Beute ins "Wasser" stellen

  • Hallo,
    mein Imkerpate war vor kurzem an meinem Stand und bemängelte das zwei Beuten schief standen.
    Ich habe 2 Beuten auf Palette stehen, und die ist in der Mitte ein wenig durchgebogen.
    "Ich stellen meine Beuten immer mit der Wasserwaage auf, das ist wichtig." meinte er zu mir.


    Ist es wirklich so fatal wenn die Beuten leicht schief (ca 4-6mm) stehen? In der Natur ist doch auch ziemlich wenig "im Wasser", oder?!


    Hat damit jemand Erfahrung oder vielleicht Argumente dafür?



    Grüße Hummelche

  • In der Natur ist der Baum vielleicht schief, ja, aber die Waben werden von den Bienen exakt Lotrecht angelegt.
    Speziell für Naturbau ist das Waagrechte aufstellen also wichtig.
    Außerdem nimmt die Bienentanzsprache die Schwerkraft als Bezugspunkt, könnte also auch bei Mittelwandvölkern störend sein.


    Bei mir stehen aber auch nicht alle Völker absolut waagrecht :)


    Gruß
    qwerty

  • Hallo, Hummelche,
    das kommt drauf an, in welcher Richtung sie schiefstehen.
    Wenn du Querbau hast, ist es nicht schlimm, die Wabe an sich hängt dann trotzdem noch lotrecht nach unten.
    Bei Längsbau ist das mistiger.
    Da ich mittlerweile viel Naturbau machen lasse, MUSS ich alles in Waage haben, ansonsten werde ich keine Chance bekommen, jemals ein Rähmchen ziehen zu können; dann halten sich die Bienen nämlich nicht an die Senkrechte des Rähmchens, sondern bauen ausschließlich nach dem Lot der Schwerkraft.
    Und da reichen minimale Abweichungen, die sich über die ganze Zarge addieren, um Chaos zu bekommen.
    Wenn du mit MWs arbeitest, fällt das nicht so sehr auf, aber es widersteht den Bienen sehr, nicht wirklich senkrecht bauen und brüten zu können.
    Bitte mach dir Mühe, die Palettenmitte mit Steinen zu unterlegen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    daß es den Bienen widerstrebt halte ich nicht für richtig. Den Bienen dürfte das egal sein. Das Ganze richtet sich "von selbst" nach der Schwerkraft. Die Bienen ketten sich nach der Schwerkraft auf, sie können gar nicht anders. und auch der Naturwabenbau richtet sich nach diesem Naturgesetz ohne Zutun der Bienen. Im warmen Stock ist es sogar so, daß sich fertige Waben durch die Wärme (weiches Wachs) ins Lot ausrichten, wenn man sie nachträglich schräg hängt. Das sieht man gut an ausgebauten Baurahmen, wenn man sie zieht und nicht gerade hält.


    Daß es bei Naturwabenbau für den Imker (die Imkerin) wichtig ist, die Beute im Lot aufzustellen, mag sein. Ansonsten ist es besser, wenn die Beute nicht genau im Lot steht, damit bei Regen das Wasser besser abläuft. In irgendeinem Fachuch hab ich dies als Tipp gelesen, und jeder Baufachmann weiß, daß man Flächen, die der Witterung ausgestzt sind mit "Gefälle" versieht. Kannst ja mal zwei gleich große Bretter im Freien auslegen. Eins richtest Du mit der Wasserwaage aus, und das andere ebenfalls, aber mit 3% (3 cm auf ein Meter) Gefälle, möglichst diagonal. Wenn es mal regnet, dann beobachtest Du die beiden Flächen. Welche wird wohl zuerst trocken sein?


    Ob nun 1 % oder 5% ist nicht ausschlaggebend. Hauptsache schräg.


    Herzliche Grüße. Emil

  • Moin,


    ich kann das von Sabi(e)ne Beigetragene nur unterstreichen. Wenn beim Wandern die Völker so falsch stehen, daß das Lot den Unterträger nicht trifft, und zwar obwohl alle Waben ausgebaut sind, gibt das Verbau und zwar in und um die BauRahmen und sogar zwischen den Waben und Räumen. Ein ganz klein Wenig Neigung nach vorn (im Kaltbau) oder nach hinten ist unschädlich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • In der Natur ist der Baum vielleicht schief, ja, aber die Waben werden von den Bienen exakt Lotrecht angelegt.
    ...


    Gruß
    qwerty


    Da kann ich nur widersprechen. Alle meine Baurahmen habe ich bisher kontrolliert um der Frage nachzugehen, und nur zu etwa 50% sind die lotrecht mit einer großzügigen Gradabweichung. Oft finde ich sogar Waben, die so gebaut sind, als hätte man eine Mittelwand um 90° verdreht vorgegeben.


    In der Regel steht das Sechseck auf der Spitze, oft aber mit Abweichungen um die 5° rum, aber es gibt ab und an eine Wabe, wo es auf der Seite steht. Übrigens sind es nur 30° von der Spitze auf die Seite.



    Oh entschuldigung, ich habe da bestimmt was mißverstanden, natürlich bauen die die Fläche lotrecht exakt nach unten. Ich ging von der anderen Richung aus.

  • Hallo, Emil,
    nicht "mag sein", sondern IST so.
    Es ist nämlich nicht lustig, wenn von der Mitte des Oberträgers aus die Wabe ganz leicht schräg läuft und am Unterträgerrand des nächsten Rähmchens angebaut wird, und sich das durch die ganze Zarge fortsetzt.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • radiolaria : könnte das mit der dickeren Wabe bei Baurahmen zusammenhängen und evt zuwenig Platz?
    Ich habe das bei zwei anderen Kollegen gesehen, daß die Baurahmen öfters aus dem Lot sind, weil die Abstände für diese dickeren Waben nicht gepaßt haben, beide mit Selbstbaubeuten, wo genau 11 Waben reingehen (normale....) und nur neu und unbenutzt 10mm Schiebeplatz.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    ich bin versehentlich auf die Frage eingegangen, ob die Sechseckchen immer lotrecht mit der Spitze nach unten zweigen, und das tun die nie ganz korrekt.
    aber die komplette Fläche ist schon immer in Richtung Schwerkraft nach unten. Abweichungen habe ich da auch nur entdeckt, wenn die angrenzenden Waben aus irgendeinem Grund von der einen Seite nicht ganz und von der anderen weiter ausgebaut waren. Dann scheinen die Mädels vernünftiger Weise den Raum okonomisch auszunutzen.