Nur kaltgeschleuderter Honig ungeeignet für Babies.

  • Naja, da verwechselt einer Warmgeschleudert mit nachträglich erhitzt. Erwarte doch von einem Journalisten nicht soviel Fachwissen.
    20 min. Durcherhitzen und dann dürfen ihn die Würmchen auch futtern, enthält dann zwar anderes ungesundes Zeugs und mit dem Nährwert isses das dann wohl auch gewesen...


    Dennis

  • Dieses Ammenmärchen von dem Botulinus im Honig hält sich wie der ehemalige Schreibfehler vom Eisengehalt im Spinat, wo auch einer vom anderen abschrieb ohne Überprüfung.


    Tatsache ist, daß auf jeder Hand, jeder mütterlichen Brustwarze und jedem Schnuller, der mal auf die Erde fiel, hundert bis tausend mal mehr Botulinusbakterien sind, als im Honig. Diese minimalen Mengen werden aber auch von Säuglingen in der Regel vertragen.
    Nachweisen kann man
    Botulinus im Prinzip überall. Nur bei echter Sterilisation taucht er nicht mehr auf.
    Diese Geschichte wird schon solange breitgetreten, daß sie inzwischen zur Volkslegende wurde.
    Ursprung war ein vor Jahren gestorbener Säugling an
    Botulinus, der zufällig vorher Honig bekommen hatte. Bei Untersuchung wurden natürlich Botulinusspuren im Honig entdeckt, aber was der Säugling sonst so im Mund hatte, wurde nie untersucht. (Möglicherweise hat sich die Mutter vorher ein Leberwurstbrot geschmiert und den runtergefallenen Schnuller >wie so oft üblich< abgelutscht, um ihn dann "gereinigt" dem Kind zurückzugeben.)





  • Und der Honig zur Herstellung von "Fenchelhonig" wird dann heiss-geschleudert?


    Oder wird die Mischung aufgekocht?


    Im heissgechleuderten Honig werden die Botulismus Sporen "rausgebeemt" (Danke Scotty!)
    Und wenn man kaltgeschleuderten Honig zur Herstellung nutzt, wie lange muss man den erhitzen und bei welcher Temperatur um die Sporen (sehr wiederstandsfähig) abzutöten?

  • Ich habe keine Ahnung.:-D
    Bei meinem eigenen kommen 5% ÄÖ Fenchel hinein und gut ist; Fenchelextrakt scheidet aus, weil der Wassergehalt sonst zu hoch wird.
    Was die Industrie macht - das Ergebnis dürfte mit Honig nicht mehr viel zu tun haben...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich persönlich halte solche Mythen für Panikmache der verarbeitenden Industrie. Ich durfte vor etwa 30 jahren in Italien die Propaganda Parmalates erleben. Danach durfte kein Kleinbauer seine Milch direkt verkaufen, wegen Hygieneproblemen. Zuerst werden von Lobbyisten gesetzliche Hygienevorschriften aufgrund statistisch nicht relevanter Vorkommnisse durchgestzt. Damit kann der kleine Bauer die Anforderungen nicht erfüllen und Verkauft seine Milch an eine Genossenschaft oder Großmolkerei, zum entsprechenden Preis. Irgendwann trinkt er seine Milch lieber selbst. Dasselbe in SH; für Geflügelzüchter mit ein paar hundert Tieren lohnte sich wegen der erhöhten Hygieneanforderungen das Selbstschlachten nicht. Der Transport zur Großschlachterei war zu teuer. Also Betrieb eingestellt. Wir haben schon lange das gesunde Maß an Sicherheit überschritten. Es geht nur noch um optimierung im Promillebereich und um Konzentration. Ist ja auch einfacher einen Großbetrieb zu kontrollieren als 100 Kleine....
    Entschuldigt mein Aussschweifen, aber langsam glaub ich das hinter diesen Mythen Methode steckt.


    Dennis

  • Der Artikel ist eine wahre Pracht.


    Die aktuelle Empfehlung der Kinderärzte ist: Vor dem 2.Lebensjahr keinen Honig.(nicht vor dem 4.Lj)
    Die Erkrankungsrate dürfte 1: x Millionen liegen. Jeder hat davon gehört, aber niemand kennt einen Erkrankungsfall, nicht mal vom Hörensagen. Eine Gefährdung der Babys lässt sich aber nicht leugnen.


    Die Botulinumtoxine (die Faltenwegmacher Botox u.a.)lassen sich nicht durch Erhitzen abtöten, 100 Grad werden nicht reichen. Anders verhält es sich mit den Bakterien und Sporen der Bakterien, die lassen sich durch aufkochen abtöten (Konserven etc.)


    Das mit dem Fenchelhonig ist absoluter Blödsinn: Die Temperatur beim Aufkochen (gekochter Honig!) würde gerade reichen die Bakterien und Sporen abzutöten, aber um die geht es hier nicht. Warum auch sollte gerade Fenchelhonig nicht auch kaltgeschleudert werden können?


    Die Spitze ist: wenn man Pollen ißt, bekommt man Allergien !
    Ich glaube, dazu braucht niemand mehr was zu sagen !
    Es gibt im Gegenteil Versuche durch Kauen von Deckelwachs zu desensibilisieren.


    Schön ist auch, wenn im Honig viel Propolis ist.
    Ich glaube diese Frau hat da so Einiges durcheinander geworfen.

  • Was ist bitte "Fenchelhonig"?


     
    Hallo,
     
    Fenchelhonig ist wie alle Sortenhonige ein Honig, der von den Bienen zu mindestens 50 % von der bezeichneten Pflanze (in diesem Fall Fenchel) eingetragen wurde. :u_idea_bulb02:
     
    Das was von Sabine beschrieben wird, ist KEIN Fenchelhonig sondern ein Fenchelsirup.:roll:
     
    Alles was nicht nach der Honigverordnung als Honig zugelassen ist, darf auch nicht als Honig vermarktet werden.
     
    Im übrigen zur Ergänzung des Themas:
    Säuglingsbotulismus, hervorgerufen durch das Bakterium Clostridium botulinum. Säuglingsbotulismus ist ein sehr selten diagnostiziertes Krankheitsbild, kann aber zum Tod des Kindes führen. Bei Kindern im ersten Lebensjahr - ganz besonders in den ersten sechs Monaten sind die Abwehrkräfte noch nicht ausgebildet. "Nur" in diesem Zeitraum ist es den Bakterien möglich, den Darm zu besiedeln, sich zu vermehren und das Bakteriengift (Botulinustoxin) zu bilden. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kommt es nicht mehr dazu, vermutlich weil die körpereigene Abwehr dem entgegenwirkt. Fertignahrung mit Honigbestandteilen sind unbedenklich, weil Hitze das Bakterium abtötet.
     
    Soweit der Sachstand. Ich bewerte es aber wie radiolaria und halte dies alles für überzogenes Geschwafel.
     
    Was ich aber für richtig halte ist, daß man generell Kinder, aber auch Erwachsene nicht dauernd mit gesüßtem füttert (Karies läßt grüßen; dazu gehört nunmal auch Honig). Die Vielfalt bringts :daumen:
     
    Mit herzlichen Grüßen aus dem Hegau. Emil

  • :roll: Sorry, Fenchelhonig ist KEIN Sortenhonig nach Honigverordnung, sondern eine Zubereitung.
    Der entscheidende Wirkstoff sind die ÄÖ vom Fenchel, Honig wird da lediglich als "Hilfsstoff" bezeichnet.
    Und die Bezeichnung ist korrekt, weil es ein "traditionelles" Naturheilmittel ist.
    Wer's nicht glaubt, möge selber gugelhupfen oder mit seinem (hoffentlich) sachkundigem Veterinär reden...:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen