Fehler gemacht - Gesetz der Reihe

  • Moin Imkers,


    ich habe einen Fehler gemacht und will das gern kund tun, damit Euch nicht das selbe passiert:


    AS-Behandlung am ganzen Stand stand an. Alles war da und auch verfügbar. Also hab' ich mir Mühe gegeben und wollte sehr zügig sein. Also gleich mit dem ganzen Eimer voller Schwammtücher von Beute zu Beute gehüpft. Das klappte auch problemlos. Da standen so 8 bis ... Völker am Winterplatz und das Auflegen der Schwammtücher ging wie geschmiert. Neuerdings beträufele ich die, vorm öffenen der Deckel während die auf der Windel liegen. Wirklich Ruck-Zuck, weil die Bienen vor den nassen Tüchern fliehen und es keinen Rauch braucht.


    Am nächsten Morgen lagen vor einem Volk deutlich mehr Leichen als üblich und sie schafften auch noch welche raus und heulten traurig. :-(


    Als ich am übernächsten Abend die Schwammtücher entferne, dann die Erklärung: Es lagen überall zwei Schwammtücher drauf. Auch auf diesem Einzarger. Klar hab' ich hier selbst geschrieben, man soll die Zargen am Stand zählen und dann soviel Schwammtücher bereitlegen, aber ich war so schön drin in der Bewegung und der Einzarger stand etwas abseits und etwas höher und Tücher waren ja genug im Eimer und er war der letzte ... :-(


    Egebnis: Heulende weisellose Bienen, zwar wahrscheinlich milbenfrei, aber gequält und der Königin beraubt. Ich hab's weggeben zu Verstärkung und statt Auffütterung eines andern... :-(


    Fazit: Routine führt zu Bienensterben. Details sind wichtig. Machst Du was anders, dann machst Du was falsch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Imkers,


    ich habe einen Fehler gemacht und will das gern kund tun, damit Euch nicht das selbe passiert:


    ...wenn ich meine Völker betrachte, so ist mir genau das Gegenteil passiert: Zu wenig behandelt, inzwischen zu viele verkrüppelte Bienen vor dem Flugloch....... :-(


    Meine Bienen sind jedenfalls meilenweit von der natürlichen Varroatoleranz entfernt, wie sie hier immer wieder besungen wird..... :-( (..und an der genetischen Verarmung kann es nicht liegen, weil sich die buntesten genetischen Herkünfte auf meinen Ständen konzentrieren... )



    Nun hoffe ich, dass ich es doch noch schaffe, die Völker zu retten, damit ich im Frühjahr wieder lieferfähig für Bienenvölker bin.....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Zitat

    Meine Bienen sind jedenfalls meilenweit von der natürlichen Varroatoleranz entfernt, wie sie hier immer wieder besungen wird..... :-( (..und an der genetischen Verarmung kann es nicht liegen, weil sich die buntesten genetischen Herkünfte auf meinen Ständen konzentrieren... )


    Gerold, du weißt doch, es gibt kein "ein bißchen behandeln".
    Sobald du eingreifst, und überhaupt was machst, rennst du vor der VT weg, bzw. sabotierst dich selbst.
    Wir wollen doch keine Bienis, die gegen die diversen Milbenmittel tolerant sind, sondern gegen die Varroa.
    Was bleibt denn dann außer Nicht-Behandeln?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Gerold, du weißt doch, es gibt kein "ein bißchen behandeln".
    Sobald du eingreifst, und überhaupt was machst, rennst du vor der VT weg, bzw. sabotierst dich selbst.
    Wir wollen doch keine Bienis, die gegen die diversen Milbenmittel tolerant sind, sondern gegen die Varroa.
    Was bleibt denn dann außer Nicht-Behandeln?


    Hallo,
    ja, wenn man sowas propagiert, (und praktiziert) trägt man zur Verbreitung der Milben in seinem Umfeld bei.


    Genetische Veränderungen im Sinne der Evolution werden sich nicht in 20 Jahren, sondern vielleicht (?) in 20 000 Jahren einstellen. Bis dahin muss man eben die chem. Keule nehmen oder die Bienenhaltung aufgeben - wäre zwar die Triviallösung, aber sehr wirkungsvoll.
    Alles andere halte ich für romantische, träumerische Vorstellungen, die höchstens zufällig nicht sofort zum Totalverlust führen.


    Grüße ralf_2


    So, nun könnt ihr dieses Thema dann auch gleich abschliessen........

  • Guten Morgen, ralf,

    Zitat

    Genetische Veränderungen im Sinne der Evolution werden sich nicht in 20 Jahren, sondern vielleicht (?) in 20 000 Jahren einstellen.


    Es geht doch gar nicht um *genetische* Veränderungen!
    Die Bienen haben das volle Programm in sich DRIN, um auf alles reagieren zu können.
    Nur muß man ihnen Gelegenheit dazu geben, unbeeinflußt.
    Bei den feral bees waren es knapp 6 Jahre vom Zusammenbruch bis zur Rückkehr auf die alte Stärke, zumindest an der Ostküste der USA.


