Räuberei erkennen

  • Hallo zusammen,


    da bei uns mit der Lindenblüte die letzte grosse Tracht zu Ende gegangen ist, beginne ich nun mit der Einfütterung (meine erste). Ich bin sehr vorsichtig, füttere nur Abends und verkleckere (bisher) auch nichts. Allerdings würde mich interessieren, wie genau ich denn nun Räuberei erkenne? Also nicht nur beginnende, sonder auch fortgeschrittenen und Endstadium.


    Bei beginnender Räubere müsste ich kämpfende Bienen sehen, ok. Aber was ist wenn ich nicht vor Ort bin und erst ein paar Tage später zum Stock komme.... immer noch kämpfende Bienen oder "ergeben" sich diese irgendwann? Kann ich als Anfänger dies am Flugloch erkennen? Oder erst wenn ich das Volk öffne und alles leergeräumt vorfinde? Ich habe meine Bienen auf einem Vereinsgelände stehen auf dem ca. 100 Völker gehalten werden und ich hab bezüglich der Räuberei ehrlich gesagt etwas Bedenken.
    Ich füttere mit Futtereimer und Stroh (Zuckerwasser) und aufgrund der Hitze das Flugloch offen, der Flugbetrieb erscheint mir normal bis etwas eingeschränkt, vermutlich aufgrund der fehlenden Tracht.


    Danke schonmal für die Antworten,
    Thomas

  • Hallo, Thomas,
    am Anfang erkennst du räubernde Bienen sofort: die fliegen nicht direkt das Flugloch an, sondern scannen waagerecht oszillierend die Beutenfront, und sind auch hinten, oben am Deckel und unter Beute zu sehen.
    Nix wie geregelter Flugbetrieb, es sieht ganz anders aus, vom Flugbild her.
    Kein zielgerichteter Anflug aufs Flugloch.
    Sobald du solche links-rechts-Bienen siehst, ist es an der Zeit, die Fluglöcher sehr eng zu stellen. Stau der Bienen gibt es selten, aber es verhindert stille Räuberei.
    Sobald die erste fremde Biene rein und wieder raus gekommen ist, hat das Volk eigentlich schon verloren, es ergibt sich irgendwann tatsächlich...
    Solange noch Kämpfe am Flugloch zu sehen sind, ist noch nicht alles verloren, dann wirklich (besser vorher) auf 1 Bienenbreite einengen, und das auch täglich kontrollieren.
    Im fortgeschrittenen Stadium merkst du keinen Unterschied zu normalem Flugbetrieb, außer daß kein Pollen mehr eingetragen wird, was gern auf Trachtmangel geschoben wird, und im Endstadium merkst du nur, daß der Betrieb allmählich nachläßt, dann ist einfach nix mehr zu holen....:evil:
    Wenn du weißt, daß bei dir nichts mehr kommt, sofort die Fluglöcher fast dicht machen, das hilft ungemein.
    Das ist z.B. einer der Gründe, Ableger wegzubringen, sie haben kaum Chancen gegen ein räuberndes Vollvolk, allein von der Anzahl her.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Thomas,
    am Anfang erkennst du räubernde Bienen sofort: die fliegen nicht direkt das Flugloch an, sondern scannen waagerecht oszillierend die Beutenfront, und sind auch hinten, oben am Deckel und unter Beute zu sehen.


    ok, ich war bisher täglich bei den Bienen, sowas hab ich noch nicht gesehen....



    Wenn du weißt, daß bei dir nichts mehr kommt, sofort die Fluglöcher fast dicht machen, das hilft ungemein.
    Das ist z.B. einer der Gründe, Ableger wegzubringen, sie haben kaum Chancen gegen ein räuberndes Vollvolk, allein von der Anzahl her.


    ok, morgen solls eh etwas kühler werden, dann enge ich gleich ein.
    Diese Räuberei ist für mich als Anfänger sehr "unheimlich", da diese unter Umständen relativ unbemerkt von statten geht. Man liest auch oft, dass gerade Anfänger davon betroffen sind, deshalb möchte ich hierauf besonderes Augenmerk legen. Danke für die Tips :-)

  • Guten Morgen,


    auch wenn man es rechtzeitig bemerkt ist es dann schwierig die Räuberrei zu bekämpfen. Mir wurde vor ca. 3 -4 Wochen ein Ableger überfallen. Nachdem ich es bemerkt hatte, stellte ich den Ableger um (wahrscheinlich zu wenig weit weg ca. 300 m ) und nach einer Stunde ging es wieder weiter.
    Mein grober Fehler war es, daß ich den Ableger 4 noch nicht verdeckelte Honigwaben überlies.
    Anscheinend sollte man Brennesseln ins Flugloch stecken, daß wirklich nur mehr die Stockbienen rein kriechen können.


    Gruß Horst

  • Moin,


    nach der Lindentracht mit dem duftenden Waben in den Kisten, ist Räubereigefahr hier immer ein Thema. Ich verenge die Fluglöcher auf Daumenlänge an eine Seite. Damit gelingt es den Völkern sich gegen die ersten anfliegenden Sucher zu wehren. Diese Einengung bvleibt auch da während eingefüttert wird. Stehen Ableger in der Nähe kriegen die ein Flugloch in Daumenbreite. Alle Völker sollten immer auf etwa dem selben Futterstand sein. Wird eines leichter, dann kann da was nicht stimmen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Mein Nachbarimker hat ein Bienenhaus in dem er 4 Völker hat. IN dem Bienehaus hat er einige ausgeschleuderte Honigwaben zum Ausschlecken aufgestellt. Da drin gehts zu, sowas hab ich noch nicht gesehen, alle Scheiben sind von innen voll mit Bienen, und wenn ich es richtig gesehen habe, fliegen meine Bienen auch genau in diese Richtung.


    Sowas macht man doch eigentlich auch nicht, oder? Sowas begünstigt doch sicher auch die Räuberei?

  • prinzipell oder könnte man die waben in angemessener ( wie weit auch immer das ist) Entfernung zum "säubern/entleeren" den Bienen zur verfügung stellen?
    beste Grüße

  • Immer.
    Wenn Futter für alle frei zugänglich ist, gibt das Räuberei an allen Beuten, bzw. zumindest den Versuch. Die Bienen suchen ja rum, wo es noch mehr davon gibt, und wo die überall hinkommen...
    Das muß man sich nicht antun.
    Honigwaben bis zum Frühjahr honigfeucht gut wegpacken.
    Sogar wenn du die Waben wieder ins ursprüngliche Volk zurückpacken willst, und sei es schon fast im Dunkeln, gibt das Theater (da hat Henry einen schönen Fred als Erlebnisbericht geschrieben...:wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Außerhalb der Beute ist das Füttern mit Honig oder Zucker immer (!) ein Problem. An der Futterstelle gibt's ein Gedränge von Bienen aus unterschiedlichen Völkern --> Krankheitsübertragung, Milbenautobahn usw.
    Gruß
    Günter

  • Immer.
     
    Sogar wenn du die Waben wieder ins ursprüngliche Volk zurückpacken willst, und sei es schon fast im Dunkeln, gibt das Theater (da hat Henry einen schönen Fred als Erlebnisbericht geschrieben...:wink:)


    ja was machst du denn mit den waben wenn nicht wieder zurück hängen? oder beziehst du das nur auf die zeit ohne ausreichend tracht( so wie jetzt langsam)

  • Hallo Jenne,


    was macht man mit Honigwaben, wenn es keinen Honig mehr gibt?
    Was machst Du mit den Skistiefeln im Sommer? Oder dem Sonnenschirm im Winter?
    Weghängen!
    Im Gegensatz zu den Skistiefeln musst Du die Waben allerdings bienendicht verpacken.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-