Zuchtkönigin -stille Umweiselung

  • Hallo Imkerfreunde,
    am 30.06 habe künstlich besamte Carnica Zuchtkönigin aus Litauen bekommen -der Ableger mit verdeckelten Brut gebildet und am nächsten Tag die Königin befreit.
    Am 14.07 nachgeschaut und 2 verdeckelte Weiselzellen gefunden. Die Königin ist noch da, auch jede Mende von Eier und Larven vorhanden.


    Ist schon mir passiert, die Bienen mögen die Chefin nicht und ziehen neue auf. Normalerweise ich wurde es dem Natur lassen, aber EUR 40.00+ Hoffnungen gute Zuchmaterial zu bekommen, waren mir zu viel und ich habe die Zellen ausgebrochen, der Nest erweitert -die Wabe mit schlupfende Bienen und gute Wabe für Eierlegen gegeben.


    Da ich nur Samstag kann wieder zu meinen Mädels, bin gespannt ob werde wieder die Weiselzellen finden. Hat jemand die Erfahrung?


    Vielleicht es geht um Rasse? Die Bienen in Ableger sind gelb (Buckfast-Mischung) und vielleicht die haben rassistische Stimmung?:) Da keine offene Brut war die sollten die Königin annehmen, aber danach entschieden ihre "eigene" aufzuziehen.
    Kann das Problem sein das die Königin ist kunstlich besamt und die Bienen wollen mehr genetischen Vielfalt- dadurch mehr Vitalität?


    Vielen Dank für die Wärme, liebe westeuropäische Kollegen, heute ist bei uns fast +30 Grad, :))


    Ainars

  • Ein wohlbekanntes Problem bei künstlich begatteten Königinnen: Sie scheint nicht richtig begattet zu sein (zu wenig Sperma in der Spermatheka).


    Klar, Du kannst die stille Umweiselung verhindern, indem Du die Weiselzellen brichst. Aber irgendwann einmal im Jahre wird sie nur noch Drohnenbrut legen. Oder Du lässt die Bienen gewähren und die Königin ist bald tot.


    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Es muss nicht an der künstlichen Besamung liegen. Ich hatte das gleiche Problem bei einem Volk, welches in der Rapszeit geschwärmt ist (Königin war Standbegattet vom Züchter). Dort konnte ich das ansetzen der Weiselzellen verhindern, in dem ich die verhonigten Brutwaben durch Leerwaben ausgetauscht habe, danach war der Spuck vorbei. Hier lag es also wohl am PLatzmangel.


    Bei einem anderen Volk wurde die erste Königin nicht angenommen. Die Zweite wurde angenommen und trotzdem setzen sie bis zum heutigen Tage Weiselzellen an, auch standbegattet und trotz "Platzmachens" im Brutraum.


    Außerdem habe ich bei meinen eigenen gezogenen Königinnen in den Ablegern auch schon Weiselzellen gefunden. Ich kann mir nicht erklären wieso ....
    Vielleicht lag es daran, dass ich sie zu eng gehalten habe ?! Oder das sie zu wenig Futter hatten ? Ich weiß es nicht ....
    Oder es liegt wirklich an der ungenügenden Besamung. Wobei ich mir das bei Standbegattung nicht vorstellen kann, denn es reicht doch schon ein Drohn um die gesamte Spermablase der Königin zu füllen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Ein wohlbekanntes Problem bei künstlich begatteten Königinnen


    Moin,


    das muß nicht mal an einer fehlerhaft durchgeführten Besamung liegen. Es ist weithin bekannt, daß besamte Königinnen oft nicht alt werden. Daher soll man die auch früh im Jahr anschaffen und von der nachziehen solange das geht. Bei mir haben sie auch eine Besamte umgebracht, nachdem diese 5 Waben vollgestiftet hatte. Ich war mir sicher, daß alles klappen würde und eine Woche später war die Kiste weisellos, obwohl die Brut in Ordnung und flächig war. Vielleicht kriegen die besamten Königinnen auch selbst einen Rappel und wollen unbedingt mal fliegen? Oder die riechen als hätten sie einen Ausflug zur Begattung nötig und werden raus getrieben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ein wohlbekanntes Problem bei künstlich begatteten Königinnen: Sie scheint nicht richtig begattet zu sein (zu wenig Sperma in der Spermatheka).


