Thymol in reiner Form auf Baumwolltuch?

  • Hallo,
    ich teste gerade 3 verschiedene Thymolprodukte: Thymovar, Apiguard und Api Life var. Alle Produkte wirken meines Erachtens sehr gut.
    Ich habe auch versucht Thymovar nachzubauen. Ich habe einfach Brennspiritus genommen, eine bestimmte Menge Thymol darin aufgelöst, die Lösung mit einem Schwammtuch aufgesogen und den Alkohol verdampfen lassen: Das Ergebniss sieht aus und riecht wie Thymovar. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Ich bräuchte mehr Völker...
    Jedenfalls ist mir das alles zu umständlich! Ich möchte gerne einfach zwei Baumwolllappen nehmen, sie diagonal auf die Oberträger eines Volkes legen, jeweils 12-15 gr Thymol krist. auflegen, jeweils eine Ecke umklappen, so dass das Thymol abgedeckt ist und - warten.
    Hat jemand mit so einer Anwendung Erfahrung?

  • Hallo Karsten,


    ich denke auch, dass die vorhandenen Formulierungen für Thymol sehr gut wirken und auch bestens getestet sind. Ein Experitmentieren mit eigenen Applikationsformen mache ich nicht. Aus gutem Grund! Die paar gesparten Oecken sind mir meine Völker nicht Wert. Ich verwende - wenns denn sein muss - auch lieber Aspirin und koche mir keinen Weidenrindentee von den Gebüschen vor der Haustür nur weils billiger ist.

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  • Hallo,


    zumal in DE das behandeln von Tieren mit nicht zugelassenen Arzeimitteln verboten ist und mit ganz netten Strafen geahndet werden kann.


    Also lass den Sch....ß und behandel deine Völker richtig.


    Gruß René

  • Vielen Dank Reiner, Jon und Rene für die Antworten und die guten Tips.
    Noch dankbarer wäre ich natürlich, wenn jemand eine Antwort auf meine Frage hätte, die zu lesen es auch lohnt.
    Falls also wirklich jemand da ist, der gerne Neues ausprobiert, und schließlich wurde nur so die Wirksamkeit von Thymol überhaupt erst entdeckt, so bitte ich ihn, mir zu schreiben.

  • Hallo Neuling,


    Du brauchst das Rad nicht neu erfinden.
    Vor ca 10 Jahren haben wir Thymol, in Filterpapier eingeschweißt, auf die Völker gelegt. Es funktionierte, warum auch nicht. Nur verkitten die Bienen die Dinger, also auch deine Baumwolllappen, sehr schnell mit Propolis.
    Weil das Zeugs in seiner kristallin reinen Form stinkt, und zwar heftig.
    Nicht nur den Bienen, auch deine Beuten, deine Rähmchen und schlussendlich auch dein Honig.
    Aus dem Grund haben findige Menschen die Applikationsarten Thymovar usw. entwickelt.
    Und wenn Du das erste Mal einem Kunden erklären sollst, warum dein Frühtrachthonig nach Zahnarztpraxis riecht, hörst Du auf uns.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Imkers,


    hier war es irgendwann Mode Thymol in vergitterten Rähmchen in die Beuten zu hängen. Es gab dann sogar "Thymianhonig aus eigener Imkerei" im Bioladen. Ich kann noch immer nicht erkennen, warum man Thymol überhaut einsetzt. Weil's billig ist? AS gibt kostenlos und in Großmengen von der TSK. Was kann da noch billiger sein? MS übrigens auch.


    Oder hab ich einfach den entscheidenden Thymolvorteil verpaßt? (Mal abgesehen vom zusätzlichen Sortenhonig :cool:)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Stimmt, Henry,
    diese Plastikdinger hatte ich auch mal. Aber nur einmal.
    Damals haben wir mit Thymol experimentiert, weil wir mit der AS noch nicht so weit waren.
    Viele Imker hatten noch die alten Kästen ohne hohen Unterboden, oben kein Trommelraum.
    Dann AS 85% auf einen Bierdeckel gegeben, unten zum Flugloch reingeschoben und die Völker sind dir häufig verbraust.
    Erst als solche "Spinner" wie ich offene Böden benutzten und die AS oben auf die Rähmchen legten, ging es dann besser.
    Ich selbst habe mich mit Thymol sowieso nie anfreunden können, die Beuten rochen monatelang danach.

