Ja ist denn schon Winter?

  • Hallo liege Imkerkollegen/innen


    Folgende Beobachtungen:
    vor ca. 8 Tagen: Völker tragen mäßig Pollen ein; bei einem Volk konnte fast kein Eintrag beobachtet werden.
    Vor 6 Tagen: Da das selbe Bild, habe ich das Volk mit dem geringen Polleneintrag geöffnet. Befund: Volksstärke o.k., viel verdeckelte Brut, Kö vorhanden, mindestens eine Wabe voll mit Stiften, aber so gut wie keine offene Brut mit Maden, Futter durch stetige Fütterung in den letzten Wochen ausreichend vorhanden, Platz für weitere Brut auch noch vorhanden (2 Zarger)
    Heute: Da selbe Fluglochbeobachtung, habe ich nochmals das Volk auf gemacht; nun hätten ja Maden vorhanden sein müssen. Doch weitgehend Fehlanzeige. Kö war immer noch da und auch reichlich Stifte.


    So nun die Kontrolle im anderen Volk am gleichen Stand, wo aber stetig Pollen eingetragen wurde: Hier habe ich mit Brut in allen Phasen gerechnet, doch Fehlanzeige, auch hier selbes Brutbild bei guter Volksstärke.


    Wenn ich das jetzt so richtig deute, findet in beiden Völkern seit 10-15 Tagen keine richtige Vermehrung/Brutpflege mehr statt. Wären beide Kö´s (Zuchtkö´s 2007) von schlechte Qualität, hätte ich zumindest ein WZ finden müssen, war aber nicht. Varroabehandlung (OS mit Oxamat verdampft) ist am 26.08. und 01.09. erfolgt; geringer Fall, insofern auch logisch, da beide Ableger Anfang Juni mit MS behandelt wurde. Wenn keine Stifte da wären, könnte man annehmen, die Kö´s wären durch die OS-Behandlung geschädigt. Ist aber in den letzten Jahren bei der OS-Behandlung noch nie passiert.


    Einzigste Erklärung die nun habe: Wir stehen kurz vor dem Winter. Oder was meint Ihr??????????ß

  • Na, na,
    so gach kimmt da Winta a ned.


    Bei uns war gestern Nacht schon Schnee/Graupel auf den Autos, und ab 1100m ist alles weiß. brrr...
    Aber jetzt kommt dann sicher ein schöner Altweibersommer und ein goldener Oktober.
    Und wenn schon, es war ein gutes (Bienen)Jahr. Gläser und Futterwaben sind voll. Ist halt heuer das Bienenjahr auch um 4 Wochen früher aus.


    Gruss
    Georg

    Ein Drache hat keine Freunde!
    höchstens Feinde...
    die noch nicht tot sind.


    Terry Pratchet / Scheibenwelten

  • Hallo zusammen,
    aber jetzt mal im Ernst, ist dieser frühe Brutrückgang normal oder steht er wirklich im Zusammenhang mit der OS-Verdampfung? Es können doch noch gar nicht ausreichend Winterbienen vorhanden sein, oder? Wie sieht es in euren Völkern aus?


    Oder gibt es einen natürlichen Instink, der sagt: Volk ist stark genug, wir brauchen keine weiteren Futtervernichter? (So quasi als Schutz vor Überbevölkerung und dem Verhungern im Winter durch zuviele Bienen?)


    Würde mich über Antworten freuen, bevor ich noch andere Völker zur Kontrolle öffnen muss. Danke!

  • Lass die Völker in Ruhe.
    Die Bienen wissen schon, was sie tun und wann sie was zu tun haben. Jetzt noch die Völker zu zerrupfen grenzt schon an Todsünde. Jedes Öffnen der Völker sollte um diese Jahreszeit nur dann geschehen, wenn es wirklich notwendig ist - und da fällt mir nur die Varroabehandlung ein, weil es das kleinere Übel ist, und eventuell noch eine Umweiselung.
    Ordentlich einfüttern, bahandeln und das war's. Ich hatte in den vergangenen Jahren Völker, die sich um diese Zeit schon zur Wintertraube zusammengezogen hatten und sich selbst bei schönem Wetter nicht blicken ließen. Im Frühjahr standen sie den anderen um nichts nach.


    lg, Stefan

  • Ich bin ja bekanntlich kein Experte, aber ich meine das man gerade jetzt, wo wenig Brut da ist, die Völker nochmals auf Krankheiten durchsuchen sollte-höherer Infektionsdruck oder so.

  • Hallo Sebbele,
    auf was für Krankheiten soll den der Imker jetzt seine Völker nach Deiner Meinung untersuchen?
    Futtermangel, Weiselrichtigkeit, zu schwach.... ? Das sind keine Krankheiten und sollten längst geklärt bzw. berichtigt sein. Jede Störung des Volkes ist möglichst zu unterlassen.
    Gruß an alle Imkerinnen und Imker

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk