DN-Hochformat auf Zander umsiedeln 2 Fragen

  • hallo allenthalben,
     
    ich habe ein bzw zwei Fragen betreffend dem Umsiedeln von Normalmaß-Hochformat in Zander-Magazine.
    Der Hintergrund ist folgender: Ich betreue zusammen mit einer Arbeitskollegin sechs Bienenvölker, die ich von meinem verstorbenen Vater übernommen habe.
    Drei dieser Völker sind in einem kleinen Häuschen untergebracht in Hinterbehandlungsbeuten mit Deutsch Normalmaß Waben im Hochformat.
    Das Problem ist nun, dass meine Kollegin diese schlecht zugänglichen und oft tüchtig verkitteten Waben schlichtweg nicht rauskriegt aus der Beute, was für sie sehr frustrierend ist.
    Wir haben drum beschlossen beim nächsten Schleudern zunächst einmal eines dieser drei Völker umzusiedeln. (Leere Zander-Magazine stehen genug im Keller).
    Ich habe das bereits ausgemessen und festgestellt, dass es recht gut paßt. Wenn man die DN-Hochformatwaben umlegt bleibt in der Zander-Box seitlich noch ein Stück frei das sich mit einem passenden Stück Holz (oder grüner Hartschaumplatte) pro Rähmchen gut komplett ausfüllen läßt. So dass die Bienen keinen Wildbau machen können und man dann nach und nach die umgelegten DN-Waben durch richtige Zander-Rähmchen ersetzen kann.
    Jetzt meine zwei Fragen dazu:
     
    1.) geht das wirklich problemlos, die Waben von Hochformat auf Querformat um 90Grad zu drehen? Stört das die Bienen nicht zu sehr?
     
    2.) gibt es eine Erfordernis, das Umsiedeln in mehreren Schritten zu machen? (Das habe ich bereits mehrfach gelesen, ohne Angabe ob das zwingend erforderlich ist). Mein Plan ist, sämtliche Waben aus dem Brutraum auf einmal samt Bienen in die Zanderkiste umzusetzen. Dann das alte Flugloch zu zu machen und das Zander-Magazin direkt vor das verschlossene Flugloch aufzustellen. So dass die heimkehrenden Bienen hoffentlich ihr Volk wieder finden.
    Eine Völkervermehrung beabsichtigen wir nicht.
     
    Ich würde mich freuen, auf die Fragen Antwort zu bekommen. Falls ich sonst noch was Wichtiges vergessen habe, könnt ihr mich da auch gerne drauf hinweisen. :)
    Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und eure Mühe.
     
    mit besten Grüssen
     
    Stefan
     
    PS: Ich kann dann auch davon berichten wie gut die Aktion geklappt hat.

    Vom Salat müssen wir lernen, der hat das Herz im Kopf

  • Ich kann dann auch davon berichten wie gut die Aktion geklappt hat.


    Moin Stefan,


    kannst Du nicht, weil das so nicht geht. Waben kann man nicht um 90° drehen, weil die dann nicht mehr aufwärts gerichtet sind und die Zellenspitze nicht mehr unten ist. Die Brut wird weitgehend absterben und Nektar / Honig wird auslaufen.


    Beim Umsetzen von so exotischen Maßen wie DNMhoch geht nur das hier bereits mehrfach beschriebene Fluglingverfahren oder Kunstschwarmbildung und anschließende Kunstschwarmbildung mit Rückvereinigung.


    PS: Mist - jetzt hab ich schonwieder auf eine Frage geantwortet deren Steller sein Profil nicht ausgefüllt hat. sorry.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Ich würde sagen, das geht problemlos. Nach meiner Erfahrung stirbt da nichts ab.
     
    Ich habe schon öfters für andere Imker Völker umgesiedelt. Dabei gehe ich folgendermaßen vor:
     
    Die neue Beute wird anstelle der alten aufgestellt, alle Bienen finden zum Stock (geht das in deinem Fall?).
    Die Bienen samt Königin werden in die neue Beute geschüttelt.
    Neue Rähmchen werden eingehängt und ein Absperrgitter aufgelegt. Die alten Bruträhmchen werden über dem Absperrgitter notdürftig verstaut. Nach drei Wochen, wenn die Brut über dem Absperrgitter ausgelaufen ist, werden die alten Rähmchen entfernt und eine Zarge (mit oder ohne Absperrgitter) aufgesetzt.
     
    Das funktioniert einwandfrei.
     
    MfG
    Honigmaul


  • Das funktioniert einwandfrei.


    Eben: "notdürftig verstaut" aber nicht um 90° gedreht. Das mögen Larven gar nicht. Ausserdem kann es dir passieren, dass die Königin bald fast alleine untensitzt, weil die Bienen eher auf der Brut bleiben, als bei der Königin auf den Mittelwänden. Wenn möglich eine Brutwabe mit nach unten. Ist viel sicherer und sollte bei Stefan Bodensee auch möglich sein.


    Stefan Bodensee :
    Heißt du wirklich so oder bist du der "Stefan vom Bodensee"?

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Mitstreiter,


    die 90°-Dreherei ist nicht dramatisch, das weiss ich aus Erfahrung.
    "Bienengerecht" ist es allerdings auch nicht, ganz klar.
    Das eigentliche Problem hat Reiner angesprochen. Gerade jetzt, wo die Völker viel lieber ihre Ruhe hätten, sitzt tatsächlich die Mutti irgendwann unten alleine.
    Man sollte ihr wirklich ausser MW auch eine oder 2 Brutwaben mitgeben, die man irgendwie in das neue Mass reinfrickelt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin,


    die 90°-Dreherei ist nicht dramatisch, das weiss ich aus Erfahrung.


    Ich hab das ganze Gegenteil erlebt. Teile der Brut, wahrscheinlich abhängig vom Entwicklungsstadium, schlüpft nicht bzw wird ausgeräumt. Und mit Teile meine ich nicht nur paar.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • hallo allenthalben,
     
    danke erst schon einmal für eure Antworten.
    Was mich am meisten interessiert scheint ja strittig zu sein, nämlich ob die Brut Schaden nimmt durch das Drehen. Bzw gibt es da wohl unterschiedliche Erfahrungen. Hm.
     
    Das Problem mit der verlassenen Königin sehe ich nicht, weil ich alle Brutwaben mit aufsitzenden Bienen unten in die Zanderbox setzen will, (mit passend gemachten Holzklötzchen jeweils neben den umgelegten DN-Rähmchen, so dass sie festen Halt haben.) (Ich hatte das in meiner ursprünglichen Mail schon versucht zu beschreiben, aber mit Worten ist es halt wenig anschaulich).
     
    Ich bin derweil noch etwas unschlüssig und tendiere dazu es zu probieren, in der Hoffnung, dass dabei nicht zuviel Brut verloren geht.
    Die Hinterbehandlungsbeuten haben einfach zu viele Nachteile.
     
    Ach ja, wegen der Nachfrage, ich wohne am Bodensee, das ist nicht mein Nachname :-)
     
    mit besten Grüssen
     
    Stefan

    Vom Salat müssen wir lernen, der hat das Herz im Kopf

  • Hallo Stefan,
    was ist denn eigentlich der Zweck deiner Aktion???
    Möchtest du DN-Hoch in Zanderbeuten mit Holzklötzen etablieren, oder das Beutensystem wechseln? Die neue Brut wird dann ja auch wieder in geklotzte Zander/ DN-Hoch gelegt. Irgendwie solltest du dich da entscheiden, und die dir beschriebenen Methoden sind jetzt gut zu praktizieren, gleich mit Varroabehandlung kombinieren, das macht Sinn!!!
    Gruß
    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • hallo Doc Snyder,


    danke für die Antwort.


    Sinn der Aktion ist es das Beutensystem zu wechseln. Meine Kollegin mit der ich zusammen die Bienen betreue, kommt mit den Hinterbehandlungsbeuten überhaupt nicht zurecht, - rein von der Körperkraft her kriegt sie die Rähmchen partout nicht aus den Beuten raus.


    Die geklotzten DN-Waben sollen nicht dauerhaft drin bleiben.
    Ich will die Waben nach und nach auszutauschen und durch ausgebaute Zander ersetzen. (ca 1 pro Woche). Vorausgesetzt es klappt, dass die Bienen das Brutnest zur Mitte hin verlagern, nachdem ich die bebrüteten Waben an den Rand hin versetzt habe. Wenn sie hingegen weiterhin auf denselben Waben brüten, steh ich bissel dumm da.


    mit besten Grüssen


    Stefan

    Vom Salat müssen wir lernen, der hat das Herz im Kopf

  • Hallo Stefan vom Bodensee!


    Wenn Du Dir schon die Mühe machst und Bienen auf ein anderes Wabenmaß bringen willst, dann würde ich das so machen wie es Michael geschrieben hat:


    Unterer Brutraum: Alte "geklotzte" Rähmchen
    Oberer Raum: 2 Brutwaben mitsamt der Königin hoch, Rest Zander. Dazwischen ein Absperrgitter.


    Alles bei normalem Wetter, und nicht jetzt. Lieber die Finger raus bei dem "tollen" Wetter!


    Gut füttern und dann klappt das auch. Und wenn sie nicht gleich hochwollen, dann einfach noch bis zum Frühjahr warten und die untere Zarge mit den "geklotzten" Rähmchen entsorgen. Aber bitte vor dem Winter das Absperrgitter wieder raus.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Stefan,
    ich habe auch von DN (allerdings nicht Hochformat) auf Zander umgestellt. Obwohl ich die Waben teilweise an den Rand gehangen habe, stiften die Königinnen mit Vorliebe auf diesen Waben weiter. Besonders wenn du frische Zandermittelwände oder unbebrütete Waben dazu gibst, wirst du diese Erfahrung machen. Dazu kommt die fortgeschrittene Jahreszeit, in der die Königin nicht den Drang verspürt das Brutnest sehr zu vergrößern. Unter Umständen wirst du dich dann noch in den nächsten 1-2 Jahren damit herumärgern.
    Vielleicht könntest du die DN-Waben ausschneiden und mit breitem Gummi in die Zanderrähmchen hineinstellen. Sauerei gibt es sowieso.
    Gruß Peter

  • hallo Luffi, hallo Peter,


    danke für die Hinweise. Jetzt habe ich endlich kapiert, warum die Königin ins obere Stockwerk soll. (damit die unteren Waben nachdem die Brut geschlüpft ist dann rascher ausgetauscht werden können.)


    Dann muss ich beim Umsiedeln also möglichst die Königin identifizieren.
    Und natürlich nur bei besserem Wetter.


    mit besten Grüssen


    Stefan

    Vom Salat müssen wir lernen, der hat das Herz im Kopf

  • Hallo Zusammen,
    warum wollt Ihr die alten Waben unbedingt mit in die neue Beute nehmen?
    Umsiedeln geht doch wie folgt:
    Alte Beute verstellen,
    Neue auf diesen Platz,
    (mit Mittelwänden und Futterzarge),
    Bienen von den alten Waben in die neue Beute abkehren, mit Königin!
    Waben mit restlichen Bienen daran in die alte Beute (auf neuem Platz).
    Kleine Futtergabe, damit besser ausgebaut werden kann.
    Nach acht Tagen das Volk in der neuen Beute mit den seit dem geschlüpften Bienen aus der alten Beute verstärken.
    (einfach auf das Anflugbrett der neuen Beute)
    Nachschaffungszellen bis auf eine entfernen.
    Diese wird gekäfigt (sonst kannste beim nächsten Eingriff auch noch die junge Königin suchen, diese brauchste auch nur, damit sichdas Volk nicht "weisellos" fühlt).
    Dies im gleichem Zeitabstand noch zweimal wiederholen, außer die Sache mit den Zellen und dem Käfigen (Gesamt dreimal).
    Erfolg:
    Die alten Waben sind brutleer und fast bienenfrei.
    Das Volk sitzt auf neugebauten Waben.
    Der zuerst fehlende Jungbienennachschub ist durch das mehrmalige Verstärken aus dem Altvolk gesichert worden.
    Jezt kannste die alten Waben einschmelzen.
    Doch Halt: bei guter Tracht sind diese noch gut mit Honig gefüllt worden, dann das Schleudern nicht vergessen!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.