Drehbeuten? dreh ich denn durch?

  • hartmut
    Da hab ich ja richtig was losgetreten hier... *g*

    Wollte doch eigentlich nur wissen, was ihr von den Dingern haltet. Kann mir einfach nicht vorstellen, das das ewige drehen den Bienen Guttun Soll. Dachte erst man dreht, damit man unten rannkommt.
    Und mich interessierte halt, wo die da denn den Honig lassen, zum ernten.

    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Sabine, Hallo Winni, Hallo Zusammen,
    Beuten beheizen um Varroa zu bekämpfen ist umständlich.
    Die Bienen halten bei Erreichen der Bruttemperatur diese eine recht lange Zeit aufrecht.
    Dannach kann die Temperatur zu schnell auf die Höhe erreichen,wo Wachs anfängt zu schmelzen.
    Was geht, sind Feglinge und Schwärme.
    Zehn Minuten bei 48° C., da fallen sämtliche Milben.
    Das habe ich schon probiert.
    Mein Fehler war, erst den Raum (Kiste, die den Gitterkäfig mit Fegling aufnahm) erst zu erwärmen.
    Da passiert nämlich das, wie oben beschrieben: die Bienen halten lange die 35° C., bis der Punkt kommt, das sie dies nicht mehr schaffen; und da kann die Temperatur von jetzt auf gleich höher liegen, zu hoch!
    Temperaturmessung in der Mitte der Schwarmtraube, sicherlich auch zu ungenau, so ein Einkochthemometer.
    Außerdem waren die Stromkosten (Heizquelle waren zwei Handhaartrockner) doch recht ordentlich dadurch angestiegen.
    Mittlerweile bin ich zu den Entschluss gekommen, man könnte die Kunstschwarmkisten doch gleich in einen entsprechend temperierten Raum stellen...
    Aber ich weiß nicht wie das gehen könnte.
    Gibt es da schon Wärmekammern, so in Kühltruhengröße, wo gleich ohne viel Wärmeverlust mehrere KS-Kästen reingehen.
    Sabine, Du bist doch Ing., geht da nicht was?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    so einen älteren Wärmeschrank von Heraeus zum Kräutertrocknen habe bei mir noch rumstehen, der hat die nutzbaren Innenmaße: 500 mm hoch, 400 mm breit und 830 mm lang und ist gar nicht leicht. Solche Geräte werden auch ab und zu bei Ebay verkauft.


    Der Aufwand und die gesamten Energie- und Transportkosten lassen allerdings fragen, ob es nicht doch sinnvoller ist stationäre Einrichtungen zu nutzen. Aber auch Deine Beutenheizung ist preislich und energetisch nicht ganz ohne.


    Vielleicht beschäftigst Du Dich doch lieber noch mal mit dem Thema Drehbeuten. Ich hoffe Du hast inzwischen in der Patent-Datenbank meine beiden Patentschriften: "Drehvorrichtung für Bienenbeuten" und "Drehbare Magazinbeute für Bienen" gefunden. Dort findest Du ausführliche Beschreibungen und Zeichnungen. Wenn Du die pdf-Dateien gefunden hast, dann kannst Du links oben mit den Pfeilen blättern und die Blätter einzeln ausdrucken.


    Wenn Du manuell drehen möchtest besteht der ganze Zusatzaufwand gegenüber herkömmlichen Magazinen lediglich in 2 Ringen aus gebogenem Flacheisen und vier billigen Kugellagern und ein bißchen Kleinmaterial.


    Auch der Antrieb mit Flach- oder Keilriemen, sowie die Elektroinstallation lassen sich aus käuflichen Teilen selbst herstellen. Das Problem ist nur, daß es sich für den einzelnen schwierig ist und nicht lohnt die Konstruktionszeichnungen selbst zu erstellen und auszutesten, die entsprechenden günstigen Bezugsquellen zu finden und den Elektroschaltplan zu erstellen und auszutesten.


    Gruß


    Romuald

  • Hallo Hartmut,


    Du hast Dich ganz schön angestrengt!


    Zur LBG: Hier wird eine bundeseinheitliche Regelung angestrebt mit einer Beitragsfreiheit von bis zu 100 Bienenvölkern. Derzeit sind bei der LBG Franken und Oberpfalz bis zu 25 Bienenvölkern beitragsfrei, aber nur unter der Voraussetzung, daß keine landwirtschaftlichen Flächen vorhanden sind. Da die LBG eine richtige Hetzjagd auf Imker veranstaltet, trennen die Imker inzwischen Landbesitz bzw.-pacht und imkerliche Unternehmereigenschaft, d.h. z.B. der Sohn ist Imker und bekommt eine jetzt für die Honigvermarktung notwendige Betriebsnummer beim Landwirtschaftsamt und der Opa behält seinen Acker mit dem Bienenhaus. Die LBG dachte über die Betriebsnummernpflicht könnte sie die Imker jetzt drankriegen, das ist ein Irrtum und jetzt kostete ein Bienenvolk für die übrigen Dummen im Umlagensystem schon 6,40 EURO pro Volk.


    Was meinst Du, hat auch ein 52-jähriger noch das Recht eine Promotion durchzuziehen. Ich suche jetzt wo Prof. Tautz aus formalen Gründen rausgefallen ist (2 Semester Studium in Würzburg sind nötig) einen Doktorvater bzw. fächerübergreifende Doktorväter. Dann könnte ich das Thema Drehbeuten umfassend auch aus wissenschaftlicher Sicht abarbeiten.


    Es lohnt sich kaum ein imkerliches Fachbuch mit allen Zeichnungen und Anleitungen zu erstellen, da das Publikum zu speziell und der Aufwand zu groß ist. Hier wäre eine Promotionsschrift das Angebrachte und die eigentliche Entlohnung.


    Vielleicht fragst Du mal Erich Alfranseder, von wem er in Eltmann bei HEG-Versammlungen die Ideen für den Drehbaren Rähmchenkamm und sein Rotationssieb her hat! Er verrätst Dir bestimmt nicht, aber meine Imkerkollegen können das. Fällt Dir da auf, daß sich da alles dreht.
    Für einen Spezialhersteller wie Alfranseder kann sich die Drehmagazinbeute in kleinen Stückzahlen, eventuell auch in großen Stückzahlen lohnen, wenn er patentrechtlich abgesichert ist, bzw. die Preise hoch genug und der Nachbau zu kompliziert ist. Gäbe bestimmt eine prima Werbung auf Deinen Flächen ab.


    Kommen aber aus Polen oder Taiwan plötzlich vereinfachte Weiterentwicklungen in großer Stückzahl, dann sinken die Preise unendlich.
    Die Koreaner wollten auch nur ein Muster abholen, um sich die eigene Entwicklungsarbeit zu sparen, soweit zu Referenzen aus dem Ausland.


    Ich habe Kenntnis von Imkern aus bestimmten Gebieten Russlands und der Ukraine, die Kräuter zum Varroabehandeln einsetzen. Das muß aber öfters erfolgen und ist denen zu aufwendig, sodaß sie inzwischen auf westliche Behandlungsmittel übergegangen sind.
    Wer also dergleichen Mittel zur Varroabehandlung ergänzend zu seinen Spezialmaßnahmen einsetzt täuscht sich und andere über die Varroatoleranz seiner Bienenhaltung (nicht -zucht)!
    Wer fordert, alle Imker in Deutschland und darüberhinaus sollten ihre Haushonigbienen für ein einzigartiges Bienensterben zur Verfügung stellen, selbst aber mit den ausgefeiltesten Methoden seine paar Völker überleben lassen will und mit ihnen wie mit menschlichen Lebewesen umgeht, der ist bei aller Intelligenz und Wissen von der Schizophrenie nicht mehr weit entfernt.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Romuald


    Rentner aus Leidenschaft

  • Hallo Hartmut,


    Du hast Dich ganz schön angestrengt!


    Wer fordert, alle Imker in Deutschland und darüberhinaus sollten ihre Haushonigbienen für ein einzigartiges Bienensterben zur Verfügung stellen, selbst aber mit den ausgefeiltesten Methoden seine paar Völker überleben lassen will und mit ihnen wie mit menschlichen Lebewesen umgeht, der ist bei aller Intelligenz und Wissen von der Schizophrenie nicht mehr weit entfernt.


    Hallo Romuald,


    der Tonfall deiner Postings ist überwiegend nicht mehr passsend! Wen meinst du mit deinem letzten Satz erläutere dass bitte genauer, denn deine Anschuldigungen sind starker Tobak!

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Romuald?
    Hartmut ist unser Gastgeber.....und bisher hatten wir diesen Tonfall hier nicht.
    Wollen wir auch nicht.:evil:
    Und sowas

    Zitat

    Die LBG dachte über die Betriebsnummernpflicht könnte sie die Imker jetzt drankriegen, das ist ein Irrtum und jetzt kostete ein Bienenvolk für die übrigen Dummen im Umlagensystem schon 6,40 EURO pro Volk.


    brauchen wir hier ganz gewiß nicht....:evil:
    Wer zahlt denn deine Rente?
    Die "Dummen", die arbeiten gehen.:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Reiner,


    Ich bin überrascht über die Empfindlichkeiten hier im Forum. Offensichtlich wird hier von manchen gerne ausgeteilt aber nicht eingesteckt. Und wen interessiert es schon, wenn alles ganz lau wird und alle die gleiche Meinung haben?


    Entschuldigung für meine etwas harte Ausdrucksweise! Nimm es humorvoll und laß es so stehen. Du bist nicht gemeint. Und im Grunde befürworte ich auch eine scharfe "Natürliche Selektion". Nur sollte dies nicht im Widerspruch zu den eigenen Handlungen stehen - das wäre schizophren.


    Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich gerne fragen was aus Deiner Primorski-Gebirgsbegattungstelle geworden ist und ob du überhaupt noch irgendwelche Aktivitäten im Zusammenhang mit "Primorski-Bienen" oder deren Kreuzungen mit Buckfast- und Elgon-Bienen hast?
    Es wäre nett, wenn Du darüber berichten könntest.


    Gruß


    Romuald


    Leidenschaft, die Leiden schafft

  • Offensichtlich wird hier von manchen gerne ausgeteilt aber nicht eingesteckt.


    Über den Satz kannst du mal etwas länger nachdenken.
    Öfter mal diesen Thread durchlesen und die eigenen Worte reflektieren lassen.
    ...vielleicht wird dir dann einiges klarer.


    Wenn nicht, wäre es wohl an der Zeit den Rechner aus zu machen!



    Just My 2 Cents
    Arnd


  • Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich gerne fragen was aus Deiner Primorski-Gebirgsbegattungstelle geworden ist und ob du überhaupt noch irgendwelche Aktivitäten im Zusammenhang mit "Primorski-Bienen" oder deren Kreuzungen mit Buckfast- und Elgon-Bienen hast?
    Es wäre nett, wenn Du darüber berichten könntest.


    Wen meinst du denn jetzt konkret? Ich habe mich nicht angesprochen gefühlt. Ausserden kann ich auch manchmal nicht nett sein.


    Ich hatte noch nie eine Primorski-Gebirgsbegattungstelle.
    Wir hatten einmal in 2003 eine P-Linie zur Testbegattung.
    Ich hatte einmal ein paar Ps. Jetzt nicht mehr.


    Mehr mag ich nicht schreiben - eben, weil ich auch mal "nicht nett" sein will.


    Das war für Sie kein guter Einstand an unserem Stammtisch ...

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Hallo Hartmut,


    ich habe verstanden.


    ich danke Dir für die gewährte Gastfreundschaft


    ich wünsche allen Freunden dieses Forums weiterhin viel Spaß


    ich ziehe mich wieder auf meine eigene Spielwiese zurück



    Herzliche Grüße aus der Rhön


    Romuald Hofmann

  • FTD, Niederaltendorf; Trotz Bienensterben und Wetterextremen verzeichnet der Deutsche Imkerbund einen Zuwachs in der nationalen Honigproduktion um 150% für das Jahr 2007. Nach Aussage von Dr. Biener ist dies primär auf hocheffiziente Produktionmethoden zurückzuführen. "Wir sind endlich im dritten Jahrtausend angekommen und brauchen uns nicht hinter modernen landwirtschaftlichen Methoden zu verstecken" erklärte er in einem Interview mit der Financial Times Deutschland. Irritationen rief der enorme Produktivitätssprung bei den Honiggrossisten hervor; "Wir beobachten den Markt sehr genau, ein derartiger Sprung bedeutet einen Zuwachs der jährlichen Honigmenge aus deutscher Produktion um ca. 30T. Das sich dies positiv auf den Preis auswirkt steht ausser Frage. Wir stehen in Gesprächen mit unseren ausländischen Lieferanten und schließen eine Anpassung der Preise auch bei Importhonig nicht aus." erklärte der Honiggrossist und Importeur Herr Kurz. Erreicht wurde diese durch den Einsatz moderner Technik, einer ausgeklügelten Betriebsweise und genetisch an die Produktionsmethode angepasste Bienenrasse. "Die Varroa ist für uns kein Thema mehr" so ein Imker dessen Name nicht genannt werde soll. Kernstück der neuen Betriebsweise ist eine patentierte Schleuderbeute, sobald die Honigwaben gefüllt sind, werden die Bienen mit einem Gebläße vorrübergehend in eine Auffangvorrichtung gesaugt, mit kurzen käftigen stößen heißer Luft werden die Honigwaben entdeckelt, die Brutwaben bleiben davon unberührt, anschliessend wird die gesammte Beute in Rotation versetzt und der Honig horrizontal aus den Waben geschleudert. "Durch die regelmäßige Entnahme werden die Bienen dazu gebracht permanent nachzuliefern. Je nach Tracht kann so ein fast kontinuierlicher Honigfluß ohne menschliches zutun sichergestellt werden" so ein Sprecher der Frauenhofer Gesellschaft für Produktionsforschung.



    SCNR :wink:


    Dennis

    Wir wissen mehr als wir zu sagen wissen.

    (Polanyi)

  • Einer unserer Imkervereinsmitglieder hatte sich auch mal die Mühe gemacht, eine solche Rundwabenbeute zu Testzwecken zu bauen.
    Fragen, die beantwortet werden sollten, waren:


    Frage: Wird die Schwarmstimmung beeinflusst?
    Antwort: Völker sind unruhig, hoher Totenfall, entwickeln sich zu Völkern mittlerer Stärke.
    Insofern wird die Schwarmstimmung beeinflusst aber sicher nicht in angestrebter Weise.


    Frage: Wird der Milbenbefall beeinflusst?
    Antwort: Die Aussage, keine oder nur wenige Milben, weil sich täglich die Waben drehen und Milben sich nicht entwickeln können, kann nicht bestätigt werden.


    Dokumentation des Versuchs: http://www.imkerverband-berlin.de/cms/index.php?id=76

    Wanderimkerei mit Holzmagazinen, HR: Langstroth 2/3, BR: 10er Dadant mod., Carnica, Standbegattung eigener Wachskreislauf, Bioland-Betrieb