Waldhonig, warum schlecht für Überwinterung und trotzdem von Bien gesammelt

  • Hallo Ihr da draussen,
    Eine Frage stellt sich mir, wenn ich überall lese das der Waldhonig für eine Überwinterung nicht geeiget ist. Warum ist das so? Sind unsere Züchtungen dahingehend "verweichlicht"?
    Von der Natur kann es doch nicht gewollt sein, das die Biene Waldhonig sammelt (als Wintervorrat) und dann doch nicht verträgt. Schon komisch, oder?
     
    Vielleicht könnt ihr mir dazu eure Meinung schreiben.
    Gruß Fabi

    WO KÄMEN WIR DENN HIN, WENN JEDER SAGEN WÜRDE, WO KÄMEN WIR HIN, UND NIEMAND GINGE, UM ZU SCHAUEN, WOHIN MAN KÄME, WENN MAN GINGE?!!

  • Hallo Fabi
    Früher hat der Mensch den Bienen die ganzen Honigwaben samt Brut weggenommen und die Bienen dem Schicksal überlassen. Da die Bienen sich seit jeher aber durch schwärmen vermehrt haben, sind sie nie ausgestorben.
    Heute nehmen wir den Bienen den grössten Teil des eingetragenen Vorrats weg. Zuerst den leichter verdaulichen Blütenhonig, nachher auch den Waldhonig. Wenn dann nur noch der balastreiche Waldhonig zurückbleibt, haben die Bienen bei lang anhaltender Kälte Probleme mit dem in der Kotblase sich ansammelnden Kot, den sie ohne Reinigungsflug nicht loswerden können. Dann verunreinigen sie mit dem Kot ihre Wohnug und die Waben. Das ist das Problem.
    Gruss
    Jon Godly

  • Wenn es während der Überwinterung hin und wieder wärmere Föhntage gibt, dann besteht auch bei Waldhonigvorräten keine Gefahr. Das war letzten Winter auch der Fall. Da gab es im November und bei uns sogar im Januar wärmere Tage (bis 10 Grad). Und es ist tatsächlich nichts schlimmeres passiert.
    Gruss
    Jon

  • Eine Frage stellt sich mir, wenn ich überall lese das der Waldhonig für eine Überwinterung nicht geeiget ist. Warum ist das so? Vielleicht könnt ihr mir dazu eure Meinung schreiben.
    Gruß Fabi


     
    Hallo Fabi,
    solch eine Frage stellt sich gar nicht!
    Wenn ein normales Waldtrachthonigjahr ist, kann man hat man in unserer Gegend bis zu 30 kg Waldhonig in der Beute. Ist es dann noch Tanne, dann hat das einen Wert größer 400 €!
    Warum soll ich das den Bienen lassen und nicht gegen Zuckerwassser im Wert von höchstens 15 € tauschen!
    Ich bin doch nicht blöd - Slogan aus der Werbung!:-D:-D

  • :roll:Jaja, Geiz ist geil? Die nackte Gier....:roll:


     
    Nein das ist der erfolgreiche, intelligente und praktisch veranlagte Imker, der nicht über den imkerlichen Wolken schwebt und von varroaunbehandelten Völkern träumt und den Bienen den Waldhonig für CB Versuche im nächsten Jahr belässt! :daumen:
    Wozu habe ich Bienen - Träumen kann ich im Bett! :lol::lol:

  • Danke für eure Aussagen,
    mit dem Ausschleudern und gut Verkaufen kann ich verstehen, aber mir war allg. die Frage gekommen, warum eine Überwinterung nicht zwingend vertragen wird. Waldhonig und volle Kotblase ist klar, aber wenn ein Schwarm von Natur aus spät fliegt und sich dann einen Wintervorrat anlegen muss, sammelt er doch instinktiv die ertragsreichste Quelle, also z.B. Waldhonig. Wahrscheinlich ist das eine Art Auslese und natürliche Deziemierung. Der frühe Schwarm schaffts, der späte nicht.


    Für mich als "Bienenhalter" ist klar das ich diesen kostbaren Honig ernten sollte.
    Also rauschleudern und geniessen, und Natur Natur sein lassen.
    Gruß und Danke

    WO KÄMEN WIR DENN HIN, WENN JEDER SAGEN WÜRDE, WO KÄMEN WIR HIN, UND NIEMAND GINGE, UM ZU SCHAUEN, WOHIN MAN KÄME, WENN MAN GINGE?!!

  • Danke für eure Aussagen,
    mit dem Ausschleudern und gut Verkaufen kann ich verstehen, aber mir war allg. die Frage gekommen, warum eine Überwinterung nicht zwingend vertragen wird. Waldhonig und volle Kotblase ist klar, aber wenn ein Schwarm von Natur aus spät fliegt und sich dann einen Wintervorrat anlegen muss, sammelt er doch instinktiv die ertragsreichste Quelle, also z.B. Waldhonig. Wahrscheinlich ist das eine Art Auslese und natürliche Deziemierung. Der frühe Schwarm schaffts, der späte nicht.
     
    Für mich als "Bienenhalter" ist klar das ich diesen kostbaren Honig ernten sollte.
    Also rauschleudern und geniessen, und Natur Natur sein lassen.
    Gruß und Danke


     
    Super Fazit Fabi, genau so ist es!

  • Späte Waldtracht bedeutet immer, dass Mengen Waldonig in der Nähe des Brutnestes abgelagert wird.
    Also auf bebrüteten Waben.
    Was nun? Bebrütete Waben schleudern?
    Hast Du HR-Halbzargen und ein Trennschied im Brutraum kannst Du noch rechtzeitig gegensteuern.
    Der durchschnittliche Magazin Imker ist aber meist machtlos gegen das Einlagern in bebrütete Waben ohne massiv in das Brutnest einzugreifen!
     
    Der Drohn erntet nicht aus dem Brutnest, sondern füttert langsam ca. 5 Kg flüssiges Fertigfutter, in solchen Fällen, im Oktober. Dadurch haben die Bienen um Ihren Wintersitz herum keinen Waldhonig sondern reinen Zucker, der im Spätwinter die Kotblase nicht belastet.
     
    Der
    Drohn

  • Diese Ablagerung des Waldhonigs betrifft, wenn überhaupt, nur die Randwaben, alles andere ist doch bei zweizargiger Betriebsweise Brut im Zeitraum A- M. Juni. Größere Problem machte mir da die Dandantbeute, daher auch, neben der schwierigeren Wabenerneuerung, mein Hauptabsagegrund gegen diese Beute.

  • Gut es kann sein dass in Bayern, sorry Niederbayern die Waldtracht schon Anfang bis Mitte Juni einsetzt und nur ganz kurz läuft.
    Hier setzt da nur die rotbraun-bepuderte ein. Lecanie und Tanne kommen später!
    Tanne kann bis Ende September- Anfang Oktober honigen! Wenn Du dann die Völker nicht presst, hast Du automatisch Waldhonig im Brutnest!!


    Der
    Drohn


    @FX: Betriebsweiseauseinandersetzungen bitte hier vermeiden, danke! Da gibt es extra Freds ;)