Kann eine Faulbrutspore die AFB auslösen?

  • Im Deutschen Bienenjournal 08/2007 ein Artikel von Friedrich Pohl und Werner von der Ohe:



    "Dagegegen löst das einmalige Verfüttern von mehr als ZEHN MILLIARDEN Sporen garantiert die Faulbrut aus."


    AFB-Befallskategorien:
    Kategorie 0: negativer Befund
    Kategorie I: Sporenzahl < 4200 Sporen/g Honig
    Kategorie II Sporenzahl > 4200 Sporen/g Honig


    Bei einer AFB verseuchte Nahrungsquelle der Kategorie I müsste ein Volk dann etwa 2381 kg eintragen!


    Sollte ein Volk nun einmalig 30 kg Honig eintragen, dann müsste die Belastung etwa bei 340000 Sporen/g Honig liegen.

  • Hi, Eric,
    da war doch 2005 schon mal ein Artikel, daß mindestens 7kg voll verseuchter Honig nötig sind, um AFB überhaupt nachweisen zu können...hatte jemand aus Hohenheim(?) bewiesen, müßte ich mal suchen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Sabine,


    das steht auch schon so im Buch von Dr. Friedrich Pohl.
    Der Mann ist nicht nur Veterinär, sondern auch Imker.
    Der weiss sogar, wovon er spricht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Na ja, nehmen wir mal an nach einer Sanierung gibt es nur noch Völker mit Honigvorräte welche maximal Kategorie I zuzuordnen sind.


    Wie kommt es dazu das die AFB immer wieder ausbricht?
    Zu dem enthält der eingefütterte Sirup normalerweise keine Sporen.

  • Weil Bakterien die dumme Angewohnheit haben, sich zu vermehren.
    Und es immer wieder Schlampimker gibt, die immer noch mit den Waben arbeiten, die sie 1983 in die Völker gehängt haben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • AFB-Sporen vermehren sich aber nur in Bienenlarven!


    kommt es dann nicht eher davon das einige Imker ihre Völker jedes Jahr neuinfizieren?
    Z.B. mit überschüssigen Futterwaben, welche im Herbst dann auf alle Völker verteilt werden?

  • Hallo,


    ein Rätsel bleibt mir auch mein Fall AFB. Die Untersuchung der Herkünfte ergab Faulbrutfreiheit. Die Nachbarimker im Umkreis waren Faulbrutfrei. Dennoch wiesen die Völker und der daraus gebildete KS AFB der Stärke 600 bis 4000 Sporen/g auf, nachdem ich Proben aus Verdacht eingesandt habe. Die Völker hatte ich zu diesem Zeitpunkt knappe 3 Monate!
    Jeder, der diese Geschichte hört zuckt mit den Schultern und hat keine Erklärung.


    gruesse
    seb

  • Hallo
    Zur Genetik der AFB
    die Vermehrung erfolgt in den befallen Brutzellen durch rasanter Teilung der Faulbrutstäbchen. Stäbchen im lebenden Volk, Sporen brauchen kein Leben. Ist nun ein sogenannntes Faulbrutvolk zusammengebrochen ( Fäulnisgeruch), erkennt man dies durch eingefallenen Deckel bzw. kleines Loch in der Brutzelle. Zündholzkontrolle, braune zähflüßige übelriechende Masse zieht sich an dem Zündholz bzw. in Schorfablagerungen in den Wabenzellen. Diese Schorfablagerungen sind voller Sporen und sind noch Jahrzente lang überlebensfähig, auch auf Beuten bzw. Arbeitsgeräte sind Infektionsüberträger. Daher sollte Wabenmaterial bei einer Sanierung von befallenen Völkern immer dem Feuer übergeben werden. Leider werden des öfteren auf Vereiensebene mit einer Vereinseigenen Wachspresse MW gepresst, Wachs muß auf ca. 125 Grad bei mindestens 6 Atü Druck sterilisiert werden ( kann nur ein anerkannter Wachsverarbeitungsbetrieb ). Jeder arbeitet nun mal nicht einwandfrei sauber bzw. schämt sich dies zuzugeben bzw. ist zu geizig diese Waben einem Feuer zuzuführen. Leider kommen in solchen Fällen immer wieder unschuldige zum Handkuss, mir persöhnlich ist diese Risiko zu groß.
     
    Gruß
    Franz aus der Steiermark

  • Hallo Frank,


    ich weiß nicht wo du das Halbwissen bezüglich der Sterilisierung her hast.


    Wachs muß auf ca. 125 Grad bei mindestens 6 Atü Druck sterilisiert werden ( kann nur ein anerkannter Wachsverarbeitungsbetrieb ).
     
    Gruß
    Franz aus der Steiermark


    Jedwedes Material, dabei ist es egal was es ist, sollte um steril zu sein bei 121 °C eine halbe Stunde Temperiert sein. Dazu ist es völlig unwichtig wie hoch der Druck ist.
    Das geht auch mit einem Heißluftsterilisator völlig drucklos oder in nem großen Kessel.
    Es muß nur gewährleistet werden, daß der gesamte Inhalt die selbe Temperatur hat.
    Und daß dies nur ein anerkannter Betrieb kann ist ebenso Halbwissen. Jeder der nen großen Kochtopf mit Thermostat hat kann das in seiner Küche selber machen.
    Übrigens kann man auch bei anderen Temperaturen sterilisieren. Nur ist dann die Zeit anders. Je höher die Temperatur desto kürzer die Zeit.
    Dafür gibt es in der Pharma Tabellen in denen das genau geregelt ist.


    Wenn du willst such ich die mal raus.


    Gruß René

  • Guten Morgen Eric,


    wie Du sowas immer aufspürst? :daumen:


    Besonders mußte ich über folgende Passage schmunzeln:



    from: Link


    Grob übersetzt:




    Drohn schrieb:

    AFB kommt dadurch, dass der Mitteldarm keine Möglichkeit hat, in den Fetteiweißkörper (Leber) die "Gifte" zu absorbieren!!!


    Sind wir dann nicht zwangsläufig wieder beim Thema Fütterung und beim Thema Diversität der Trachtpflanzen?


    Viele Grüße,


    Bernhard