Ableger nimmt Königin nicht an

  • Seit einem Jahr lese in diesem Forum täglich und will nun auch mal eine Frage weitergeben. Zunächst aber eine kurze Vorstellung:


     

    Ich habe im März diesen Jahres mit 2 gekauften Wirtschaftsvölkern begonnen. Halte Buckfast in Dadant. Mit viel Unterstützung meiner Imkerpatin, auch Bienen für Kunstschwarm und Waben für Ableger, habe ich es auf 9 Völker gebracht.


     

    Nun meine Frage:


     

    Ich habe am 30.05. einen Ableger gebildet. Nach 7 Tagen die Nachschaffungszellen gebrochen und am 07.06. eine Königin zugesetzt. Sie wurde angenommen. MW wurden ausgebaut und am 19.06. gab es Brut in allen Stadien. Am 30.06. war keine offene Brut mehr vorhanden.


     

    Eine Weiselprobe am 04.07. wurde angenommen. Die nachgezogene und geschüpfte Weisel ist vermutlich vom Begattungsflug nicht wieder zurück gekommen.


     

    Eine am 27.07. zugesetzte Weisel hatte am 04.08. gestiftet. Der weitere Bruteinschlag war jedoch nur gering. Deshalb wurde das Volk am 24.08. mit Brutwaben und Bienen aus einem abgekehrten Volk mittels Vereinigung verstärkt.


     

    Am 01.09. war keine offene Brut mehr vorhanden. Nachschaffungszellen waren wieder gezogen worden.


     

    Die verdeckelten Nachschaffungszellen habe ich gebrochen und am 02.09. in den ansonsten starken Ableger wieder eine Königin eingesetzt.


     

    Heute am 11.09. nun ausschließlich offene Brut kurz vor dem Verdeckeln und erneut 8 Nachschaffungszellen.


     

    Die ersten beiden Weiseln wurden unter Zuckerteigverschluss zugeben. Die letzte Weisel mit einem Nicot-Zusetzgitter.


     

    Meine Frage: Wo lag der Fehler?

  • Hallo,
    ich lasse sie in so einem Fall einfach machen, sprich, ich breche keine Nachschaffungszellen, weil ich weiß, daß DIESE Königin eh nochmal vor dem Winter umgeweiselt wird.


    Allerdings mache ich auch aus genau diesem Grund keine Ableger mehr, sondern nur noch KS mit neuer Königin, egal ob begattet oder nicht.
    Die Mechanismen in einem Ableger, der ja Brutwaben mitbringt, sind völlig andere als in einem KS, ich kann es leider nicht besser erklären.
    Manche Völker wollen einfach keine zugesetzte unbegattete fremde Königin.


    Du schreibst,

    Zitat

    am 07.06. eine Königin zugesetzt. Sie wurde angenommen. MW wurden ausgebaut und am 19.06. gab es Brut in allen Stadien. Am 30.06. war keine offene Brut mehr vorhanden.


    Waren da Weiselzellen?
    Und:

    Zitat

    Eine Weiselprobe am 04.07. wurde angenommen. Die nachgezogene und geschüpfte Weisel ist vermutlich vom Begattungsflug nicht wieder zurück gekommen.
    Eine am 27.07. zugesetzte Weisel hatte am 04.08. gestiftet.


    Das läßt mich eher an zu früh zugesetzte neue Weisel denken, vom 4. bis zum 27. sind es knapp 3 Wochen, das ist sehr eng von der Larve zum Legen....
    Ich hab schon welche gehabt, die 6 Wochen und länger von der Larve bis zum ersten eigenen Ei brauchten, es geht nicht immer nach Fahrplan....

    Zitat

    Deshalb wurde das Volk am 24.08. mit Brutwaben und Bienen aus einem abgekehrten Volk mittels Vereinigung verstärkt.Am 01.09. war keine offene Brut mehr vorhanden. Nachschaffungszellen waren wieder gezogen worden.


    Da würde ich auf Nicht-Konsens der alten und neuen Bienen tippen, wer war in der Mehrheit?
    Die wollen deine Königinnen einfach nicht, da wirst du dich auf den Kopf stellen können, es wird nicht klappen.
    Du hättest die erste Nachschaffungskönigin schlüpfen lassen sollen, es hätte dir viel Arbeit erspart, und jetzt im September nahtlos gegen eine legende(!) deiner Wahl austauschen sollen, wenn sie nicht bis dahin schon selbst umgeweiselt hätten.
    Es bringt absolut nichts, sich in diese Vorgänge in diesem Ausmaß einzumischen, denn WIR wissen nicht, nach welchen Kriterien die Bienen urteilen.
    Auf deutsch & brutal: du hast drei Königinnen für nichts abmurksen lassen.
    Und so leid es mir tut, das ist Hobby-Imker-Aktionismus.
    So von wegen "ICH bestimme, welche Königin da rein kommt".
    Es bringt oft viel mehr, sich auf seine Hände zu setzen und gar nichts zu tun, und die Bienen machen zu lassen.
    Die wissen nämlich besser als jeder Imker, was ihnen gut tut und ihr Überleben sichert.
    Und nein, ich meine das nicht persönlich, aber fummel weniger in den Völkern rum und beobachte mehr.
    Und verabschiede dich von dem Gedanken, einen schon etablierten Ableger mit einer unbegatteten Königin umweiseln zu können, das funzt nicht.
    In einem KS klappt es, weil du damit einen Nachschwarm simulierst, ein Ableger oder ein Vollvolk wird höchst selten eine unbegattete während der Saison akzeptieren, wenn sie sie nicht selbst gezogen haben.
    Da versteh ich deine Patin nicht, das müßte sie wissen.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
     
    danke für Deine Antwort. Nach ein Hinweis: alle zugesetzten Königinnen waren vor dem Zusetzen begattet und hatten Brut. Hätte ich vielleicht gleich mit schreiben sollen.

