Randvolk mit verkrüppelten Bienen

  • Hallo zusammen,
     
    habe meine Völker wie jedes Jahr drei mal mit 60% Armeisensäure von unten behandelt. Vor dem Einfüttern nun eine letzte Kontrolle der Völker. Dabei sehe ich bei einem Randvolk ca. 5 verkrüppelte Bienen auf der Wabe krabbeln. Während der Behandlung waren bei diesem Volk auch deutlich mehr Milben auf der Windel. Ist der Varroabefall bei diesem Volk bereits zu hoch um es noch gut über den Winter zu bekommen? Werde am Wochenende auf jeden Fall noch mal mit 60% Armeisensäure behandeln, aber diesmal von oben!
     
    Zur Info: Ich habe von April bis Ende Juli Drohnenbrut geschnitten und im Winter ein mal mit Oxalsäure behandelt. Woher kann dieser starke Befall kommen?!
     
    Viele Grüße
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Woher kann dieser starke Befall kommen?!

    Von rechts, dann hat er Vorfahrt. :roll:


    Moin Brumser,


    für viele Varroen in den Völkern oder in konkreten Völkern gibt es viele Ursachen. Wer soll wissen, ob in Deiner Nähe ein Stand verwaist ist oder jemand Überlebensversuche macht? Grähme Dich nicht - behandle! Was anderes kannst Du eh nicht machen. Und sicher erwartest Du nicht wirklich daß jemand antwortet, ab "deutlich mehr Milben" besteht keine Überlebenschance mit deutlich weniger jedoch. Entweder Zahlen, Fakten, Adressen oder Stöcke zum im-Nebel-stochern.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Brumser
    Sofort mit AS wiederbehandeln, aber von oben. Der Erfolg ist mit der Behandlung von oben sicherer, weil die nach oben steigende Stockwärme bei der Verdunstung der Säure mithilft.
    Gruss
    Jon

  • @ Brumser


    du schneidest Drohnenbrut bis Ende Juli???????
    Weisst du eigentlich was du da deinen Völkern antust?
    Und der Erfolg lässt ja auch zu wünschen übrig, wie du siehst.
    Bitte fangt endlich an, mit der Natur, nicht dagegen zu imkern. Versuchs mal mit Oxalsäure verdampfen, dann kannst du dir das Drohnenschlachten und Bienen-Quälen mit AS ersparen.


    grüsse Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Salute, also zu dem Thema haben wir hier letztes Jahr schonmal geschrieben - aber da ich mit der Suche gerade nicht fündig werde - fehlt auch der link.


    Hatte im letzten Herbst ein ähnliches Problem - wirst, wenn Du suchst auch reichlich tote und noch lebende vergrüppelte Bienen vor dem Stock finden.
    Hab dann extra lang mit AS behandelt und gewartet, was im Frühjahr passiert.
    Naja iss im Moment mein stärkstes Volk - also Kopf hoch.


    Was ich als Beginner mal fragen muss iss - 3 mal im Jahr mit AS behandeln??
    Ich mach das vor der Tracht und jetzt nochmal - wo ich mich gerade über die angesagten kalten Temperaturen ärgere. Aber wie macht man das drei mal und dann noch schleudern.. da hab ich ja die AS voll im Honig oder geht das, wegen Eurer Kisten - und der Behandlung von untern trotzdem?

    aller Anfang ist schwer...


    (hab Hinterbehandler mit Freudensteinmaß - bekomm ich da schon Artenschutz :-) )

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Zum Beitrag von TorstenS!
     
    Vor der Tracht behandeln ist angeblich auch nicht gut, da dann AS auch in den Honig kommt. Die drei Behandlungen beziehen sich auf die Zeit nach der Ernte. Abstände von 7 Tagen sollten am besten sein. Ich bin der Meinung, dass die Zeitabstände nicht so genau sind. 1. Behandlung direkt nach der letzten Ernte durchführen, bei mir ca Ende Juli.
     
