Wabenerneuerung

  • Hallo,


    Ich versuche nun schon zum zweiten mal die "Wabenerneuerung nach Liebig", also nach dem Abschleudern den leeren Honigraum aufsetzen, füttern, nachdem die Bienen nach oben gewandert sind unterster Raum weg.
    Die Theorie klingt ja gut, nur leider haben meine Bienen Liebig's Buch nicht studiert, und bleiben lieber in den untersten beiden Zargen.
    Das Futter wird an den geleckt sauberen Honigwaben nach unten transportiert und im oberen Brutraum abgelagert.


    Die Völker sind allerdings auch schon auf dem absteigenden Ast, nur wenige besetzten den Honigraum wirklich dicht vor dem Abschleudern.


    Wie kann ich meine Bienen dazu bewegen nach oben zu wandern ?
    (Absperrgitter zwischen die Bruträume, warten bis unterer Raum ausgelaufen, wegnehmen ?)


    Oder sollte man die Wabenerneuerung doch lieber im Frühjahr machen ?
    (So habe ich das mehrfach gelesen in den bei der Suche gefundenen Threads - also nicht schimpfen, ich habe gesucht, und gelesen)


    Oder aber ist noch Zeit genug zur kompletten Bauerneuerung ?
    (Honigraum auf Boden stellen, Königin fangen, gekäfigt in den Honigraum hängen, Hälfte der Bienen zufegen, Deckel drauf, Bruträume mit extra Boden drauf, nach 3 Wochen Altvolk auflösen und Volk im alten Honigraum damit verstärken)


    Was würdet ihr mir empfehlen ?
    (Ich habe ein paar Völker, bei denen MUSS ich so langsam was machen)

  • qwerty,
    vor der Wabenhygiene sollte man nicht füttern. Außer es ist nix im Volk.
    Die Bienen müssen nicht nach oben ziehen. Sie werden dort auch nicht mehr brüten. In trachtloser Zeit hängen sie dick unten durch, das ist normal.
    Wenn dies nicht der Fall ist, würde ich mir Gedanken machen, wie mit diesem Volk weiter verfahren wird (Königin austauschen? Auflösen?).
    Je nach Standort (und Honigvorrat) befindet sich von "keine Brut vorhanden" bis zwei Brutbretter in der ersten Zarge. Brutbretter sind momentan bei einem Drittel der Völker zu sehen. Oft sind es die Völker die besonders überzeugt haben. Wenn ich die Wabenhygiene vornehme beginne ich meist mit umhängen der Brutbretter an den Rand der ersten Zarge. Nach ein paar Völker bin ich dann doch sehr konsequent. Besser gelingt die Wabenhygiene in zwei Wochen.
    Wer wartet noch so lange?


    Gruß
    Simon

  • Falls ich dich richtig verstanden habe meinst Du Wabenerneuerung "Schritt für Schritt" :


    Waben in der untersten Zarge ohne Brut : raus und mit ausgebauten Waben ersetzen.


    Waben in der untersten Zarge mit Brut an den Rand hängen.


    Nach einiger Zeit nochmal dasselbe Spielchen.
    (Und nochmal, und nochmal ?! ;) )

  • Hallo,


    ich habs dieses Jahr so gemacht:
    Absperrgitter zwischen den unteren und oberen Brutraum,
    und auspassen, dass die Weisel oben sitzt.
    Nach einiger Zeit läuft unten die Brut aus, und es wird auch (fast) kein Futter eingelagert.
    5l Futtersirup gleich am Anfang, dann die AS-Behandlung, und danach ist unten die Brut auch praktisch alle geschlüpft. Nach dem Entfernen des unteren Brutraums wird dann aufgefüttert.


    Mirthran

    Wer Linksschreibfehler findet, darf sie behalten...

  • Kleine Ergänzung: Uns Anfängern hat man es so beigebracht, dass man eventuell vorhandene Waben mit Restbrut drauf aus der komplett weggenommenen ersten Zarge rausnehmen soll und bis zum Auslaufen in einer neuen dritten Zarge obenauf setzen soll. Mit Absperrgitter. Wenn die Waben nach spätestens zwei Wochen vollends leer sind, die dritte Zarge runternehmen.


    Deine Puderzuckermethode gegen Varroamilben ist auch interessant, bumbleblee. Der Puderzucker regt die Bienen wohl zum Putzen an.

  • Hallo,
     
    Ich versuche nun schon zum zweiten mal die "Wabenerneuerung nach Liebig", also nach dem Abschleudern den leeren Honigraum aufsetzen, füttern, nachdem die Bienen nach oben gewandert sind unterster Raum weg.
    Die Theorie klingt ja gut, nur leider haben meine Bienen Liebig's Buch nicht studiert, und bleiben lieber in den untersten beiden Zargen.
    Das Futter wird an den geleckt sauberen Honigwaben nach unten transportiert und im oberen Brutraum abgelagert.


     
    Hallo,
    ich habe die besten Erfahrungen mit der Bauerneuerung im Frühjahr gemacht!
    Generell überwintere ich zweizargig, das heißt, der Honigraum, den ich jedes Jahr neu bauen lasse, ist die obere Zarge bei der Überwinterung. Hierin wird von den Bienen auch das Winterfutter eingelagert. Bei der Winterzehrung fressen sich die Bienen nach oben und im Frühjahr ist immer die obere Zarge der Hauptwohnsitz der Bienen, hier sind die verbliebenen Wintervorräte und die beginnende Frühjahrsentwicklung findet auch in der oberen Zarge statt!
    Zum richtigen Zeitpunkt (März) kann man getrost die futter und brutleere untere Zarge, die der Fußabstreifer der Bienenwohnung ist, komplett wegnehmen.
    Dann setze ich zu gegebener Zeit eine zweite Zarge mit 3 - 4 ausgebauten Waben und MW auf. Jetzt kann das Volk schon arbeiten. Der weitere Schritt ist zu gegebener Zeit das Aufsetzen der dritten Zarge die komplett aus MW besteht.
    Diese Betriebsweise erwies sich gegenüber nur einer Brutraumweise (Dadant ider 1 1/2 DNM), wo sich die Baueerneuerung schwieriger gestaltet in meiner Gegend mit unseren Trachtverhältnissen als vorteilhafter.
     
    Wesentliche Vorteile meiner Betriebsweise:
     
    1.Immer frisches Wabenwerk
    2. Keine Winterfutterreste im Frühjahrshonig
    3. Schwarmdämpfung durch viel MW Ausbau
    4. Dieser MW Ausbau darf auf Kosten der Frühjahrshonigernte gehen, der bei uns nicht so gut verkäuflich ist!
    5. Mit dieser Methode komme ich auch ohne Absperrgitter zurecht.
    6. Reine Waldhonigernte möglich (kein Mischmasch von Honig - Futterwaben!
     
    Wie gesagt, diese Methode ist für unsere geografische Lage und unsere Tracht ideal.
     
    Wenn man viele jahre imkert, dann findet man eben, wie bei manch so vielen anderen Dingen seine ""Ideallinie"" und das ist der Vorteil dann, der in der Imkerei die Spreu vom Weizen trennt, wenn man sagt: Das ist ein guter Imker!!!

  • Gegen die Milben mag es nicht helfen, aber Putzversuche löst es aus so dass einige Milben fallen - wenn du das Video nicht gefälscht hast.


    Ich schliesse daraus, dass es weniger die Milben sind, die sich auf geniale Weise unabputzbar festbeissen, sondern die Bienen mit stärkeren Putzbewegungen durchaus deutlich mehr loswerden könnten.

  • qwerty,
    .... Wenn ich die Wabenhygiene vornehme beginne ich meist mit umhängen der Brutbretter an den Rand der ersten Zarge. ....


    Hallo Bumblebee,
    Die "erste Zarge" ist in diesem Fall der verbleibende Brutraum ?
    (vormals zweiter Brutraum)
    Du hängst also evtl. vorhandene Brut von der zu entfernenden Zarge in eine Zarge die verbleibt ?


    Also irgendwie war brestling's Antwort am sinnvollsten - Anfänger verstehen halt die Anfängerfragen am besten :D

  • Richtig qwerty, der 2. Brutraum rückt an die Stelle des ersten. Falls Brut aus der ersten Zarge versorgt werden sollte, dann kommt sie wieder in den ersten Brutraum. Man kann auch konsequent die Waben des ersten Brutraumes einschmelzen.


    Gruß
    Simon

  • Danke - ich denke jetzt ist mir's klar.


    Nochmal eine Frage - wäre die totale Bauerneuerung mit Flugling (im Honigraum mit alter Königin) & Brutling jetzt noch machbar, oder ist zu wenig Zeit dafür ?
    (Ich habe Völker, bei denen ich am liebsten alle Waben erneuern würde...diese Völker habe ich schon auf tiefschwarzen Waben übernommen....)