Brauchen Imker Schutzhandschuhe ?

  • Ich bin in meinem ersten Jahr, mein Pate hat mir auch geraten erstmal Schleier und Weste zu tragen um die nötige Ruhe zu entwickeln. Aber von Handschuhen hat er mir grundsätzlich abgeraten, ich bin damit bisher sehr gut gefahren.
    Ich habe einfach ein besseres Gefühl beim Entnehmen der Waben und werde dadurch sogar ruhiger, da ich etwas mehr achtgeben muss. Aber gestochen wurde ich in die Hand noch nie, hoffe auch, dass ich dann ruhig bleibe und in Henrys ruhiger Art und Weise die Wabe gemütlich zurückstelle. Ich wünsche es mir und den Bienen.


    Thomas

  • hallo Hauptstadtdrohn,


    die Arbeit bei den Bienen mit dem Lackieren (Hobby) von Booten oder egal was zu vergleichen ist wohl nicht ganz passend.
    Ausserdem habe ich niemand verboten sich wie eine Zwiebel einzuhüllen, sondern nur die Frage gestellt ob der Begriff "Arbeitsschutz" zur Imkerei passt.
    Wie du selbst sagts, ist der Stich nur ein kleines Wehwechen und kosmetisch nicht super aussehend, aber dafür muss die Kasse ja zum Glück nicht zahlen.


    viele Grüsse
    Euer verantwortungsloser ohne Schutzkleidung arbeitender Imker Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Lieber Peter, ich bezog das weniger auf die Imkerei als vielmehr auf den Vergleich Hobby- versus Arbeitssicherheit. Leider ist der Gedanke, man bräuchte für´s Hobby keinen Arbeitsschutz, sehr weit verbreitet. Da bin ich bestimmt auch etwas empfindlich.


    Beste Grüße
    Dennis

    Wir wissen mehr als wir zu sagen wissen.

    (Polanyi)

  • hallo Dennis,


    alles klar, ich sah es für die Imkerei, für alle anderen Hobbys hast du natürlich recht.


    Grüsse Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Ach so,


    allüberall passt man auf, nur inder Imkerei ist es egal,
    ob ich

    • in der Wiese umknicke, weil ich ohne feste Schuhe mit 30 Kg schweren Zargen im hohen Gras daherwandele
    • von Zecken befallen werde, weil ich ja kurze Hosen trage
    • von einem wackeligen Zargenstapel falle, weil ich beim Schwarmpflücken ja keine Leiter benötige
    • ich die knochentrockene Wiese mit dem Smoker in Brand setze, weil ich nicht daran denke, dass er heiß werden kann
    • ohne Handschuhe und Schutzbrille mit hochgiftigen Säuren arbeite
    • mir mit dem messerscharfen Stockmeissel eine Fleischwunde im Gesicht beibringe, weil mich eine Biene genau da sticht, wo "Mann" sehr empfindlich ist


    Die Sache mit der Selbstverstümmelung habe ich bei einem Kollegen selbst erlebt, ich durfte beim Nähen helfen.
    Ich glaube, diese Aufzählung kann man noch stundenlang fortführen.
    Also, ich bitte euch, selbst wenn es nur drei Völker sind, Arbeitssicherheit geht auch uns an.

  • Also ich bin der Meinung, dass Imker Schutzhandschuhe brauchen. Und sei es nur zur Beruhigung der eigenen Nerven.


    Als Anfänger war ich immer ganz vermummt. Das hatte ich auf dem Anfängerkurs so gelernt. Inzwischen imkere ich in der Regel mit kurzen Hosen, mit nach hinten umgehängtem Schleiher und ohne Handschuhe. Auch wenn ich die Handschuhe nur noch zu besonderen Eingriffen brauche (z.B. AS-Behandlung oder Ableger in einen anderen Kasten umhängen).


    Die Handschuhe sind aber immer griffbereit in meinem Imkerkasten. Meist nicht gebraucht, aber man hat die Sicherheit, dass sie da sind - genauso wie der Schleiher. :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo !

    @Alle nur mal zur Info !

    Wir imkern bei uns ausschließlich ohne Handschuhe, oder besser: wir haben gar speziellen keine Handschuhe dafür. Nelkenöl (im übrigen ein Tip aus diesem Forum) auf die Finger hilft sehr gut.

    Schleier verwenden wir eigentlich auch keinen, manchmal wenn die Mädels etwas nervös sind und viel auffliegen, streift man dann mal einen über, aber in 95% der Fälle wie gesagt ohne !

    Auch sonst haben wir keine Schutzkleidung - gewöhnlicherweise T-Shirt (oder Pullover) mit langer Hose so sieht man uns am Stand.

    Und keine Probleme - alle Stiche sind durch unsere Fehler zu verzeichenen:
    z.B.:
    -warum muß man gerade niesen wenn man die Wabe einhängt ?
    -dauerhafter Aufenthalt vor dem Flugloch mit Digicam und Brille ist auch so ein Punkt.

    Gruß
    vom
    Knecht der Bienen
    aus dem Lahntal

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich besitze zwar sowohl Handschuhe als auch einen Schleier, bisher habe ich aber noch nicht davon Gebrauch gemacht. Ich gehe immer mit kurzer Hose und ärmellosem Hemd zu den Bienen, bis jetzt wurde ich noch nicht gestochen...

    ausserdem werden ja bekanntlich nur böse Menschen gestochen! :p

  • Hallo !

    @salvia
    Wenn ich mal gestochen werde dann immer im bereich der Brille, da sich hier sehr leicht eine der Bienchen verfängt.
    Mit der DigiCam ist das Problem das ich dann nicht schnell reagieren kann und die Biene sticht bevor die Situation bereinigt werden konnte (Brille runter).