  • Hallo, Benny,


    wenn das alles schon voll legende Königinnen waren, verstehe ich das ganze aber noch weniger. Ich will dir nix, aber da kann ich auch deine Patin nicht nachvollziehen.
    Entweder bekommt der Ableger bei der Bildung sofort eine Königin oder schlupfreife Zelle dazu, oder man läßt ihn machen und weiselt später im Herbst um.
    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Eine Weiselprobe am 04.07. wurde angenommen. Die nachgezogene und geschüpfte Weisel ist vermutlich vom Begattungsflug nicht wieder zurück gekommen.Eine am 27.07. zugesetzte Weisel hatte am 04.08. gestiftet.


    Deshalb dachte ich, es seien unbegattete gewesen, weil 8 Tage bis zum neuen Ei ist ziemlich lange, wenn sie schon legend war, aber andererseits ist der Zeitraum für die nachgezogene davor noch nicht sehr lang, wie unten schon geschrieben.


    Ich würde dir vorschlagen, die Ableger zukünftig erst zu bilden, wenn du die neuen Königinnen zur Hand hast. Die Ableger fühlen sich sehr schnell weisellos, da muß man nicht die 7 Tage Prozedur machen, sondern kann die Neue gleich unter Futterteigverschluß zugeben.
    Dazu dann nach Entfernen des Zusetzkäfigs ziemlich lange nicht reingucken, es heißt nicht umsonst, daß eine Königin erst sicher ist, wenn das Volk aus ihren eigenen Töchtern besteht. Du siehst am Polleneintrag am Flugloch, ob alles in Ordnung ist.
    Aufmachen kann zum Einknäulen und Abstechen führen, außerdem ist jedes Wabenziehen eine mögliche Ursache, weil du nicht sehen kannst, ob und wen du unten vielleicht quetschst.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem durchwachsen guten Morgen :)
    Hey Benny, mit deiner Aktion des Bienen+ BW zu kehren/geben hast du die noch nicht ganz angenommene und wahrscheinlich nicht in voller Pherhormonproduktion stehende Königin für die neuen Bienen unaktraktiv gemacht.
    Das einzige was für Sie da richtig war ist das entfernen dieser nicht vollwertigen Königin.
    Du hättest mit dem zukehren mindesten 3 Wo. warten müssen und nur Jungbienen ohne Brutwaben verwenden dürfen.
    Eine Frage: Warum wurde das Volk abgekehrt?

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Einen wunderschönen guten Morgen, die 2.-te :)
    Hey Benny, vieleicht hast du eine Stilleumweiselungskönigin übersehen und dem anderen Volk zugehängt?
    Dabei haben die Bienen von dem anderen Volk deine Königin abgestochen und die anderen die Andere???
    Wenn du noch eine Königin hast, schüttle das Volk ca. 10-15 m weit von Stand entfernt ab, setzte die Kiste wieder an seinen Platz , gib vor das Flugloch ein Königinabspergitter und setzte die Neue zu.
    Kontroliere ca. 2-3 Stunden später den Platz wo du das Volk abgeschüttelt hast und das Abspergitter an Volk.
    Dann schreibe mal was du gefunden hast, würde mich intressieren.
    Wenn du keine Königin mehr hast, schüttle das Volk einfach auch 10-15 m vom Stand ab und lasse die Biene zufliegen.
    Es könnte ja schon Drohnenmütterchen im Volk sein.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Was lernt man aus dieser Geschicht?
     
    Anfänger, befummele Deine Völker nicht!
     
     
    Hallo Benny,
    willkommen!
     
    Nach dem Beweiseln das nächste mal die Völker mindestens 1nen ganzen Brutsatz, in Frieden lassen, also solange bis die Pflegebienen der neuen Flugbienen wurden.
    Königinen aus EWK´s oder auch aus anderen kleinen Begattungsvölkchen sind in Ihrem Dufthaushalt noch nicht sehr stark. Wäre Deine Königin aus einem Kleinvolk, indem sie schon seit drei bis vier Monate legen würde, wären auch bei Deiner Fummelei keine Probleme aufgetreten.
     
    Der
    Drohn

  • Der Thread ist schon älter, aber das Thema interesssiert mich. Ich habe hierzu noch eine Fragen.


    Wenn man das Volk vor der Beute abkehrt und es sind Drohnenmütterchen dabei.


    Ein Trenngitter wird nicht benötigt, da es 1. nichts bringt weil Drohnenmütterchen nicht so gross sind wie eine Königin, bzw. sie nicht fliegen können, weil sie zu schwer sind?


    Sollte man diese Vorgehensweise mit dem abfegen als Standard ansehen, wenn eine zugesetze Königin nicht angenommen wurde (im Volk keine offene Brut mehr ist) und man gerne eine neue Königin zusetzen mag, weil das Volk noch gross genug ist?


    Danke für die Info´s

  • Der Drohn geht auf Grund von Beobachtungen davon aus,
    dass Afterweiseln sehr gut fliegen können.
    Diese Afterweiseln scheinen aber Bienen zu sein die nicht eingeflogen sind auf den Standort und deswegen nicht die Hive finden.
    Der Drohn kennt keine wissentschaftliche Arbeit zu diesem Thema, deswegen ist dies eine These vom Drohn.

  • ...Sollte man diese Vorgehensweise mit dem Abfegen als Standard ansehen, wenn eine zugesetze Königin nicht angenommen wurde (im Volk keine offene Brut mehr ist) und man gerne eine neue Königin zusetzen mag, weil das Volk noch gross genug ist?


    Abfegen und eine "Reife" schon in der Beute hängend haben, das funzt!