Verluste durch Mäharbeiten

  • Hallo Imkers,
    hat jemand von euch Erfahrungen und kann Angaben über Bienenverluste durch großflächige Mäharbeiten mit Kreiselmähern von z.B. Klee für Heu und Silage machen? Können Verluste entstehen, die Auswirkungen auf die Völker haben können?

  • Ja, Verlust aller Flugbienen im schlimmsten Fall.
    Allerdings schneiden die Bauern hier GsD sehr früh morgens, wenn noch relativ wenig Bienen unterwegs sind.
    Bei Phacelia am Mittag abschlegeln - alle Flugbienen hin.:evil:
    Zu Klee kann ich nicht allzuviel sagen, da sind bei mir immer viel mehr Hummeln drauf als Bienen, das ist aber genauso Sch****

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo.
    Bei Mäharbeiten wie Silage, Heu ect. besteht vorallem Gefahr bei sog. Intensivbereitern in Kombination mit Mähwerk(Zerschlagen der Bienis!)! Wird nur gemäht, haste also kaum Verluste. Beim mähen mit Aufbereiter kann es bei einer schönen Weisskleewiese pro Hektar tausende von Bienen das Leben kosten. Beim Weissklee spielen jedoch die Wachstumsbedingungen eine grosse Rolle, ob die Bienen überhaupt an den Nektar kommen.


    Mit Grüssen Meli...!

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]

  • Moin,


    zu den direkten Schäden, die durch frühen Schnitt reduziert werden können, kommen die indirekten Schäden durch den plötzlichen Trachtausfall bei gutem Flugwetter, denn bei Niesel schneiden die's Futter ja nicht. Selbst das Abmulchen von Distelflächen führt bei meinen Bienen zu deutlicher Bruteinschränkung und zu massiver Räubereineigung. Ich füttere dann sofort zu. Auch suchen sich manche Bienen dann tot, weil sie einfach mit zuwenig Sprit im Tank starten und keine Tracht mehr finden, am angeflogenen Platze.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    Möchte das Thema mal etwas wiederbeleben!
    Und zwar wird morgen früh auf der Löwenzahnwiese direkt vor dem Bienenstand mäharbeiten durchgeführt.
    Der Landwirt hat gerade angerufen!
    Mach es Sinn die Bienen mit einem feuchten Lappen vor dem Flugloch solange einzusperren?


    Gruß
    Marco


  • ..ja das macht nicht nur 'Sinn', sondern Du erhälst mit dieser Maßnahme - vorausgesetzt Deine Bienen sind im Flugbereich - bis zu 20 % Deiner Bienenmasse. Ich habe 2 Jahre gebraucht, bis alle Landwirte in der Nähe meiner Stände mich anrufen. Allerdings spreche ich jeden einzelnen an und verschenke ein Glas Honig.
    Sei froh und dankbar, dass der Landwirt von sich aus Dich angerufen hat.
    Die Massenabschlachtungen aller Insekten durch die Kreiselmähwerke und durch oft nachgeschaltete Halm-Knickwerk ist eine Katastrophe.


    Ich verschließe die Fluglöcher in der Früh und öffne sie wieder wenn das Mähen vorbei ist. Bodenbrettchen kommt für diese Zeit raus.


    Jonas

  • Danke für die Antwort :daumen:


    Wie lange können die Fluglöcher verschlossen bleiben?
    Im Prinzip muss er ca.200ha Gras mähen und das könnte dauern.
    Notfalls wollte ich nur die Wiese in unmittelbarer Nähe abwarten.
    Feuchter Lappen vor dem Flugloch Wegen Wasserbedarf?

  • Danke für die Antwort :daumen:


    Wie lange können die Fluglöcher verschlossen bleiben?
    Im Prinzip muss er ca.200ha Gras mähen und das könnte dauern.
    Notfalls wollte ich nur die Wiese in unmittelbarer Nähe abwarten.
    Feuchter Lappen vor dem Flugloch Wegen Wasserbedarf?


    Hallo Marco. In unmittelbarer Nähe wirst du die wenigsten Bienen finden, sonder weiter weg. Du solltest dir den Bienenflug
    mal genauer ansehen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Guten Morgen


    Hat gestern alles gut geklappt.
    Habe die Tore allerdings erst um 17:00 Uhr geöffnet.
    Ok, mei einem war der Gitterboden leicht offen und es war etwas Tumult.
    Sie mussten auch scheinbar viel nachholen, kamen sogar noch um 21:30 mit Pollen nach Hause.


    Gruß
    Marco

  • Hallo Marco,


    vom Erzählen her kenne ich Berichte, z.B. aus dem Allgäu, wo die Grünlandmahd offenbar schon sehr extrem sein muss. Ich kann mir aber ehrlich nicht vorstellen, das es bei Dir so sein könnte.


    Die Bienen einzusperren halte ich für ein sehr extremes Mittel, um wiederholte massive Flugbienenverluste zu vermeiden. Bevor ich sowas machen würde, würde ich sehr intensiv Vor- und Nachteile abwägen!


    Gruß Jörg

  • Hallo Marco,


    vom Erzählen her kenne ich Berichte, z.B. aus dem Allgäu, wo die Grünlandmahd offenbar schon sehr extrem sein muss.
    Die Bienen einzusperren halte ich für ein sehr extremes Mittel, um wiederholte massive Flugbienenverluste zu vermeiden. Bevor ich sowas machen würde, würde ich sehr intensiv Vor- und Nachteile abwägen!


    ...bei uns hier im Allgäu wurden jetzt innerhalb 3 Tage ca. 80% der Wiesen gemäht. Heute geht's weiter. 10 ha ist innerhalb 2 Stunden gemäht. Es gibt Mähwerke mit 6 m Breite beim Mähen mit 25-30 kmh. Viele vergeben diese Arbeiten Lohnunternehmer. Jene haben noch weniger ein Gefühl und Interesse für Insekten. Aus der Monokultur = Löwenzahn ist ein kahle Fläche geworden = wo sollen die Bienen jetzt was finden. Glücklich jene die ein paar Obstbäume in der Nähe haben. Die Landwirte geben NICHT acht auf irgendetwas. Weder auf Uhrzeit noch auf Blütenstand. Außer auf Rehkitze, weil die nämlich ihre Mahd versauen, weil die Leichenteile 'stören'.
    Ich versuche meine Völker zu schützen in dem ich diese für 3-5 Stunden einsperre.
    Nur so bleibt die Bienen-Masse erhalten.
    Totenfall in der Beute = nein.
    Bodenbrettchen muß für diese Maßnahme raus!!!!
    Unten muß aber alles offen sein.
    Wasser geben = nein.
    Da ist genügend feuchter Löwenzahnhonig von gestern drin.
    Oder doch, wenn es sehr heiß werden sollte.


    So mache ich das... andere machen es anders.
    Beides hat seine Berechtigung.
    Jeder muß das für sich abwägen und seiner Umgebung anpassen.


    Jonas

  • Hi
    Denke auch mal es kommt drauf an.
    Bei mir hätte es vielleicht nicht nötig getan.
    Es gab aber auch keinerlei Verluste, außer das die Tracht für 3/4 Tag verloren war.
    Die Gelben Löwenzahnwiesen gaben wir allerdings zu bedenken.
    Ich denke auch das sie bei mir auch lieber zum Raps geflogen sind.


    Gruß
    Marco