Flugloch im Winter verkleinern?

  • Henry,

    Zitat

    Winterflugloch ist Flugloch im Winter. Winter ist die Zeit wo's kalt ist. Schweinekalt bzw. hundekalt oder auch saukalt. Jedenfalls kein Bienenflug und also daher auch nicht jetzt. Mindestens mal Nachtfrost bis in den Tag oder mehrerere Tage hinternander nicht über 10°C. Alles davor ist Spätsommer- oder Herbstflugloch.


    könntest du mir das mal genauer erklären.:lol:


    Meine Geschichte vom "Spätsommerflugloch" bezog sich auf Stefans Beitrag.


    Gruß Peter

  • Spätsommerflugloch ist Sommerflugloch ist Früjahrsflugloch ist ... naja, kein Winterflugloch, weil da fliegen sie (normalerweise) nicht. :)
    Bei uns währst du, glaube ich, gesetzlich verpflichtet, was gegen die Räuberei zu tun (theoretisch). Aber tu was dagegen. Und da du deinen Nachbarn bereits verständigt hast ...
    Ich versteh den Zaren nicht ganz, aber ein eingeentes Flugloch bei einem raubenden Volk wird es vom Räubern nicht abhalten.

  • Zitat

    Ich versteh den Zaren nicht ganz, aber ein eingeentes Flugloch bei einem raubenden Volk wird es vom Räubern nicht abhalten.


    Nicht das Flugloch beim raubenden Volk, sondern beim beraubten Volk (Nachbar) einengen. Die Betonung auf Bienenbreite, in der Hoffnung, dass die Räuber wegen Stau vorm Flugloch die Lust verlieren. Es gibt natürlich keine Garantie, deshalb meine Frage, was ich noch machen könnte.


    Zitat

    Bei uns währst du, glaube ich, gesetzlich verpflichtet, was gegen die Räuberei zu tun


    Was würdest du denn tun?


    Gruß Peter



  • Moin , Moin aus Hamburg,
    nach der Ernte kommen bei mir die Anflugbretter weg. Beim Auffüttern enge ich die Fluglöcher der starken Völker um 50 % und die der schwächeren Völker um 75 % ein . Nach dem Füttern entferne ich das Material für die Einengung.
    Da meine Bienen um ca. 40 cm erhöht stehen (teilweise auch noch Hanglage), sind sie noch nie eingeschneit. Schnee ist bei uns im Norden meist auch nicht das Problem. Ansonsten offener Boden und offenes Flugloch. Bienensitz ist idealerweise trocken , kalt und zugfrei.

    Folie bleibt bisher bei mir über Winter drin , obwohl ich überlege sie dieses mal bei der Hälfte der Völker zu entfernen.

    Viele Grüße aus dem regnerischen und windigen Norden

    Daniel (am Wocheneden gibt es Federweißen und frischen Zwiebelkuchen:wink:)

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • nach der Ernte kommen bei mir die Anflugbretter weg.




    :p_flower01: Erstmal Danke an alle! :p_flower01:

    Einige haben geschrieben, dass ihr die Anflugbretter entfernt. Das geht bei mir net (s. Foto), weil ich die Segeberger Böden mit Anflugbrett habe... also muss ich es dranlassen...
    Ansonsten habe ich es genau wie DrohneDaniel gemacht... jetzt zum Auffüttern die starken Völker um 50% und die schwachen um 75% verkleinert...
    Wenn Auffüttern vorbei ist, mach ich ALLE wieder offen... Mäusegitter davor und der Winter kann kommen...
    Mit dem Schnee muss ich hier im Sauerland mal schaun... normal haben wir SEHR viel davon... aber vielleicht gibts auch ein Winter wie letztes Jahr, ohne Schnee!

    Daniel

    [Blockierte Grafik: http://img225.imageshack.us/img225/1635/stand3zh2.th.jpg]

  • Schnee ist (normalerweise) kein Problem. Meine Völker waren schon so eingeschneit, dass man nichts mehr von ihnen gesehen hat. Einmal habe ich sie freigeschaufelt, das zweite Mal war's mir dann zu blöd - hat denen nichts ausgemacht.


    Wenn Völker ausgeraubt werden - zusammenpacken und wegschaffen ... wenn möglich. Ich musste heuer zwei Kunstschwärme auf MiniPlus verstellen.

  • Hallo miteinander,


    bei meinen Hinterbehandlern (die im Block im Bienenhaus stehen) enge ich beim Füttern das Flugloch immer ein, warum, dürfte logisch sein.
    Wenn der Winter naht, wird voll geöffnet, aber vor den Wandervorsatz meiner TGL52-Beuten ein Brett mit 5mm-Schlitz geklemmt.
    Folge: Luft kann rein, Mäuse nicht -die laufen senkrecht ! die Holzwände hoch, life erlebt !! außerdem haben die Damen ein Anflugbrett mit Ein- und Ausgang, falls doch einmal Flugwetter herrscht.
    Vor dem "großen" Reinigungsflug muss man natürlich das Brettchen rechtzeitig entfernen, der Schlitz wäre sonst zu klein.
    Bei meinen paar Völkern kann man natürlich diesen Aufwand treiben, sonst ist das sicher schwieriger ...


    mit freundlichen Grüßen


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Hallo Zusammen,
    Einengen der Flugschlitze (Löcher sind das ja nicht:wink:) nur in der Höhe, nicht in der Breite.
    Enge Flugschlitze machen kleine Völker.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Günter,
    dann versuche ich mal, das zu erklären.
    Direkt im Winter hat die Fluglochgröße (ich bleibe doch bei diesem Begriff) sicherlich nicht viel Einfluß auf die Volksgröße oder deren Sitz.
    Entscheidend ist die Flüglochweite beim Einfüttern und nach der Überwinterung.
    Nachdieser richten die Bienen den Wintersitz und die Anlage und Größe des neuen Brutnestes.
    Bei einem in der Breite eingeengtem Flugloch erfolgen diese in kleineren Ausmaßen.
    Dazu ein Beispiel:
    Ich hatte von verschiedenen Herstellern ähnliche Magazine.
    Die Zargen waren recht gut untereinander austauschbar, was total unterschiedlich war, waren die Böden.
    Vor Allem, was sich die Hersteller für dieses Arbeitsmittel als "Betriebsweise" ausgedacht haben.
    Zum direkten Vergleich: der eine Hersteller hatte sich ein Fluglochkeil mit intregiertem Mäusegitter ausgeheckt, das das Flugloch gleichzeitig links und rechts um etwa ein Drittel einengte, der andere Hersteller meinte, das ein Fluglochkeil reicht, der das Flugloch auf sechs mm fast in der ganzen Breite einengt.
    Begründung des ersten: die Bienen sollen diesen Fluglochkeil schon vor dem Einfüttern ins Flugloch gelegt bekommen, damit sie dann ihren Wintersitz mittig ausrichten und in die Seitenwaben auch Futter eintragen.
    Begründung des zweiten (nicht dabei gewesen, sicherlich meinte er, ein Fluglochkeil als Mäuseschutz erklärt sich von selbst) einlegen zum Schutz vor Mäusen.
    Heute nennt man das glaube ich "selbsterklärend", wenn man Dinge dazu braucht, wofür sie gedacht sind und man weiß, warum und wie.
    Eingelegt habe ich beides gleichzeitig.
    Also mit Beginn der Einfütterung.
    Das Ergebnis sprach für die Einengung in der Höhe.
    Dort saß ein stärkeres Volk drin, mit gut verteiltem Vorrat und großem Bienensitz.
    Einengung in der Breite erzeugte Völker, die nach oben auswichen.
    Was zu einer Vernachlässigung der seitlichen Waben führte und zur Anpassung der Volksstärke an diese wenige "Hochwaben" .
    Das, Günter, brachte mich zu der Ansicht, lieber nur die Höhe des Flugloches zu reduzieren, und nicht die Breite.
    Woanders sah ich dies denn auch bestätigt.
    Dieser Imker hat das dann in dem Satz "Enge Fluglöcher erzeugen kleine Völker" griffig formuliert.
    Diese habe ich dann "übernommen".
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • ... Ein relativ trockener Bienensitz ist im Winter wichtig. Deshalb wird mitunter auch empfohlen, die Deckelfluglöcher im Winter zu öffnen, damit die warme Feuchte nach oben abziehen kann - ich mache es und hab' bisher gute Erfahrungen damit gemacht. Gerade bei Kunststoffbeuten halte ich dies für empfehlenswert. ...

    Gruß
    Günter



    Hallo Günter,

    Ich habe in meinen selbstgebauten Beutendeckeln Löcher von ca 8 cm Durchmesser, die mit engem Maschendraht abgedeckt sind. Ich nutzte sie zur Einfütterung und zur Lüftung an heißen Tagen, sowie zur Erleichterung der Honigtrocknung für die Bienen.

    Hältst du es wirklich für vorteilhaft, diese Öffnungen selbst im Winter offen zu lassen? Schadet denn nicht die zu erwartende Zugluft???

    viele Grüße
    Joachim

  • Hallo Lothar,


    vielen Dank für die ausführliche Schilderung.
    Ich habe Erlanger Magazine, zum Teil gebaut, andere gebraucht gekauft. Die Fluglochkeile (bzw. die Fluglöcher in den Keilen) sind fast alle unterschiedlich, verschieden hoch und verschieden breit. Einige gehen fast über die ganze Keilbreite andere sind nur 5cm breit. Unterschiede in der Volksentwicklung habe ich noch nicht festgestellt - ich werd' allerdings jetzt mal darauf achten.
    Im späten Frühjahr und im Sommer mache ich die Keile aber sowieso ganz raus, da sind die Kisten auf der ganzen Breite offen und die Einflugschneise ist ca. 2-3cm hoch.


    Hallo Joachim,


    bei 8cm würde ich da wahrscheinlich auch nicht machen. Meine Magazindeckel haben stirnseitig hinten und vorne ein Flugloch, das man mit einem Weinflaschenkorken verschließen kann. Außerdem geht von innen nur ein bienenbreiter Schlitz zu diesem Loch. Zugluft entsteht da, wenn überhaupt, nur ganz wenig und auch dann nur an die vordern Kastenwand (ich überwintere grundsätzlich zweizargig). Es sollte wirklich nur darum gehen, die Feuchtigkeit (Wasserdampf vor dem Kondensieren) weitgehend abziehen zu lassen.
    Auf der anderen Seite hab' ich mal irgendwo gelesen, dass ein Schwarm in einer alten Zinkblechgießkanne überwintert hat. Also so zugluftempfindlich scheinen die Bienen nicht zu sein.
    Gruß
    Günter


  • Hallo Günter,
    doch, sind sie, nur hatte der Schwarm genügend Zeit, sich darauf einzustellen und vielleicht auch Abhilfe zu schaffen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo die Herren Kollegen,

    bin über die Diskussion schon etwas verwundert. Die Biene existiert auf unserer (noch) schönen Welt bereits wesentlich länger alls wir Menschen (-zig Mio. Jahre!).
    Wo hausten sie denn in vorgeschichtlicher Zeit (ohne den allgegenwärtigen, durchgestylten, aufgeschlossenen, super ausgebildeten, stets auf dem neuesten Stand befindlichen, alles Neue ausprobierenden, stets schlauer als sein Nachbar seiender Imker)? :lol: :lol: :lol:
    Also mal schön die Kirche im Dorf lassen, so meine ich!

    Wichtig für den Bien ist lediglich, daß
    - Schädlinge abgehalten (Mäusegitter, Spechtnetz, ö.ä.)
    - ein vernünftiges Raumklima geschaffen (ausreichende Belüftung)
    - mechanische Störungen vermieden (im Wind schlagende Teile, Äste)
    und natürlich genügend Futter vorhanden ist. Den Rest erledigen unsere Mädels dann ganz allein.:daumen:

    Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt (H. Hesse).