    Gruß
    vom wenig bis garnicht gestochenen
    Knecht der Bienen

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich besitze sowohl Handschuhe als auch einen Schleier. Den Schleier benutze ich überhaupt nicht mehr, Rauch reicht vollkommen.


    Aber die Handschuhe benutze ich, da meine Finger nach einer Kontrolle immer mit Propolis verschmiert sind. Bin ich froh, das es Handschuhe gibt :daumen:


    Stiche bekomme ich aber nur ab und zu. Vielleicht 5 Stiche pro Jahr und immer nur am Kopfbereich :evil:


    Dannach haben meine Verwandten wieder was zu lachen :Biene:

  • hallo Michael,


    du hast was vergessen:


    Den Forsthelm für eventuell herabfallende dürre Äste, wenn die Bienen im Wald stehen!!!
    Achja und natürlich die Schnittschutzhose für die Waffe "messerscharfer Stockmeissel" !!!
    ....aber wozu muss ein Stockmeissel messerscharf sein???????
    Ja und die hohen Arbeitsschuhe mit Stahlkappen dürfen auch nicht fehlen, wer will denn gerne zerquetschte Zehen, wenn eine 30kg schwere Zarge auf die Füsse fällt?


    Ist echt lustig hier im Forum, ich komme wieder!!!


    Grüsse Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Moin Peter,

    ... wenn eine 30kg schwere Zarge auf die Füsse fällt?

    wir schleudern hier immer erst, wenn unsere Honigräume auch wirklich voll sind. 30-kg-Zargen müssen noch reifen. Die sind maximal etwas angetragen. Deshalb tragen wir beim Imkern feuerfeste Schnittschutzhosen. Denn wenn solche mehrere hundert Kilo schweren Honigzargen umstürzten und dabei an der Kleidung des Imkers reiben, da steht schnell mal der Wald in Flammen und der Bast ist ab, ist er dann.


    (Ich habe neulich, 11.08.07, meinen Wanderwagen abgestellt und die Deichselstütze entlastet. Aber die kam nicht. Also weiter aufgedreht und gewörscht und gezerrt, geruckelt und gedrückt. Irgendwann ging der mein Gemähre auf den Nerv und sie kam doch. Bißchen plötzlich allerdings. Nun ist die Kupplung an der Deichsel mit so niedlichen Bolzen verschraubt. Die stehen unten was über bzw. also eher unter. Da die Hinteren Stützen schon ausgefahren waren und davor also 12 Bienenvölker dem Anhänger Druck machen, drückte dieser einen der Bolzen ganz spontan und lässig durch meinen Gummistiefel. Genau auf Höhe des Gelenkes der großen Zehe vom Kupplungsfuß. Gern wär ich auf Grund der aufkommenden intensiven Gefühlswallung weggesprungen. Oder wenigstens gerannt. Aber das war nicht möglich. Etwas hielt mich sehr sehr fest und zwar am Fuß. So konnte ich mich nicht auf einer sinnlosen, vor Schmerz rasend unbeherrschten Flucht ins nächtliche Unterholz am Kopf verletzen. Zum Glück. Als ich den Anhänger, in beherrscht souverrainer Art wieder hochgeleiert hatte - ich konnte die hinteren Stützen nicht erreichen, meine Arme sind dazu zu kurz - erkannte ich eine sogenannte doppelte vertikale Stiefelperforation (für die Insider). Der Vorderteil vom Kupplungsfuß allerdings war nur etwas gequetscht, weil der Bolzen sich nicht durch sondern lediglich in das Unterlegebrett gebohrt hatte und die Deichsel somit auf etwas Abstand hielt. Die angeschossene Zehe sah jetzt zwar nicht mehr neu aus - gut ich bin 37 und meine Zehen also auch, was will man da erwarten - aber sie war noch dran und dank des Gummistiefels war auch kaum Blut in der Landschaft. Allerdings ist die Socke etwas verfärbt. Weil mein jetzt nicht mehr dichter Gummistiefel immer etwas zu groß angeschafft wurde - ich saache nur mit Muttis Worten: "zieh' im Winter zwei Socken rein, aber es darf nicht quetschen!" - stand ich nicht mittig und habe nun wieder die Gelegenheit verpaßt, zu überprüfen, ob
    1. so eine wiederangenähte Vorder-Zehe schmerzempfindlich und beweglich ist.
    2. die BG was zahlt.
    3. meine Frau wieder was gesagt hätte, nach dem uns allen bekannten Motto: "typisch Mann - hab' Dich nicht so!"


    Moral: mit Jesuslatschen hätt' ich mehr gesehen!)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin, PeterTD,
    du wirst lachen, ich trage tatsächlich kurze Gummistiefel mit Stahlkappe.
    Am Anfang gewohnheitsmäßig aus Umgang mit Pferden, und weil ich meine Overallbeine gern in die Stiefel stopfe, aber im Lauf der Jahre hat mich das schon mancher Verletzung bewahrt. Gerade wie bei Henry im Zusammenhang mit Anhängern, oder Paletten oder entglittenen schweren Werkzeugen wie Astkniepen, Vorschlaghämmern, etc.
    Bienenstände richten sich ja nicht selbst ein.
    Und eine volle HR-Zarge, die wegen der Sch***-Griffmulden von den Fingern rutschte, hatte ich früher auch schon öfter als einmal; mit meinen Griffklötzen noch nie.


    Henry: mein Beileid!:p_flower01::liebe002:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen