Bienensterben 2006/07

  • In meiner Gegend sind bei 3 Imkern die Hälfte aller Völker bereits Ende Oktober 2006 kahlgeflogen (es waren einfach keine Bienen mehr in den Kästen). Alle 3 Imker haben die Bienenvölker Ende Sommer 2006 mehrmals
    mit flüssiger Oxalsäure benebelt, d.h. mit einem Spezialgerät die flüssige Oxalsäure zerstäubt in die Völker hineingepumpt. Bekanntlich darf man Oxalsäre nur 1 Mal flüssig in die Wabengassen träufeln. Da bei der erwähnten Methode die Oxalsäure auch flüssig in die Völker geblasen wird, ist die Wirkung vermutlich die gleiche wie beim Träufeln.


    Was sagt der Fachmann dazu????


    Gruss Jalma

  • Hallo, und herzlich willkommen hier!


    Nein, das kann NICHT der Grund sein, schau HIER, ich arbeite genauso, und davon sterben die Bienen nicht.
    Das muß was anderes gewesen sein, zu spät behandelt, oder nicht oft genug.
    Die vernebelte OS wirkt nicht in die Zellen, also muß man mehrmals innerhalb von 16 Tagen ran, und je nach natürlichem Totenfall danach auch nochmal, und natürlich auch zu Weihnachten.
    Mit dreimal nebeln im Spätsommer ist es da nicht getan....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Simon,
    ich sehe da eher Tücken der Thymol-Behandlung! Nachvollziehbar wäre das ohne Zweifel....
    Gibt es mehr zu diesem Thema?
    Als Biene würde ich auch eher zu den Nachbarn flüchten als in ein stinkendes Zuhause zurückzukehren....:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    versucht es doch mal ohne Behandlung, da können die Völker auch bloß eingehen, bei mir überleben die Völker ohne Behandlung. Es kann jeder machen wie er will.
    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • diese Völker die ich jetzt habe überleben seit drei Jahren, da hatte ich Totalverlust im Winter durch eine, bei Sturm offene Bienenhaustür. Meine letzen Totalverlust durch die Varroa hatte ich1993.
    Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin Drobi,


    (ich hoffe) wir alle wissen, daß Bienenvölker an Varrose nicht im Jahr ihrer Bildung eingehen, sonder im übernächsten Winter. Oder sogar schon im nächsten Herbst.


    Wenn also jemand 10 Völker hat und jährlich 10 Kunstschwärme oder Ableger/Fluglinge macht und ihm dann fast alle seiner Altvölker an der Milbe eingehen, dann hat der natürlich nichts gegen die Milbe gemacht und kann sich einen "Nichtbehandlerstern" auf's Schulterstück kleben (wie der "jedes-Frühjahr-Neukäufer" übrigens auch) und er hat vermutlich keine Totalverluste, die Hälfte der eingewinterten lebt ja noch. Hat man noch eine Bienenhaustür als Ursachenjoker in der Hinterhand, ist man sowieso fein raus. Damit erschlägt man alles. Und die Presse kriegt ihre "Hälfte aller Bienen tot"-Schlagzeile. :daumen:


    Wer immernoch denkt, es habe was mit resistenten Bienen zu tun, daß sich die Milbe pro Brutmonat eben nur verdoppelt und deshalb Schwärme manchmal sogar 3 Jahre leben läßt, der hat einfach das Wesen der Varrose nicht verstanden.


    Mit 2-10 Völkern ist eben keine Auslese auf ansteigende Varroatoleranz zu machen, weil dort die nicht schon vollständig resistenten Völker früher oder noch früher eingehen. 50% Toleranz durch Zellenöffnen läßt sich also nicht mit 50% durch Milbenbeißen kreuzen, weil beide Völker mit nur 50% eben auch die Hufe hoch reißen. Und es ist äußerst kompliziert von den Völkern nachzuziehen, die etwas später als die andern eingingen.


    Nichtbehandler, die tatsächlich Vollvölker ohne Rotation und ohne Kunstschwarmbildung in der selben Beute (also 100% Brutentnahme als Gesundbauen ect.), also bestenfalls mit Umweiselung, über mehrere Jahre leben und fliegen lassen, mögen mir verzeihen. Die sollen ihren Stern mit Stolz tragen und ihre Bienen verkaufen, was das Zeug hält.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, und herzlich willkommen hier!


    Nein, das kann NICHT der Grund sein, schau HIER, ich arbeite genauso, und davon sterben die Bienen nicht.
    Das muß was anderes gewesen sein, zu spät behandelt, oder nicht oft genug.
    Die vernebelte OS wirkt nicht in die Zellen, also muß man mehrmals innerhalb von 16 Tagen ran, und je nach natürlichem Totenfall danach auch nochmal, und natürlich auch zu Weihnachten.
    Mit dreimal nebeln im Spätsommer ist es da nicht getan....


    Ich muss meine Feststellung aus wissenschaftlicher Sicht noch ergänzen: Es wurde an den Bieneninstituten (Deutschland und Schweiz) wissenschaftlich festgestellt, dass im Gegensatz zur Oxalsäureverdampfung (Sublimierung) bei der die feinen Oxalsäurekristalle nicht in den Bienenmagen und dann auch nicht in das Blut der Biene gelangen, bei der Behandlung mit flüssiger Oxalsäure durch Träufeln das aber der Fall ist. Wenn die Bienen in kurzen Zeitabständen mehrmals mit flüssiger Oxalsäure behandelt werden, erhöht sich die toxisch wirkende Oxalsäurekonzentration im Bienenblut dermassen, dass die Bienen daran sterben.Wir Imker wissen, dass die Bienen vor dem Sterben die Beute verlassen, wenn es das Wetter erlaubt. Deshalb das sogenannte "Kahlfliegen", wo nur noch die jüngsten Bienen, die noch keine oder wenig Oxalsäure abbekommen haben in der Beute zurückbleiben.
    Mit freundlichen Imkergrüssen
    Jalma