Überlebensstrategien von Hans Wille

  • Moin, moin,
    nachdem ich durch einen netten Mitmenschen :liebe002: endlich den langgesuchten Artikel von Hans Wille bekommen habe, wohlgemerkt von 1985, bin ich völlig hin und weg.
    Hätte ich diesen Artikel schon vor 12 Jahren bekommen, hätte ich mir viele unruhige Stunden erspart, weil ich mir viele Verhaltensweisen in den ganzen Jahren nicht erklären konnte, und immer dachte, ich hätte irgendwo Fehler gemacht, oder mit den Königinnen stimmte was nicht.
    Damit ist wieder bewiesen, daß der Einfluß des Imkers noch viel geringer ist, als bisher gedacht; im Prinzip kann man sich wirklich drauf beschränken, Platz zu schaffen, Schwärme und Honig zu ernten, und ansonsten die Mädels in Ruhe zu lassen.:Biene:


    Das hat schon damals am imkerlichen Weltbild genagt, und ich vermute, daß dieser Artikel schon deswegen keine allzugroße Verbreitung in der Imkerschaft gefunden hat.
    Wo bliebe denn da die Berechtigung der zahllosen Eingriffe?:lol:
    Es hat mich jedenfalls gefreut, zu lesen, daß ich auf dem richtigen Weg bin..:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ist das der ganze Artikel oder gibts davon noch was längeres?

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Nein, natürlich ist das nicht der ganze Artikel, der hat 8 Doppelseiten.:wink:
    Aber die kann ich ja schlecht hier komplett zitieren, siehe Copyright, das hat die Schweizer Bienenzeitung.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine
    Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass es vermutlich mit Hans Wille auch so geht wie mit Armbruster. Beide waren Ihrer Zeit so weit voraus, dass sie nicht verstanden wurden.
    Leider finde ich auch von Hans Wille nur sehr wenige Publikationen auf dem Internet und wenn man die alten Bienenzeitungen nicht mehr hat, dann kann man nichts mehr nachlesen.
    Freundliche Grüsse
    Hugo

  • Hallo, Hugo,
    du hast aber in der Schweiz sicher größere Möglichkeiten, noch an Schweizer Bienenzeitungen der 70/80er aus Nachlässen zu kommen als wir hier in D....:wink:
    Der Herr Imhof hat mir auf entsprechende Anfrage jedenfalls nicht mal geantwortet, dabei wären Willes Arbeiten auf der HP des Instituts genau richtig.
    Ich hab allein bei dem Artikel mehrfach gestaunt, was da alles zutage kam, was wir jetzt erst wieder so ganz langsam zur Kenntnis nehmen, seit dem Tautz-Buch.
    Man muß echt an allen Ecken und Ende jedes Zipfelchen Wissen erhaschen, was man kriegen kann, um zu einem Gesamtbild der Vorgänge im Volk zu kommen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
     
    also ich habe ja auch noch nicht sooo lange Bienen. Mir kommt es aber so vor, das je weniger man die Bienen in ihren Kästen stört umso glücklicher werden sie...
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Sabine
    Klar habe ich bessere Chancen noch an alte Nummern der BZ zu kommen.
    Die Reaktion vom Liebefeld ist aber symptomatisch für meine Aussage, dass der Wille seiner Zeit weit voraus war. Im Liebefeld muss immer auch auf die entsprechende Politik Rücksicht genommen werden und es sind auch nicht alle bekannten Leute dort Biologen, sondern auch Ing. Agronom, welches ja eigentlich nichts mit Bienen zu tun hat. Oder anders gesagt, der Prophet gilt im eigenen Lande nichts.
    Ich bin auf jeden Fall erst via Kollegen aus Deutschland welche sich in Ihren Vorträgen auf erkenntnisse von Wille beriefen auf diesen Forscher gestossen. Betreffend Liebefeld noch folgendes. Mit der Anstellung von Peter Neumann aus Deutschland verspreche ich mir nun einiges. Dieser muss aber nun noch Sesshaft werden und offen für alle Möglichkeiten und Bienenherkünften. Eigentlich die Fähigkeiten als Forscher behalten und noch zum Imker werden.
    Freundliche Grüsse
    Hugo

  • Erstaunlich ist, dass Hans Wille leiter des Instituts in Liebefeld war.


    Aber das ist auch nichts neues, in Deutschland Hohen Neuendorf, muß man auch die Arbeiten von Grete Meyerhof regelrecht ausgraben.

