Sortenbezeichnung

  • Hallo


    Ich habe derzeit eine kleine Diskussion mit meinem Vater, wie wir unsere Honige nennen wollen.
    Den Honig, den wir am Hauptstand ernten haben wir bis jetzt immer als "Sommertracht" verkauft, da wir einfach nicht wussten, was drinne ist.
    Nun wissen wir - dank einer Analyse - dass es Lindenhonig ist. Ich würde ihn deshalb auch gerne Lindenhonig nennen, mein Vater hat aber bedenken, dass die Kunden ihn nicht kaufen. Erstens, weil sie "Sommertracht" von uns gewohnt sind und zweitens, weil sie evtl. Linde abschreckt, da er doch ein wenig das Image hat nach Medizin zu schmecken.
    Wird Lindenhonig gut angenommen ?



    Das zweite Problem ist unser "Waldhonig" ... Er besteht aus:
    - 39% Linde
    - 27% Edelkastanie
    - 21% Stein- Kernobst
    - 13% Sonstiges


    Als Sortenbezeichnung wird ebenfalls Linde empfohlen. Nur würde ich gerne meinen Honig vom Hauptstand als Lindenhonig bezeichnen. Außerdem schmeckt der "Waldhonig" dank des Kastanienanteils auch etwas herber. Würde deshalb den "Waldhonig" gerne vom Lindenhonig durch eine andere Bezeichnung abgrenzen.
    Waldblütehonig ? Linde mit Edelkastanie ? Was ist möglich und vor allem zulässig ?

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"


  • Wird Lindenhonig gut angenommen ?


    Lindenhonig ist der, den meine Kunden am häufigsten nachfragen und der meist als allererster ausverkauft ist.



    Waldblüte würde gehen (und sollte auch zulässig sein).


    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Christian,


    wie wärs mit der Bezeichnung "Sommertracht" für deinen Waldhonig. Lindenhonig dürfte nicht gehen, da nicht mind. 50% Linde enthalten.
    Bei Bezeichnung "Sorte" mit "*.*" muss mindestens 50% Sorte UND 30% "*.*" enthalten sein.


    Meine Empfehlung: "Sommertracht Klein-Imkersdorf" und "Sommertracht Waldheim" - Damit die Kunden die Landschaft besser rausschmecken können.


    Gruesse


    seb

  • Hallo,
    Sortenhonig im Angebot zu haben ist eine schöne Sache, wenn man die Sorten dauerhaft im Angebot hat. Ist die Lindentracht eher eine Ausnahme würde ich darauf verzichten und eher allgemeine Bezeichnungen verwenden.
    Gruß an alle Imkerinnen und Imker

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk


  • Die Probe wurde vom Bieneninstitut Celle untersucht und die empfohlene Sortenbezeichnung ist mit Lindenhonig angegeben.
    Scheinbar ist der Lindengeschmack so pregend, dass die Bezeichnung Lindenhonig noch zulässig ist.


    Hallo,
    Sortenhonig im Angebot zu haben ist eine schöne Sache, wenn man die Sorten dauerhaft im Angebot hat. Ist die Lindentracht eher eine Ausnahme würde ich darauf verzichten und eher allgemeine Bezeichnungen verwenden.
    Gruß an alle Imkerinnen und Imker


    Das dürfte kein Problem sein. Ich hatte die letzten Jahre immer schon den Verdacht, dass es Lindenhonig ist, da die Honigräume sich erst bei der Lindenblüte richtig füllten. Jetzt habe ich die Bestätigung. Werde aber meinen Honig zur Sicherheit nächstes Jahr/nächsten Jahre weiter untersuchen lassen.


    Lindenhonig ist der, den meine Kunden am häufigsten nachfragen und der meist als allererster ausverkauft ist.


    Ich denke auch, dass sich Lindenhonig besser verkaufen würde als Sommertracht. Ich hoffe, dass ich mich da noch durchsetzen werde ;)



    Waldblüte würde gehen (und sollte auch zulässig sein).
    Gerold


    Wenn es zulässig sein sollte, dann könnte ich mich damit anfreunden. Will in der Hinsicht nur nichts falsch machen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Jon,
    genau so würde ich es auch machen! :daumen:
    In der "BIENE" Nr. 8 war ein Beitrag von Honiggemeinschaften auf der SlowFood-Messe (http://slowfood.de/) dieses Jahr in Stuttgart.
    Für mich die wichtigsten Erkenntnisse der Autorin Marianne Kehres war folgende:

    Zitat

    Das Feedback der Kunden in punkto Honig war ziemlich eindeutig: Ein qualitativ guter und unbelasteter, feincremiger Honig vom Imker vor Ort sollte es sein. Der Preis spielt dabei nicht mal die Rolle. Für einen solchen Honig sind Kunden bereit, nicht nur 4 € sondern auch 5 oder 6 € zu bezahlen. Als Problem tat sich häufig ein anders auf: Ein potentieller Kunde weiß schlicht nicht, wo der nächste Imker wohnt.
    Übrigens: Mit dem Wort "Frühtracht" konnten die wenigsten etwas anfangen! Hier werden wir in Zukunft andere Bezeichnungen wählen...


    Allein diese Passage des Artikels stellt doch einige Probleme in der Vermarktung dar und gibt die Möglichkeit gegen zu steuern.
    Obwohl ich zum Beispiel die Vermarktung im DIB-Glas auf einer SlowFood-Messe sehr gewagt finde, weil der Honig sich von der Aufmachung her nicht mehr von dem 3 EURO-DIB-Glas-Honig im Supermarkt unterscheidet. Aber das ist wieder eine ganz andere Baustelle... :cool:


    Gruß
    Ralph