Ist das ein guter Standort? und Früherkennung Stecher

  • Hallo!
    So, in kleinen Schritten gehr es vorwärts, jetzt haben wir schon mal einen Stellplatz für die Bienen. Natürlich kann man einen Standort nicht beurteilen, wenn man ihn nicht selbst sieht, es würde mich aber doch sehr interessieren, was ihr dazu sagt...
    also ob euch da gleich ein "das reicht ja nie im Leben" in den Sinn kommt oder ob es erstmal ganz gut klingt.
    - Geplanter Standort für 2 Völker:
    - Wiese mit drei (!) Obstbäumen
    - davor unmenge Wiesenfläche (typisch hessische Heuwiesen, da blüht
    nicht so wahnsinnig viel drin)
    - ein Rapsfeld in direkter Nähe
    - ca. 2-3 km bis zum Waldrand
    - kein Wasser in direkter Nähe
     
    Ach ja, eine zweite Frage brennt mir noch auf der Seele. Ein Imker hat uns erzählt, dass der andere Imker, von dem wir unsere Ableger bekommen werden "berühmt" dafür ist, dass er einige echte Stecher dabei hat.... Es gibt wahrscheinlich keine Methode, das bei einem Ableger vor dem Kauf festzustellen, oder? Beute mal kräftig durchschütteln und reingucken? Und ist es wirklich so wichtig, helle Kleidung beim Imkern zu tragen? Stellt ihr da einen echten Unterschied in der Angriffslust der Bienen fest?
    Ahh, ich komm schon wieder von Hölzchen auf Stöckchen... wird Zeit, dass es endlich losgeht mit der Bienenhaltung, damit ich mir meine Fragen wenigstens zum teil selbst beantworten kann.

  • Moin,
    Rapsfeld ist natürlich nett. Aber nach dem Raps sollte es für die Bienen auch noch Tracht geben. Gibt es da nicht irgendwelche Hecken mit Weißdorn, Brombeere etc. oder irgendwelche blütenreichen Brachen?
     
    Gruß Andreas

  • Hallo fettes Huhn(:confused:),
    bei der Einschätzung des Standortes solltest du dich fragen, was blüht im März/April. Damit meine ich, gibt es ausreichend Frühjahrsblüher, Weiden und Kirschen. Diese Pflanzen sollten wegen der eventuellen kühlen Witterung in der Nähe stehen. Alles was nach der Kirsche blüht ist von der Entfernung mehr oder weniger egal. Dann solltest du darauf achten, dass für die Bienen auch von Juli-September (besonders Pollenspender) der Tisch gedeckt ist.


    Gruß Peter

  • Hallo Fetthenne,


    bestimmt hast Du auch einen Vornamen!?


    zu Deiner ersten Frage: Deine Standortbeschreibung klingt nicht gerade nach einem Superbienenstandort. Aber ich vermute mal, du bist (wirst) ein Imker, der nicht das letzte Gramm Honig aus seinen Völkern holen will (muß?). Deshalb ist der Punkt erstmal zu vernachlässigen. Soviel sie für sich selber brauchen, finden sie allemal, und es wird auch was für Dich überbleiben.:-D


    Das Rapsfeld war wohl dieses Jahr ein Rapsfeld. Was es nächstes Jahr sein wird, weiß wohl noch nichtmal der Bauer der es Bewirtschaftet. Die pflegen nämlich zyklischen Fruchtwechsel, und dann ist das auch noch abhängig davon, was beim Anbau gerade gefördert wird.


    Wie Peter schon schrieb, solltest Du etwas darauf achten, daß im Frühjahr genug Tracht in der Nähe ist. Das ist aber ebenfalls kein KO-Kriterium. Man kann da ja nachhelfen. Weiden sind leicht zu pflanzen und wachsen fast an jedem Standort.


    Zu Deiner zweiten Frage wegen der Stecher, da mach Dir auch mal keine Sorgen. Überprüfen kannst Du das auf keinen Fall, indem Du an der Kiste rumklopfst, da werden selbst die sanftmütigsten Mädels ungemütlich ;-) Am Anfang wirst so oder so mal nen Stich abbekommen. Und wenn die Ableger sich wirklich als "Stechteufel" erweisen, dann kannst Du nächstes Jahr ja umweiseln, wenn Du Dir sanftmütige KÖ´s von einem Züchter zugelegt hast.


    Unser Verein hat am Lehrbienenstand auch so einen Stechteufel unter den Völkern, der jetzt gerade umgeweiselt wird.


    Wann wirst Du denn loslegen am eigenen Stand?


    Ich hab auch dieses Jahr erst angefangen mit der Imkerei. Als ich meine ersten drei Völker an meinen Stand brachte, hatte ich ebenfalls die Befürchtung, mir Stechteufel geholt zu haben. Aber nach ein paar Tagen wurden sie ruhig und sind jetzt ziemlich "fromm". Die waren wohl durch den Transport etwas aggressiv geworden.


    Herzliche Grüße, Emil

  • Mhhh ja, ich hatte schon befürchtet, dass der Standort nur suboptimal ist... aber solange es für den Eigenbedarf reicht, soll es mir recht sein. Und den Frühjahrskick kriegen sie vielleicht von den Obstbäumen (obwohl das Äpfel sind).
    Wegen der Bienenstiche bin ich gar nicht so ängstlich, ich find es nur so wahnsinnig schön, wenn die Bienen brav und vergnügt auf den Waben sitzen und man in aller Ruhe reingucken kann. So war es nämlich bei den beiden Imkern, denen ich schon über die Schulter gucken konnte. Da brauchte man keine Handschuhe und keinen Schleier! Los geht´s wahrscheinlich schon nächste Woche.


    Ach ja, wegen dem Namen... ihr solltet das doch eigentlich kennen:
    Ein Schwarm im Mai - ein Fuder Heu
    Ein Schwarm im Jun - ein fettes Huhn
    Ein Schwarm im Jul - ein Federspul
    So steht es wenigstens in meinem Imkerbuch und ich persönlich hab nicht den Hauch einer Ahnung, was das bedeutet?! Aber da der Autor bereits im nächsten Satz schreibt: "Damit ist alles ausgedrückt." sind zwei Sachen bewiesen:
    1. Nicht alles was sich reimt, eignet sich auch als Username.
    2. Der Imker an sich ist schon ein komisches Volk.


    Nix für ungut...:p_flower01:

  • Hallo,
    erstmal ist es zweitrangig ob du von deinen Völkern einen Überschuss erwirtschaftest oder nur für den Eigenbedarf. Es geht darum, dass unter Umständen deine Völker nächstes Frühjahr nicht mehr existieren könnten, wenn sie an deinem Standort im Spätsommer keine Pollenvoräte ansammeln können.
    Du solltest auch bedenken, das bei 2 Völkern immer eine gewisse Abhängigkeit zu anderen Imkern besteht. Ich meine, die Chance bei 5 oder 6 Völkern einige über den Winter zu bekommen ist größer als bei 2 und du musst dann nicht immer neues Bienenmaterial bei anderen besorgen. Würde diese Menge zu versorgen dann dein Standort auch hergeben? Apfelbäume sind gut, aber drei sind halt nicht viel.
    Ich möchte deinen Standort nicht schlecht reden, solltest halt nur darüber nachdenken.


    Gruß Peter

  • Hallo, hoffentlich ganz fettes Huhn


    diese Sprüche stammen aus alter Imkerzeit, als man mit Schwärmen vermehrte und es eine Sommer- oder Spättracht gab.


    Ein Schwarm im Mai konnte sich installieren (Bau errichten, brüten, zur Trachtreife kommen) und einen Ertrag bringen in der Größe einer Wagenladung Heu (Fuder).


    Ein Junischwarm war auch noch leistungsfähig im Bereich eines fetten Huhnes.


    Der Julischwarm hat den Wert des Gewichtes eines Federspieles, also nichts. Er brachte keinen Ertrag und war auch nicht überwinterungsfähig.


    Bedenke, die Zuckerfütterung war noch nicht eingeführt. Der Imker arbeitete mit Körben und da musste Ertrag und Winterfutter eingetragen werden.


    Gruß
    Remstalimker


    Nach deiner Beschreibung ist dein Standort eher schlecht, doch auch optimal aussehende Standorte sind oft nicht gut. Frühtracht haben die meisten Standorte. Du solltest sehen ob der Wald in der Nähe nicht Kahlschläge hat mit HIm- und Brombeeren. In Sachen Wasser sind die Bienen clever und finden das was sie benötigen. Mit den Pollen ist das auch so eine Sache, in meinem Gebiet das Problem der Pollen eher eines der Imker. Eine gute Spättracht ist besser. Die Meinungen meiner Vorgänger sind nicht von der Hand zu weisen.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • OK, das mit dem Pollen seh ich ein... da werde ich mich wohl doch noch etwas eigehender damit beschäftigen müssen, welche Pflanzen gute Pollenlieferanten sind und vor allem wie diese Pflanzen aussehen... Davor hätte ich mich gerne gedrückt. Schon im Studium war Botanik das einzige, wo ich durchgefallen bin...!! Aber wenn´s denn sein muss. :roll: Pollen kann man nicht zufüttern, oder? (Hoffnung-aufkeim)
    Vielen Dank auf jeden Fall für alle guten Standort-Tipps! Leider ist die Standortsuche ja gar nicht so einfach, das Grundstück hat uns die Gemeinde zur Verfügung gestellt. Aber die achten peinlichst darauf, dass es ganz, ganz weit von jeglicher Zivilisation ist, damit niemand meckert...
    Und auch vielen Dank für die Erklärung des Schwarm-Spruches an den Remstalimker. Wieder was gelernt!