Vitamine für Bienen

  • Grüße
    Was für Auswirkungen hätte es auf die Bienen, wenn man, angenommen, in das Sprühwasser etwas Citronensäure oder Zitronensaft mische? Mir gehts dabei um das enthaltene Vitamin C, würde dies vielleicht die allgemeine Gesundheit des Volkes ingesamt steigern? Ich hab ma, in einem relativ alten Buch, gelesen das man dies tat um die Bienen bei einigen weniger Gefährlichen Krankheiten zu heilen. Diese Methode scheint entweder in Vergessenheit geraten zu sein oder es tut den Bienen nich helfen.
    Wollte ma eure Meinung dazu hören.

  • Moin,
    keine Zitronensäure für Bienis, VitaminC geht schon.
    Gibt es als Pulver in jedem Drogeriemarkt, 100g 1,49€.
    Aber bitte nicht übertreiben, 1/2-1 gestr. TL per 10 Liter ist dicke genug.:wink:
    Zitronensäure spielt eine zu große Rolle im Stoffwechsel, um da durch externe Zufuhr was durcheinanderzubringen, siehe Suchwort Citratzyklus bei Wiki/guugel.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Stefan 15,


    nett, daß Du den Bienen helfen willst.
    Aber die kamen ein paar millionen Jahre ohne uns aus...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Stefan
    Es wäre schon möglich das mit konservierungsstoffen wie Vit. C den Bienen bei einer beginnenden Krankheit etwas luft zur Selbstheilung verschafft werden kann. Eine Dauerbehandlung würde ich aber nicht durchführen.
    Die Versorgung mit diesen durchaus lebenswichtigen Stoffen ist in unseren Breiten gut und die Bienen nehmen sie sicher auch auf wenn sie wie jetzt am Fallobst schlecken.
    Wenn dies früher angewendet wurde dann bedenke folgendes.
    Wenn ich in den alten Imkerbüchern schmökere dann stelle ich immer wieder fest das die Imker beobachtungen gemacht haben für die ich über Monate Täglich (min. 16 Std)bei den Bienen sein müsste. Sie waren unglaublich Erfahren mit Ihren Bienen und haben bestimmt einige Krankheiten schon im Ansatz erkannt.
    Wer hat heute noch so viel Zeit?
    Dauerbehandlung könnte den Stock durchaus (etwas) steriler machen, heist aber auch das die Bienen weniger mit Krankheiten in berührung kommen. Somit ist die natürliche Abwehr der Bienen kaum noch mit Erregern konfrontiert und kann sich nicht darauf einstellen. Es wäre also zu befürchten das die Bienen dadurch auf Dauer eher geschwächt werden.
    Es wäre sicherlich besser sich vor dem Einsatz solcher Stoffe mehr um die Erkennung früher Krankheitszeichen zu kümmern. Kommt eine solche Behanlung zu spät könnten Vitamine sogar schädlich sein.


    Beispiele aus der Menschenwelt:
    Früher (als Zucker noch vom Apotheker hergestellt wurde) wurde bei beginnender Krankheit etwas Zucker verabreicht weil dies nachweislich die Produktion von Abwehrzellen anregt.
    Beim heutigen pro Kopf Verbrauch an Zucker würde keiner mehr auf die Idee Kommen das er gesund sein könnte.


    Einige Jahre lang wurden spezielle "Rauchervitamine" angepriesen.
    Bis einer drauf kam das die Raucher die das Zeug genommen haben um Jahre früher starben.


    Mein persönliches Fazit:
    Vitamine sind um so besser je seltener sie zum Einsatz kommen.
    Gruß
    Markus

    Wenn zu perfekt, liebe Gott böse! Nam June Paik

  • ... Einige Jahre lang wurden spezielle "Rauchervitamine" angepriesen.
    Bis einer drauf kam das die Raucher die das Zeug genommen haben um Jahre früher starben.


     
    Starben sie an den Vitaminen oder am Rauch Jahre früher?
     
    Was die Vitaminfrage anlangt, sollte man mal nachschauen, ob Honig und/oder Pollen Vitamin C beinhalten. Falls ja, brauchen wir den Bienen sicher kein Vitamin C verabreichen.
     
    Joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Hallo Stefan ,
     
    die Liste der Vitamine ist von Tierart zu Tierart unterschiedlich.
    Was für uns lebensnotwendige Stoffe sind, die unser Körper nicht selbst herstellen kann,
    müssen für andere Arten keine Vitamine sein.
     
    So können z.B. alle Säugetiere Vit. C selbst erzeugen,
    ausgenommen der Mensch mit seinen äffischen Verwandten (= Primaten;
    da bei den gemeinsamen baumbewohnenden Vorfahren täglich frische Urwald-Früchte auf dem Speiseplan standen,
    war die Vitamin-C-Eigenproduktion ein nicht notwendiger Aufwand;
    der Verlust der entsprechenden Erbanlagen hatte keine nachteiligen Folgen).
     
    Es gibt also keinen Grund, den Bienen (unsere) Vitamine oder irgendwelche "Nahrungsergänzungsmittel" zu füttern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder,


    ich kann dir nur zustimmen. Was für uns Vitamine sind, müssen es für Bienen nicht sein. Ich denke, man sollte möglichst wenig in ein Bienenvolk eingreifen, möglichst wenig 'helfen'. Keine Vitamine, kein Sonstwas. Selbst diese Fütterungen mit Zuckerwasser oder Apiinvert sind meiner Ansicht nach nur Notbehelfe, d.h. man sollte sich überlegen, wie man (langfristig) ohne sowas auskommen könnte.


    joachim

    Anfänger, Imker seit Mai 07, 5 x Carnica, 1 x Primorski, Selbstbauholzbeuten, Deutsch normal

  • Wenn en Volk etwas Nosema geplagt ist kann man damit aber Abhilfe schaffen? Bei uns in der Sparte ist es auch üblich Knoblauch mit in eine Lösung zu mischen, um gegen Nosema vorzugehen. Oder auch falsch?

  • Hallo Stefan,


    falsch? Naja, kommt a bisserl drauf an, was du erreichen möchtest. Je nach dem wann du das applizierst, bekommst du halt würzigen Honig!


    Bei Nosema hast du ja ein anderes Problem. Nosema wird durch Einzeller verursacht. Wenn du merkst, dass ein Volk krank ist, sind die erkrankten Bienen ohnehin nicht mehr zu retten - deren Darm ist schon kaputt. Du kannst nur die vegetative Form des Erregers in der Biene abtöten. Die Sporen, also die Dauerform des Krankheitserregers, kannst du mit solchen Mitteln sowieso nicht vernichten. Also lass' den Knoblau lieber auf der Pizza :-D

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ich hab es zwar noch nicht selber ausprobiert, weil meine Völker zum Glück ziemlich fit scheinen, aber es gibt ein "Ergänzungspflegemittel" für Bienen. Schau mal im Netz unter "Api go". Ich hab schon mit etlichen Leuten gesprochen, die darauf schwören, auch ohne kränkelnde Völker. Es soll den über den Darm den Organismus der Einzelbiene stärken und, laut zumindest eines Tierarztes, sogar die Heilung von Brutkrankheiten vorantreiben können. Inhaltsstoffe sind wohl neben Glucose Hefeextrakte und Oxidantien, d.h. Vitaminverbindungen.. Bei den Salzburgern ist die Anwendung genauer beschrieben..


    Hört sich gut an, hoffe mal, dass damit nicht nur jemand Geld machen möchte.


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • OK
    ich meinte aber auch nicht ein Nosema-geplagtes Volk, dass schon halb Tod ist. Eher zur Vorbeuge oder ein Volk indem man nur einzelne befallene Bienen sieht.
    Außerdem muss ja was dran sein, wenn erfahrene Imker dies schon so lange praktizieren.

  • Außerdem muss ja was dran sein, wenn erfahrene Imker dies schon so lange praktizieren.


    Hallo Stefan,


    mit der Behauptung wäre ich vorsichtig! Es gibt aber viele Dinge die kann man in die Kategorie "Schadet nix, hilft aber auch nix" verbuchen. Im unserm Gäu gibt es einen Imker der ein Mittel namens "Nosemei" vertreibt. Das wird auch dem Winterfutter beigemischt und soll den "Darm stärken" - wie auch immer. Auf alle Fälle riecht das Zeug verdammt gut, aber einen Unterschied bei den Völkern konnte ich gesichert noch nicht feststellen. Auf alle Fälle hilft es dem Imker, denn billig isses nicht!

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    ganz sicher

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