Futtersirup lagern & Drohnenmütterchen-Volk "retten"?

  • Liebe Imker,
    nachdem ich die Regenzeit der letzten Wochen für das Einfüttern nutzen konnte, nehmen sie mir jetzt wirklich nichts mehr ab. Jetzt habe ich noch so 28 kg Futtersirup (es handelt sich um Fructo-Plus Bienenfuttersirup im Honig-Hobbock) über - hält sich das Zeug denn eine Weile?
    Oder sollte ich es an ambitionierte Jungimker hier in Berlin abgeben, die sich damit das Anrühren von Zuckerwasser für 1 bis 2 Völker sparen können?


    Punkt 2 betrifft mein "Problemvolk", das sich standhaft weigerte, über Wochen hinweg eine Königin heranzuziehen. Nach 8 Wochen ohne Königin und 2 Weiselproben (die alle nicht zur Heranzucht einer Königin genutzt wurden; also eigentlich auf eine Königin hinweisen sollten) ist es nun eindeutig drohnenbrütig.


    Frage hierbei wäre doch eigentlich auch, ob man das Volk nicht retten kann indem man die Waben entnimmt, die Zarge und den Boden in einiger Entfernung abkehrt, die Zarge dann an exakt alter Stelle wieder aufbaut und dann sukzessive die abgekehrten Waben (exklusive der Brutwaben mit der Drohnenbrut) zuhängt. Dann müßten doch zumindest die ganzen Flugbienen zurückfliegen.
    Wenn ich dann zum Abschluß oben drauf einen Ableger mit legender Königin und Brut aufsetze mit Zeitungspapier dazwischen: Dann sollten die sich doch vereinigen ohne daß Drohnenmütterchen mit dabei sind. Da das Volk inzwischen ja keine Jungbienen mehr hat, müßte ich so doch das Volk elegant und Drohnenmütterchenfrei sanieren - oder?


    Schon mal wer versucht?
    Irgendein Denkfehler?


    Es dankt und grüßt
    Melanie

  • 1. Futtersirup kannst du in luftdicht verschlossenen Gefäßen nahezu unbegrenzt lagern, verwahr ihn, du wirst ihn noch brauchen bis Oktober.


    2. Vergiß dieses Volk. Nach 8 Wochen ohne Königin hast du sowas von alte Tanten da drin, die jede junge Brut halb verhungern lassen würden, weil sie es einfach nicht mehr können vor Greisenhaftigkeit.
    Man muß sich auch trennen können, statt einen aufstrebenden Ableger zu ruinieren.
    Hart, aber ist so....:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nach Karl Weiß kann man ein drohnenbrütiges Volk sanieren, indem man eine begattete Königin im Zusetzkäfigin in eine Zarge mit ausgebauten Waben hängt, an den Platz des drohnenbrütigen Volkes stellt und ein paar Meter entfernt das drohnenbrütige Volk abfegt. Ob sich das jetzt noch bei den alten Damen lohnt, ist bestimmt fraglich. Ich hatte einen drohnenbrütigen Ableger an dessen Stelle ich einen anderen Ableger gestellt und die Drohnenbrütigen davor abgefegt habe. Hat sich prächtig entwickelt.
     
    Grüße von Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.


  • Liebe Hymenoptera
    Mach es wie sabi(e)ne es Dir geraten hat.
    Hier noch eine kleine Warnung, um Dich vor weiterem Schaden zu schützen:
    Wenn Du einen Ableger mit Königin über Zeitungspapier aufsetzen würdest, würden die eierlegenden Arbeiterinnen die Königin des Ablegers ziemlich sicher töten, und Du hättest auch den Ableger verloren. Das gleiche würde geschehen, wenn Du dem weisellosen Volk eine Königin zusetzen würdest. Auch in diesem Fall würden die eierlegenden Arbeiterinnen mit Sicherheit die zugesetzte Königin töten.
    Du darfst das drohnenbrütige Volk auch nicht in der Nähe Deiner anderen Bienenvölker abwischen! In diesem Fall könnten eierlegende Arbeiterinnen sich in ein Volk mit Königin einbetteln und dort die Königin töten. Auch das ist schon passiert.
    Mit freundlichen Imkergrüssen
    Jon Godly

  • Hallo, allerseits,
    danke für die Ratschläge - stimmt, das mit dem Alter hatte ich ganz vergessen; die sind wohl wirklich nicht mehr sehr interessant. Ich werde das Volk heute auflösen und das in reichlich Abstand von den Völkern.


