Ja, AS wirkt in die Brut - Eine Wahrheitskontrolle

  • Moin Imkers,


    weil es sich anbot und weil ich's da endlich mal ganz genau wissen wollte, habe ich die Brutwaben von stark varroabelasteten aufzulösenden Völkern, nach zweimaliger Schwammtuchbehandlung (44ml pro 11-Waben-DNM- Zweizarger auf zwei Schwammtücher 60%AS von oben, Abstand 7 Tage) auf Milben kontrolliert. Ich habe Zellen mit lebenden schlüpfenden Jungbienen geöffnet und welche mit noch nicht geschlüpften in ihrer Nachbarschaft.


    Milben waren durchaus viele da. Auch den Kotfleck konnte ich immer finden, die Milben haben also durchaus innerhalb des Häutchens gelebt und gesch...
    Alle, 100%, nicht ein Ausreißer, ausnahmslos, waren mausetot. Komplett und vollständig. Nicht ansprechbar, starre Pupillen, EKG-Nullinie, keine EEG-Aktivität, Atemstillstand und alles was dazu gehört. Manche Zellen beherbergten zwei oder gar drei Muttermilben und keine weiteren. Andere hatten außerdem mehrere helle aber auch komplett tote unentwickelte Töchter darin. Männchen konnte ich nicht unterscheiden. Die Bienen waren teilweise bereits schwer geschädigt. Auch das nehme ich als Indiz dafür, daß die Milben nach dem Eindringen gelebt und geschadet haben.


    Auf manchen beim Schlüpfen gestorbenen Jungbienen hielten sich noch tote Milben fest, die ich absammeln konnte oder die beim Schlupf an der Zelldeckelkante abgetreift wurden. Auf lebenden schlupfreifen ebenso. In leeren Zellen und in Zellen, in denen kopflose Bienenkadaver steckten befanden sich tote Milben. Es scheint sie also in allen Lebenslagen und Entwicklungstadien innerhalb der Zellen zu erlegen.


    Um es ganz deutlich zu sagen: Ich habe nach der zweiten AS-Behandlung nicht eine lebende Milbe in der von mir geöffneten lebenden und offenen toten Brut gefunden und das, obwohl auf der Schublade und auf vor dem Flugloch sterbenden Bienen einige Milben (noch) lebten.


    Es wird der Milbe in der Zelle so gehen wie den schlüpfenden Bienen. Sie können nicht ausweichen - kein Stück - und gehen daher zugrunde. Und es scheint egal zu sein, ob eine Milbe die Säure nun zweimal in der Brut abbekommt oder einmal drin und einmal draußen. Die einzige von mir nicht kontrollierte und auch nicht kontrollierbare Deckung könnte der Futtersaftfleck am Zellgrund sein, aber nach zweimaliger AS-Behandlung gibt es keine solchen Futtersaftflecke mehr, denn allerjüngste offene Brut geht teilweise schon bei der ersten Behandlung ein und wird samt Fleck von den Bienen beräumt und gedeckelte Bienenlarven fressen der Milbe den Futterbunker einfach weg, ehe der zweite Säureeinsatz erfolgt. Innerhalb der 12 - 13 Tage, die die Milbe eingemauert ist, ist sie also immer einer AS-Behandlung ohne Deckung ausgesetzt. Wenn sie draußen rumrennt sowieso. :wink:


    Der Behandlungsrythmus von Sonnabend auf Sonnabend scheint sich also als optimal zu bestätigen. So optimal, dassas was Optimaleres gar nicht gibt - weshalb man das auch gleich abgeschafft hat. Es ist die aller idealste Lösung und sofortigstens anzuwenden. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke Henry,
     
    ich habe mir genau diese Frage schön sehr oft gestellt.
    Ich habe zwar gelesen, dass AS in die Brut wirkt, aber zwischen wissenschaftlichen Versuchen und der Realität sind oft Welten.
    Für mich ist dabei wichtig, dass AS eine sehr wirksame Methode ist (sofern die Witterung passt) und dass der Behandlungsrhytmus von ca. einer Woche ausreichen sollte. Zur Sicherheit wegen den Witterungseinflüsse begase ich auch noch mit OS.
     
    Viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo!


    Hoffentlich behandelt dann der ein oder andere Imker seine Völker nicht zu Tode! :evil:


    Derzeit sollte die starke Reduzierung der Varroabelastung im Vordergrund stehen. Trotz in die Brut wirkende AS wird man niemals die gesamten Varroamilben erwischen. Aber ich denke so lang es keine Varroaresistente Völker gibt ( Manne ?) wird die AS Behandlung bei richtiger Anwendung die beste Wirkung erzielen.


    Die "Rest"-Entmilbung (mit ein paar übrigbleibenden Varroamilben) findet sowieso nur in der Zeit ohne gedeckelte Brut statt, also beim jungen Schwarm und beim in Brut gehenden Ableger mit neuer König. Bei Altvölkern bleibt da nur die Behandlung der brutlosen Wintertraube.


    Mein Imkerpate schwört hier immer noch unverändert auf 3 x Schwammtuch von oben mit AS 60 % im "Sonnabend-Abstand" direkt nach dem Abschleudern und auf Perizin (und damit auf Chemie) im Winter.


    Der Erfolg gibt im jedes Jahr Recht. :u_idea_bulb02: :u_idea_bulb02: :u_idea_bulb02:


    Will es zwar immer noch nicht so richtig glauben, weil inzwischen weiß man ja selbst auch allerhand von der Imkerei, aber letzendlich hat der "Alte" :liebe002: so einfach deine positiven und negativen Erfahrungen, die ich teilweise erst noch sammeln muss. Und das weil man als pubertärer Imker mit 43 Jahren halt einfach den "Alten" nix glauben will :Biene:


    Henry


    Was hälst Du eigentlich von 85 % AS von unten? Hast Du da Erfahrungen?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)