Robinie anpflanzen?

  • Noch etwas zu den Bienenbäumen. Ich habe auch einige aus Samen gezogen und als Heister in der Baumschule gekauft. In beiden Fällen haben die Schnecken (auch beim 2m Heister) ganze Arbeit geleistet und ein 2m Heister ist durch Spätfroste im April diesen Jahres eingegangen.
    Ein Imkerkollege aus meinem Verein hat einen riesigen Bienenbaum im Garten. Ich glaube sein Vater oder Großvater hatte ihn gepflanzt. Auch dieser ist vor Jahren einmal gänzlich zurück gefroren. Selbst ältere Bienenbäume sind in unserer Gegend bzw. in ungünstigen Lagen nicht 100% "Klimatauglich".


    Aber lassen kann ich es trotzdem nicht.


    Gruß Peter

  • Nun, ich sollte vielleicht anmerken, dass bei uns im Innenhof seid ca. 20 Jahren eine persische Seidenakazie wächst + gedeiht.
    Im Garten ist die Marone auch schon 10m hoch.
    Und an den Mauern wächst Wein - ich hoffe also noch auf mind. einen Bienenbaum....


    Die Schnecken haben dieses Jahr übrigens so ziemlich alles gekillt - an den Euodias waren sie aber nicht.

  • Hallo Zusammen,
    eine Imkerkollegin (schon etwas älter, Mitte 70) hat vor einigen Jahren eine Robinie in ihren Garten gepflanzt (eine Sorte mit rosa Blüten). Da sie ihren vergleichsweise großen Garten auf Grund nachlassender Körperkräfte nicht intensiv bewirtschaften konnte, hat sich die Robinie in ihrem Garten massenhaft ausgebreitet. Für extensiv bewirtschaftete Gärten ist das also nix, es sei denn, man möchte in einigen Jahren einen Robinienwald.
    Auf Grund dieser Erfahrung habe ich davon Abstand genommen, Robinien in meinen (rd. 1400 Quadratmeter) großen Garten zu pflanzen. Stattdessen habe ich zwei Robinien auf meine Schafweide geplanzt (beobachte diese aber mit Argusaugen, weil ich nicht möchte, dass sie sich weiter ausbreiten).


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • ...dass bei uns im Innenhof seid ca. 20 Jahren eine persische Seidenakazie wächst + gedeiht.


    Hallo Barbara,


    ich habe eine Seidenakazie dieses Jahr aus Samen gezogen.
    Ist noch ein Winzling. Hoffe sie kommt über den Winter...


    Kannst Du ein paar Worte (Foto?) schreiben über Wuchsverhalten, Ansprüche und Blüte. Was halten die Bienen davon?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo, Hardy,


    dann drücke ich mal die Daumen für Deinen Sämling - ich glaube, ich würde den aber zumindest im ersten Winter noch frostarm halten.


    Der Baum wächst schon locker. Allerdings kann man sich bei Regen nicht druntersetzen, er klappt einfach die Blätter zusammen ;)


    Ich habe Fotos, ich müsste allerdings erst mal die Suchfunktion einsetzen, um zu sehen, wie ich die hier einstellen kann (>1MB).


    Die Blüten sind einfach herrlich, die Akazie hat von Ende Juni bis jetzt geblüht.


    Die Bienen schienen in diesem meinen ersten Bienen-Jahr allerdings nicht so viel davon zu haben - es regnet hier dieses Jahr einfach zu viel.
    (Außerdem schrauben sie sich mühsam über´s Scheunendach, um hinzukommen, statt die Abkürzung durch die Scheune zu nehmen...)


    Gelesen habe ich: Nektar + Pollen gut


    Bei uns steht der Baum im geschützten Innenhof mit viel Sonne fast den ganzen Tag.


    Hilft Dir das erst mal?

  • Der Baum wächst schon locker. Allerdings kann man sich bei Regen nicht druntersetzen, er klappt einfach die Blätter zusammen


    Danke Barbara,


    überwintern dürfen sie im Haus, wie die jungen Bienenbäume.


    Die Sämlige stehen zwar unter einem Dach - also kein Regen - aber sie klappen ebenfalls abends die Blätter zusammen.


    Mir sind viele Sämlinge eingegangen. Ich hatte sie "normal" gegossen.
    Seit ich sie etwas trockener halte, habe ich keine mehr verloren.


    Beim Auspflanzen in 2 oder 3 Jahren werde ich den Boden gut drainieren.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ja, stimmt!
    Wir hatten eine "natürliche" Drainage im Beet - unsere Birke.
    In diesem heißen April musste sie allerdings ihr Leben lassen, sie war dabei, ALLES andere im Beet verdursten zu lassen + ließ trotzdem die Blätter hängen.


    Ich habe dieses Jahr neben vielen Hummel auch Taubenschwänzchen in der Akazie gesehen-schööön.


    Wenn ich es schaffe, nächstes Jahr einen Ableger von meinem (Bienen-)Ableger (seehr sanft) zu machen, stelle ich ihn einfach mal mit Flugrichung Innenhof-vielleicht kann der die Akazie besser nutzen.


