Varroa-Toleranz in 3 Jharen?

  • Queen bees bred to withstand varroa mite
    5:00AM Wednesday July 04, 2007


    A bee colony is being established on an offshore island to breed queen bees tolerant to the bee-killing varroa mite for New Zealand's honey producers.


    Establishing the colony off the North Island follows three years of artificial breeding and selecting queen bees for tolerance to the pest, the National Beekeepers Association conference in Dunedin was told yesterday.


    HortResearch scientist Mark Goodwin said that when the project started, the most varroa-tolerant queen was "18 per cent" - 18 of 100 of her breeding cells opened in a hive did not have varroa. After the breeding and selection programme, that had improved to 86 per cent.


    Dr Goodwin said highly resistant queens were exposed to varroa and three months later scientists could not find any mites, suggesting the parasite had not reproduced.


    An industry management group had found the 2000ha Great Mercury Island, 8km off Coromandel, to be free of feral bees and next spring the breeding programme would shift there. The bees would continue to be exposed to the mite.


    "Any extra selection needed, varroa will do it for us. Any colony not varroa-tolerant will be killed."


    Commercial beekeepers will have access to varroa-tolerant queens, which Dr Goodwin said would reduce chemical treatment costs.


    Many North Island beekeepers have treated their hives twice a year, at $40 to $50 a hive for each treatment, since varroa arrived in April 2000.


    Using varroa-tolerant queens could reduce that to once every year or two years.


    Dr Goodwin said varroa had wiped out the feral bee population and 20,000 managed colonies in the North Island, forcing beekeepers to import 10,000 to 20,000 colonies from the South Island.

  • Faltermännchen wissen sich zu wehren
    Sie werden immun gegen attackierende Bakterien


    Einen Männchen-Mangel können Schmetterlinge in wenigen Generationen ausgleichen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Sylvain Charlat vom University College in London im Fachjournal Science.


    Die Forscher haben tropische Falter der Art Hypolimnas bolina untersucht, die auf Samoa im Pazifik leben. Dort macht den Tieren ein Bakterium aus der Gattung Wolbachia zu schaffen. Der Parasit befällt Schmetterlingsweibchen und wird an deren Nachwuchs weitergegeben. Dabei tötet er die männlichen Embryonen, sodass aus den Eiern nur noch Weibchen schlüpfen. Die Folgen des Bakterienbefalls hatten Biologen schon 2001 dokumentiert. Damals lebten auf den beiden zu Samoa gehörenden Inseln Savaii und Upolu fast nur noch Schmetterlingsweibchen - auf 100 Tiere kam damals gerade ein Männchen.


    Im Jahr 2006 erfassten die Forscher erneut den Insektenbestand. Das Ergebis war erstaunlich: In zehn Generationen hatten die Männchen aufgeholt und fast wieder mit den Weibchen gleichgezogen.


    Allerdings waren nach wie vor sämtliche untersuchten Tiere mit Wolbachia infiziert. Offenbar hatten die Bakterien also ihre tödliche Wirkung verloren. Den Grund dafür haben die Forscher nun mit molekularbiologischen Tests herausgefunden. Demnach besitzen einige Schmetterlinge sogenannte Suppressor-Gene, mit denen sie die Waffen des Bakteriums entschärfen können. Diese Erbeigenschaft hat sich offenbar rasant in den Beständen ausgebreitet. (kv.)


    Science, Bd. 317, S. 214
    Berliner Zeitung, 13.07.2007


    Vielleicht können das die Bienen auch mit der Varroa!
    Eine Anpassung in einigen Generationen

  • Bitte in Deutsch.
     
    Gibt auch ältere Imker hier, die gerade den PC bedienen können und noch kein Englischin der Schule hatten
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Moin Eric,


    die Theorie "Leben mit der Varroa in drei Jahren" findet auch Professor Thomas D. Seeley sehr schlüssig. Als Erforscher der Evolution der Sozialität der Bienen, darf seinem Wort auch ruhig Glauben geschenkt werden, was Evolution und Ko-Evolution betrifft.


    Eine Voraussetzung: Die Bienen und Milben müssen einer uneingeschränkten Ko-Evolution ausgesetzt sein. Eingriffe jeder Art durch den Imker wirken negativ auf die Ko-Evolution. Prof. Thomas D. Seeley berichtet, daß die Ergebnisse seiner Kollegen darauf hinweisen, daß ein lokales Zusammenleben zwischen Bien und Milb innerhalb von vier Jahren sehr wahrscheinlich ist.


    Er spricht auch davon, daß ein Großteil der Bienen an einem Standort stirbt. Die wenigen Überlebenden bilden eine neue Population und können mit der Varroa überleben.


