Propolis-Tinktur 20 ml beim CVUA KA

  • Hallo,


    04.2007 zog der WKD bzw. das "Veterinär- und Verbraucherschutzamt" FDS, auf dem hiesigen Wochenmarkt, an meinem Imker-Honigstand,
    eine Probe meiner:


    "Propolis-Tinktur 20 ml


    Inhalt:
    Weingeist 70 %ig
    Propolis 10 %


    Herstellung:
    07.-10.2006 Kittharzsammlung von Hölzern in chemiefreien Bienenvölkern
    02.12.2006 Kittharz gewaschen
    04.12.2006 15 Gew. % Kittharz in Weingeist, täglich 2 x 1 Minute schütteln.
    23.12.2006 Sieben durch Kaffee-Papierfilter, Abfüllung


    Verfallsdatum: 01.07.2009


    Name Vorname
    Strasse Nr.
    PLZ Ort
    Telefon
    homepage"


    Ich habe gegenüber dem WKD auch mündlich keinen Heilmittelinhalt oder Heilwirkungen angegeben.


    Der Probenzieher hat auf seinem Formular aus ca. 5 möglichen Untersuchern ausgewählt: "Chemisches und Vetierinär-Untersuchungsamt KA (CVUA) ".


    Jenes beanstandet die Probe nun neben "im Labor ohne Auffälligkeiten", auf 8 DIN A4-Seiten u.a. per:


    1. "Als pharmazeutischer Unternehmer sei die Firma Name Vorname ... homepage" angegeben".


    2. "Entscheidend für die Einordnung eines Produktes als Arzneimittel oder Lebensmittel sei ... seine an objektive Merkmale anknüpfende überwiegende Zweckbestimmung, wie sie sich für einen durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher darstellt.


    3. Da u.a. im Internet Angaben zur Zweckbestimmung gefunden werden könnten, sei "Probolis ein Arzneimittel und kein Lebensmittel".


    4. Auf meiner Webseite gebe es zwar keinen Hinweis auf das Produkt, aber im Internet gebe es Hinweise auf Propolis-Erzeugnisse anderer Inverkehrbringer".


    5. Das CVUA beurzeilt das Produkt nach seiner Bezeichnung, ... als Arzneimittel nach § 2 (1) AMG. Diese Einstufung würde u.E. ergänzend gestützt durch Informationen ..., die durch die auf dem Etikett genannte Internetadresse leicht zugänglich seien.


    Dr. el-A...".


    Ich solle schriftlich erklären, dass ich keine Propolis-Tinktur mehr verkaufe, ....


    Der Probolis-Referent und Vorsitzende meines BV sagte nun, der BDI-Vorsitzende Rex habe 11.2006 mitgeteilt, dass sich die Rechtslage geändert habe, jeder Imker bei dem der WKD eine Probe gezogen habe, solle Propolis nicht mehr anbieten, nur www.comnatura.de habe eine Zulassung als Arzneimittel.


    Wie ist nach Eurer Kenntnis die derzeitige aktuelle Lage für Propolis-Tinktur vom Imker?

  • Nein, Eric,
    da steht explizit "als Kosmetika oder Arzneimittel in Verkehr zu bringen".
    Wenn ich Propolistinktur verkaufe, die als Möbelpolitur gedacht ist, darf ich das.
    Grundsätzlich ist es nach wie vor nicht verboten, nur ist die Auslegung der Ämter sehr verschieden.
    Und nein, Propolistinktur ist NICHT per se ein Arzneimittel.
    Imkerjonny hat nichts falsch gemacht, sollte aber lieber der Eindeutigkeit halber darauf hinweisen, daß es ihm als Imker nicht erlaubt ist, Propolistinktur als Kosmetikum oder Arzneimittel zu verkaufen, und sein Produkt selbstverständlich weder das eine noch das andere ist.:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    Ich habe nur einen Hinweis auf die Stellungnahme von Celle gegeben.


    Also zusammengefasst:


    Der Imker kann Propolis-Tinktur verkaufen wenn er sie bei Cum-Natura bezugen hat.
    Der Imker kann Propolis-Tinktur aus eigener Herstellung verkaufen, aber nur als Möbelpolitur.


    Ist das so Richtig?


    Eric

  • Hallo Eric,


    bei Deiner oben genannten ....pdf-URL heisst es:


    "LAVES - Institut für Bienenkunde Celle 2006, Dr. Werner von der Ohe ...
    Recht: Es ist für Imker verboten eigene Propolis-Produkte als Arzneimittel oder Kosmetika in den Verkehr zu bringen (Arzneimittelgesetz). Der Imker darf nur Rohpropolis anbieten".


    Ich bot kein Arzneimittel an sondern Propolis-Tinktur.


    Auch an Sabine,


    Nur noch in Bayern, soll derzeit nach meiner Kenntnis auf WKD-Veranlassung, noch ein Imker dazu gebracht werden, auf den Verkauf von imkerlicher Propolis-Tinktur, die nicht von comnatura.de stammt, zu verzichten.


    Auf dem Markt gibt es die ortsfremde Schwarzwälder Imkerin W., welche comnatura-Propolis-Tinktur anbietet. Sie fing sofort lautstarken Streit an, als sie nach Monaten wiederkam und mein Stand, seit 11.2006, sich noch neben ihrem befand. Sie stellte meinen Marktstand mit ihren Sachen zu, versperrte meine Zu- und Abfahrt.



    Sollte ich dem Abmahner entgegenkommen etwa mit:


    1. Auf die Angabe meiner Webseite, seit 1 Jahr nicht online, verzichten. Das wäre das Einfachste. Ob er dann verlangt ich solle auch auf meine Telefonnummer und Adresse verzichten, weil ich hierrüber angeben könnte, meine Propolis-Tinktur sei geeignet für ... und gegen ...?


