• Hallo,
    Ende Juli bis Anfang August, nach dem Abschleudern, hab' ich meinen Völkern drei mal AS 60% mit Schwammtuch gegeben. Die Kontrollen danach waren 'normal'. Nach anfänglich starkem Milbenfall reduzierte er sich auf einige wenige Milben pro Tag.


    Ich dachte - wie z.B. auch im letzten Jahr - jetzt kann ich mich zurücklehnen und im Dezember nochmal mit OS behandeln.
    Denkste!
    Von gesten auf heut' hab' ich mal wieder kontrolliert und im Schnitt 30-40 Milben pro Tag gezählt und sofort wieder das Behandeln mit AS begonnen.


    Ich denke, durch das warme und zeitige Frühjahr haben wir heuer eine kräftigere Milbenpopulation und ein einmaliger Behandlungszyklus reicht evtl. nicht aus.
    Seid auf der Hut,
    Gruß
    Günter

  • hallo Günter,
     
    da denkst du richtig.
    Varroa ist dieses Jahr ein heisses Eisen, zumindest in unserer Gegend.


    Grüße Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo zusammen,


    habe den Thread hier mal wieder hochgeholt, da ich keinen neuen aufmachen möchte.


    Ist mein erstes Jahr, und mir ging es wie Günther. Nach der ersten Behandlung mitte Juli (gleich nach Trachtende) hab ich 2 Wochen später kontrolliert und hatte in allen 3 Völkern einen Milbenfall der unter 3 Milben pro Tag lag. Dann hab ich den Fehler gemacht und länger nicht kontrolliert, vor 2 Wochen hatte ich dann in 2 Völkern ca. 10-15 Milben pro Tag, worauf ich wieder behandelte.


    Jetzt meine Frage: Ist so eine Reinvasion die Regel oder eher eine Ausnahme? Wie oft Kontrolle macht Sinn? Alle 2 Wochen nach der ersten AS-Behandlung? Würde mich mal interessieren wie ihr das handhabt.


    danke und gruss
    Thomas

  • Hi,


    auch ich habe das Problem. Ich weiß auch nicht mehr was ich machen soll.


    Ich behandle - dann ist zwei Wochen Ruhe - dann wieder Milbenfall bis 40 St. am Tag. Ich werd noch verrückt. Wieviel Ameisensäure soll ich denn noch da rein kippen ?


    Meine Jungvölker habe ich jetzt unter 10 am Tag. Aber die Vollvölker krieg ich nicht runter ! Eins habe ich jetzt schon fünf Mal behandelt. Mir geht langsam die Säure aus !


    Gehen die nicht irgendwann aus der Brut, wenn ich die dauernd mit dem Stinkerzeug belästige ?


    Ich weiß nicht mehr weiter...


    Gruss
    Veet

  • Schönen Nachmittag,


    nur die Ruhe bewahren erstmal.


    Solche Jahre haben wir immer wieder und die Lit. schreibt von 300-400 Milben, die täglich eingetragen werden können.
    Das ist verdammt viel!
    Die kommen durch Verflug nicht behandelter Völker und hauptsächlich von den Zusammenbrechenden.



    Aber ich schätze mal, daß schon 2/3 der Völker aus der Brut sind (jedenfalls bei uns) und so eine baldige "Winterbehandlung" stattfinden kann. Ich persönlich würde dazu MS nehmen.
    Schonend, billig und wirksam. 95% Wirkungsgrad bei 2x Behandlung im brutfreien Zustand.
    Und noch ein Vorteil: ihr seht, wie es um das Volk bestellt ist bzgl. Futter


    2/3 unserer Imker im Verein verwenden den Nassen und entmilben ab dem 20 September
    nochmals. Wir schreiben auch die Imker Anfang August an und geben ihnen den Rat,
    mit der Entmilbung zu beginnen. Die meisten halten sich dran. Würd sagen 80%.
    Das machen wir schon 10 Jahre lang und ich schwöre drauf, daß eine flächendeckende,
    zeitgleiche Behandlung mit einem Langzeitverdunster das gröbste Chaos verhindert.
    (Auch wenn Henry das gar nicht gerne hören mag)


    Wenn Ihr jetzt was machen wollt, dann meine Empfehlung MS! Auch wenn noch nicht alle Brut raus ist aber viele sitzen jetzt doch schon auf den Bienen.


    Gruß Simmerl

  • Hallo,
    mal anders gefragt. Ist es denn jetzt wirklich so notwendig gegen die Milbe vorzugehen? Nehmen wir an Simon hat recht und viele Völker sind schon aus der Brut bzw. haben nur noch wenig davon und Winterbinen sind vorhanden.
    Welchen großen Schaden können die Milben jetzt bis zur Winterbehandlung an erwachsenen Bienen anrichten?


    Gruß Peter

  • Hi,


    nachdem ich gestern Abend wieder bei einem Wirtschaftsvolk 45 Milben gezählt habe, habe ich diesem einen nochmals 90ml AS gegeben. Ich benutze auch den Nassenheider. Da das Wetter ja recht mild ist, wird diese Menge in 4-5 Tagen auch verdunstet sein (hoffe ich). Alle anderen lasse ich derzeit lieber mal in Ruhe.


    Auch habe ich gestern mit einem erfahrenem Imker aus der Umgebung telefoniert. Er sagt auch, dass der Milbenbefall recht unterschiedlich zwischen den einzelnen Völkern ist. Manche sind durchaus in passabel in den Werten, manche tanzen total aus der Reihe. Jungvölker seien allgemein unproblematischer.


    Mir fällt auf, dass mein Sorgenvolk ganz außen steht. Ist da der Verflug am höchsten? Bruder Adam (Karl Kehrle) schreibt auch in "Meine Betriebsweise", dass bei Reihenaufstellung die äußeren immer die stärksten sind; wegen Verflug.