    Du unterschätzt die Dynamik und Vielfalt des Lebens.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Henry,
    gut dass du deine Missetaten hier beichtest - bete 29x Ave Maria.
    Durch Fehler in der Anwendung ist mir eine größere Menge AS durch das Volk gesaust. Warum das Volk nicht ausgezogen ist und die Königin überlebte bleibt ein Rätsel.


    Für diejenigen die ihre Verluste durch Falsch- oder Nichtbehandlung nicht öffentlich machen wollen, gibt es hier eine Kontaktadresse:
    http://www.absolution-online.com/
    betreffend der Sünde:
    http://www.absolution-online.c…ssional/index.php3?sin=59


    Gruß
    Simon

  • Hallo ralf 2,


    nicht rd. 20 TJ, sondern rd. 20X km von dir entfernt geht die behandlungslose Führung der Bienenvölker einer Imkerei nun gemächlich auf 20 Jahre zu.
    ralf 2, du meinst, solcherweise unbehandelte Völker würden, käme es vor, dass sie engen Kontakt zu mit Varroaziden sorgsam gelabten Völkern hätten, diese reinfizierten. Wäre das so, würde ich sagen, sie gäben dann nur einen Bruchteil der Infektionen zurück, die sie während der Behandlungszwischenzeiten, insbesondere wührend der Zeiten vor ihrem Ende aus den sorgsam zu labenden Völkern erhielten. Wäre dies nicht gerecht? Übrigens wäre das doch mal eine nachvollziehbare und sinnvolle Form von Koexistenz mit der Praktizierung dessen, was unseren Instituten bisher noch nicht gelingen wollte. Sie (die I.) sind mit ihren Kunststückchen noch nicht einmal dort angekommen, wo die wilden Bienenvölker Europas oder Nordamerikas durch Missen segensreicher Hände bereits sind. Dass diese Völker im vergleichenden Test mit den "Kulturvölkern" nicht besser abschnitten, liegt wohl eher daran, wie der Test angelegt wurde. Es gäbe da nämlich noch denkbare weitere Varianten, die die festgestellte Signifikanz, oder wie heißt das Schlagwort, sehr wahrscheinlich über den Haufen geworfen und Ansätze für sinnvolle weitere Forschungen geboten hätten…
    Ergänzung: Ein befristetes diesbezügliches Visionserlebnis gab es doch schon einmal in einem Institut, in Kirchhain, bis 2005.


    @ Hummel,
    ob das dem Herrn gefällt, was du praktizierst und rätst?



    Gruß
    Manne

  • Hallo,
    also meine Erfahrung sieht das anders aus. Übrigens verwende ich seit langem nur Ameisensäure. Allerdings nicht, weil mir das Spaß macht, sondern weil ich das für eine Notwendigkeit halte. Trotzdem hatte ich im vorigen Jahr erhebliche Verluste zu beklagen.
    Wenn andere inzwischen Äonen weiter sind - Glückwunsch.
    Nett fände ich, wenn man näheres über die Verfahrensweise lernen könnte - so einfach alles seinen Lauf lassen kann's ja wohl nicht sein, oder?
    Auch Mondphasen, Puderzucker, und ähnlicher Hokuspokus können m. E. nichts ausrichten.
    Mit der genetischen Vielfalt ist das ja auch nur bedingt zu begründen. Es gibt ja auch die unterschiedlichsten Menschen - aber aus einer Schwarzafrikanischen Familie werden auch nach 10 Generationen keine Eskimos, wenn die sich in Ancourage ansiedeln.
    Obwohl sie sich auch die Menschenrassen eigentlich fast gar nicht genetisch voneinander unterscheiden.
    Nu kommt mir aber nich noch mit Rassismus - aus der Ecke komm ich nu wirklich nicht, mir fiel nur gerade kein anderes Beispiel ein.
    Bei der Apis cerana spricht man aber sogar von einer anderen, wenn auch verwandten Art... unserer Honigbiene.


    Grüße ralf_2

  • Lamarck zeigte (ebenso wie auch Cuvier und Geoffroy Saint-Hilaire), dass die Arten im Lauf der Erdgeschichte nicht konstant waren.
    Er zeigte auch, dass Form und Funktion zusammenhängen und dass die Evolution in Zusammenhang mit der Umwelt steht.
    Er irrte sich in seiner These, dass erworbene Änderungen von Merkmalen vererbt werden und so die sukzessive Entwicklung neuer Lebensformen stattfindet. 
    aus: Wikipedia...
     
    Es gibt auch neuzeitiche Wisenschaftler die hehaupten, dass der Körper und das Verhalten, wenn er oder es gesund bleiben wollen, den Habitus der Umgebung annehmen.
     
    Wenn Du zu den Eskimo gehst und so lebst, werden Deine Kinder Eskimos!!
    sorry Ralph2, aber so isses:lol:
     
    Nun wendet Du das mal bei den Bienen an.
     
    Deswegen macht der Drohn auch die ganze Glaubensfrage welches ist das beste Behandlungsmittel und welche die beste Beute und welche die beste Rasse gar nicht mit!
     
    Der
    Drohn

  • Guten Morgen,
    nochmal den Hans Wille aus der Tasche ziehe:


    In Klartext: die Bienen sind gerüstet für nahezu jede mögliche Situation, außer man hat ihnen per Reinzucht was von ihren *Programmen* weggenommen....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen