Agressivität-Verteidigungsverhalten

  • @all Imkers,


    mir ist aufgefallen, dass die Agressivität immer mit dem Verteidigungsverhalten gleichgestellt wird und das von bekannten "Bienenexperten".
    Meine Völker sind gewiss sehr sanftmütig und in kurzen Hosen mit wenig Rauch problemlos zu bearbeiten. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren beobachtet, dass die Wachbienen am Flugloch alles andere als sanft sind. Jeder sich nähernde Fremdling wird gnadenlos abgewehrt.
    Daraus komme ich zum Schluss, das die Fluglochverteidigung nicht unbedingt was mit der Agressivität zu tun hat.
    Vieleicht erkennen die Bienen bei den Kontrollen (offener Deckel, Wabenziehen) keine Gefahr und sind nur im Fluglochbereich auf Abwehr gerichtet. Wer hat ähnliches beobachtet?


    Grüße Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • *meld*
    Wenn ich den Deckel aufmache, hat das bei etwa der Hälfte der Völker zur Folge, daß ungeahnte Bienenmengen aus dem Flugloch strömen, und VOR der Beute rumsuchen, sind aber meist nach 2-3 Min. wieder drin. Einzelne, die hinter die Beute kommen, umkreisen mich zwar, hauen aber ohne jede Handlung wieder ab (ich bin wohl der weiße wandernde Baum :lol:) .
    Jetzt im Herbst ist es etwas anders, da heißt "Deckel auf "wohl eher "Achtung, Bär auf Honigraub".
    Trotzdem werde ich nur ohne Angriffston umflogen, ab und zu setzen sich welche auf mich, aber keine Attacken. Und nein, ich räucher nicht, außer bei KS-Bildung, ich hab meist nur nen Wassersprüher dabei.
    Am Flugloch sind alle ziemlich wachsam, die Hornissen kriegen oft genug Prügel...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo!


    Meine Bienen werden eigentlich nur dann richtig wild, wenn ich sie mit einem Besen von den Waben abkehre. Ansonsten lassen sie sich fast alles gefallen.


    Interessant dabei ist, dass es meist nur ein oder zwei Bienen sind, die mich (vom Schleier geschützt) wirklich hartnäckig mit Angriffston umschwirren und verfolgen.
     
    Verlasse ich den Bienenstand und komme eine halbe Stunde später unverschleiert wieder zurück, kann ich die Bienen anfangs gefahrlos beobachten, aber dann (nach ca. 3-5- min.) kommt unvermittelt eine angeschossen, prallt mit meiner Stirn zusammen oder verfängt sich im Haar und verpasst mir einen Stich!


    Das ist mir bereits ein halbes Dutzend mal passiert. Die Bienen haben anscheinend ein gutes Gedächtnis! Wie gesagt: Diese verspäteten Racheakte erlebe ich nur nach großen Eingriffen mit schwarzborstigem Imkerbesen. Trotz allem halte ich meine Bienen für friedlich.


    Interessant finde ich auch die Tatsache, dass nur so wenige Bienen angreifen, zumal ich ja sehr viele massiv gestört habe. Halten sich die andern Bienen zurück, wenn sie merken, dass ja einige die Arbeit tun und mich vertreiben? Gibt es sowas wie Absprachen zwischen den Bienen?


    Stimmt es, dass weißborstige Besen vom Bien weniger als Feind gedeutet werden?


    viele Grüße
    Joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Nimm Gänsefedern, die langen aus den Fingerschwingen, da verbeißen sie sich nicht drin.
    Im Besen versuchen sie wie in den Haaren bis zum Grund durchzudringen, um zu stechen und werden immer galliger dabei.
    In Federn (nicht ganze Schwingen, die sind zu dick!), sind sie ratzfatz auf der anderen Seite und merken, daß es kein echtes Ziel ist.:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    das kann ich auch immer wieder beobachten.
    Ich stelle mich seitlich so 2m vom Flugschlitz hin und beobachte ganz ruhig.
    Es dauert keine Minute dann kommt - meistens nur eine - angedüst, schreit: Verdammter Imker, Räuber, Honigdieb... und schon greift sie an.


    Na gut, also das mit dem Schreien denk ich mir. Würd` ich zumindest als Biene brüllen...:lol:


    Aber der Rest stimmt!
    Schaffe ich hinter der Beute, fliegen sie auch auf, aber ohne direkte Aggression. Und sie beruhigen sich schnell wieder.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • :eek: Hardy,
    das machen meine aber nicht!
    Ich kann bis auf 30cm ohne alles ans Flugloch ran, da muß ich nur aufpassen, daß ich langsam genug ran- und wieder wegrobbe, damit mich keine Sturzfluglandebiene trifft.
    Näher als 30cm wird unangenehm, weil sie dann auf das CO2 aus meinem Atem reagieren.
    Aber seitlich 2 Meter - das interessiert keine....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich kann bis auf 30cm ohne alles ans Flugloch ran,


    :oops:Ohne alles...?:cool:


    Wenn Deine dabei hocken bleiben, schnalzen sie dann mit der Zunge oder blicken sie eher geschockt? :Biene:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo!


    Es ging um die Frage des Unterschieds zwischen Verteidigungsbereitschaft und Aggressivität. Meine Bienen sind m.E. verteidigungsbereit, aber nicht aggressiv.
    Begründung: Sie pieksen nur, wenn ich massiv störe, und selbst diese Abwehr ist noch verhältnismäßig milde. Ohne "Grund" hat mich noch keine gestochen; also keine Aggressivität!


    @ Sabi(e)ne: Das mit den Gänsefedern habe ich auch schon mal gelesen. Allerdings habe ich es erst zu ein paar Bussardfedern gebracht, die ich beim Spaziergang gefunden habe. Die waren zum Abkehren irgendwie zu weich.

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hanjoheyer : ich plündere ab nächstem Monat wieder die lokale Geflügelschlachterei, die Fingerschwingen werden eh abgekniffen und sind normal Müll.:cool:
    Allerdings bin ich persönlich hinter allen Greifvogel-Flügelfedern hinterher, so es immer mindestens 4 und von einem Flügel sind, sprich komplett links oder rechts (Bogenschießen). Geier- oder Eulenfedern wären der Gipfel...:wink:


    edit: Hardy : nich nakkisch, dafür ist es zu kalt....:lol: Bloß ohne Schleier etc.....:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    ich weiß nicht, ob die Bussardfedern noch o.k. sind; ich fürchte, sie sind ziemlich zerrupft. Aber wenn ich darauf achte, finde ich bei fast jedem Spaziergang welche und könnte für dich sammeln. Sind Krähenfedern auch brauchbar?
    Brauchst du unbedingt 4 Federn von einem Flügel oder reichen zB 4 Federn von 4 linken Flügeln?


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hubert, psssssstttt, hinterher liest das noch wer von den Schlachtereien....:cool:
    Ich will jetzt aber nicht soweit vom Thema weg hier.....
    Wann ist denn für euch eine Biene/ ein Volk wirklich aggressiv?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,

    Zitat

    Wann ist denn für euch eine Biene/ ein Volk wirklich aggressiv?


    wenn meine Familie aus Angst die Arbeit im Garten verweigert. Oder wenn mein Nachbar sich mit zugeschwollenen Augen bei mir beschwert.
    Gruß Peter

  • Hallo,
    also ich kann Peters und Sabines Beobachtungen bestätigen.
    Während die Bienen am direkt am Flugloch den Eingang verteidigen und Fremdlinge raußwerfen, interessieren sie sich überhaupt nicht dafür, was in 30cm Entfernung passiert - es sei denn es wären hektische Bewegungen.


    Mit wenig Rauch kann ich völlig problemlos die Deckel öffnen und die Magazine (im Ganzen) kippen. Einige (wenige) fliegen dann zwar unten rauß, schau'n sich aber offensichtlich nur um. Ganz selten meint eine, sie sei ein Kamikaze und greift an. In diesem Fall gehe ich ein paar Schritte nach hinten und der Fall ist meistens erledigt.


    Den Abkehrbesen habe ist entsorgt. Es ist tatsächlich ein riesiger Unterschied zwischen Besen und Feder. Ich benutze Schwanenfedern (die man bei uns halt an einem See findet) und damit lassen sich die Bienen ganz friedlich wegschieben; sie versuchen nicht mal sich dagegen zu wehren.


    Gruß
    Günter