    Vielleicht kommen da meine Milbenprobleme in diesem Volk her ?! Ist das der "Lumpensammler" meines Bienenstandes ?


    Gruss
    Veet

  • Morgen allerseits,


    Veet , das wird wohl so sein, daß Dein Randvolk am meisten Reeinvasoren abbekommt.
    Ausreißer nach oben und unten wird es immer geben.


    Peter , früher hat man immer gesagt, Winterbehandlung 21 Tage nach den ersten Frösten, da dann Brutlos. Nun, die meisten Völker sind schon Ende Sept. aus der Brut und nach meinem Dafürhalten kann man die Winterbehandlung schon vorziehen.
    Das haben auch die letzten 2 Jahre gezeigt. 2006/2007 hat man bald behandeln müssen,
    da sie sicherlich sofort nach der Wintersonnwende wieder in Brut gingen, wenn nicht schon vorher und das Jahr zuvor waren meine Völker über 110 Tage eingeschneit, so daß eine Winterbehandlung unmöglich war.


    Ich will damit nur andeuten, daß es ratsam wäre, mit der Winterbehandlung nicht bis Winteranfang zu warten.


    Wer jetzt meint, er müsse noch was machen, um sich selbst zu beruhigen, wie gesagt,
    der sollte jetzt zur MS greifen, da man hier am Wenigsten, dem Volk schaden kann.
    Meiner Meinung nach.


    Gruß Simmerl

  • Moin Simon,
    abgesehen davon, dass du anscheinend in deiner Gegend mit anderen Winterwetter als hier in meiner Gegend rechnen musst, halte ich deine Aussage für etwas problematisch (zumindest für die vielen mitlesenden Anfänger).
    Also ich denke zumindest für die, die in milderen Gegenden imkern ist eine späte Winterbehandlung schon wichtig (ca.Jahreswechsel). Die späte Restentmilbung sollte doch für eine günstige Volksentwicklung im Verhältnis zur Milbenpopulation im nächsten Jahr sorgen.
    Aber meine Frage war ja, schadet die Milbe den jetzt vorhandenen, voll entwickelten Winterbinen. Die, welche in der Brutphase geschädigt worden sind, denen kann man jetzt eh nicht mehr helfen und einer gesunden, erwachsenen Biene (so vermute ich) sollte die Milbe nicht mehr gefährlich werden können. Oder?:confused:
    Gruß Peter

  • Hallo Leute,
    in unserer Frühsommertagung wurde zu Th. Milbenbehandlung folgende Aussage getroffen:
    Es bringt rel. wenig, immer nur auf ein Mittel zu setzen! Besser sei eine oder 2 Grundbehandlungen mit z.B. AS nach Trachtende. Dann eine Langzeitbehandlung mit z.B. Thymol und bei Bedarf ein Wintereinsatz eines OS- Mittels mit träufeln. Immer 3-10 x AS schädige das Volk / die Königin zu stark.
    Bei Hinterladern ist der OS-Einsatz im Winter umstritten, da man alles rausräumen muss um alle Waben glei zu erreichen. Bei Mag´s kein Problem, Deckel auf und loß, Zarge runter und weiter.
    Knäcke

  • Hallo Imker,


    ich habe ein paar Fragen. Da ich noch Anfänger bin, bin ich mir nicht sicher, daß ich in Bezug auf Varroa die richtige Behandlung durchgeführt habe.


    Bisher habe ich 2 mal mit Schwammruch und AS von oben behaldelt. Ein 3. mal mit dem Nassenheider Verdunster. Nach der Behandlung fielen sehr viele Milben (ich habe nicht gezählt). Es sah so aus als ob die Behandlung gewirkt hätte. Der Milbenfall ließ nach ca 1 Woche nach (auf fast 0) um dann wieder zu beginnen (5-10).


    Ist jetzt eine weiter Behandlung angezeigt? (ich möchte den Bienen nicht zuviel zumuten)


    Wenn ja, womit (MS, AS)?


    Wie sieht die Bahandlung mit MS genau aus? (Menge, Konzentration, und Einbringen)


    Ichhabe noch ca. 1l MS aus dem Sommer (verschlossen, dunkel und kühl gelagert). Ist die noch zu gebrauchen?


    Ich habe einen Anfängerkurs für Imker besucht, da wurde allerdings nur die 3 malige Behandlung mit AS sowie die Winterbehadlung mit OS bzw, xxx empfohlen. Ich bin ein bischen verunsichert ob des starken Milbenfalls.


    Gruss Michael

  • Hallo Michael,
     
    die Milchsäure müßte bestimmt noch gut sein.
     
    MS-Konzentration 15% sollte verwendet werden, indem Du 2-3 Pumphübe auf jede Wabenseite aufbringst, schräg von der Seite, je feiner, desto besser,
    nicht naß spritzen. Außentemperatur um die 5 Grad C.
    Flugwetter sollte nicht herrschen.
    Du kannst auch 2 Seitenwaben entfernen und immer eine Wabe rüberschieben und so in die Wabengassen sprühen.
     
    Wg. 5-10 Milben täglich würd ich jetzt nicht gleich in Panik verfallen.
     
    Ein viertes Mal AS würd ich jetzt nicht machen.
    Bienenwohl und Ox weicht ihr Chitin auf.
    Frag den Imp am besten selbst, was er will.
     
    Gruß Simmerl

  • Grüß Dich Simon,


    ...die Lit. schreibt von 300-400 Milben, die täglich eingetragen werden können. Die kommen durch Verflug nicht behandelter Völker und hauptsächlich von den Zusammenbrechenden.


    Welche Literatur? Und welche Forschungsergebnisse stehen dahinter?