     
    MfG
    Bienenmaul

  • Die lieben Viren!


    2002 wurde eine Studie über das Vorkommen von Viren (die 6 am meisten vorkommenden Viren) in Bienenvölker durchgeführt.
    73 Bienenstände, 10 Bienenvölker pro stand in verschiedenen geographischen Zonen.
    Pro Volk wurden im Frühling, sommer und Herbst eine Probe von 100 Bienen und eine Probe von 100 Maden untersucht.
    Im Herbst wurden auch Varroa-Proben aus jedem Volk untersucht.
    Insgesamt wurden 1620 Bienen-Proben, 1610 Brut-Proben und 240 Varroa-Proben untersucht.



    In allen Varroa proben wurde der DWV gefunden!
    In 46% der Milben, den SBV.
    In 33% den ABPV.
    In 4% den KBV.
    Der CBPV und der BQCV in keiner der Proben.


    In den Bienen-Proben war DWV in über 80% unabhängig der Jahreszeit.
    In der Brut 40% im Frühling, bis zu 80% im Herbst.


    Ein starker Virus-Befall der Milben ist nicht umbedingt mit einem starken Virus-Befall der Bienen gleichzusetzen.
    Ein starker Virus-Befall der Bienen führt auch nicht umbedingt zum Ausbruch der Krankheit.

  • Hi ThorstenS,


    Zitat

    (hab Hinterbehandler mit Freudensteinmaß - bekomm ich da schon Artenschutz :-) )


    Da bekommst Du fast schon Polizeischutz - rund um die Uhr! :daumen::Biene::daumen:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Brumser,


    du schreibst nicht dass du Jungvolksbildung oder ähnliches betreibst.


    Zum imkerlichen Jahresbblauf sollte man Ableger oder Kunstschwärme bilden.
    Bleibt diese Art der Volksverjüngung aus hat man im Sommer, Herbst mehr Milben in den Völkern als mit.
    Man muss die Milbenlast verdünnen.


    Nicht zu vergessen ist die Umgebung wo die Bienen stehen, um so höher die Bienendichte, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit dass die Völker mehr Milben haben


    Solchen Völker die Bienen mit verkrüppelten Flügeln haben, sind vom Flügel-Deformations-Virus befallen, man kann solche Völker verstärken mit Bienen oder Brutwaben.
    Der Rest geht von selbst.


    Die Behandlung von unten mit 60% AS ist nicht immer wirksam, nicht vergessen das Wetter war nicht immer dafür optimal.
    AS ist eine Faktoren Behandlungsform, es müssen bestimmte Faktoren stimmen sonst wirkt die Behandlung kaum oder unzureichend.


    Bekannter weise ist Säure schwerer als Luft und sinkt zu Boden, behandelt man von unten ist die Wirkung stark eingeschränkt.


    Viele Imker machen den Fehlen behandeln einfach nur, eine Prüfung findet kaum statt, ob die Behandlung auch wirkt.
    Es bringt nichts nur zu Behandeln und hinter sagt man ich habe behandelt.

  • Hallo Brumser,
     
    du schreibst nicht dass du Jungvolksbildung oder ähnliches betreibst.
     


     
    Ich habe diese Jahr einige Ableger gebildet. Irgenwann wusste ich nicht mehr wohin mit den Bienen :roll:. Diese haben sich auch prächtig entwickelt.:-D
     
    Der starke Befall war seltsamer weise nur bei diesem einen Wirtschaftsvolk festzustellen. Die Behandlung war immer bei Temperaturen um die 25°C. Sollte also schon gewirkt haben. Zumindest hatte sie deutliche Wirkung auf das Gras vor den Fluglöchern.
     
    Die Völker sind alle noch sehr stark, auch mein Problemfall.
     
    Ich habe heute noch ein 4. mal behandelt. Diesmal von oben. Bin gespannt wie viele Milben diesmal noch fallen.
     
