Volk abgeholt

  • Hallo,
     
    ich habe vor einer Woche ein Volk abholen müssen, dass unter einer Palette Unterschlupf gesucht hatte. Der ursprüngliche Bieneneigentümer hatte nach Beendigung seiner Imkerei alle Beuten geöffnet und die Völker sich selbst überlassen. Nur eines hatte sich eben unter diese Palette gerettet. Da das Grundstück nun wieder vermietet werden soll, mussten die Bienen sofort weg. Es war eine riesige Sauerei, die Bienen in die Beute zu bekommen. Die Waben waren um die Bretter herum gebaut. Von den Waben, die eifrig bebrütet wurden, war so gut wie nichts zu retten. Ich habe ein kleine Stück jüngste Brut mitgenommen, das ich zwischen die Waben in die Beute gehängt habe. Die Bienen sind sofort mit Futter versorgt worden und haben dieses auch angenommen. Nach fast einer Woche waren zwei MW ausgebaut. Ich habe noch nicht überprüft, ob die die Königin diese Aktion überhaupt überstanden hat. Das erfolgt in den nächsten Tagen, wenn die Fütterung vorbei ist. Nun meine Frage: Wenn die Königin noch lebt, kann sie überhaupt die Brutverluste bei den Winterbienen zu dieser Jahreszeit und bei der derzeitigen Wetterlage noch wett machen?
     
    MfG
     
    Socky

  • Der ursprüngliche Bieneneigentümer hatte nach Beendigung seiner Imkerei alle Beuten geöffnet und die Völker sich selbst überlassen. Nur eines hatte sich eben unter diese Palette gerettet.
    MfG
     
    Socky


    Hallo Socky,


    du hast sicher alles richtig gemacht um das Volk zu retten. Ich würde sagen die Chancen stehen 50/50 dass das Volk überlebt. Vielleicht noch ausgebaute Waben zuhängen wenn vorhanden, weil zwei ist schon sehr wenig für den Winter.


    Sag' mal, kann man den Vorbesitzer nicht noch greifen? Das ist ja eine RIESENSAUEREI, was der da gemacht hat, da geht mir echt der Hut hoch!! Der gehört ja wegen Tierquälerei angezeigt, ob's was bringt oder nicht, aber als Denkzettel...

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,
     
    ich vermute, dass der Mensch wohl nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen ist. Aber immerhin war das Veteriäramt in den Vorgang involviert, und es hat sicherheitshalber gleich auf Faulbrut hin kontrolliert.
     
    Ich habe in diesem Jahr erst mit der Imkerei angefangen. Ich habe die fünf Völker (Ableger) auf zwei Zargen eingefüttert, um einigermaßen sicher zu gehen, dass kein Futtermangel auftaucht. Die könnten vielleicht jeder etwas entbehren. Mir macht nur der Pollenvorrat bei der schlechten Wetterlage Sorgen. Da auch die Futterabnahme schon sehr langsam voran geht, will ich erst warten bis die Futterzarge leer ist und anschließend die Königinnenkontrolle durchführen. Wenn ich sinnlos eingefüttert habe, ist mir das auch egal. Ehrlich gesagt, tun mir die Mädels ziemlich leid. Auch wenn das vielleicht ein wenig albern ist.
     
    50/50 heißt aber immerhin: Hoffnung! Vielen Dank!

  • Das ist nicht im Geringsten albern. Aber kennst Du bei Dir in der Region nicht vielleicht einen vertrauenswürdigen Imker, der Dir vielleicht mit ein paar Futterwaben oder zumindest Leerwaben aushelfen kann? Und vielleicht sogar mit einer im Idealfall Hartschaum-Ablegerbeute, in der dieses sicher kleine Volk besser überwintern könnte? Bin hier im Norden leider ein bisschen weit weg...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo,
     
    sie sitzen jetzt auf Zander und ich würde sie notfalls auch seitlich warm einpacken. Eine erneute Umsetzung möchte ich Ihnen nicht zumuten. Was die Futterwaben betrifft: Ich denke, meine Ableger können das verpacken, wenn ich jeweils eine Wabe entnehme. Jeder von ihnen, hat eine Zarge vollständig mit Futter gefüllt. Was sie noch in der unteren Zarge eingelagert haben, weiß ich nicht, weil ich sie trotz Anfängerneugier nicht ohne wichtigen Grund stören wollte. Bei allen Völkern bekomme ich die beiden Zargen aber nicht ohne größte Anstrengungen gehoben. Da kann doch eine Wabe pro Volk eigentlich nicht schaden. Ich werde am kommenden Wochenende, wenn das Wetter es erlaubt, die Futteraufnahme und die Anwesenheit der Königin kontrollieren. Wenn sie nicht da ist, dann weiß ich mit meinem Laienwissen auch nicht mehr weiter....
     
    Mir stellt sich aber dennoch die dringende Frage, ob ich mir irgendwo noch eine Wabe mit Pollen besorgen muss. Mit dem eingelagerten Futter bekommen die doch die evtl. Brut nicht groß. Immerhin habe ich sie schon eifrig Pollen sammeln sehen. Aber, ob das reicht, wage ich als Anfänger nicht zu beurteilen. Daher macht mir dieses miese Wetter auch größte Sorgen.
     
    Gruss,
     
    Socky

  • Du scheinst ja schon ganz gut dabei zu sein, super.


