Größe der Wintertraube

  • Guten Tag,
    da ich ja mit Lagerbeuten imkere, will ich überprüfen, ob das nicht nur für den alten, schwachen Imker
    sondern auch für seine Bienen die richtige Wahl ist.
    Die Größe des Brutraums habe ich mal abgeschätzt nach der Legeleistung der Königin.
    Nun möchte ich die Wintertraube bedenken.
    Also meine Bienen sitzen bei meinem Weihnachtsbesuch mit OS im Geschenkpaket auf circa 7 Waben.
    Hier im Forum wurde mal von einem Durchmesser der Wintertraube von 15 cm gesprochen.
    Meine Frage ist nun, wie groß ist der Durchmesser der Wintertraube höchstens, wie groß im Mittel und wie groß muss er mindestens sein, damit das Volk noch die Rapsblüte erlebt.
    Ich bekenne meine Vorliebe für das ZDF (Zahlen, Daten, Fakten).
    Leider habe ich in meinen Büchern nichts konkretes gefunden. Aber sicher könnt Ihr mir mit Zahlen helfen!
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo Peter 56,


    auf 7 Waben überwintern dürfte kein Problem sein, die Bienen sollten sie aber auch besetzen und genügend Futter und Jungbienen haben. Habe selbst schon Ableger auf 6 Waben in HBB ohne Probleme überwintert.Der Durchmesser der Wintertraube richtet sich nach der Größe des Volkes und nach der Umgebungstemperatur.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Peter56,


    ich gebe Dir recht, in den Büchern steht da nichts "exaktes".


    Der Hauptgrund dafür ist sicher, dass die Überwinterung nicht allein von der Volksstärke abhängt, sondern viele Faktoren (z. B. Witterung, Gesundheitszustand, Wintervorrat etc.) eine nicht unwesentliche Rolle spielen.
    Natürlich hat ein starkes Volk aus vielen Jungbienen die besten Chancen ...


    mit freundlichen Grüßen


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Moin Peter,


    ich glaube nicht, daß es möglich ist eine exakte Größe einer Wintertraube anzugeben - nichtmal wenn die Bienenanzahl genau bekannt ist. Die Wintertraube ist ständig in Bewegung und zwar nicht unbedingt örtlich sondern eher in ihrer Struktur. In leere Zellen kriechen die Bienen rein. Das tun sie auch um dort Larven zu versorgen. In gedeckelte Zellen könn'se dann aber nicht mehr und schon müssen sie in der Bienenmasse unterkommen, deren Durchmesser folglich zunimmt. Nach dem Entdeckeln von Futter verlassen die Bienen diese Zellen vermutlich, damit das Futter ordentlich Wasser zieht. Wenige Tage später belagern sie genau diesen Bereich. Die Wintertraube pulsiert also an dem Rand an dem sie ans Futter anstößt. Und dann gibt es auch noch Phasen, da lößt sich mitten im Winter die Traube grundlos scheinbar auf. Es kommt zwar nicht zu einem Reinigungsflug, aber an paar warmen Tagen ist plötzlich die ganze Kiste ganz normal mit Bienen besetzt, obwohl es eigentlich zu kalt ist, bis natürlich auf die Waben für die die Bienenmasse nun nicht ausreicht. Es scheint als verträten sich die die Beine und die, die gerne sterben gehen möchten, gehen in solchen Phasen (nicht ohne angemessene Verabschiedung und randvoll guter Wünsche bestehend aus Nosemasporen Ruhramöben und sonstigem Dreck) in den Schnee. Kurz darauf, vielleicht nur nach Eintritt der Dunkelheit am selben Tage ziehen sich die Bienen wieder in eine mehr oder weniger feste Traube zusammen.


    Wann will man da also die exakte metrische Größe der Traube bestimmen?


    Eine dichte feste Wintertraube eines guten Volkes ist etwa so groß wie ein Fußball (von Jugend bis Liga) und hat auch dessen Form. Wenn also ein Fußball in eine Beute paßt, dann kann man darin auch gut überwintern. Ist der Raum um den Fußball auch noch gleichmäßig breit, dann um so besser. Hochoval ist wahrscheinlich besser als queroval.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry, Hallo Zusammen,
    queroval geht auch!
    Größe eines Tennisballes hat auch schon mal geklappt!
    In älterer Literatur steht meistens die Angabe von 12 cm Radius.
    Deshalb liegen einige ältere Wabenmaße bei einer Breite bzw. Höhe von 26 cm.
    (Gerstung, Kuntzsch)
    Da kannste aber in Deinem Ludwig nachlesen.
    (In meinem steht da auch was drüber:wink:)
    Ansonsten sind die Bienen da recht flexibel und richten sich nach vorhandener Raumgröße.
    Das Abtreiben zuvieler Bienen ist ja bekannt.
    Wenn viel Raum "frei" vorhanden ist, gehen sie im Frühjahr halt großzügiger voran.
    Der muß ja ausgefüllt werden. (nech, Sabine:wink:)
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Wenn man anfängt zu rechnen, sollte man sich über das gewünschte Ergebnis im Klaren sein!:wink:
    Also: Mein Rähmchen Kuntzsch-hoch ist 25 cm breit. Es wäre schön, wenn das optimal wäre.
    Damit ist ein Fußball etwas zu groß.
    Natürlich ist die Ausdehnung der Wintertraube temperaturabhängig. Daher einigen wir uns auf die Normtemperatur von 0°C,
    so um Weihnachten herum.
     
    Gibt es den Ludwig auch im Internet zu lesen?
    Oder welche Zahlen schlägt der vor?
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Moin Peter,
    das wird so nüschd. Imkereiforschung ist eine Exakte Wissenschaft die auf subjektiver Erfahrung und präziser Abschätzung beruht, gefühlsmäßig. Imkerei hat solche Maße wie "Groß" - Ein großer Schwarm - "klein" - ein kleines Mißgeschick - "Kelle" - Bienenbefüllung eines EWK - "schön", "trachtreif", "sanftmütig" ect. "Habe leider einen schönen großen trachtreifen sanftmütigen Schwarm in eine zu kleine Beute eingeschlagen. Soll ich paar Kellen Bienen wegnehmen?" Zahlenwerte haben Maße wie "paar", "einige", "etwas" usw.

    Daher einigen wir uns auf die Normtemperatur von 0°C, so um Weihnachten herum.

    Innen oder Außen, mit Brut oder ohne, viele Bienen eingewintert oder wenig, vorm Reingucken gestolpert oder störungsfrei gemessen, zählen die Ärsche oder die Bienenmitten. Mit Stachel oder ohne ... Egal wie Kuntzsch hoch ist nich ganz optimal für schöne große sanftmütige trachtreife Völker.

    Zitat

    Gibt es den Ludwig auch im Internet zu lesen?

    Nö aber antiquarisch günstig zu bestellen

    Zitat

    Oder welche Zahlen schlägt der vor?

    Andere Zeiten anderes Klima andere Bienen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,

    Zitat

    Egal wie Kuntzsch hoch ist nich ganz optimal für schöne große sanftmütige trachtreife Völker.


    Genau das ist mein Problem! Hast Du da Zahlen? Oder nicht quantifizierbare Gründe?
    Dass die Bienen mit meinen Kisten gut klar kommen, kann ich schon sagen!
    Aber wenn ich dazu ein paar Zahlen hätte, hätte ich emotional ein besseres Gefühl.
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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  • Zitat

    Wenn also ein Fußball in eine Beute paßt, dann kann man darin auch gut überwintern.


    Ich habe mal nochgeschaut:
    Nach DFB hat ein Fußball 68 bis 70 cm Umfang.
    Das bedeutet, sein Durchmesser ist etwa 22 cm.
    Ein Fußball in der Beute nimmt den Platz von 7 Rähmchen.
    Ergebnis: Auch nach Henry ist Kuntzsch-hoch

    Zitat

    optimal für schöne große sanftmütige trachtreife Völker!


    Na ja, trachtreif brauchen sie um Weihnachten herum noch nicht zu sein.
     
    Übrigens: Meine Vorausrechnungen braucht ein Magazinimker nicht zu interessieren:
    er ist mit jedem gebräuchlichen Maß auf der sicheren Seite.
    Aber Trogbeuten mit DN sind wohl grenzwertig.
     
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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