Jungvölker - ab wieviel Milben/Tag Spätsommerbehandlung nötig ?

  • Hallo,


    letztes Jahr habe ich meine Kunstschwärme (und manche Brutableger) ausschließlich im Winter mit Oxalsäure behandelt, und habe den Bienen die Spätsommer-Entmilbung erspart.
    Die Völker haben alle gut überwintert, und haben auch dieses Jahr einen geringen Varroa-Befall.
    Die Entmilbung beim Jungvolkbilden (Milchsäure) habe ich mir zwar schon mehrfach vorgenommen, aber noch nie durchgezogen :oops:


    Ab wieviel Milben/Tag (pro besetzter Wabe) sollte man die Jungvölker in jedem Fall einer AS-Behandlung unterziehen ?


    Gruß
    qwerty

  • Grundsätzlich sollte jedes Volk nach dem Honigabräumen sofort mit Ameisensäure behandelt werden. Diese erste AS-Behandlung zeigt dann mit dem entsprechenden Milbenfall auf der gittergeschützten Unterlage, wie es um den Milbenbefall der einzelnen Völker steht.
    Ob und wie oft weiter behandelt werden muss, ergibt sich dann von selbst.
    Jon

  • Hallo Simon
    Ja, aber die meisten Milben (bis ca.80 %) sind noch in der Brut. Darum ist eine zweite AS-Behandlung, auch wenn relativ wenig Milben fallen, notwendig.
    Gruss
    Jon

  • Jon, natürlich sind die meisten Milben noch in der Brut gefangen, aber eine Behandlung zeigt, durch die Anzahl der gefallenen Milben, nicht den Wirkungsgrad an.
    Eine AS Behandlung kann auch viele Brutmilben schädigen. Wenn der Behandlungsmilbenfall erfasst wird, merkt man am Abfall, wann die ged. Brut ausläuft.
     
    Fallen 800 Milben, so kann dies relativ viel sein, wenn der Imker nur 400 gewohnt ist (gibt es diese Imker?). Fallen 2000 Milben freut sich der Imker, dass die AS Behandlung so gut gewirkt hat, es können sich aber auch die übriggebliebenen 3000 Milben im Volk freuen?
    Hier kann der Imker relativ daneben liegen.


    Gruß
    Simon

  • Grundsätzlich behandeln ?!
    Ameisensäure schädigt den Bien, das kann wohl keiner bestreiten - bei einem relativ niedrigen Befall ist der Schaden größer als der Nutzen denke ich...

  • Grundsätzlich behandeln ?!


    Falls du einen höheren nat. Abfall hast (5-10/Tag), würde ich noch vor der Auffütterung behandeln. Relativ niedrig wäre ein Milbenfall von 0-1 Milbe pro Tag. Dann können aber noch locker einige hundert Milben im Volk sein. Ansonsten Jungvölker nach der Auffütterung mit AS behandeln. Abhängig vom nat. Milbenfall kann man Jungvölker im Herbst mit Oxalsäure behandeln.
    Falls bei der AS Behandlung etwas Brut verloren geht, gleicht es das Volk wieder aus. Ich meine, dass die frisch angelegten Brutnester nach einer gut gewirkten AS Behandlung hervorragend aussehen. In manchem Fällen schlüpfen aus dieser Brut wieder mehr Bienen als Milben.



    Gruß
    Simon

  • Meine Jungvölker sind natürlich weit unter 5 Milben / Tag - das wäre eine enorme Milbenlast - da würde ich die AS-Behandlung natürlich nicht auslassen.
    Die Milbenbelastung liegt weit unter 1 Milbe / Tag (1 oder 2 Milben pro Woche)


    Würdet ihr trotz des geringen Befalls eine Spätbehandlung mit AS machen ?
    Will man ein Volk, das trotz extrem niedrigen Befall den Winter nicht übersteht ? (Stichwort Varroatoleranz)

  • Moin qwerty

    Ameisensäure schädigt den Bien, das kann wohl keiner bestreiten - bei einem relativ niedrigen Befall ist der Schaden größer als der Nutzen denke ich...

    Dann denke das nur weiter ...


    Eine AS-Schwammtuchbehandlung gibt's für jedes Volk am Stand! Keine Ausnahmen, keine Ausreden, keine Tricks. Dosierung nach Raum. Termin nach Befall oder wenn's halt terminlich paßt. Der Schaden anderer Maßnahmen, wie zeites vollständiges Einfüttern ect. ist wesentlich größer, als paar tote Bienen und paar ausgeräumte Eier nach einer Behandlung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo qwerty,
    auch ich hatte weniger als 1 Milbe pro Tag natürlichen Milbenfall (7 Tage = 2 Milben) und habe mit Kurzzeitbehandlung mit Medizinflasche Tv wie in der Broschüre "Varroa unter Kontrolle" (Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.) behandelt. Es sind bei meinen 3 Jungvölkern danach bis zu 284 Milben gefallen (nach 36h ausgezählt). Also ich denke das ist für ein 2-zargiges Jungvolk nicht viel, aber die sind wenigstens weg. Ein paar tote Bienen lagen auch vor der Tür (max. 10Stück) also denke ich die Dosis war ok.
    Nach der Emfehlung meines Imkerpaten werde ich eine 2. Behandlung nach meiner Auffütterung (15 kg sollten in meiner Gegend reichen) vornehmen.


    Ich denke eine Behandlung ist nicht falsch und möchte mich somit den anderen Antworten anschließen.


    Gruß Fabi

    WO KÄMEN WIR DENN HIN, WENN JEDER SAGEN WÜRDE, WO KÄMEN WIR HIN, UND NIEMAND GINGE, UM ZU SCHAUEN, WOHIN MAN KÄME, WENN MAN GINGE?!!