    Mit dem Pollenwaben-Sponsoring weiss ich nicht so recht. Ich könnte mir vorstellen, dass angesichts der ja eh angegriffenen Volksstärke ein Auspowern mit zusätzlichem Pollen verglichen mit dem dadurch zu erreichenden Jungbienenzuwachs in nicht unter drei Wochen und damit weit im Jahr zu viel Verschleiss führt. Ich würde sie eher selber sammeln lassen, was sie finden und für richtig halten. Wen Du das Volk - verständlicher Weise - halten möchtest. Und es dann im Frühjahr - hoffentlich - etwas verstärken. Und unbedingt ans Behandeln denken, weil Du wg. der Brutsituation ja grade die Milben quasi auf dem Präsentierteller hast

    Viele Grüße
    Marcus


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    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo,
     
    ich inde wenn das Volk den Winter überlebt, ist das auf jeden fall vermehrung würdig. Scheint ja hat im nehmen, wenn´s bis jetz überlebt hat
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo, Socky,
    du kannst sie aber noch vernünftig auffüttern von oben.
    Es ist noch nicht zu spät. *Ich* würde in dem Fall wieder auf die Gefrierbeutelmethode mit angewärmtem Futter zurückgreifen.
    Futterwaben von anderen Völkern würde ich nur weit weg vom Brutnest zuhängen, direkt daran Leerwaben und eben füttern.
    Eine Portion Neopoll schadet ganz gewiß auch nicht...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
     
    Hast du vielleicht Bilder von der aktion?
    Mich würde mal interessiren, wie die die Waaben um die Bretter gebaut hatten. Und wo die da ihr Flugloch hatten...
     
    Bauen Bienen auch ähnlich wie Wespen Nester, wenn sie keine Höhle haben???
     
    Und mal so nebenbei, so ein verhalten find ich echt eine Schweinerei. Der Hätte seine Völker ja auch für´n Appel und ´n ei Weggeben können.
    Vielleicht war´s auch der jenige der die Bienen geerbt hat und wusst sich nicht anders zu helfen..
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Toddy,
     
    leider habe ich keine Fotos. Aber du hast Recht, man sollte sich das Fotografieren in solchen Fällen angewöhnen. Du musst dir das so vorstellen:
     
    Eine Art Transportpalette, bei der oben einige Brette fehlen (wo also die Ware draufstehen würde). Die Waben waren dann um eine Strebe zwischen zwei Füsse gebaut. Die Waben hangen alle frei also kurz über dem Boden. Auf der Palette (oder besser: ihrem traurigen Rest) stand eine der alten Beuten, so dass von oben kein Regen an das Volk gelangen konnte. Anflug war also rundherum möglich. Allerdings bauen sich Bienen ja auch keine Gebilde, wie beispielsweise Wespen. Daher ist es ja eigentlich auch so traurig, wenn ein Schwarm nicht eingefangen werden kann. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Bienen eine geeignete Behausung finden, ist ja nicht besonders hoch.
     
    @ Sabine
     
    Von deiner Gefrierbeutelmethode habe ich im Forum schon gelesen. :daumen:Ich werde mir den Füllstand der Futterzarge, die im Moment drauf ist, ansehen und dann entscheiden. Es ist zumindest teilweise trockenes Wetter angesagt.
     
    Ich habe aber noch eine Frage: (nicht vergessen, ich bin Anfänger) Warum hängt man die Futterwaben eines anderen Volkes weit vom Brutnest entfernt?
     
    Viele Grüße
     
    Socky

  • Moin, Socky,
    weil Honig direkt am Brutnest eine Sperre darstellt, und deine Königin ja jetzt noch soviel wie möglich legen soll. Deswegen eben lieber noch ein paar Leerwaben dazu und von oben füttern, was reinpaßt.
    Normalerweise ist es wurscht, meist sind ja im Volk ums Brutnest herum eh nur die Deckwaben an den Außenseiten der Beute und eventuell noch die 2. mit Futter gefüllt, aber du hast da eine sehr spezielle Situation und deine Bienis nicht mehr viel Zeit.
    Wenn du jetzt gut fütterst, arrangieren sie sich ihr Nest noch einigermaßen.
    Und ich drück dir (und ihnen!) sämtliche Daumen!:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
     
    ich dachte, ich berichte mal:
     
    Am 03.10. habe ich einen Blick ins Volk geschmissen. Zu meiner großen Freude gab es Brut in allen Stadien. Offensichtlich hat sich die Königin gleich in meiner "kuscheligen" Zanderbeute gemütlich eingerichtet. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass das so schnell geht. Wenn nach 9 Tagen die Brut verdeckelt wird, müsste Sie die Eier gleich am 24.09. gelegt haben. Am 22./23.09. habe ich das Volk umgesetzt. So schnell können die Arbeiterinnen doch unmöglich Waben bauen... dachte ich wenigstens.
     
    Derzeit sind sie schwer beschäftigt mit dem Sammeln von Pollen. Im Moment hat sich das Wetter ja auch beruhigt, und die Aussichten sind gut. Auf Anraten habe ich den natürlichen Milbenfall kontrolliert. 1 M/Tg war das Ergebnis und da werde ich jetzt nichts mehr Richtung AM unternehmen.
     
    Die Futterabnahme macht mich leider noch immer nicht richtig glücklich. Sie nehmen Futter ab, aber sie sind sehr langsam. Und bei der Geschwindigkeit schaffen wir es nicht mehr mit der Überwinterung auf zwei Zargen (die zumindest mir etwas mehr Beruhigung verschaffen würde). Als ich gestern die Futterabnahme und den Fortschritt beim Wabenbau kontrolliert habe, bekam ich den Eindruck, das Volk sei ganz schön geschrumpft.
     
    Im Tautz habe ich gelesen, dass der Ausbau einer Zarge einer energetischen Leistung von rund 7 kg Zucker entspricht. Das würde dann aber doch bedeuten, dass ich meine Fütterung um diese 7 Kg erhöhen müsste, damit ich hoffen kann, dass für den Winter genug Futter vorhanden ist?
     
    Viele Grüße
     
    Socky