Böden - offen oder geschlossen?

  • Hallo,
    ja, ich weiß, hatten wir schon öfters.
    Ich habe aber mal ne Frage dazu, die sich aus einem ganz anderen Fred ergeben hat:
    die Bienen im hohlen Baum haben das Flugloch oben, und keinen offenen Boden in 95% aller Fälle. Ähnlich bei Warre, aber mit Flugloch unten.
    Irgendjemand schrieb, daß sie im Laufe des Winters dann sozusagen in eine leichte CO2Narkose verfallen, was ihren Stoffwechsel nochmal drosselt, und so zu den geringen Futterverbräuchen unserer Altvorderen führt.
    Da rätsele ich jetzt schon wochenlang herum, wie das funktionieren soll.
    Irgendwann muß doch die CO2 Konzentration so hoch sein, daß sie quasi ins letale Koma fallen? Und CO2 ist schwerer als Luft, wird also kaum durchs obengelegene Flugloch abfließen können.
    Wie funktioniert da der Gasaustausch?
    Aus 10kg Glukose ergeben sich eine Menge Liter an CO2 über den Winter...
    Die meisten von uns haben offene Gitterböden, schaden tut es den Bienen nicht, aber haben wir deshalb so hohe Futterverbrauche?
    Werr hat konstruktive Gedanken dazu?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :Biene:Ich nehme mal an, dass die Mädels den Gasaustausch im hohlen Baum genauso regeln wie in den Magazinbeuten, nämlich durch Flügelbewegung.:Biene:
     
    Wie sieht es eigentlich mit der Ausrichtung des Wabenbaus aus, Machen die Bienen da einen Warm- oder einen Kaltbau?

  • Hi Zusammen


    Ist es denn wirklich so, daß die Höhle zwangsläufig immer oben das Flugloch hat und dann abwärts reicht? Es gibt doch sicher auch hohle Bäume, die unten ein Loch haben und dann nach oben hohl sind.


    Glaubst du wirklich, daß der Unterschied im Winterfutterverbrauch zwischen der Kältestarre und einer CO2narkose so groß ist?


    Das mit der Narkose will mir übrigens nicht einläuchten. Im normalen Wintersitz ist es doch in der Mitte immer wärmer, was doch daher kommt, daß die Bienen mit den Flugmuskeln Zittern und dadurch wärme erzeugen. Falls sie wirklich narkotisiert würden fiele das ja dann weg und das Nest müßte erfrieren. Oder


    Auserdem glaub ich auch nicht daß Holz tatsächlich so CO2 dicht ist, daß nicht doch ein gewisser austausch passiert. Naja wobei die meisten Fugen wohl verstopft werden. Aber Luftdicht wird es doch nihct.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo,
    die meisten Baumhöhlen entstehen entweder durch Spechte (Flugloch oben, Höhle nach unten) oder durch Wegfaulen des Inneren, dann zu 95% auch oben das Loch und nach unten die Höhle.
    Es ist sehr selten, daß ein Baum von unten fault, weil das Wasser ja nun mal von oben kommt und nach unten läuft.:wink:
    Was die CO2 Narkose angeht: ich weiß es ja nicht, deswegen frage ich euch doch...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die Traube ist im Winter die Klima-einheit. Nicht die Beute oder Baum. Die CO2 Gehalt wird nur in die Traube erhöht Genau wie die auch nicht die ganze Beute heizen, aber nur die Traube.
    Sollte in der Schweizerische Bienen-Zeitung gestanden haben, januar 2007


    Grüsse, Elmar


    (Mensch, ist das schwer, die Deutsche Rechtschreibung. Ich vergesse immer das g G, nee gro, nee doch... Grosschreiben.)

  • Hallo, Elmar,
    dankeschön, aber irgendwie ist das doch unlogisch, CO2 sinkt nach unten, das würde doch bei Flugloch oben nicht einfach verschwinden?
    Daß die Bienen nur die Traube heizen, okay, aber die warme Luft von der geheizten Traube steigt doch normal nach oben, da kommt in normalen Magazinen doch das Kondenswasser an der Folie her.
    Das mit der Belüftung & Atmung im hohlen Baum ist mir noch nicht klar.:confused:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    Also mal mit Logik :u_idea_bulb02:


    Die Bienentraube erzeugt erzeugt Wärme
    die steigt nach oben und entweicht durch das Spechtloch
    im unteren Teil des Loches strömt dann Außenluft ein


    Mit Wind geht es noch schneller


    Gruß Uwe

  • Hallo!


    Zitat

    Ich nehme mal an, dass die Mädels den Gasaustausch im hohlen Baum genauso regeln wie in den Magazinbeuten, nämlich durch Flügelbewegung


    Dass die Bienen das CO2 mit Flügelschlagen aus der Traube austreiben wäre ja unlogisch, denn dadurch würde ja auch der Wärmeverlust beschleunigt.


    Dazu vielleicht mal ein kurzes Zitat aus Nitschmann/Hülsing, Lexikon der Bienenkunde (Stichwort: Bienentraube):
    "Der Kohlendioxid-Gehalt (CO2) der Wintertraube ist relativ hoch u. steigt mit sinkender Temp. an. Eine zunehmende Konzentration des CO2-Gehaltes vermindert die Bereitschaft zur Nahrungsaufnahme, so daß auch die Kotansammlung in der Kotblase (Darmkanal) nur langsam zunimmt ..."


    Interessant finde ich daran, dass die Konzentration zunimmt je kälter es wird - ich hätte es genau anders herum erwartet, da ja auch die Futteraufnahme und damit der Stoffwechsel abnimmt. Vielleicht liegt es daran, dass die Bienen näher zusammen rücken und dadurch einfach weniger CO2 aus der Traube entweicht. Wenn das stimmt, dürfte die CO2-Konzentration der Umgebung, also innerhalb der Baumhöhle, bei tiefen Temperaturen nur langsam zunehmen, meiner Meinung nach so langsam dass ein Gasaustausch auch bei oben liegendem Flugloch gewährleistet ist.


    Gruß,
    Anderl

    "Wichtig ist, was man tut, und nicht was man sagt." Eragon

  • Hallo Sabi(e)ne


    Würde mich nicht wundern wenn sich herausstellt, das die Bienchen Kalk produzieren um CO2 zu binden, wie bei den Rebreathern beim Tauchen. :cool:


    Aber Ansonsten denke ich ist die Frage sehr schwer zu beantworten. Ein Sensor mitten in der Traube würde zugekittet, jeder Eingriff bringt das Gasgemisch durcheinander, bleibt nur die Raumluft und die Abluft zu kontrollieren. Eine nette Arbeit für´n Doktoranden.


    Ein hoffentlich nicht zu verregnetes WE
    Dennis

  • Das mit dem Kalk findet der Droh als einen hervorragenden Denkansatz, es würde sich wirklich lohnen!!!
     
    Das Skelett der Biene:u_idea_bulb02:
     
    Ob bei der Bildung von Sklerotin CO2 verbraucht wird?
    Bei der Eiweißverbrennung entsteht CO2,:oops::wink:, ist dieser Vorgang wirklich inversibel?......????
     
    Der
    Drohn

  • Guten Morgen,
    dankeschön für die Anregungen, das ist also mal wieder eine wirklich ungeklärte Frage :lol:
    Muß ich doch mal ernsthaft suchen gehen, denn damit wird sich in den letzten 150 Jahren doch mal jemand beschäftigt haben...:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ja, sach B´scheid wenn Du interessante Quellen gefunden hast.


    Was bisher zitiert wurde scheint mir auch nur wieder eine der berühmten Lehrmeinungen zu sein. Oder gibts eine Beschreibung des Versuchaufbaus?
    Mir schwebt da ein endoskopischer Versuchsaufbau vor, der die CO2 Konzentration in und knapp unterhalb der Wintertraube sowie am Boden misst.
    BTW wie nah an den Höhlenboden bauen sie eigentlich?


    Vielleicht lässt sich ja hier an der Uni ein Projekt draus machen.
    Das Problem wird sein, die Verkittung der Sensoren in den Griff zu kriegen... aber fällt mir sicher noch was zu ein. :wink:


    Sollte sich Deine Vermutung bestätigen, würde das zu nicht unerheblichen Kosteneinsparungen führen.


    Liebe Grüße
    Dennis

  • Hallo, Elmar,
    dankeschön, aber irgendwie ist das doch unlogisch, CO2 sinkt nach unten, das würde doch bei Flugloch oben nicht einfach verschwinden?...
    .:confused:


    In ungemischter Form sinkt es nach unten, ja.
    Aber sobald sich Gasteile vermischen, was ja schon bei dem kleinsten Flügelschlag vonstattengeht, folgt, das Gasgemisch den normalen Strömungen. Wäre es nicht so, wären wir schon längst hier unten auf der Erde erstickt.