    2. Auf dem Etikett anbringen: "Ohne Arzneimittelzulassung". Es gibt in D. auch nichtzugelassene Arzneimittel, z.B. attakiere/prozessiere die Lobbyvereinigung Zahnärztliche Vereinigung permanent gegen das Anti-Amalglam-Präparat DMPS, so dass das in D. nicht zugelassene Präparat DMSA nun zur ärztlichen Zahnmetall-Entgiftungs-Anwendung kommt.


    3. Die Propolis-Tinktur ohne Tropfeinsatz abfüllen oder in nicht so teuren braunen Apotheken-Fläschen, z.B. für Bohnenkamp oder Unterberg?


    4. Auf dem Etikett anbringen "Möbelpolitur" ;-)?

  • Es gibt noch eine Möglichkeit:
    Die Tinktur nicht mehr offen in dem Markstand auslegen...:daumen:
    So mache ich es.
    Kunden, die die Propolis-Tropfen von mir haben wollen, wissen, wo ich wohne, und nehmen sie nur dazu, ihre Möbel damit einzureiben...:u_idea_bulb02:
    Die Gesetze sind in diesem Falle nunmal lobbyistenfrundlich und imkerunfreundlich, aber was solls.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Noch dazu CVUAs:


    "Die Untersuchung ergab:
    Parameter Ist Probe
    Aussehen: orage bis dunkelbraun, klare Flüssigkeit
    Füllmenge: 22,5 ml
    (Volumenmessung) (112,5% der deklarierten Menge)
    pH-Wert: 4,7
    (Ph. Eur. 2.2.3, potentiometrisch
    Relative Dichte: 0,916
    (Ph. Eur. 2.2.5)
    Trockenrückstand: 5,7 % (m/m)
    Ethanolgehalt: 57,9 % (V/V)
    (Bestimmung der relativen Dichte d20/20 mit dem
    Biegeschwinger-Verfahren nach einer hauseigenen Prüfmethode)"


    Das in fast 4 Monaten, keine Schwermetalle, keine Pestizit-Perizin-Untersuchung?

  • Hallo,


    das ist eine Sauerei! In Ch und A dürfen die Imkers ihre Propolis-Lösung verkaufen. Hier sollte doch der DIB mal tätig werden und eine Initiative starten.


    Irgendwie kommt mir das ähnlich vor, als würde man einem Bauern nur erlauben Milch zu verkaufen, aber das Horn seiner Rindviecher nicht, weil es irgendwo auf der Welt als Medikament gebraucht wird :evil:

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo, Reiner,
    das ist aber schon so! Kopf von Rindern ist komplett BSE-Risikomaterial und damit Konfiskat.
    Von meinen Highlands die Schädelplatten mit den Hörnern aus dem Schlachthof zu kriegen, war ein höchst illegaler und konspirativer Akt....:roll:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    ich sehe es auch so wie Rainer. Wofür zahlt seine Beiträge an den DIB? Es ist allerhöchste Zeit, daß unsere Lobby-Vertretung endlich etwas in dieser Sache unternimmt. Schließlich geht es in der Imkerei nicht nur um die Honigvermarktung, und es könnte auch dem DIB gut tun, außer der Honigmarke auch noch eine Propolis Marke in sein Portfolio aufzunehmen. Aber vielleicht stehen die Entscheidungsträger der Pharmaindustrie zu nahe (vorsichtig ausgedrückt!), und tun deswegen nichts.


    Alle DIB Mitglieder sollten ihren Verband schriftlich auffordern, in der Sache tätig zu werden. Der vorligende Fall sollte tatsächlich vom DIB dazu genutzt werden, einen Musterproßess anzustrengen.


    Genauso könnte der DIB sich an der Firma Cumnatura ein Beispiel nehmen, und ein DIB-Propolis mit Zulassung als Kosmetikum und / oder Nahrungsergänzungsmittel kreieren.


    Mit freundlichen Grüßen. Emil


  • Genauso könnte der DIB sich an der Firma Cumnatura ein Beispiel nehmen, und ein DIB-Propolis mit Zulassung als Kosmetikum und / oder Nahrungsergänzungsmittel kreieren.


     
    :daumen: Das ist ein sehr guter Vorschlag! :daumen:
     
     
    (Liest hier jemand vom DIB-Vorstand mit? Bzw. wer kann diese Problematik beim DIB-Vorstand ansprechen?)

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Und wir müssen es dann beim DIB kaufen?
    Anders geht es nämlich nicht, dann ist es immer noch nix mit selbst anrühren.
    Ich würde euch empfehlen, mal in die Zulassungskriterien zu gucken.....:cool:

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    Bruce Springsteen

  • Und wir müssen es dann beim DIB kaufen?
    Anders geht es nämlich nicht, dann ist es immer noch nix mit selbst anrühren.
    Ich würde euch empfehlen, mal in die Zulassungskriterien zu gucken.....:cool:


     
    ..welche:

    • Arnzeimittel?
    • Kosmetika?
    • Nahrungsergänzungsmittel?
    • Nahrung?

    Es ist alles nur eine Frage der Definition und genau daraufhin sollte der DIB beim Gesetzgeber etwas unternehmen!
     
    Die Definition des Propolis muß zumindest geändert werden!
     
    Für Honig gibt's doch auch Gewährsstreifen (und nach der Definition des Arzneimittelgesetzes wäre Honig auch ein Pharmakon - weil er physiologisch wirksame Bestandteile, die in wissenschaftlichen Untersuchungen ihre Wirkung gezeigt haben - und trotzdem ist er "nur" ein Nahrungsmittel), warum also nicht analog des Honigs: "Echte deutsche Kittharztinktur - DIB Qualität" ? ...oder so ähnlich....
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)