Honig und Wasser...

  • Hallo,
    nachdem meine Abschleuderung zum überwiegenden Teil einen Wassergehalt von über 18% aufweist :-(, hat mir ein erfahrener Imker geraten, den Honig stehen zu lassen ( ich fülle sonst immer nach dem Rühren in Gläser), der Honig würde beim Auftauen Feuchtigkeit verlieren, diese würde sich am Deckel niederschlagen.
    Könnt Ihr das bestätigen? Habt Ihr Erfahrung, wieviel Prozentpunkte das aus macht?
    Könnte man, falls das stimmt, den Wassergehalt des Honigs durch mehrmaliges Auftauen drücken? Wie wirkt sich das auf die Qualität aus?
    Was macht ihr mit grenzwertigem Honig? Einfüttern? Als Backhonig vermarkten?
    Hat jemand schon Backhonig vermarktet? Erhitzt ihr ihn, damit die Hefen raus sind?


    fragende Grüsse
    hunsrücker biene

  • Hallo Hunsrück Bienen,
    ich kann die Aussage Deines Imkers nicht bestätigen. Wenn sich Wasser am Deckel nieder schlägt beim erwärmen, dann liegt das eher am undichten Deckel oder am zu gro0en Luftpolster im Honigeimer/Hobbok oder an beidem.
    Rühre Deinen Honig und fülle ihn in Gläser ab, wie Du es bisher gemacht hast.
    Honig mit zu hohem Wassergehalt kannst Du nur wieder verfüttern, wenn es kein Honigtau ist als Winterfutter, an sonsten im nächsten Jahr für die Ableger zur Entwicklung.
    Gruß an alle Imkerinnen und Imker

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich würde erstmal mein Refraktometer frisch eichen, und nochmal messen.
    Die meisten zu hohen Wassergehalte gehen schlicht auf Bedienungsfehler zurück, schließlich sind wir alle damit nicht jeden Tag befaßt.
    Und du weißt doch, ein Honig im XXX-Glas hat automatisch weniger als 18% Wassergehalt; fließt der Honig hinein, hat er weniger...:cool:
    :Biene:


    edit:gären tut er mit Ü18% noch lange nicht.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • http://www.uni-hohenheim.de/bienenkunde/wassergehalt.htm 
    daraus folgendes Zitat:
    Honige mit einem Wassergehalt von über 18 % dürfen nicht im DIB-Einheitsglas vermarktet werden. Liegt der Wassergehalt jedoch noch unter 21 %, hat der Imker die Möglichkeit den Honig im Neutralglas zu verkaufen. Weist der Honig jedoch einen höheren Wassergehalt als 21 % auf, ist er nicht mehr verkehrsfähig.


    Da der tatsächliche Wassergehalt nicht genannt wurde, möge vorstehender Hinweis zur Klärung des Sachverhaltes beitragen und evtl. vor Schaden bewahren helfen.


    Gruß
    Manne

  • Danke, Manne und euch anderen für die Antworten
    Alsio, ich hab den Refraktometer neu geeicht, weil ichs nicht glauben wollte...
    19,6 - 19,8 % bei 40 kg Honig... Die anderen Partien liegen niedriger. Ich hab mir aus diesem Grund auch schon Neutralgläser besorgt...
    Meines Wissens liegt der Grenzwert nach der Eu Verordnung aber bei 20 %, und bei Backhonig bei 23 %. Und damit die Kunden nicht meckern können, dacht ich dran, den grenzwertigen Honig als Backhonig zu verkaufen, mit ziemlich kurz gehaltenem MHD, das der Imker ohne Imkerbund ja wohl selbst bestimmen darf.
    Ärgerlich ists auf jeden Fall, weil ich den Empfehlungen des Imkerbriefs von Mayen gefolgt bin, möglichst früh abzuschleudern ( wegen dem Varroadruck - den ich m.E. gar nicht so habe, weil ich dieses Jahr massenhaft Drohnen ausgeschnitten hab).
    Nächstes Jahr werd ich auf jeden Fall später abschleudern, dann ist der Honig hoffentlich trockner.


    hunsrücker biene

  • Hallo Hunsrückbiene,
    da ja wie Du schreibst offensichtlich nicht Deine ganze Ernte einen zu hohen Wassergehalt hat, würde ich diesen einen Hobbok nicht in Verkehr bringen. Auch nicht als Backhonig. Ich glaube dafür gibt es keinen Markt, außer Du hast einen Großabnehmer und der zahlt nichts dafür.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • :roll: Ähm hunsrücker biene: wenn die anderen deutlich niedriger liegen und du keinen reinen Sortenhonig verkaufen willst, warum mischst du dann nicht?
    Und gären tut er auch bei 19,x noch nicht, so wasserdicht verschlossen.
    Als Backhonig wäre es reine Verschwendung, dafür ist er noch viel zu gut.
    Das sind normalerweise schon angegorene und aufgekochte Honige mit null Qualität.
    Wenn du ihn wirklich nicht verkaufen willst, verwahr ihn luftdicht(!!!), und füttere nächstes Jahr mit 2 Teilen Waser verdünnt deine Ableger damit.