    Nun die Frage: Da das drohnenbrütige Volk auch schon eingefüttert war und der kleine Ableger unbedingt Platz braucht, will ich diesen in die Zarge und Waben des drohnenbrütigen Volkes (also nach dem Auflösen und ohne die Brut natürlich) einschlagen.
    Leider muß die Beute dazu an der momentanen Stelle verbleiben - wann kann ich also davon ausgehen, daß ein Volk wirklich "aufgelöst" ist und keine Arbeiterinnen mehr die alte Beute anfliegen? Lernen die das wirklich Knall auf Fall nach dem Einbetteln daß sie nun ab sofort bitte schön hier Dienst verrichten sollen? Oder sollte man da noch etwas warten?


    Danke und Grüße
    von
    Melanie

  • Hi, Melanie,
    sicher kannst du leider erst sein, wenn die alten Bienen übern Jordan sind.
    Und ich rate dringend davon ab, sie in der Nähe der anderen abzufegen, innerhalb des Gartens ist viel zu nah, damit bist du die Drohnenmütterchen nicht unbedingt los, sondern mit Pech bringen sie dir noch ein paar Königinnen funktionierender Völker um.
    Zur Not leih dir bei einem Kollegen eine Beute für den Ableger, und stell die dann mit Flugloch in der 180° Richtung verdreht auf ein anderes Volk obendrauf (Fluglochverengen nicht vergessen!), aber laß das drohnenbrütige einfach in Frieden sterben.
    Alles, was du mit denen anstellst, kann Mord und Totschlag geben, und das ist es einfach nicht wert.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Zur Not leih dir bei einem Kollegen eine Beute für den Ableger, und stell die dann mit Flugloch in der 180° Richtung verdreht auf ein anderes Volk obendrauf (Fluglochverengen nicht vergessen!), aber laß das drohnenbrütige einfach in Frieden sterben.


    Warum um 180 Grad vedrehen?


    Harald

  • Weil Räubereizeit anfängt und man das nicht auch noch provozieren muß.
    Anfliegende Bienen des unteren Volkes merken durchaus den Duft des oberen, wenn sie exakt übereinander stehen, und das sollte vermieden werden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene.


    Ist das mit dem 180 Grad verdrehten Überreinanderstellen immer so, wenn ich einen Anleger mit einem Volk vereinigen will? Und natürlich it Zeitungspapier dazwischen?


    Harald

  • NEIN!!!! Das war NICHT für das Vereinigen von Ableger & Volk, sondern zum Zwischenparken des Ablegers in seiner eigenen Beute, weil Melanie keinen Platz hat.
    Hier ging es jetzt nur darum, wo hinstellen, das hatte mit Vereinigen nix zu tun.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nach Karl Weiß kann man ein drohnenbrütiges Volk sanieren, indem man eine begattete Königin im Zusetzkäfigin in eine Zarge mit ausgebauten Waben hängt, an den Platz des drohnenbrütigen Volkes stellt und ein paar Meter entfernt das drohnenbrütige Volk abfegt. Ob sich das jetzt noch bei den alten Damen lohnt, ist bestimmt fraglich. Ich hatte einen drohnenbrütigen Ableger an dessen Stelle ich einen anderen Ableger gestellt und die Drohnenbrütigen davor abgefegt habe. Hat sich prächtig entwickelt.


    Und ich habe auf diese Weise schon Königinnen verloren. Wenn man drohnenbrütige Völker abfegt, dann mindestens zwanzig, dreißig Meter vom Stand entfernt.


    Falls das drohnenbrütige Volk neben einem anderen steht dann kann man es ein, zwei Tage vor dem eigentlichen Abfegen umstellen. Die Flugbienen betteln sich dann beim Nachbarvolk ein, das Abfegen ist deutlich "stressfreier".


    Grüße


    Ulrich