Lohnt Anpflanzung?

  • Hallo.


    Lohnen sich Aussaaten bzw. Anpflanzungen extra fuer die Bienen?
    D.h. ist der Samen von Phazelia preiswerter als der Erloes des daraus gewonnenen Honig's?
    Bringen Baeume mehr Honigertrag als sie im Einkauf kosten?


    Gibt es irgendwelche Zahlen/Statistiken darueber?



    Gruss,
    Thomas

  • Moin Thomas,

    Zitat

    Lohnen sich Aussaaten bzw. Anpflanzungen extra fuer die Bienen?


    für die Bienen lohnt es sich immer, aber ob es sich für dich lohnt, dass steht auf einen ganz anderen Blatt.
    Betrachte die ganze Sache doch von der Seite, du tust etwas gutes für deine Umwelt in der ja nicht nur Bienen vorkommen.
    Als Imker solltest du immer an der Verbesserung des Nahrungsangebotes für deine Bienen interessiert sein. Damit sind die Mädels beschäftigt und es fördert ihre Gesundheit.
    Gruß Peter

  • Gute Bienenweidepflanzen bringen einen theoretischen Ertrag von 100kg bis 400kg pro Hektar.
    Du kannst mit dem Saatgutpreis und deinen Arbeitskosten (aber welcher Imker rechnet die schon mit ein ;) ) Ausrechnen ob es sich lohnt oder nicht.


    Der theoretische Ertrag und der tatsächliche kann natürlich sehr stark abweichen (Boden, Wetter, etc.).


    Aber wie schon erwähnt wurde - der Nutzen einer Anpflanzung mit Blütenpflanzen ist nicht nur der Honigertrag - sondern auch die Verbesserung der Pollenversorgung (für Hausbienen UND alle Blütenbesuchenden Insekten).


    Wenn Du also die Möglichkeit hast Blütenpflanzen auszubringen, nur zu !

  • ´Deine Frage lässt sich so nicht beantworten,


    bei phacelia, kannn man es vielleicht ja noch berechnen, ob es sich lohnt,
    doch da ich mich da nicht auskenn lasse ich das


    aber bei Bäumen kannst du das rechnen vergessen.
    Nimm doch als Beispiel die Linde,
    bis die eine gute Tracht abwirft, kannst du 10 jahre mindestens warten,
    das heisst du musst bei Bäumen immer überlegen wielange du das machen willst,


    Wenn du Von bäumen nur samen kaufst (spottbillig), hast du in relation Baumpreis/honig viel mehr gespart, wartest aber ewig bis du honig kriegst


    kaufst du schon 8 jahre alte linde, hast du in relation baumpreis/honig schlechtere werte, kriegst den honig aber viel früher,


    Kurzum, deine Frage ist so nicht beantwortbar

  • Hallo,

    Zitat

    aber bei Bäumen kannst du das rechnen vergessen.
    Nimm doch als Beispiel die Linde,
    bis die eine gute Tracht abwirft, kannst du 10 jahre mindestens warten,
    das heisst du musst bei Bäumen immer überlegen wielange du das machen willst,


    so würde ich nicht rechnen, denn sonst würde keiner mehr Bäume pflanzen (zumindest im bebauten Gebiet). Wenn der Standort und der Geldbeutel es hergeben, sollten wir Imker alle ein wenig Pionierarbeit leisten.
    Bsp.:In meinem Ort gibt es immer weniger Obstbäume, weil die Birnen den Gitterrost haben, die Äpfel schorfig sind und die Kirschen alle madig sind und überhaupt das Obst im Laden viel besser ist.:confused:
    Das schönste an der Natur ist doch eine intakte Natur, diese dann genießen, beobachten und sehen wie dieses Geschenk angenommen wird, also wie andere Pflanzen und Tiere davon profitieren. Sieh es als Ganzes und pflanze nicht mit Dollars in den Augen und Honigertrag im Hinterkopf.
    Auf landwirtschaftlichen Flächen läuft es natürlich etwas anders. Dort können alle ihre Vorteile daraus ziehen, also Bauer, Imker und Natur.


    Gruß Peter

  • Hallo Zusammen,
    früher hat man Bäume für seine Kinder und Enkel usw. angepflanzt...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • früher hat man Bäume für seine Kinder und Enkel usw. angepflanzt...


    Nicht nur früher Lothar, mach ich auch heute noch. Für jedes meiner beiden Enkerln habe bisher einen Baum im Garten gepflanzt. Mögen noch sehr viele Bäume kommen, denn unser Garten ist sehr groß.


    Der erste war eine Winterlinde, der zweite ein Bergahorn.

  • Hallo,


    ist mir schon klar, dass eine Baumpflanzung sich immer fuer die Natur, die Tiere und Menschen lohnt.
    Habe ja auch, im Gegensatz zu den allermeisten Menschen, (vom Beruf & Hobby her) in Deutschland und Afrika tausende von Baeumen gepflanzt!


    Nun ist aber meine Situation etwas anders als die von Euch in Deutschland.
    Ich lebe in Marokko zwischen Atlasgebirge und Wueste. Hier gibt es nicht, wie in D. an jedem Quadratmeter eine Vielzahl an Pflanzen.
    Meine Bienenvoelker sind in drei Nachbardoerfern aufgestellt. Habe in den letzten Jahren in diesen Doerfern Obstbaum- und Gewuerzpflanzenverschenkaktionen gemacht. So bekamen die Menschen dort Aprikosen, Pfirsische, Trauben, Rosmarin, Agaven, usw..
    Das hat sich fuer die Leute in den Doerfern wohl sehr gelohnt, fuer mein Ansehen und die Natur auch.
    Aber es stellt sich mir die Frage, ob das eine finanzielle Einbahnstrasse ist (hunderte Pflanzen sind ja auch nicht ganz billig) oder ob ich auch in Zukunft solche Aktionen machen sollte, weil ich das ausgegebene Geld durch den Honigmehrertrag zurueck bekomme.
    Aehnlich ist es mit der Phacelia. Saatgut kann ich nur aufwendig aus Deutschland bekommen. Zwischen den Oliven muessen dazu eigens Felder hergerichtet und bewaessert(!) werden.
    Da muss ich ehrlich sagen, dass ich so etwas aufwendiges nur tue, wenn dabei ein sich fuer mich lohnender Mehrertrag an Honig bei raus kommt.
    Alles andere sind zusaetzliche Vorteile die solche Aktionen mit sich bringen.



    Alles Gute nach Deutschland aus dem Backofen,


    www.Errachidia.org

  • Hallo Thomas,


    ich glaube nicht, daß es da zuverlässige Statistiken dazu gibt.


    Aber wenn Du rein vom materiellen Wert ausgehst, kannst Du es sicher vergessen. Ich bin überzeugt, daß es materiell unter dem Strich nichts bringt:


    Unter den Olivenbäumen wird der Boden normalerweise freigehalten, um den Bäumen keine Nahrungskonkurrenz zu machen, und damit den Ertrag zu steigern. Wenn Du jetzt Phazelia sähst, machst Du ja aber genau das Gegenteil. Die kärgliche Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden werden für den Baum weniger. Also was Du an Phazelia "abgibst" und damit gewinnst, fehlt dann in der Olive.


    Etwas anderes sind die ideellen Werte. Wenn Du in der <Monokultur Olivenplantage> Phazelia sähst, dann hast Du die "Artenvielfalt" verdoppelt. Ich weiß, das ist ein blöder Vergleich. Aber es ist auch blöde, so etwas nur an Kg Honig und/oder Kg Oliven festzumachen.


    Dazu kommt noch, daß man das in dem Kulturkreis, in dem Du da lebst, bestimmt ganz anders sieht. Da werden die Begriffe "Nutzen" und "Ertrag" ganz anders gesehen als bei uns, wo sich sich Monokulturen zum Standard entwickelt haben, und manche Menschen so langsam zu begreifen beginnen, dass das Denken in Kg "Ertrag" (gleichzusetzen mit: Honig, Oliven, Raps oder was immer Du willst) letzen Endes in eine Sackgasse führt, wenn man denn konsequent zu Ende praktiziert.


    Herzliche Grüße. Emil

  • Phazelia ist eine Pflanze die mit den ärmsten und trockensten Sandböden noch gut zurechtkommt. ( in Deutschland) Die Samen überdauern Frost und Trockenheit gut und Keimen bei passenden Bedingungen. Ich denke das sie für die Olivenbaüme keine Konkurenz darstellt weil deren Wurzeln wesentlich tiefer reichen und wenn das trockene Kraut an Ort und Stelle bleibt entziehst man den Boden auch keine Nährstoffe. Ob die Regenmenge in Marokko ausreicht weiß ich nicht. Ich würde es mit einer kleinen Fläche einfach mal auspropieren ohne zu Bewässern.

  • Hallo Emil & Karuso,



    die juengsten Olivenbaeume (Neupflanzung) stehen 8x4 Meter auseinander. Da ist also genuegen Platz fuer Phazelia vorhanden ohne dass die Oliven Nachteile haben.
    Ohne Bewaesserung waechst hier jedoch gar nicht's. Phazelia kann nur bis Maerz ausgesaet werden, dannach ist es so heiss, dass sie nicht keimt.
    Phazeliaheu ist uebrigens ausgezeichnetets Schaf/Ziegenfutter!