  • Hallo Zusammen,
    schön, dass man sich hier wieder einmal positiv an Hans Wille erinnert. Er hat es verdient!
    Zeit seines Lebens hat er genügend Prügel bezogen für die Schlussfolgerungen aus seiner Forschungsarbeit. Einmal musste ich das im Rahmen einer Vortragsveranstaltung des DBIB in Dornstadt miterleben. Es war verletzend und peinlich.
    Insbesondere seine Zählungen von Brut- und Bienenmasse sowie damit verbunden seine Berechnungen zur maximalen Legeleistung der Königin brachten den Saal zum Kochen.
    Das Thema führt ja auch hier immer wieder zu Kontroversen.
     
    Wer mehr über Hans Wille erfahren will:
    Eine interessante Würdigung der Person Willes findet Ihr hier:
    http://www.summ-summ.ch/bibl/pub/h_wille.html
     
    Dies ist die Abschrift eines Wille-Artikels in der ‚Neuen Zürcher Zeitung’ vom 30.5.1979.
    (Urs Hersperger, falls Du hier immer noch mitliest: Vielen Dank und herzliche Grüße! :) )
    http://www.blaukaut.de/forumskiste/to_bee_or_not_to_bee.pdf
     
    Und wer es genauer wissen will, der wird hier fündig.
    Die Information steckt in der PDF-Datei "Massenwechsel des Bienenvolkes", die zum Download angeboten wird. Der Artikel ist 10 Jahre nach Willes Amtszeit geschrieben worden, in ihn sind aber viele mittelbare und unmittelbare Ergebnisse aus Willes Arbeit eingeflossen:
    http://www.alp.admin.ch/themen…/00532/index.html?lang=de
     
    Übrigens: Am rechten Rand der letztgenannten Seite findet Ihr einen Link zum Online-Bienenschätzen.
    Dort kann man sich als Populationsschätzer ausprobieren. Mein mittlerer Schätzfehler liegt bei -13,2 %. :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo, Rudi,
    herzlichen Dank für die Links!:liebe002:
    Speziell mit dem 2. hast du gerade eine Brücke über fast 30 Jahre(!!!) geschlagen zu zwei Artikeln von Randy Oliver in ABJ 8+9/07, der da heißt "fat bees - thin bess" und dabei sehr auf den Vitellogeningehalt der Bienen eingeht.
    Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel häppchenweise schon bekannt ist, aber wie lange es dauert, bis sowas zusammengeführt wird.
    Veröffentlichen die Schweizer ihre Fachartikel nicht auch auf Englisch?
    Ich muß mal schauen, daß ich das vom R.Oliver übersetzt kriege, das dürfte auch für uns interessant sein.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    wenn der Hans Wille hätte erleben können, welches lebhafte Echo die Ergebnisse seiner Arbeit heute in einigen Themen dieses Forums ausgelöst haben - es hätte ihn sicher gefreut. :)
     

    Sabine schrieb:

    herzlichen Dank für die Links!

    Freut mich, dass Du damit was anfangen kannst! :)
     
    ------------------
    Nun habe ich eine Frage zu Hans Wille, die mich schon länger umtreibt:
    Die geschmähten 'Bienenzähler von Liebefeld' haben nicht nur Populationsschätzungen gemacht. Sie hatten in den 80er Jahren schon eine Maschine entwickelt, mit der sie ein- und ausfliegende Bienen eines Stockes zählen konnten.
     
    In seinem Dornstädter Vortrag, von dem ich oben schon berichtet habe, stellte Wille dieses Projekt kurz vor. Die Zahlen zur Flugaktivität sollten in Bezug zu anderen Parametern der Volksentwicklung gesetzt werden.
     
    Hans Wille berichtete davon, dass bereits große Mengen von Daten vorliegen, die mit jedem Tag weiter wachsen und es sei noch gar nicht klar, wie man diese Datenmengen auswerten könne.
    (Es war die große Zeit des Commodore 64, des Apple II und der erste IBM-PC war gerade auf dem Markt.
    Die Wissenschaftler mussten ihre Auswertprogramme in Basic oder Assembler selber schreiben.
    Rechenzeit auf Grossrechnern war teuer und nur begrenzt verfügbar.)
     
    Und nun meine Frage:
    Ich habe bisher niemals etwas von Forschungsergebnissen gehört, die auf solchen Daten basieren.

    • Weiß hier jemand mehr zum Schicksal dieser Arbeiten?
    • Gibt es einschlägige Veröffentlichungen?
    • Oder sind die gesammelten Daten tatsächlich ungenutzt in einer Abstellkammer gelandet?

    Bin gespannt.
    Viele Grüße,
    Rudi