AW: Honigpreis zum x-ten

  • Hallo Gartenimker & Co.,
     

    40 Varroen pro Tag ??? Das ist viel. Man sagt ab 10 pro Tag Sofortbehandlung ( ab Juli-August)


     
    Leider ist die Zeit schon weit fortgeschritten. Wenn ich jetzt noch viel behandele, fürchte ich, gibt es wegen Brutstopp nicht genug Winterbienen. Die eigentliche Behandlung mit Api Life Var war bereits beendet. Leider hatte ich zu gering dosiert, sodass der Erfolg entsprechend gering war. (Die Bienen verloren bei richtiger Dosierung ihren "Stallgeruch" und bekämpften sich gegenseitig, Brutstopp usw.. Ich wollte mir das nicht mit ansehen und verringerte die Dosis. Ich fand auch im Internet eine Anleitung mit geringerer Dosierungsangabe.) Danach der Schreck: Es waren immer noch Varroen vorhanden.
     
    Jetzt habe ich das Problem, mir keinen Brutstopp mehr leisten zu können, denn die Bienen brauchen Winterbienen, und ich sollte behandeln. Ich entschloss mich zu einem Kompromiss: Ich gab Thymolstreifen gemäß Gebrauchsanweisung, aber hielt den Beutenboden zT offen - das milderte die Kämpfe, kein Brutstopp. Als ich den Boden am 1. Tag der Behandlung völlig abgedichtet hatte, litten die Bienen an Sauerstoffmangel und sammelten sich am Flugloch und verstopften es mit ihren Leibern. Ich musste schnell handeln und nahm die Abdeckplatten über den Bodengitterrosten wieder raus. Da ich die Dosierung des Thymols hochhalten wollte, gab ich je einen Streifen ApiLifeVar mehr, als in der anleitung steht, hinzu.
     
    Zustand jetzt: Bienen bekämpfen sich nur wenig, etwas allerdings wg. der gleichzeitigen Auffütterng, kein Brutstopp, sie sammeln Pollen. Also alles ok. Fragt sich nur, ob die Behandlung so noch funktioniert. Von oben kommt nun zwar mehr Thymolduft zu den Bienen, aber unten fließt auch mehr dieses Duftes wieder ab.
     
    Meine Verunsicherung ist groß!
     
    Hoffentlich überleben die Bienis den Winter, sodass ich nächstes Jahr mit der neuen Wirtschaftsweise (kleine Zellen, enger Wabenabstand, Elgon) ohne diese verdammten Medikamente auskomme.
     
    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Joachim,


    halb behandelt hat noch keinen was gebracht, dann gehen die Völker durch mangelte Behandlung ein, da hat man nichts dabei gewonnen.


    Die Völker sollen wenn überhaupt nur so weit eingeengt werden wie nötig ist, alles andere ist überflüssig.


    Wenn du Räuberei bei deinen Völkern hast, sind diese zu schwach?
    Oder haben nicht genug Futter, oder in der Umgebung stehen Völker die stärker sind und wenig Futter haben.


    Bei der Thymolbehandlung kann man gleichzeitig füttern, das geht Problemlos.

  • Hallo Michael 2,


    ich glaube, die Räuberei entsteht hauptsächlich dadurch, dass die Bienen wegen der Thymolbehandlung etwas orientierungslos geworden sind. Sie bekämpften sich ja schon innerhalb des Volkes. Erst nachdem ich die Folien, mit denen ich die offenen Beutenböden abgedeckt hatte, wieder herausgenommen hatte, ging das desorientierte Verhalten auf ein erträgliches Maß zurück.
    Die Bienen sind fast fertig gefüttert; Räuberei aus Völkern anderer Imkereien halte ich für unwahrscheinlich, da die nächsten über 1,2 km entfernt sind.
    Ich weiß halt nicht, wie ich intensiv behandeln soll, ohne dass die Kö in Brutstopp geht. Es geht wohl nur mit dem Kompromiss, den ich einging.


    Ich wurde allerdings etwas zuversichtlicher, als ich gestern las, dass alle Varroabekämpfung letztlich doch darauf hinausführe, dass man früher oder später sich durchringen müsse, ohne Medikamente 'durch das Tal der Tränen' zu gehen und es den Bienen selbst überlässt, die Varroen zu bekämpfen oder zu sterben. Die überlebenden Völkern werden dann vermehrt.


    Dieses Jahr gibt es im Dezember noch Oxalsäure. Ab nächstes Jahr wird gar nicht mehr behandelt und auf Elgonbiene auf kleinen Zellen umgestellt. So mein Plan.


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Kollege,


    für dieses Jahr ist es schon extrem spät für eine qualitativ gute Varroabehandlung, wie Du selber schreibst.
    Aber dann bitte nächstes Jahr dran denken.
    Und dann vielleicht -ich will ja jetzt keine Werbung machen- auf eine andere Behandlung umsteigen, die nicht so zeitintensiv ist.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ich habe dieses Jahr Apigard erfolgreich getestet.
    Ich kann es nur empfehlen, es gab bei der Behandlung keiner Probleme.


    Für teurer Zuchtköniginnen und diese es werden wollen ist diese Art der Behandlung das sicherste.
    Die oben geschilderten Probleme habe ich nicht.
    Api Life Var ist in Deutschland nicht zugelassen.


    Die Hauptsommerbehandlung sollte schon lange Abgeschlossen sein.
    Bei mir ist das der Fall, nur einzelne Völker bekommen noch eine Behandlung.

  • Hallo Michael 2,
    daß Du "Varroafachimker" mit allen zugehörigen Zertifikaten bist, wissen wir; Du hast es uns ja oft genug mitgeteilt.
    Die meisten hier haben ja auch ihre Behandlungen längst beendet.
    Das war aber gar nicht die Frage von Joachim. Der hat nämlich Bedenken, daß seine Behandlung insuffizient war.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Simon Bumblebee,


    so in etwa, nur die Reihenfolge kann er gerne variieren.
    Wobei ich dann als Punkt 4: "Völkerneukauf" mit ins Konzept aufnehmen würde.:daumen:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


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    Hallo Bienenfreund!
     
    Dein vorgeschlagenes Konzept (kleine Zellen, enger Wabenabstand, Elgonbiene) erscheint mir kurzfristig nicht zukunftsorientiert. Es gibt vermutlich in ganz Deutschland nur eine Handvoll Imker die diese Betriebsweise ohne Varroaverluste beherrschen.
     
    Laut deinem öffentlichen Profil bist du erst seit Mai 2007 Imker.
     
    Bei einem Neueinstieg erscheinen mir folgende Punkte sehr wichtig.
     
    1. Die Völkervermehrung muss in Fleisch und Blut übergehen. Es kann nicht sein, dass man nach diversen Fehlversuchen immer wieder Völker zukaufen muss. Ohne weiteres kann man aus einem Volk mindestens 10 überwinterungsfähige Völker erstellen.
     
    2. Für einen Anfänger erscheint es mir auch wichtig, dass er die Varroabehandlung so schnell wie möglich beherrscht. Aber nur rückstandsfreie Bekämpfungsmittel verwenden.
     
    Ist das Fachwissen und die Praxisreife so weit fortgeschritten, dass Völkervermehrung gepaart mit Varroabekämpfung einen sicheren Bienenbestand ergeben, so kann meiner Meinung nach mit Experimenten begonnen werden.
     
    Langfristig gesehen ist der oben beschriebene Weg sicherlich anstrebenswert. Er dürfte aber steinig und schwer werden. Vorerst würde ich von diesem Weg aber abraten.
     
    MfG
     
    Honigmaul

  • Hallo Honigmaul,


    vielen Dank für den Rat, den ich auch befolgen werde. Mir wurde klar, dass mir die Varroabekämpfung die größten Probleme macht. Das Wichtigste ist vorerst, dass die Bienen den Winter überstehen. Ab nächstes Jahr werde ich dann einige Völker zur Vermehrung nehmen und bei einigen werde ich versuchen, ohne Varroabekämpfung auszukommen. Diese zweigleisige Praxis wird mir hoffentlich einen ständigen Völkerkauf ersparen.


    mfg
    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal