Robinie anpflanzen?

  • Hallo zusammen,


    ich bin am Überlegen, ob ich in einem Garten zwei (Gewöhnliche) Robinien pflanzen soll. Dabei beschäftigen mich zwei Dinge, zu denen ihr mir vielleicht eure Meinung sagen könnt.


    - Fangen die Bienen mit zwei Bäumen überhaupt etwas an? Ich meine hiermit nicht, ob es sich "lohnt", die Bäume anzupflanzen in dem Sinne, dutzende von Kilos Akazienhonig zu ernten und zu verkaufen. Aber das ein oder andere Gläschen für den Eigenbedarf wäre schon nett - auch wenn es viele Jahre dauern sollte, bis die Robinien entsprechend groß sind. Wäre eine Anpflanzung also in diesem Sinne ok?


    - Ich lese immer wieder, dass die Robinie als invasiver Neophyt gilt. Ist zu erwarten, dass ich die Bäume am unkontrollierten Ausbreiten (Wurzelsprossen, Samen) erfolgreich hindern kann? Ich will ja keinen Schaden anrichten. Auch wäre es blöd, wenn auf dem Nachbargrundstück durch Wurzelsprossung o.ä. Robinien wachsen. :oops: Was wäre bzgl. Wurzelsprossung ein vernünftiger Abstand zu Nachbargrundstücken?


    Sollte das alles wenigstens ein bisschen Sinn machen, müsste ich nur noch eine Robinie finden, von der ich Samen mopsen kann... :wink:


    Schönen Dank und Grüße,
    Martin

  • Hallo Martin!


    Mich hat´s ganz frisch hierher verschlagen (wie man an den Beiträgen sieht), aber ich überlege eben auch ob Robinie oder nicht.


    Auf unserem Grundstück stehen ein paar Sämlinge rum und sie wachsen sehr schnell. Da wir unser Grundstück praktisch pflanzenfrei gekauft haben, kann ich sagen, dass es zwei Sämlinge in höchstens drei Jahren auf lockere 2,50m geschafft haben. Eine davon hat dieses Jahr sogar die ersten Blüten dran gehabt! Die eigene Anzucht kann sich also lohnen.


    Der Pflanzabstand zur Grenze muß bei uns die Hälfte des künftigen Kronendurchmessers bzw. der endgültigen Baumhöhe haben, also falls er mal 10m hoch wird, muß er mindestens fünf Meter von der Grenze weg stehen.
    Das sollte eigentlich auch den befürchteten Wurzelausläufern ausreichend vorbeugen.
    Samenflug kann man kaum verhindern.


    Viele Grüße von einer imkernden Pflanzenliebhaberin.:wink:

  • Hallo Martin,
    also ich finde deine Überlegungen sehr gut.Die Robinie gehört zu den interessantesten Laubgehölzen überhaupt. Das geht bei der Blattform los und geht bis zur tief gefurchten Rinde eines älteren Baumes, die schönen Blüten, der Duft, der bizarre Wuchs u.s.w. Allerdings ist zu beachten, dass alle Pflanzenteile giftig sind und eine Neuanpflanzung im Bereich von Kindergärten o.ä. zu überdenken wäre.

    Zitat

    Ist zu erwarten, dass ich die Bäume am unkontrollierten Ausbreiten (Wurzelsprossen, Samen) erfolgreich hindern kann?


    Ja. Die Vermehrung über Samen ist eher auf Brachflächen ein Problem. Bei umliegenden Flächen die einer regelmäßigen Bearbeitung (z.B. gemähte Rasenflächen) unterliegen können diese sich nicht entfalten. Auch für die Wurzelsprosser gilt, solange die Mutterpflanze nicht gestört wird (besonders bei Baumfällungen) stellen diese keine Gefahr dar.

    Zitat

    Aber das ein oder andere Gläschen für den Eigenbedarf wäre schon nett


    Ich glaube da kommst du mit ein oder zwei Bäumen nicht weit. Zwar können Robinien riesig werden, doch eh das soweit ist, musst du deine Enkel überzeugen die Imkerei weiter zu führen.


    Schöne Grüße Peter

  • robinien im eigenen hausgarten bitte nur dann, wenn dieser auch groß genug ist. robinien wachsen zu stattlichen bäumen heran. ausserdem brauchen sie sehr viel wasser. sie wurzeln auch sehr tief. von 2 bäumen haben die bienen eh nicht wirklich was. also wenn du nicht über ausreichend wald oder parklandschaft verfügst würde ich es sein lassen. du kannst dir allerdings kleiner bleibende kugelakazien anschaffen.

  • Hmm, die Entscheidung ist nicht einfach. :confused::)
    Dann vielleicht doch eher zwei Bienenbäume, sollte ich die Samen herbekommen. Da haben die Bienen vlt. mehr davon...

  • Nein, kauf keine Samen oder kleinen Bäume!
    Denk an Henry vorletztes Jahr, dem sind noch in 6m Höhe die Kronen abgefroren.
    Und hier bei mir haben die Schnecken ganze Arbeit an den Sämlingen geleistet, es waren über 70 aufgegangen, und nach zwei Tagen im Mai draußen in Töpfchen auf Steinen auf Salzschicht(!!!!) in Katzenkloschale waren sie abrasiert, die anderen Schnecken sind über die Salzopfer einfach weggekrochen...:evil::evil::evil:
    Wenn du kannst und die Transportmöglichkeit hast, kauf übergroße Bienenbäume, die nicht mehr per Post zu versenden sind, so ab 3,50m aufwärts.
    Die sind wesentlich weniger empfindlich (und billiger als die in der idealen Transportgröße...)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, kauf keine Samen oder kleinen Bäume!
    Denk an Henry vorletztes Jahr, dem sind noch in 6m Höhe die Kronen abgefroren.
    Und hier bei mir haben die Schnecken ganze Arbeit an den Sämlingen geleistet,



    Sabine, soll der Henry doch bei Frost in 6m Höhe die Zähne rausnehmen - da passiert auch den Kronen nix...:cool:


    Zu den Bienenbäumen:
    Es ist mal wieder so weit - Sie blühen... :daumen:
    Von meiner diesjährigen Aussaat ist noch keine Schnecke an die Sämlinge gelagt. Ich sage nur: Schneckenkorn!


    Einen größeren Baum zu kaufen dürfte in aller Regel teuer sein.
    Empfehlung: Aussaat im Frühjahr!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Guten Morgen Martin
    Wie sieht bei dir die Flora aus, wenn vorhanden dann still und leise in Hecken bzw. an Waldrändern, oder wo Windwurfflächenvorhanden sind Samen bzw. Heister aussetzen. :oops: Ich frage hier bei uns keinen Waldbesitzer, merkt ja eh keiner was davon, und wenn, dann sind die Robinien schon zu stattlichen Bäumen herangewachsen. Robinienholz ist sehr gutes Kaminholz. Bei Neuanpflanzungen bitte auf genügend Sonnenlicht achten.
    Gruß
    Franz aus der Steiermark

  • Hallo,


    Ich frage hier bei uns keinen Waldbesitzer, merkt ja eh keiner was davon, und wenn, dann sind die Robinien schon zu stattlichen Bäumen herangewachsen.


    :eek:


    sabi(e)ne schrieb:

    Und hier bei mir haben die Schnecken ganze Arbeit an den Sämlingen geleistet, [...]


    Radix schrieb:

    Von meiner diesjährigen Aussaat ist noch keine Schnecke an die Sämlinge gelagt.


    Hmmja, also ich würde sie erst mal im Haus ein Stück weit aufziehen. Dann sollen sie in (große) Töpfe wandern und dann irgendwann nach draußen in den erwähnten Garten. So jedenfalls meine - vielleicht etwas naive - Vorstellung. :-) Sicher, das Erfrieren ist ein Risiko (das aber auch für größere Euodias gilt, wie ich hier im Forum gelesen habe), allerdings lebe ich hier in einer doch eher milden Gegend.


    Aber, um ein kurzes Fazit zu machen:
    - Robinie bringt in der geringen Anzahl der Biene kaum etwas und mir nix. Oder sieht das jemand anders?
    - Bienenbaum bringt der Biene, auch bei nur zwei Stück, sehr viel. Mir bringts allenfalls einen etwas seltsam schmeckenden Honig, aber mei, irgendwas ist halt immer. :wink:


    (Eine (Anfänger-)Frage drängt sich mir noch auf, das kommt jetzt aber doch vom Thema ab. Sollte man den Bienenbaum-Honig nicht mögen/wollen, könnte man den nicht einfach bei den Bienen belassen als Winterfutter?)



    Schönen Dank nochmal für eure Meinungen.


    Martin

  • Sollte man den Bienenbaum-Honig nicht mögen/wollen, könnte man den nicht einfach bei den Bienen belassen als Winterfutter?


    Hallo Martin,


    genauso mach ich`s!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo, Martin,


    wenn Du Platz hast, pflanz´doch einfach das Ro-Bienchen. Sie duften und summen wirklich sehr schön während der Blüte.
    Ich habe mir ein Meter-Bäumchen aus Brachland ausgebuddelt, allerdings hat es erst mal alle Blätter geschmissen (am einzigen heißen Augusttag, ich hoffe, es kommt trotzdem noch).


    Bienenbäumchen habe ich trotzdem auch - alle dieses Jahr mit ca. 50cm gekauft, der erste ist schon mind. 1,5 m hoch. Mal gucken, wie´s weitergeht.
    So langsam brauchen wir aber wohl doch mal eine Obstbaumwiese...


    Viel Erfolg

  • Zitat

    robinien im eigenen hausgarten bitte nur dann, wenn dieser auch groß genug ist. robinien wachsen zu stattlichen bäumen heran. ausserdem brauchen sie sehr viel wasser. sie wurzeln auch sehr tief.


    Was bedeutet groß genug, so geschrieben, bekommt er gleich Angst vor so einem Baum. Zur Not kann man vielleicht auch mit dem Nachbarn reden und ihn auf die Grenze pflanzen, so haben beide etwas davon. Übrigens dauert es sehr lange bevor er so riesig wird. Das Schattenproblem ist bei vielen älteren Robinien auch nicht so gravierend, da der Baum im Frühjahr spät austreibt und im Alter oft sehr lichtdurchlassend wächst.
    Wenn ein Baum sehr tief wurzelt ist das doch super. Unsere "wilden" Robinien hier wachsen nur auf sehr trockenen Ecken, da wo die anderen Laubbäume schon aufgegeben haben.


    Gruß Peter