    Auf Zuchterfolge braucht man meines Erachtens nicht warten. Denn Zucht verarmt das Genmaterial, um eben eine Eigenschaft herauszubilden. Im Falle der Bienen ist das allerdings fatal, da die Eusozialität der Bienen und damit die Gesundheit stark von der genetischen Vielfalt abhängt.


    Da Zucht aber niemals mit genetischer Vielfalt stattfindet, wird sie auch nie nachhaltig gesunde Bienen hervorbringen. Da kann man lange warten.


    Klar kann man auf Varroafestigkeit selektieren. Aber dann kommt durch die Genarmut Nosemaanfälligkeit. Oder Beutenkäfer. Oder Pilze, Sporen. Oder, oder, oder...


    Ausschließlich die ungestörte Ko-Evolution und die Schaffung bienengerechter Rahmenbedingungen führen zur nachhaltigen (!) Varroafestigkeit und anderweitigen Gesundheit der Bienen.


    Bernhard

  • Hallo


    wenn diese Theorien stimmen würden
    hätten wir schon lange wieder wild lebende Bienen
    aber solche habe ich noch nie über mehrere JAHRE leben sehen.


    Und alle Züchter zu unterstellen das sie Müll produzieren ist nicht schön.


    Gruß Uwe

  • Hi, Uwe,
    solange fast keine Schwärme von sich aus über den Winter kommen, weil es an Trachtmöglichkeiten fehlt, solange werden wir auch keine wilden Bienen haben.
    Dazu kommt der Mangel an Behausungen - wie sollen sie da überleben?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    Sabine


    wenn Deine CB in der Lage sind Unmengen von Honig einzutragen
    Deine Spezialableger sind prima entwickeln
    Deine Nachbarimkern jede Menge Schwärme verduften die Du nicht alle einfängst
    Du Kunstschwärme auf Naturbau hast die alles selbst bauen


    dann verrate mir mal wieso es keine Schwärme geben soll die selbstständig überleben. Hohlräume gibt es genug und Schwärme auch.


    Es wäre ja schön wenn so etwas in 3 Jahren klappen sollte, aber das ist mir zu kurz gegriffen. Solange keine toleranten Gene DA sind werden die nicht in 3 Jahren herbeigezaubert.


    Aber die Idee ist jede Menge € wert.
    Ich behaupte in 5 Jahren ich habe Varoatolerante Bienen
    mache jede Menge Wirbel im Netz
    und verkaufe sagen wir mal 5000 Königinnen für geschenkte 66,79€
    ergibt schlappe 333950 €
    die zu erwartende Steuer fange ich dann mit Porto und Verpackung ab
    ganz umsonst gebe ich noch eine GENAUE BETRIEBSWEISE bei


    Wer die dann nicht genau einhält ist selbst Schuld
    bekommt aber gnädiger Weise Ersatz zum Sonderpreis von 43,98 €


    Danke für die Idee werde schon mal eine Steuernummer beantragen.


    Gruß Uwe

  • Hallo


    Es war halt eine Steilvorlage :lol::lol:


    Aber in 2006 sind die Ableger ohne Fütterung durchgekommen
    nur bei bei solchen Regenperioden wie dieses Jahr wird es eng


    Zumindest hier bei mir gäbe es genügend Tracht mit der ein Maischwarm
    über den Winter kommt.
    Und Vollvölker mit vorhandenem Wabenwerk sowieso, nur leider sieht man keine.


    Gruß Uwe

  • Hallo, Uwe,
    aber das mit den 3 Jahren stimmt schon. Völker auf kleinen Zellen, die den 2. Winter überleben, haben es gepackt...da könnte man dann schon sagen, nach 3 Jahren sind sie tolerant.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Eine Voraussetzung: Die Bienen und Milben müssen einer uneingeschränkten Ko-Evolution ausgesetzt sein. Eingriffe jeder Art durch den Imker wirken negativ auf die Ko-Evolution. …daß ein lokales Zusammenleben zwischen Bien und Milb innerhalb von vier Jahren sehr wahrscheinlich ist.



    Das Zitat birgt die wesentlichsten Kriterien, die auch nach meiner Erfahrung notwendig sind, dass Bienen ohne V-Maßnahmen durch den Imker nachhaltig, leistungsfähig und mit dem Menschen umgänglich leben können.

    Gezielte Paarung mit sich anschießender Selektion durch den Imker bedeutet, regelmäßiges Wegwerfen von Genetik. Diese Errungenschaft ist auch durch gelegentliche „Blutauffrischungen“ über an anderen Wegwurf-Errungenschaften verfügendes Material nicht komplett zu kompensieren. Im Gegenteil, es werden darüber weitere Lücken in den genetischen „Reserve-Schatz“ gerissen.
    Züchten auf Varroatoleranz, ohne auf die Behandlung gegen die Varroen zu verzichten wirkt kontraproduktiv, weil „Koevolutionsversuche“ des Biens wie des Milbs regelmäßig durch das „züchterische Tun“ negiert werden. Der Züchter gibt dem Milb unbewusst die Richtung seiner (des Milbs) „Zwangs-Evolution“ vor. Wo es keine Evolution gibt, dort kann es auch keine Koevolution geben. Alles in allen ist das nichts als blanker Aktionismus.
    Wie heißt es so schön: Blinder Eifer schadet nur.

    Das Zuchtprogramm in Neuseeland findet auf einer Insel statt, wo es bisher keine Bienen gab und somit auch keine Varroen. Damit ähnelt diese Konstellation jener auf der Insel Bornholm, wo P.E. Karlsen seit nunmehr vielen Jahren mit der Elgon und den Varroen darauf imkert, ohne etwas gegen die Varroose zu tun. Auch darüber ist schon in diesem Forum geschrieben worden.

    So bleibe ich für meinen Teil lieber auch ein belächelter Praktiker, der mit seinen Biens nicht im Wettstreit liegt, wer den Ton angibt.
    Es passt auch hier: Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.

    In diesem Sinne
    Manne

  • Hallo Imkerfreunde,


    da ich auch ein Beführworter der chemiefreinen Varroabekämpfung bin,auch ein paar Bemerkungen aus meiner Praxis. Ich habe mein bestes Volk fast ohne Milben und so gut wie kein Totenfall an verstümmelten Bienen, Ertrag bis jetzt in HBB.
    45kg Honig und keine Behandlung. Habe vor 14 Tagen einen Baurahmen voll Honig in den Honigraum gehängt, als ich ihn vorgestern rausnahm sah ich vielleicht 15 verdeckelte Drohnenzellen einseitig, als ich sie gegen das Licht hielt sah ich in einer Zelle bis zu 5 Milben, es war als ob sie sich dort versteckt hatten. Das Volk ist nicht zu sanft.
    Das Gegenteil ein Volk mit sehr viel verstümmelten Bienen das es einem leid tun könnte, etwa 10kg Honig weniger und noch eine Königin von 06. Das Volk ist normal stark und hatte vergangenen Winter auch die meisten Milben. Da ich genug Völker habe werde ich sehen ob es ohne Behandlung überlebt, werde später davon berichten.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zitat


    Gezielte Paarung mit sich anschießender Selektion durch den Imker bedeutet, regelmäßiges Wegwerfen von Genetik.


    Richtig!
    Nur: Genau das macht die Natur auch! Die "Zuchtziele" der Evolution sind natürlich andere, als die des Imkers.
    Die immer wieder erwähnte "genetische Vielfalt" wird durch die Umweltbedingungen der Bienen genauso (wie gesagt: in anderer Richtung, als sie der Imker festlegt) "weggeworfen" wie es der Imker tut. Nur die am besten angepaßten haben einen langfristigen Selektionserfolg. Bei gleichbleibenden Umweltbedingungen kommt es "ganz natürlich" zu einer Verarmung des gentischen Materials: alle die Allelkombinationen, die Nachteile haben, werden ausselektiert.....


    Zitat


    Auf Zuchterfolge braucht man meines Erachtens nicht warten. Denn Zucht verarmt das Genmaterial, um eben eine Eigenschaft herauszubilden. Im Falle der Bienen ist das allerdings fatal, da die Eusozialität der Bienen und damit die Gesundheit stark von der genetischen Vielfalt abhängt


    Was macht denn die Natur? Sie züchtet!
    Natürlich ist die Gesundheit nicht von der genetischen Vielfalt abhängig, sondern von der Fitness! Und Fitness wird durch die optimale Anpassung der Allelkombinationen an die Umwelt erreicht.....



    Es gibt eigentlich nur eine Situation in der Natur, wo die genetische Vielfalt erhöht wird: Bei sich ändernden Umweltbedingungen.


    -------------------------------------------------------


    Was mich immer wieder bei der Diskussion von varroa-resistenten Bienen wundert: Sie werden beschrieben, aber der "Normalimker" bekommt sie entweder nicht oder aber sie zeigen nicht das, was sie laut Beschreibung zeigen sollten: Varroa-Toleranz.
    Eigentlich sollten sich doch varroa-tolerante Bienen relativ schnell verbreiten, weil sie den entscheidenden Selektionsvorteil haben.


    Freundlichst
    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"