    Gruß
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Hallo erfahrene Imkerkolleginnen und -kollegen


    Auch ich habe diesen Herbst in starken Völkern viele verkrüppelte Bienen. Ich frage jetzt etwas, was früher vielleicht schon beantwortet wurde:


    Kann ich mit einer guten und erfolgreichen Varroabehandlung die Völker noch gut über den Winter bringen,oder war meine erste Behandlung ( Anfang August) zu spät, so dass trotz guter Varroabehandlung wahrscheinlich mit Völkerverlusten zu rechnen ist? Können noch genug gesunde Winterbienen dazukommen? Ich hatte bisher nie Bienen mit verkrüppelten Flügeln.


    Herzlichen Dank für Eure erfahrenen Antworten :Biene::Biene::Biene:
    Jon

  • Hallo, Jon,
    das hängt von deinem Vorgehen in der Zeit davor ab.
    Falls du intensive Schwarmverhinderung ohne ausreichende Jungvölkerbildung betrieben hast, kann es eng werden.
    Ablegerbildung unter Mitnahme vieler Brutwaben entlastet das Ursprungsvolk sehr, belastet aber die Jungvölker.
    Ich weiß nicht, wann es bei dir endgültig kalt wird, aber an deiner Stelle würde ich sofort 2x Schwammtuch AS im Wochenabstand machen, und dazwischen und danach noch dünnflüssig füttern.
    Sobald sie aus der Brut sind im Winter, dann eine OS-behandlung deiner Wahl.
    Du brauchst auf jeden Fall jetzt etwas, was auch in der Brut wirkt, und das ist nur AS.
    Dünn füttern, um nach der Behandlung noch einmal den Bruttrieb aufflackern zu lassen und um die geschädigte und ausgeräumte Brut zu ersetzen.
    Und nächstes Jahr wäre es klug, zur Schwarmzeit KS mit der Altkönigin zu bilden, die Brut völlig getrennt schlüpfen zu lassen, zu behandeln und danach den KS zur Verstärkung wieder zuzugeben.
    Falls du sehr auf Honig angewiesen bist, die Alternative: direkt nach dem letzten Abschleudern sehr große (2kg) KS bilden, mit beliebiger legender Königin, alle Brut wieder zu Brutscheunen zusammenstellen, behandeln, und den KS danach wieder zufegen.


    Bildest du fette Ableger mit vielen verdeckelten Waben, bekommen sie sofort die volle Last der Varroa zu spüren, auch wenn das Muttervolk zeitweilig dadurch Erleichterung bekommt.
    Bildest du schwache Ableger, gibt es keine Entlastung, aber im Verhältnis zu Brut & Bienen immer noch zu viele Varroen im Ableger.
    Brutpausen sind hilfreich, aber nicht wirklich entscheidend.
    Die Entscheidung fällt immer bereits bei Brutbeginn im Januar, ob dann da wenig oder viele Milben sind, wie sich das Volk (und die MIlben) entwickelt.
    Und ganz ursächlich bereits jetzt.
    Also, auch wenn ich persönlich AS hasse, für dich gibt es jetzt keine Wahl mehr.
    2ml 60% pro vorhandener Wabe auf Schwammtuch, abends einlegen, nächsten Abend trocken entnehmen, nach 7 Tagen wiederholen.
    Nicht bei Regen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ...und wie soll 60%ige Säure wirken, wenn sie am Abend angewendet wird? Die nächsten Tage wird es nachts bis auf 5 Grad Celcius runtergehen. Am Dienstag wird es etwas über 10 Grad geben, am Mittwoch 15, da wird nichtmal die 85%ige zufriedenstellend wirken, auch nicht mit der höheren Dosis der MoT Behandlung. Vielleicht bin ich zu kritisch? Jon Godly, wie hoch ist der nat. Milbenfall/Tag?


    Gruß
    Simon