    Ich hätte allerdings keine Probleme mit dem Verkauf bei U20%, weil da wirklich noch keine Gärungsgefahr mit Twist-off-Deckeln besteht.
    Bei den undichten Plastikdeckeln allerdings schon, jede Temperaturschwankung zieht sofort Wasser, weil die verdammten Dinger nicht dicht sind.
    Von wegen "Dichtlippe", ich hatte mal einen wunderbaren Frühtrachthonig mit lt.Analyse 17,8% Wasser, ein verregnetes und kalt-warm-kaltes Vierteljahr später hatte derselbe Honig lt. Refraktometer 19,7%....
    Seitdem nur noch Twist-off-Deckel und eigene Gläser und eigenes Etikett, wenn es nicht anders geht.
    Aber Wabenhonig wird meist gar nicht so alt...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hunsrücker Biene,
    osmophile Hefen lieben Honige, vor allem wenn er kandiert und über 19 Prozent hat. Das geht recht flott, dass der Honig anfängt zu gären. Unter Umständen kann das schon ab 17% Wassergehalt losgehen, die Anzahl der Hefen ist entscheidend. Hast du keine, geht auch mit 20% nix. Trotz hohem Wassergehalt und Hefeflora (kann) der Honig oft nicht gären, wenn er flüssig ist wg. fehlendem aktiven Wasser. Die Kristalle im Honig bringen eine für Hefen vorteilhafte Verteilung des Wasser zustande.
    Entweder machst du Met, verkaufst ihn an schnell-löffelnde Kunden, oder du fragst deinen erfahrenen Kollegen ob du mal das Melitherm zum runterkurbeln verwenden darfst.


    Gruß
    Simon

  • *kopfschüttel* Kann das sein, daß der Hefebesatz in Waldtrachtgegenden wesentlich höher ist als weiter nördlich mit reinen Blütenhonigen?
    Ich habe bei mir bislang keinen einzigen Honig U22% erlebt, der gären wollte, der einzige bislang war ein voll verdeckelter Rapshonig, der erschreckenderweise 23,2% Wasser nach einem grottigen End-Frühjahr hatte.
    Ich frage mich bis heute, was die Bienen da zum Deckeln veranlaßt hat...:roll:


    edit: und ich hab genug alte Rückstellproben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Sabine,
    na was wohl? Bunker voll und Signal an den Cheff holabdenmist und sieh zu wie du klarkommst (superbreitgrins).
    Die hatten sicher bei dem Sauwetter keine Möglichkeit das Wasser aus der Kiste zu schippen, dann verdeckeln - so wirds nicht noch dünner. Man kann ja entdeckeln und umtragen wenn das Wetter besser ist. Nur zwischendurch war da son IMKER der hat geklaut, jetzt sind die Immen die Sorgen los und ....
    Letzte Rettung M E T!
    Prost allesammen!
    Knäcke

  • hi alle zusammen,
    obs an der Waldtrachtgegend wirklich liegen soll???
    Bei dem schlechten Wetter gabs gar keine Waldtracht, und beim letzten Abschleudern gabs schon lang keine Tracht mehr.
    Ich achte darauf, dass die Herrschaften viel bauen müssen, damit ich nur ja aus den vorjährigen Honigwaben keine Hefen übrighab, weil das ja auch ein Risikofaktor ist, und ob das, wenn die Tracht drückt, mit dem Ausputzen und Ausfressen im Stock immer so klappt?


    Mischen scheue ich, da weiss ich nicht, ob ich mir nicht alles versaue, weiss ja nicht, was die Bienen mit dem hochprozentigen Honig noch so alles gesammelt haben.


    Tja, so ist das, wenn man sich einen Refraktometer kauft, und mans ganz genau machen will. Vorher wars nach dem Prinzip " Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss". Ob ich das Teil nicht wieder in der Bucht verkaufen soll...


    Mit Met will ich nicht anfangen, hab genug um die Ohren.


    Irgendwie hab ich den Eindruck, dass sich das gegenüber früher alles verschiebt, zwar gabs auch früher kurze Frühjahre, aber es scheint sich inzwischen durch die Massentrachten alles zu verschieben.
    Wenn ich seh, wieviel Raps mein Grossbauer nebenan auf der Gemarkung stehen hat, dann bin ich hin und her gerissen, ob ich so froh drüber sein soll. Die Bienen schleppen ein wie verrückt, und verdeckeln auch Tag und Nacht, und doch ist der Honig nicht reif...


    Schönen Tag
    hunsrücker biene, die froh ist, dass sie im Haus hockt, weil es schon wieder mal ordentlich vom Himmel runter macht.

  • Ob es für die letzte Schleuderung sinnvoll ist, um jeden Preis länger zu warten, mag insofern zweifelhaft sein, als Völker bereits Bienenmasse abbauen. Bei so einer Konstellation kommt ziemlich schnell noch mehr Wasser in den Honig. Der Zeitzuwachs wirkt sich dann, ab einen gewissen Zeitpunkt witterungsunabhängig, in jedem Fall kontraproduktiv aus.


    Gruß
    Manne