Überweisung zum Dermatologen/Allergologen ausgestellt. :daumen:
     
    Nach längerem hin und her verschrieb sie endlich ein Notfallset mit Injektor.
    Jetzt kann ich mich immerhin schon wieder in die Nähe der Kästen trauen.
     
    Beste Grüße,
     
    Ralf

  • Ähnlich, aber bei weitem nicht so schwer, traf es mich letztes Jahr. Mir wurde ein Loch in der Hose (im Innenschenkel) zum Verhängnis wo innerhalb von ein paar Minuten 5 Bienen ihr Leben und Stachel lassten.
    Bin danach ins Auto gegangen und habe Musik gehört, auf einmal wurde die Musik leiser. Natürlich war das Radio nicht kaputt, sondern die Ohren schwellten an, dazu rot-/weißfärbung des Gesichtes.
    Das alles war aber nach 15 min wieder weg. Im letzten Jahr wurde ich noch circa 15 mal und ein paar mal noch dieses Jahr gestochen (auch ins Gesicht) und ich hatte nie wieder annährend solche Reaktionen.
    Ich hoffe, dass es bei Dir auch nur ein einmaliger Vorfall war !

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo


    kann ähnliches über einen Wespenstich in den Kopf berichten.
    Vorherige Wespenstiche machten mir nicht viel aus und seit diesem
    hatte ich keinen mehr.


    Ich denke es könnte daran liegen das das Gift nicht ins Gewebe geht
    sondern direkt in die Blutbahn.


    Trotz allem, nicht unterschätzen.


    Gruß Uwe

  • Hallo,
    es ist immer schwierig eine allergische Reaktion von der Giftreaktion zu unterscheiden.
    Das Ohrläppchen im Gegensatz zur restlichen Ohrmuschel ist stark mit Kapillarblut durchflutet. (Deshalb auch z.B. Blutabnahmen am Ohrläppchen)
    Gift ins Kapillarsystem ist ähnlich wie eine Injektion in eine Vene: Es kommt zu einer heftigen und generalisierten Reaktion wie beschrieben.
    Eine Rastklassenuntersuchung auf eine evtl. doch mögliche Allergie ist wie schon erwähnt in 6-8 Wochen sinnvoll, der Körper hatte nämlich gerade Maximalalarm.
    Noch was zu den Notfallsets: Da ist Adrenalin drin ! Das ist nicht ungefährlich. Von Herzrhythmusstörungen bis Herzstillstand ist nach einer Injektion alles möglich. Deshalb nicht mit gutem Gefühl hinein damit, sondern lieber Notdienst oder Krankenhaus anfahren. Hier ist unter Intensivbedingungen die Injektion sicherer, die evtl. Komplikationen beherschbarer.


    ---Es war übrigens nicht Kochsalz als 2.Injektion, sondern Kortison. ( Ist so Therapiestandart)

  • Hallo Ralf!


    Aus stichaktuellen Anlass :-(, was ist aus deiner Untersuchung geworden?


    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!

  • Das würde mich auch sehr interessieren.


    Bei mir gestern ähnliche bis selbe "Erscheinung":


    EIN Stich in den linken Innenknöchel. Zehn Minuten später ein irres Jucken unter den Füßen und an den Handrückseiten. Gesicht flächig rot. Plötzliches Anschwellen des Bereiches Oberlippe-Nase (!), hat nach knapp 20 Minuten ebenso plötzlich wieder nachgelassen.


    Jetzt 12 Std später die gewohnte sehr starke Schwellung des Fußes um die Einstichstelle herum. Der Knöchel ist nicht zu sehen, regelrecht eingeschwollen.


    Es soll ein Medikament in Tablettenform zur langsamen Desensibilierung geben, das man sich beim Hausarzt verschreiben lassen kann. Wer weiß was darüber? (Name?/Wirkung?)


    Oranje

  • Hyposensibilisierung über Tablettenform ist schwierig, da Biernengift aus Proteinen besteht und diese gleich im Magen verdaut werden. Richtig erfolgreich ist nur die Hyposensibilisierung in Spritzenform. Erfolg ca. 80%.
    Meine Therapie ist derzeit ein Cortison (Celestamine) in Kombination mit einem Antiallergikum (Aerius). In diesem Jahr schon leider 2x erfolreich eingesetzt, sonst hätte ich die gleichen Symptome.

  • Vor Jahren hatte ich Kontakt zu einem Mediziner der in der selben Land-WG wohnte wie ich. Er hatte immer Spezialampullen griffbereit weil er beobachtet hatte, daß selnst Mückenstiche zu riesigen Beulen anschwellten wenn kurz vorher der Nachbarbauer Gift auf die Felder spritzte.


    Den Kontakt habe ich jedoch verloren und kann deshalb nicht mehr nachfragen.
    Jedoch will ich anregen, daß es sein kann, daß von Bienen aufgenommene Pflanzen"schutz"-Gifte bei einem Stich mit übertragen werden können. Die Wechselwirkungen des Bienengiftes mit den PSM ist vermutlich unberechenbar.


    Wir brauchen eine giftfreie Landschaft!


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hei, Konstantin,
    das würde mich aber sehr interessieren, was das für Ampullen waren, weil ich ähnliche Probleme habe, sowohl mit Mücken als auch Pferdebremsen.
    Immer erst ab/in der Spritzsaison, davor oder danach hab ich auch nur das "normale" Jucken, ohne diese irren entzündlichen Schwellungen.


    Der vorletzte Bremsenstich knapp überm linken Außenknöchel hat mich und meinen Hausarzt fast zwei Jahre beschäftigt, weil nach der Bombenschwellung und sichtbar beginnender Entzündung (ich war nach 2 std beim Doc!) nix mehr half, ich habe zeitweise ein Loch im Bein bis zum Knochen gehabt, und war sogar in Gefahr einer Amputation. Dann hab ich für ein paar Monate meine Ernährung sehr brutal umgestellt (alles auf "Ausleitung", und in Verzweiflung trotz Propolisallergie drei Wochen lang eine "Creme" aus Propolislösung und ganz frischem Honig draufgekleistert - nach 15 Tagen ging das Loch ganz langsam zu...heute sieht man nur noch eine hellere große Hautstelle, die regelmäßig beginnt zu jucken, wenn ich irgendwas "ausbrüte", auch wenn ich davon noch nix merke. Mein Körper-Seismograph, sozusagen...


    Und ich bin nicht die einzige mit diesem Problem, mein Hausarzt hat mehrere Patienten damit. (und ab erstem Honig dieses Jahr wird da was ausprobiert...:cool::Biene:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen