• hallo,


    bin hier ziemlich neu, habe auch schon in älteren Beiträgen gesucht, aber keine zufriedenstellende Antwort gefunden.


    Welche Vorteile hat Apiinvert gegenüber Zuckerwasser?


    Mir ist bekannt, dass ein 28kg Karton Apiinvert ungefähr der selben Futtermenge von 25kg Zucker entspricht.
    28kg Apiinvert = ca. 20 l = entspricht ca. 20 kg Futter
    25kg Zucker minus 20% was die Bienen mehr Energie für die Verarbeitung brauchen ergibt ebenfalls ca. 20 kg Futter.
    Kann man so rechnen?
    Der Hersteller von Apiinvert wirbt damit, dass das Futter mehr Fruchtzucker und andere vorteilhafte Zucker enthält, was normaler Kristallzucker nicht hat.
    Manche behaupten dass Kristallzucker ein minderwertiges Futter ist, manche sagen dass mit Apiinvert gefütterte Bienen sich im Frühjahr besser entwickeln. Ist da was dran?
    Wie sieht es mit Stärkesirupen aus? Genmanipulierter Weizen und Mais? Hoher HMF-Wert?


    Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis geht es mir wirklich um die Qualität des Futters und etwaige Vorteile der Bienen, Zucker anrühren sollte nicht als Nachteil gewertet werden, da ich ein gutes System habe auch größere Mengen in kurzer Zeit anzurühren.


    Viele vertreten auch die Meinung "nur aus Honig (Futter) wird Honig"


    Freue mich schon auf Eure Antworten,


    mfg Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo, Peter,
    der Sirup ist super, wenn du Völker schnell für den Winter einfüttern willst, sozusagen auf den letzten Drücker.
    Da er bereits voll invertiert ist, sparen die Bienen sehr viel Arbeit, und werden gut geschont.
    Sie müssen nur noch 10% Wasser rausbringen und ihn einlagern - ein Klacks.
    Er ist nicht geeignet, die Völker weiter in Brut zu halten, dazu braucht es erheblich dünneres Zeug.:wink:
    Der ganz große Vorteil besteht im Wegfall des Anrührens, und im Gegensatz zu Zuckerwasser verdirbt der Sirup im Eimer auch nicht.
    In der Futterzarge schon, weil beim Luftkontakt unweigerlich Schleimpilze und Algen dazukommen.
    Rechnen tut sich der Sirup ebenfalls, wenn du größere Mengen mit entsprechendem Rabatt (ect. Sammelbestellung?) kaufst, und deine Arbeitszeit für das Anrühren mitrechnest.
    Ich finde ihn sehr komfortabel, habe aber trotzdem auf Honigüberwinterung umgestellt, weil - wir verkaufen unseren Honig immer als "besser & gesünder als Zucker".
    Dann sollte ich doch angesichts der grundsätzlich angeschlagenen Bienengesundheit vielleicht doch auf Zucker verzichten und ihnen ihr eigenes, von Mama Natur dafür vorgesehenes Produkt gönnen...
    Bloß sind die meisten Imker zu geizig dazu, gegenüber Zucker/Sirup ist Honig wirklich teuer, außer du hast unverkäufliche Sorten.
    Ich lasse den Bienen alles nach Mitte Juli (was hier nicht wenig ist), und füttere ggfs. im September noch mit verdünntem Honig bei, bis ich meine Zielgewichte habe.
    Ich kann nicht beurteilen, ob es meßbare Erfolge bringt, aber zumindest gibt es mir ein gutes Gefühl, ich muß mir keinen Kopf um eine eventuelle Vermischung von Futter und Honig im Frühjahr machen, und meinen Bienen geht es gut.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo Sabiene,


    danke für deine Antwort. Bist du Bio-Imker?
    Wie meinst du das, -rechnen tut sich der Sirup allemal- ?
    Stimmt es also, dass 25kg Zucker einem 28kg Apiinvertkarton gleich kommen?
    Wie gesagt, das Anrühren ist kein Problem, da bin ich bestens ausgestattet.


    grüße Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo, Peter,
    nein, ich bin kein offizieller Bio-Imker.
    Und das Zuckeräquivalent kanst du doch selbst ausrechnen, der Sirup hat 72% Feststoffgehalt und 28% Wasser, also entspricht das etwa 20,16kg Zucker.
    Beim Zuckerwasser verfressen die Bienen beim Invertieren aber noch ne Menge, der Sirup wird vergleichsweise zügig abgelagert, von daher kann das mit den 25kg in etwa hinkommen.


    Sich rechnen - Zucker kostet 0,92€, auch in großen Gebinden wird es nicht merklich billiger.
    Sirup kostet einzeln auch 0,92€, wird aber in größeren Gebinden sofort wesentlich billiger, beim 24t Tankzug kommst du dann nur noch auf 0,68€/kg.:wink:
    Der Schlager ist preislich natürlich der weizenstärke-basierte Sirup, HFdingens, der fängt abgepackt bei 0,71€ an, und endet beim Tankzug für 0,50€/kg, bei Selbstabholung in eigene Behälter so etwa 0,59€.
    Hilft dir das weiter?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo Sabiene,


    ja danke, das hilft mir.
    Ich kam ja auch ungefähr auf diese Rechnung, wie du in meiner ersten Frage siehst, wollte es nochmal von "Spezialisten" bestätigt haben.
    Ich hätte mit Meinungen gerechnet, vieleicht wird es ja noch.
    Danke für deine Mühen,


    Gruß Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo, Peter,
     
    ich verwende inzwischen nur noch den Weizensirup HF 1575. Der ist garantiert aus nicht genmanipuliertem Weizen.
     
    Vorteile:
     
    - kein Auskristallisieren
    - nicht hygroskopisch (zieht kein Wasser; ein in einer Futterzarge vergessener Rest im Zargenlager war nach 1 Jahr nur etwas dickflüssiger als vorher)
    - wird nicht schlecht (anders als bei Zucker noch nie Schleimpilze, Schimmel, Hefen o. ä. gehabt)
    - geruchfrei (versehentlich ins Gras unter einer Beute gelaufener Sirup löste trotz Trachtlosigkeit keine Räuberei aus)
    - stimuliert den Bautrieb mehr als Apiinvert und deutlich mehr als Zucker (schön bei nach der letzten Ernte gebildeten Kunstschwärmen) - muß daher beim Füttern von Jungvölkern nicht verdünnt werden (soll man auch nicht machen, weil er sonst verderben kann)
    - ist sehr ergiebig (1 l Sirup entspricht 1 kg Trockensubstanz; kaum Schwund wie bei Kristallzucker)
    - wirkt (nach Angaben von erfahreneren Verwendern) brutstimulierend (vielleicht liegt es an den Mehrfachzuckern - ähnlich wie bei Melezitosetracht?)
    - ist deutlich günstiger als Apiinvert - ich bezahle für 1 kg 60 Cent.
     
    Viele Grüße, Johannes