    Das kann zwar durchaus sein, aber es muss nicht unbedingt. Anscheindend entwickeln sich künstlich besamte Königinnen wohl zumindest gelegentlich langsamer als natürlich begattete. Diese Königinnen werden dann zunächst vom Volk nicht als "vollwertig" anerkannt.


    Zitat


    Klar, Du kannst die stille Umweiselung verhindern, indem Du die Weiselzellen brichst. Aber irgendwann einmal im Jahre wird sie nur noch Drohnenbrut legen. Oder Du lässt die Bienen gewähren und die Königin ist bald tot.


    Das kann durchaus sein, muss aber nicht. Ich habe so etwas auch schon öfter erlebt. Häufig legte sich das ganze nach gut vier Wochen, die Königinnen sind dann jeweils mehrere Jahre alt geworden. Ich habe aber auch schon das erlebt was Du schilderst. Die künstliche Besamung hat halt doch noch immer Nachteile.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo Zusammen,
    von wertvollen Zuchttieren immer einige Königinnen schon im Erhaltjahr nachziehen.
    Als Sicherheit (deren Drohnen verbreiten das Erbgut dieser Zuchttiere)
    und auch als Test, wie sich die Nachzucht bewährt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Imkerkollegen,
    also das Phänomen, dass Ainars beschrieben hat, habe ich auch schon beobachtet. Ich selbst besame seit mehreren Jahren und räume auch gerne ein, dass die Besamung nicht die optimale Art der Begattung ist, weil unnatürlich. Hinsichtlich der Qualität der besamten Königinnen muss ich jedoch mal ne Lanze brechen.
    Zumindest mit den Inselköniginnen sind die besamten Königinnen vergleichbar. Bei mir werden die besamten Königinnen auch in der Regel 3-4 Jahre alt - ohne Leistungsverlust.


    Hinsichtlich der angezogenen Weiselzellen vielleicht noch ein Tipp. Ich weisele meine besamten Königinnen und Inselköniginnen im Regelfall in Kunstschwärme ein.
    Der Schwarm und das spätere Bauen fördern meiner Meinung nach die Volksharmonie und in diesen Fällen habe ich auch noch nie Probleme mit Weiselzellen gehabt. Es seit denn, dass mit der Weisel wirklich nicht was gestimmt hat.
    Wenn man in bestehende Volkseinheiten einweiseln muss/will sollte man diese am Anfang möglichst klein wählen (3 Waben) und sich selbst entwicklen lassen und nicht verstärken.


    Mit imkerlichen Gruß
    Frank

  • Moin zusammen,


    gleiche Erfahrung hab ich mit ner KB-Weisel aus Hohen-Neuendorf gemacht - 2006 eingeweiselt - erst normale Entwicklung - in 2007 eher rückwärts und nun der Versuch im Juni/Juli still umzuweiseln ...


    hab davon nachgezogen und bin durchaus zufrieden und Weisel hab ich in extra-Beute gesetzt und führe sie als Zuchtvolk und nicht als Wirtschaftsvolk ....


    mal sehen wie sie den kommenden Winter schafft ...


    Björn

    >> Jungimker, Tor zum Thür. Wald, etwas Raps, sonst alles mögliche, Belegstelle Gehlberg, Carnica, Zander modifiziert, Brutraum ZaDant, Magazin kompatibel, Selbstbau, Futterzargen, AS-Liebigdispenser und Nassenheider, Oxalsäure und Milchsäure, keine DIB-Gläser <<


    "ex oriente lux"

  • hallo,


    eine KB-Königin würde ich zuerst in einen kleinen Kunstschwarm einweiseln, wo sie das Legen "lernen" soll.
    Den grössten Fehler macht der Imker wenn er frisch begattete Königinen in einen Ableger oder ein Volk einweiselt. Eine Königin soll in Ihrer Begattungseinheit mindestens einen Monat legen, erst dann ist sie reif für andere Völker oder Ableger. Der zweite Fehler des Imkers liegt in seiner Neugierde. Viele meinen wenn die Königin vom Käfig befreit ist und die ersten Eier legt ist alles Ordnung. Eine Königin kann erst als "angenommen" gelten, wenn Ihre eigenen Bienen schlüpfen.
    Wenn man eine Königin im Käfig zusetzt, dann kann man zwar nachher den leeren Käfig entfernen und sollte aber mindestens 3 Wochen das Volk in Ruhe lassen.
    Fazit: Wenn die Königin ein Monat lang in Eilage ist, kann sie jedem Volk mit 99,9% Annahmesicherheit zugesetzt werden.


    Grüsse Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo Ainars,


    wenn die Bienen Zellen stimmt meist mit der Königin nicht.
    Die Bienen mögen die Königin aus irgend einen Grund nicht, das kann mit jeder Königin passieren, egal ob besamt, Standbegattung, etc….
    Der Schaden der Königin muss nicht sichtbar sein, das Sie vielleicht beim besamen zu stark gedrückt wurde.


    Ich rate dir breche jede Zelle im Volk aus, nach einer gewissen Zeit hören die Bienen damit wieder auf, können aber auch wieder damit beginnen.


    Ich habe einige besamte Königinnen, bis gibt es mit den neuen von 2007 keine Probleme, es kommt immer mal vor das man so einen Zellenzieherin, so nenne ich solche Königinnen hat.


    Einen ähnlichen Fallen habe ich mit einen Inselkönigin, legte am Anfang einen schönes Brutnest an, etwas später waren 2-3 Zellen auf unterschiedlichen Waben verteilt, das war ein Naturschwarm den ich an einer Schule gefangen habe, 2,6 kg schwer, die Schwarmkönigin wurde entfernt und die Inseldame eingesetzt, ich habe die Zellen zweimal gebrochen seit dem war erst mal Ruhe.


    Das Brutnest der Königin sieht wie im Bilderbuch aus.
    Habe die Königin gesucht, konnte keinen auffälligen Schaden feststellen.
    Ich werde heute mal nachschauen ob Sie noch da ist.


    Zellen brechen mehr kann man nicht tun und abwarten was passiert
    Viel Glück!!!

  • Hallo Michael,


    schön das du auch wieder aus dem Hintergrund erscheinst (ist ehrlich gemeint!).


    Schade nur das deine Antwort für Ainars wohl schon etwas spät kommt. Ich stimme dir in deinen Aussagen sonst voll zu.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Michael2
    was sacht dieser Satz denn eigentlich aus??
    Das Brutnest der Königin sieht wie im Bilderbuch aus (Wenn die Bienen das lesen und deuten könnten würden sie das Komando im Stock verbreiten: Es gibt nee Neuigkeit alles zur Märchenstunde antreten )


    Bitte nicht missverstehen is nich persönlich
    Aber wenn man mal drüber nachdenkt, Viele Imker meinen man könne an Hand des Brutnestes ihrendwelche Aussagen über die Fähigkeit der Königin b.z.w. des Volkes beurteilen ,schlecht oder gut,der liegt oft daneben.Warum macht der Imker solche schönrede Sprüche??
    Mit Sicherheit spielen da auch noch nee Menge andere Faktoren die im Volk gerade ablaufen eine starke Rolle bei,wobei auch die Jahreszeit und Trachtverhältnisse und was weiß ich nicht noch alles einen großen Einfluss haben.
    Als Hobbyimker habe ich sicherlich einen bescheidenes Wissen und Erfahrungsmangel über die Imkerei aber beim lesen solcher Sprüche frage ich mich wie das echte Anfänger auf nehmen? ist sowas Imkerdienlich ein zu orden?
    Naja will keine misemacherstimmung hier losbrechen aber man darf doch mal seine Meinung kundtun.
    ein Brutnest wie im Bilderbuch naja für mich sacht das wenig aus.
    imkerliche Grüße

  • hallo Herby,
     
    man kann zwar über das Brutnest nicht die Veranlagung der Bienen ersehen, aber die Legeleistung und die lückenlos "angebretterte" Wabe ist eine Grundvoraussetzung für ein Spitzenvolk.
    Da sich hier scheinbar auch viele Anfänger informieren, würde ich das "Bilderbuch-Brutnest" gelten lassen.


    Grüsse Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.