    Grüße an alle


    Michael



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  • Hi folks,


    es ist doch beim Thymol ähnlich wie bei AS. Bei der Anwendung muss einerseits ein gewisser Sättigungsgrad der Stockluft ereicht werden. Das ist nötig um eine Wirkung gegendie V zu haben. Übersteigt die Sättigung einen gewissen Grad, wird der Wirkstoff auch von der Beute und auch vom Wachs verstärkt aufgenommen.


    Deshalb wir Thymol nun in verscheidenen Formulierungen appliziert die eine geregelte Ausdünstung gewährleisten, was bei der kristallinen Form nicht der Fall ist. Dann gibts auch keinen "Thymianhonig vom Rennsteig" o.ä. Wie gesagt, die Fertigprodukte sind dabei allen Basteleien haushoch überlegen und funktionieren ebenso wie AS.


    In einer besetzten Beute wirst du im Frühjahr nicht mehr riechen, dass da mal Thymol drinnen war, natürlich nur wenn du dich an den Beipackzettel gehalten hast :)

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  • Tschuldigung Reiner,


    wo aber liegt denn der Vorteil von Thymol gegenüber anderen Verfahren? Es muß doch einen Grund bzw. einen Mangel an einer andern Behandlungsart geben, die einen Imker dazu bringt Thymol einzusetzen. Irgendwas muß doch dran sein. Aber was? :confused: (Un datt frache ich ma ganz unvoreingenommen also bezogen auf die richtige Anwendung der zugelassenen Thymol-Mittel.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Tschuldigung Reiner,


    wo aber liegt denn der Vorteil von Thymol gegenüber anderen Verfahren? Es muß doch einen Grund bzw. einen Mangel an einer andern Behandlungsart geben, die einen Imker dazu bringt Thymol einzusetzen. Irgendwas muß doch dran sein. Aber was? :confused: (Un datt frache ich ma ganz unvoreingenommen also bezogen auf die richtige Anwendung der zugelassenen Thymol-Mittel.)


    Hallo Henry,


    Pro Thymol :
    - für den Anwender ungefährlich
    - idiotensicher bei der Anwendung (wenn man lesen kann)
    - keine Säureattacke an den Bienen, die dabei auch ganz unaufgeregt bleiben
    - Rückstandsfrei (bei richtiger Anwendung!)
    - bildet keine Resistenzen
    - sehr schnelle Applizierung am Volk
    - es kann nebenher eingefüttert werden


    Contra Thymol:
    - relativ teuer
    - in wenigen Fällen Räubereigefahr (bei mir noch nie)
    - riecht während der Anwendung

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  • Dankeschön! :liebe002:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Reiner,


    Zitat

    In einer besetzten Beute wirst du im Frühjahr nicht mehr riechen, dass da mal Thymol drinnen war, natürlich nur wenn du dich an den Beipackzettel gehalten hast


    Da stimme ich Dir voll und ganz zu!
    "Damals" wurde propagiert, das kristalline Thymol über Winter in den Völkern zu belassen.
    Das macht heute ja auch kein Mensch mehr.


    @ Henry
    Warum gibt es wohl Audi, VW, Mercedes, Ford, Opel...?
    Weil 1.) jemand Geld verdienen will
    2.)jemand anderem das eine oder andere Auto nicht gefällt, und er andere Ansprüche hat.

    Grüße an alle


    Michael



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  • Hallo,
     
    wie ist das mit Königinenverlust? Kommt ja bei AS häufiger mal vor, vorallem wenn man Schwammtücher auf die Oberträger legt. Ist das bei Tymovar ausgeschlossen, bei richtiger Anwendung natürlich?
     
    Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.