Umbauen nach Auflösen

  • Ich habe ein extrem stechagressives Volk. Die Königin ist nicht gezeichnet, weshalb ich sie nicht fangen kann. Ich finde sie einfach nicht und die Suche ist enormer Stress, wenn du voller Bienen sitzt.
    Ich werde dieses Volk auflösen, denn ich kennen meine Grenzen.


    Die Frage: Ca. 50 m vom bisherigen Platz entfernt abfegen. Kann ich die Brutwaben, die größtenteils verdeckelt sind, dann in die anderen Völker oder Ableger geben, ohne Bienen? Oder was mache ich damit?


    Harald


  • Fliegt die wirklich 50 m zurück?
    Ich dachte gerade das Abfegen in dieser Entfernung verhindert dies.


    Harald

  • Wenn Du das Volk in 50 Meter Entfernung vom Bienenstand abfegst, fliegt die noch eierlegende Königin nicht in andere Bienenkästen zurück. Die Königin ist zu schwer. Sie wird in der Nähe des Abfegplatzes an den Boden fallen und verhungern.
    Gruss Jon Godly

  • Wenn Du das Volk in 50 Meter Entfernung vom Bienenstand abfegst, fliegt die noch eierlegende Königin nicht in andere Bienenkästen zurück. Die Königin ist zu schwer. Sie wird in der Nähe des Abfegplatzes an den Boden fallen und verhungern.


     
    ? Wirklich? ....Da wo die Königin ist, bildet sich ein "Schwarm"...... die verhungert nicht, jedenfalls nicht so lange, wie die Bienen irgendwo Tracht finden.
     
    Bei wirklich bösen Stechern habe ich schon mal einen Schwefelfaden in der Beute angezündet......
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Wenn die Königin ausserhalb der Beute auf den Boden fällt, gibt es keinen "Schwarm" mehr. Einige Bienen bleiben oft noch eine Weile bei ihr. Weil der Königinnenduft ausserhalb der Beute aber zu schwach wirkt, verlassen auch die letzten Bienen ihre Königin bald.
    Oft ist aber das Abschwefeln des ganzen Stechervolkes wirklich am einfachsten. Es gibt dabei sicher weniger Stiche, als vielleicht beim Abwischen.
    Gruss Jon Godly

  • Wenn die Königin ausserhalb der Beute auf den Boden fällt, gibt es keinen "Schwarm" mehr.


     
     
    Beim Auflösen von "Kieler Begattungskästchen" hab' ich schon manchmal eine Königin übersehen (man wird alt :-( ) und am nächsten Tag hing da ein Schwarm am Rosenstrauch.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • ?
     
    Bei wirklich bösen Stechern habe ich schon mal einen Schwefelfaden in der Beute angezündet......
     
    Alfred


    Ja und die Brutwaben, die doch noch gut da sind?
    Was mache ich mit denen? Nach dem Schwefeln und überhaupt?


    Wobei mir dieses Schwefeln nicht so gefällt. Ich ziehe mich warm an und habe einmal eine gewisse Stressarbeit. Dann ist's (hoffentlich) rum mit den Stechern.


    Harald

  • Hallo Harald,
    wenn es gesund ist, kannste das Volk auch "überfüttern".
    So viel, bis es keinen Platz mehr für Brut hat und dann den Rest abschwefeln.
    Diese Futterwaben kannste dann gut auf andere Völker verteilen.
    Auch noch im Frühjahr, statt nachfüttern oder für Ableger.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Harald,


    wenn du das Volk behalten möchtest hier mein Vorschlag:
    Volk ggf. an anderer Stelle aufstellen (2 km beachten) und einfliegen lassen. Dann an einem schönen Tag, Boden stehen lassen und die Zargen in einiger Entfernung abstellen. An der alten Stelle neue Zarge mit LW und FW hinstellen, Flugloch mit Absperrgitter versehen und gekäfigte, begattete Kö in die neue Zarge. Nun warten bis ein Teil der Flugbienen zum alten Boden geflogen ist (die nerven schon mal nicht mehr). Dann kannst du die restlichen abfegen. Brutwaben auf andere Völker verteilen. PW und FW können noch zum alten Volk. Evtl. vorm Absperrgitter nach der Stecherkö suchen und abdrücken. Dann kannst du sofort das Gitter entfernen. Nach 2-3 Tagen musst du dann noch die Kö freilassen. Dann wie gehabt: füttern und Winterbehandlung. Die Stecher sind im Frühjahr raus.


    Geht natürlich auch ohne Umstellen. Dann würde ich aber auch bei den Nachbarvölkern sicherheitshalber die Fluglöcher mit Absperrgitter versehen. Ich habe bei mir das Volk einzel gestellt. Ist angenehmer zu arbeiten und die Nachbarvölker werden nicht nervös gemacht. Das erfolgreich umgeweiselte Volk kannst du ja später wieder an die alte Stelle zurück bringen.

  • Hallo Harald,


    wenn du das Volk behalten möchtest hier mein Vorschlag:


    Guter Tipp. Danke. Das werde ich mir merken. Es war ein direkt praktischer Hinweis, den ich sogar als Jungimker verstehen und anwenden kann.


    Allerdings habe ich mich erst einmal entschlossen, das Volk aufzufüttern, über den Winter zu bringen und im Frühjahr als Pflegevolk bei der Königinnenzucht einzusetzen. Es ist stark, kräftig und sehr lebendig bisher. Mal sehen wie es wird.


    Harald

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Die Handhabung eines solchen Volkes ist sehr einfach. Das Volk wird einige Meter verstellt. Nach einigen Tagen, Flugwetter vorausgesetzt, ist ein erheblicher Teil der Stecker (Altbienen) abgeflogen und hat sich bei anderen Völkern eingebettelt. Die Königin kann jetzt wesentlich leichter gefunden werden. Wird die Königin gefunden, ist zu entscheiden, ob umgeweiselt wird oder ob das gesamte Volk aufgelöst wird.
     
    Sollte es mit Königinnensuche wieder nichts werden, kann man die Brutwaben entnehmen und verwerten. Das Altvolk ist auf diese Weise gut genützt und die lästigen Altbienen werden immer weniger.
     
    Aber darauf achten, dass durch das Verbringen der Brutwaben kein unkontrollierter Varroatransport durchgeführt wird.
     
    MfG
    Honigmaul