    Irgendwie hatte ich ja auch gehofft, dass ich meine Bienen mit Marone, Linde und Seiden-(rosen-)akazie durch den Sommer bringe. Das war wohl eine Fehleinschätzung.
    Mein (schlecht gelauntes) Hauptvolk füttere ich schon seid Ende Juli - und man kann es noch nicht als Einfüttern bezeichnen...


    Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg mit Deinen Sämlingen-es sind wirklich herrliche Bäume!

  • Hallo Allerseits!
    Man sollte die Finger weglassen vom Robinien-Anbau. Diese Pflanzen vermehrt sich zumindest hier in Österreich dermaßen, dass sie die natürliche Vegetation durch anreichern von Stickstoff im Boden zerstört bzw. sehr stark verändert.
    Und das braucht man meiner Meinung nach nicht noch zu fördern.
    Ich will ja nicht mit den Finger auf eine Berufsgruppe zeigen, aber sollten nicht gerade die Imker auch ein bißchen an die natürliche bzw. naturnahe Vegetation denken. Ich mein ein paar Kilogramm Honig mehr mag ja ganz schön sein, nur ist es wert, einer Pflanze Vorschub zu leisten, die die anderen Arten verdrängt?
    Und: eine so ausbreitungsfreudige Art am Ausbreiten zu hindern, haben nicht mal die botanischen Gärten geschafft, die vielleicht doch etwas sorgsamer sind (nehme ich halt an).
    Gruß, Johannes


    PS: ich persönlich bin fast schon "allergisch" auf die Robinie ;)

  • Hallo Allerseits!
    Man sollte die Finger weglassen vom Robinien-Anbau. Diese Pflanzen vermehrt sich zumindest hier in Österreich dermaßen, dass sie die natürliche Vegetation durch anreichern von Stickstoff im Boden zerstört bzw. sehr stark verändert.


    Na ja Schinni so arg ist ist es bei uns bei weitem noch nicht. Übrigens, Akazie ist bei uns im Weinviertel von allen Bewohnern überaus begehrt. Warum: sehr festes Hartholz, als Brennholz beinahe gleichwertig mit der Eiche, wächst aber bedeutend schneller und wir Imker freuen uns über deren herrliche Blütenpracht.


    Persönlich habe ich meinen Bienengarten mit etwa 200 Akazienbäumen umpflanzt, ist mittlerweile ein echtes Paradies geworden.


    Ach ja noch etwas: ein Vorposter hat kürzlich geschrieben, dass dieser Baum und deren Früchte giftig wären. Dies stimmt definitiv nicht, denn wir essen Robinienblüten roh en masse und im Palatschinkenteig mitgebacken. Die Blüten sind ein kulinarischer Genuss, sowohl für Bienen, als auch für Imker. :daumen:

  • Hallo Allerseits!
    Diese Pflanzen vermehrt sich ... dermaßen, dass sie die natürliche Vegetation ...zerstört
    Gruß, Johannes


    Hallo, Johannes,


    ich fürchte, in meinem Garten ist nicht seeehr viel natürliche Vegetation - und wenn doch, rücke ich ihr meist mit der Hacke zu Leibe ;)


    Nix für ungut - man sollte natürlich schon gucken, wohin man was setzt.

  • Zitat

    Ach ja noch etwas: ein Vorposter hat kürzlich geschrieben, dass dieser Baum und deren Früchte giftig wären. Dies stimmt definitiv nicht, denn wir essen Robinienblüten roh en masse und im Palatschinkenteig mitgebacken. Die Blüten sind ein kulinarischer Genuss, sowohl für Bienen, als auch für Imker.


    Hallo Jofl,
    ich kann eigentlich nicht mitreden, da ich es noch nicht gegessen habe. Aber wenn man google bemüht, findet man dieses:




    Giftigkeit [Bearbeiten]Sowohl die Samen als auch die Borke der Gewöhnlichen Robinie enthalten die toxischen Proteine Robin und Phasin (Toxalbumine), das Indoxyglykosid Indikan, das Glykosid Robinin sowie das Flavonglykosid Akacain. In der Borke sind die Inhaltsstoffe stärker konzentriert. Vergiftungen treten in der Regel jedoch weniger häufig durch das Kauen von Borke als durch den Verzehr von Samen auf. Besonders Kinder sind hierdurch gefährdet. Vergiftungserscheinungen gehen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz einher. Die Gewöhnliche Robinie ist auch für Pferde, Hunde, Nager, Katzen und Vögel giftig.


    In geringem Umfang enthalten auch die Blütenöle das giftige Piperonal.


    Gruss Peter

  • -Petersiliensamen sind hochgiftig,
    -Sellerie kann, in großen Mengen verzehrt, zu phototoxischen Reaktionen führen,
    -Kaffee, Kakao, diverse Kräuter...


    Die Liste könnte man bestimmt noch endlos fortsetzen - bei diesen Lebensmitteln gilt aber "Die Dosis macht das Gift" - Jofl kann also bestimmt weiterhin seine Robinien-Palatschinken geniesen ohne gleich tot umzufallen :D

  • @ the czar


    Grundsätzlich ist alles Gift, lediglich die Dosis machts aus. Bin simafufzig und erfreue mich nach wie vor bester Gesundheit. Holler- oder Robinienblüten im Teig, ist einfach ein Wahnsinn.:daumen:


    Möglicherweise kommt Wiki noch auf die Idee und behauptet Akazienhonig sei giftig.:lol: